■ '-/^ :'i4*u 'fii^v;'v^ DCSB^B^k 'm*K^ i^HK^dHv^ s ^^^^JUBr^ 1^ ji^Ss iMkriMl Bp i^a^^m^^E^^i (HBb 1 i 1 THE UNIVERSITY OF ILLINOIS 1 LIBRARY 580.5 f 05 V.60 -J- ■ VH Tafel ;rl msg. in Jan. 1910 OSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. REDIGIERT UND HERAUSGEGEBEN VON D« RICHARD R. v. WETTSTEIN PKOFESSOK AN UER K. K. UNIVERSITÄT IN WIEN. LX. JAHRGANG. MIT 75 TEXTABBILDUNGEN (160 EINZELFIGÜREN) UND 5 TAFELN. WIEN 1910. VERLAG VON KARL GEROLDS SOHN I., BARBARAGASSE 2. 0^ ÖSTERREICHISCHE BÖTAilSCHE ZEITSCIIFT. Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. \A^ettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in "Wien. LX. Jahrgang, N»- 1. Wien, Jänner nOS.ijlO. Neue Chrysomonaden aus den Gattungen Chryso- cocciis, Chromtilina, Uroglenopsis, Von Adolf Pascher (Prag). (Mit Tafel I.) (Aus dem botanischen Institute der k. k. deutschen Universität zu Prag.) Im folgenden sind die Beschreibungen dreier neuer Chryso- monaden gegeben, die ich während der Hauptvakanz vorigen Jahres (1909) fand. Sämtliche neue Arten stammen aus den Altwässern längs eines Nebenflusses der Moldau im südlichen Böhmerwald namens „Ol seh" beim Dorfe Mugrau. Das Auffinden am selben Standort deutet jedenfalls darauf hin, daß es besonders in unseren gemäßigten Klimaten noch eine Formentiille dieser spärlichen, leider zu leicht vergänglichen Orga- nismen gibt, eine Formenfülle, der gegenüber die bis jetzt be- kannt gewordenen Formen nur einen unverhältnismäßig kleinen Bruchteil darstellen. Chrysococcus ornatus, (Fig. 1-G.) Zellen vereinzelt, nie in größeren Massen auftretend, mit einer schwach oelben, relativ dicken Schale versehen. Schale eiförmig, am Hinterende am stärksten, nach vorne etwas dünner werdend. Außen schön regelmäßig, durch zarte Wärzchen, die gegen das Hintereude dichter und stärker werden, skulpturiert. Schale 10 bis IGu lang. 7 — 10 /tt breit. Protoplast der Schale dicht anliegend. Der Chromatophor immer nur in der Einzahl vorhanden, das etwas verbreiterte Hinterende des Protoplasten bis zum vorderen Dritteil völlig einnehmend und vorn schart begrenzt. Augentleck sehr klein, fast nur punktförmig. Ueißel durch die vordere Öffnung der Schale fiustretend. l'/tmal so lang als der Protoplast, recht zart. österr. boian. ZoitKChrlft. 1. Heft. l'.MU. 1 52676:i Dauerzustände keine beobachtet. Die Vermehrung erfolgt wahrscheinlich in derselben Weise wie bei Chrysococcus rufescens Klebs, da ich in einzelnen Schalen eben geteilte Protoplasten (Fig. 4) fand. Ein Austreten des einzelnen Individuums konnte ich jedoch nicht sehen; ein solches ist aber für die Vermehrung unabweislich. Die Schale von Chrysococcus ornatiis ist aus mehreren Schichten zusammengesetzt. Diese Schichten sind nicht gleich dick (Fig. 4, 5), sondern am Hinterende deutlich stärker verdickt. Und zwar sind es besonders die innersten Schichten, die am Boden der Schale deutlich, vorne aber so dünn werden, daß sie kaum zu bemerken sind. Dagegen ist bei den äußeren Schichten die Diflferenz zwischen Bodendicke und vorderer Dicke nicht so bedeutend, hie und da auch überhaupt nicht vorhanden. Ich halte die äußeren Schichten für die älteren, deswegen, weil schon die allerjüngsten Stadien, die eine ganz schwache, kaum bemerkbare Schale haben, auf dieser bereits kleine Wärzchen aufsitzen haben — anderseits aber die Wärzchen nur von der äußersten Schichte gebildet werden — und die inneren Schichten sich am Aufbau der Wärzchen nicht betei- ligen, sondern unter ihnen völlig glatt verlaufen (Fig. 6). An eine „skulpturierende" Tätigkeit extrazellulären Protoplasmas, wie sie für andere Organismen angenommen wurde, ist hier wohl kaum zu denken. Diese Chrysomonade fand sich sehr vereinzelt in Altwassern längs eines Nebenflusses der Moldau im südlichen Böhmerwald namens „Olsch" bei Mugrau. Sie sieht habituell einer Trachelomo- nade ähnlich, insbesonders ältere Exemplare, die deutliche Wärzchen haben; die auffallend glänzend goldbraune Färbung des Chromato- phors läßt sie aber leicht als Chrysomonade erkennen. Die Geißel sowie die Geißelüffnung der Schale ist nicht leicht zu sehen. Die Lokomotiou ist hurtig und mit rascher Rotation ver- bunden. Von Chrysococcus sind demnach derzeit zwei Arten bekannt : Chrysococcus rufescens Klebs, kugelig, mit gleich dicker Schale, zwei Chromatophoren ; Schale glatt. Chrysococcus ornatus Pascher, schwach eiförmig kugelig, ein Chromatophor ; Schale gegen das Hinterende verdickt und fein geschichtet, mit Wärzchen versehen. Chromulina fenestrata, (Fig. 7-14.) Zellen in beweglichem Zustand fast unveränderlich, breit ei- förmig, am Hinterende deutlich flacher abgerundet, nicht skulpturiert; Plasma stark körnig; Vakuolen relativ groß und auffallend deutlich. Chroraatophor einer, nicht scharf begrenzt, sondern am Rand ver- waschen, auffallend hellfarbig, gelbbraun, gewöhnlich vom Hinter- ende weg mehr an die Seite gedrückt, meist von maschiger, oft sogar scheinbar durchbrochener Skulptur, relativ groß und hie und da fast die ganze Zelle auskleidend. Augentieck deutlich immer dem vorderen Rande des Chromatophors ansitzend und leistenartig schwach vorspringend, nicht selten aber durch die starke körnige Struktur des Protoplasmas verdeckt. Geißel kaum so lang als die Zelle, ungemein zart und träge schwingend; die Lokomotion infolgedessen träge, mit ungemein langsamer Rotation der Zelle verbunden. Zelle durchschnittlich 12 — 14 ^ lang, bis 9 ^ breit. Teilung nur im beweglichen Zustande beobachtet, wobei die Trennung vom Hinterende viel rascher erfolgt als vom Vorderende her (Fig. 9). Nicht selten sind die Teilungsstadien, trotzdem sie in fortwährender Bewegung sind, von einer leichten Gallerthülle umgeben (Fig. 10), die auch die schon völlig getrennten Individuen noch eine Zeitlang zusammenhält. Merkwürdig und interessant ist, daß derlei völlig geteilte Individuen, obwohl sie in keinem organischen Zusammenhang mehr stehen, sondern bloß äußerlich von der Gallerte zusammen- gehalten werden, dennoch eine völlig gleichsinnige und gleich rasche GeiCelbewegung besitzen. Unter den beweglichen Stadien fanden sich auch Chrysomo- nadinendauerstadien, die höchstwahrscheinlich zu ChromuUna fene- strata gehören (Fig. 11—14). Es waren kugelige Zellen, mit 9 ft Durchmesser und deutlicher Membran, die mit feinen Warzen deut- lich skulpturiert war. In einzelnen wenig enzystierten Stadien (Fig. 11) war noch deutlich der große, am Rande verwaschene Chromatophor mit den scheinbaren löcherigen Durchbrechungen zu bemerken. Weiter vorgeschrittene Stadien ließen den Chromato- phor nicht mehr erkennen. Gleichwohl glaube ich eben auf Grund der Beschaffenheit der Morphologie der Chromatophoren die Zu- gehörigkeit dieser kugeligen Stadien zu ChromuUna fenestrata als ziemlich sicher hinstellen zu können, obwohl es mir nicht gelungen ist, bei der großen Labilität der Monaden, die schon nach 5 — 10 Minuten langer Beobachtung zerfallen, den Enzystierungsvorgang selbst zu sehen. Am nächsten scheint ChromuUna fenestrata mit ChromuUna ovalis Klebs verwandt zu sein, doch unterscheidet sich erstere von letzterer durch die fehlende Metabolie, das durchbrochene, am Rande verwaschene Stigma, die starke Körnigkeit des Plasmas und durch die etwas kürzere Geißel. Beide haben den Umstand gemeinsam, daß die Teilung in Gallerthüllen erfolgt. Während aber CJiromuUna ovalis sich nur im Ruhestadium teilt — teilt sich ChromuUna fenestrata im beweg- 1* liehen Zustand. Chromulina fenestrata steht demnach bezüj des Teihingsvorganges tiefer als Chromulina ovalis. Beiden ist wahrscheinlich holophytische Ernährungsweise gemeinsam. Uroglenopsis europaea, (Fig. 15-17.) Kolonien vereinzelt, 150 — 300 fi im Durchmesser, schön kuo Zellen locker in der Gallerte verteilt, nicht miteinander verbun mit deutlicher peripherer Anordnung, oft ziemlich hoch von Gal überdeckt, schwach verkehrt eiförmig, immer vorne deutlich stun; als am Basalende; hie und da. besonders in älteren Kolonien, v ganz schwach ausgerandet; durchschnittlich 7 ji lang, 5 jt b Hautschicht ganz fein granuliert. Ohromatophoren zwei (in jui Zellen scheinbar einer), vorne gelegen und das hyaline Vorder« der Zelle nicht ganz freilassend, jedoch häufig in ihrer Lage schoben; Kern oft mehr gegen die Basis, immer jedoch unter Mitte gelegen, deutlich sichtbar. Augenfleck nicht wahrnehm wahrscheinlich fehlend. Geißeln zart; die längere dreimal so als die Zelle; die kleinere nur sehr schwer zu sehen; ganz \ Vermehrung und Dauerstadien nicht beobachtet. Aus den Altwässern längs der Olsch bei Mugrau im Böhn walde. Die neue Art Uroglenopsis europaea unterscheidet sich der einzigen bis jetzt bekannten Uroglenopsis americana Lemra mann vorherrschend durch die Gestalt der Zellen, die bei letzte kugelig bis schwach länglich sind und vorne nie eine Ausrand zeigen, während erstere immer mehr minder verkehrt eikuge bis eilängliehe Zellen hat, die häufig vorne angerandet sind. Die ähnliche Uroglena weicht von Uroglenopsis hauptsäch durch die Gallertestränge ab, an welchen die einzelnen Ze hängen. Beide Gattungen gehen jedoch auf Formen zurück, derzeit noch durch Arten von Ochromonas repräsentiert wen und zwar lassen sich innerhalb dieser Gattung heute noch A logien zu Uroglena sowie zu Uroglenopsis finden. Die beiden Uroglenopsis- Arten lassen sich folgenderma unterscheiden : Zellen ellipsoidisch; Chromatophor einer, randständig oder basal; Augenfleck deutlich. U. americanc Zellen verkehrt eilänglich; Ohromatophoren zwei, meist vc gelegen. Augenfleck fehlend. ü. europaei Prag, Mitte Oktober 1909. Erklärung der Tafel I. Fig. 1 — G. Chrysücoccus ornatus. 1. Normale Ausbildung. 2—3. Verschiedene Variationen. 4. Teilungstadium. 5. Leere Schale mit Schichtung und Skulpturierung. 6. Das Basalende der Schale. Fig. 7 — 14. Chromulina fencstrata. 7. Schwärmendes Individuum. 8-9. Teilungsstadium. 10. Oben geteilte Individuen, die durch eine Gallerthülle zusammenge- halten sind. 11 — 12. Dauerstadien in den ersten Stadien der Enzystierung. 13 — 14. Völlig enzystierte Stadien. Fig. 15 — 17. Uroglenopsis europaea. 15. Jüngeres Einzelindividuum. 16. Älteres Einzelindividuum. 17. Eine Kolonie. Revision der balkanischen und vorderasiatischen Ono- brfjchiS'ATteii aus der Sektion Eiihrychis. Von Dr. Ht-inr. Frh. v. Handel-Mazzetti (Wien). (Aus dem botanischen Institute der k. k. Universität Wien.) (Mit Tafel VII und zwei Testabbildungen.) (Fortsetzung.) 1) Series: Macrocarpae Hand.-Mzt. (nov.). Fructus 6 — 10 mm longi. 18. Onohrychis viciaefolia Scop., Flora Carniol., ed. 2, II. p. 76 (1772). Beck, Icon. ti. Germaii. et Helvet, XXII. p. 145, a ty/nca p. p. et ß decumhens, p. 146. 0. sativa Lamarck. Fl. Iraü^oise, II, p. 652 (1778). DO., Prodr. II, p. 344 (1825) mit ? ß SHhvillosa. Boissier, Fi. orient., II, p. 532 (1872) p. p. saitem. et ß siihinermis. Exsikkaten aus dem Gebiet: Bornraüiler, Iter Persico- Turcic. 1892—93, Nr. 3693, indeterm.; Iter Persicum alterum 1902, Nr. 6649, als 0. sativa. Sinteuis, Iter Orientale 1889, Nr. 1074, als 0. sativa var. suhinennis; Iter orient. 1891, Nr. 5886, als 0. sativa. Verbreitung: Mitteleuropa von Bosnien (wild?), Sieben- bürgen, Mittelrußland nach NW. bis England; im Orient wahr- scheinlich nur kultiviert. Gesehene Exemplare aus dem Gebiet: Küstenland: Auf feuchten Wiesen bei Rodig (Tommasini: H). Wiese oberhalb Veia üC-ka am Monte Maggiore, 1000 m, vereinzelt (Ginzberger: UW). Kroatien: Fiunie, in pratis raoutauis prope Grobnik (Degen: D). Dalmatien: In collibus siccis circa Zaram ») Vgl. Jahrg. 1909, Nr. 12, S. 479. (Adamovie: Sj). Bosnien: Travnik, Gärten (Brandis: Sj). Ina Bosnatal zwischen Zenica und Lasva (Öurcic: Sj). Wiesen bei Alipasin most (Maly: Sj). Sarajevsko polje (Fiala: Sj). An der Ostbahn bei km 9, Miljacka-Schlucht (Maly: Sj). Türkisch -Ar- menien: Gümüschkhane: Kisilköi, in campis (Sintenis: Hs). Er- zinghan, in herbidis (Sintenis: D, Hs, UW). Persien: Prope Scheheristanek regionis subalpinae m. Eiburs, 2200m (Born- müller: Bm). Schuturunkuh ditionis Suitanabad (Strauß: Hs). In agro Ecbatanensi (Piehler: ÜW). Badalan, culta (Szowits: PZ). Pro?. Kerman: Eahbur, cult., 2600 m (Bornmüller: Bm, Hs). An 0. viciacfolia knüpft sich die Frage nach der Herkunft dieser wichtigen Kultur-Futterpflanze. Am häufigsten findet sich die Art auf Wiesen des baltischen Florengebietes in einer Weise, die keineswegs zu Zweifeln an ihrem Indigenat nötigt. Für ein solches spricht auch das Vorkommen von Mittelformen zwischen 0. arenaria und viciaefoUa gerade an der baltischen Verbreitungs- grenze der ersteren, z. B. in Ungarn, Niederösterreich und Nord- tirol, wo sie sich vielfach beobachten und oft schwer gegen die Arten abgrenzen lassen, die ja. im Grunde genommen, so gut charakterisiert sie auch in ihrer eigentlichen Heimat erscheinen, durch nichts anderes als durch die Dimensionen voneinander ver- schieden sind. Ich möchte freilich damit diese wichtige und schwie- rige Frage nicht mit diesen wenigen Worten, welche die Ge- danken, wie sie mir gekommen sind, darlegen, abgetan wissen; vor allem bleibt es unentschieden, ob 0. viciaefoUa eine spontan unter dem Einfluß des baltischen Klimas entstandene Repräsentativ- spezies, die vom Menschen zur Kultur benützt wurde und (ver- schleppt?) in andere Gebiete zurückwanderte, wo sie sich an ge- eigneten Orten erhält, oder eine durch die Kultur erzeugte Pflanze ist, die unter veränderten Bedingungen in ihre Stammform zurück- schlägt. Ein anderer Umstand, der zwar solchen Deutungen nicht zuwiderläuft, aber doch Zweifel aufkommen läßt, ist das Vor- kommen von 0. viciaefoUa äußerst nahestehenden Formen (siehe unter 0. tnaiorl) im persisch-armenischen Grenzgebiet, über die erst reicheres Material und genaueste Kenntnis des Vorkommens Aufklärung geben muß. 19. Onohrychis maior Boiss. et Kotschy, in sched. (comb. ined.). 0. Balansae ß maior Boi ssier, Fl. orientalis, 11, p. 533 (1872). Exsikkaten: Kotschy, Supplem. 823; Iter Cilicico-Kurdic, Suppl. Nr. 927. ? Sintenis, Iter Orient. 1894, Nr. 7152, als 0. Balansae. Szowits, Nr. 561. Verbreitung: Persisch-armenisches Grenzgebiet. Gesehene Exemplare: Persia, in herbidis montium altiorum (Szowits: Hfm, PZ). In Mukus Karduchorum ad Ghana Putkie frequens, alt. 7000 ped. (Kotschy: Hfm, Hs). Bimgoell: in devexis Goschkar, 5500' (K otschy: Hfm). Szandschak Gümüschkhane: Karagoelldagh, in pratis alpinis (Sintenis: UW, das Exemplar scheint durch straffere Kelchzähne gegen 0. montana oder eher Cadmea zu neigen ; Blüten übrigens mangelhaft). Die Unterschiede gegenüber voriger Art sind, wie der Be- stimmungsschlüssel zeigt, sehr minimale. Anderseits steht sie zweifelsohne zu 0. Cadmea in naher Beziehung und stellt vielleicht ein Bindeglied zwischen dieser und viciaefolia-a,rt\geü Formen dar, als welche man auch die etwas großblütigen, oben bei 0. arenaria — Annena erwähnten nordpersischen Pflanzen ansprechen könnte. Es wäre vielleicht in den Augen Mancher besser gewesen, ich hätte über diese ungeklärten Dinge geschwiegen ; ich halte es aber für richtiger, ohne Neubesehreibungen zu verantworten oder Identifikationen als sicher hinzustellen, sie eigens zu erörten, da- mit vielleicht jemand, der mehr Material oder Gelegenheit zur Beobachtung in der Natur hat, darauf aufmerksam wird. 20. Onohi'ychis Cadmea Boiss., Diagnoses pl. orient. nov., Nr. 2, p. 96 (1843); Flora orient., II, p. 536 (1872) et ß longeaculeata p. p. 0. Balansae Boissier, Diagu. pl. orient. nov., ser. 2, fasc. 6, p. 64 (1859); Flora orient., II, p. 533 (1872) excl. var. 0. sativa y montana Boiss., Fl. or., II, p. 533 (1872) p. p. 0. sativa ß var. Scardica (?) Velenovsky, 4. Nachtr. z. Flora V. Bulgarien, in Sitzgsber. k. böhm. Ges. d. Wissensch. 1894, S.-A. p^ 9; Flora Bulg., Supplem. I, p. 90 (1898). 0. La- conica var. caespitosa Halacsy, Beitr. z. Fl. v. Achaia u. Ar- kadien, in Denkschr. k. Akad. Wiss., m.-n. Kl., LXI, p. 502 (1894). 0. Lacon. y subacaidis Halacsy, Consp. fl. Graecae, I, p. 457 (1901). 0. Scardica Hai., 1. c. I, p. 454 p. p. et var. ß hrevicaulis 1. c, p. 455 (1901). Exsikkaten: Balansa, Plts. d'Orient 1855, Nr. 473, Nr. 926. Bornmüller, Iter Syriacum 1897, Nr. 508, 509; Iter Anatolic. tertium 1899, Nr. 4313, als 0. Cadmea var. microcarpa. Kotschy, Iter Cilicic. in Tauri alpes Bulgar Dagh, Nr. 7&; In monte Tauro, Nr. 117, als 0. sativa var. sericea Fenzl; PI. Syriae bor. es Amano pr. Beilan, Nr. 362. Siehe, Nr. 76; Fl. orient., Cappadocia, Nr. 290, als 0. Balansae ; Botan. Eeise nach Oilicien 1895/96, Nr. 301, als 0. Balansae. Sintenis, Iter Orientale 1892, Nr. 4490, p. p. minore, als 0. Koischijana. Verbreitung: Gebirge von ganz Kleinasien (ausgenommen die nördlichsten Teile), Syrien ;'ßhodope (?); Peloponnes und südl. Aetolien. Gesehene Exemplare: Taurus: „Anatolia austro- orientalis" (Siehe: Hs). Taurus Cataonicus, Beryt Dagh, 8000 — 9000' (Haussknecht: Hfm, Hs): In alveo vallis Gusguta, Bulgar Dagh (Kotschy: Hfm). „In monte Tauro" (Kotschy: Hfm). Re- ffion alpine inferieure du Taurus. pres de Gulek-Maden (Cilicie) (Balansa: D, Hfm, Hs). Karli Boghas, Felsen, GeröUe, 18U0 m (Siehe: D. Hs, UVV). Wiesen über Maaden, 1800— 2000 m und höher (Siehe: D, Hfm, Hs, UW). In montibus Tauri ad occasum raonlis Gheidagh (Heldreich: Hfm). In pascuis alpinis moutis 8 Ghei Dagh Tauri Oilicici, 7000—8000' (Held reich: Hfm). Sa- buschi Zaillan, Goslar, Paß zwischen Baschibunar und Girdef (Lu- schan: Hfra, UW). Region alpine de TAslan-Dach (l'un des pieds de l'Anti-Taurus) ä 12 lieux ä TESE, de Cesaree (Balansa: Hfm). Syrien: Anti-Libani in pratis siccis inter Zebdani et Ra- scheja, ca. 1300 m (Bornmüller: Bm). Libani in faiice ad Brummana, 600—700 m (Bornmüller: Bm, Exemplar durch etwas kürzere Ährenstiele und kurze Behaarung der Frucht ^egen 0. megatapliros abweichend). Amanus prope Beilan, in vinetis versus Japraklik, 3000 ped. (Kotschy: Hfm). Phrygien: In re- gione subalpina montis Sultandagh prope Akscheher (Wilajet Kouia), in jugis „Yasian-dagh", 1600 — 1700 m (Bornmüller: Bm). Lydien: Cadmi pars inferior (Boissier: Hfm). Paphla- gonien: Vilajet Kastambuli. Tossia: Omarschukdagh, in pratis (Sintenis: Bm). Griechenland: In ra. Tymphresto (nunc Ve- luchi) Eurytaniae. lu regione alpina, 5500 — 7140' (Heldreich: Hfm, Hl, UVV, z. T. durch kürzere Fahne an 0. montana an- klingend). Arcadia: Inter fruticulos densos Astragali angusiifoln in rupestribus calcareis cacuminis montis Kyllene (Ziria hod.) ra- rissirae, 2374m (Halacsy: Hl, UW). Kyllene, pascua alpina, 6500' (Held reich: PZ). Bulgarien: In ra. Rhodope transitu Elider (Velenovsky: VI. ein einziges, eben aufblühendes Stück, dessen Bestimmung ich daher, ohne daß ich einen anderen Grund, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln, hätte, doch noch mit Reserve auf- gefaßt wissen möchte). 0. Cadmea, über deren ursprüngliche Bedeutung mir in Er- gänzung eines die letzten auffallend kleinen Blüten tragenden Originals im Herbar Hfm eine von Herrn G. Beauverd zur Untersuchung gesandte reife Frucht Klarheit verschafifie, tritt an ihrer Veibreitungsgrenze mit mehreren Arten in Beziehung, im NO., wie bereits erwähnt, mit 0. maior^ im Süden, wenn wirklich die oben beschriebenen Exemplare diese Bedeutung haben, mit 0. megataphros, von der sie teils geographisch, teils Höhenzonen entsprechend getrennt zu sein scheint, und im Norden mit 0. mon- tana, von der sie sich in erster Linie durch die stets längere Fahne und durch die langdornigen Hülsen unterscheidet, welch letzteres Merkmal in dieser Verwandtschaft entschieden viel mehr Bedeutung besitzt als in allen anderen. Diese letzteren Mittelformen scheinen wieder in einem ziemlich großen Gebiete recht häufig zu sein, denn hieher gehören alle Pflanzen vom Ida: In summo monte Szu-Szus-Dagh (Sintenis, Iter Trojanum 1883, Nr. 483, als 0. Balansae: Hs, UVV) und viele vom Bithynischen Olymp: In summis jugis Olympi Bith. (Pich 1er, Plantae exs. fl. Rumel. et Bithyn., Nr. 63, als 0. Balansae: Hs, K, Sj); in declivibus meridionalibus montis Olympi (P ichler: K). Auf letzterem Berge kommt daneben auch typische 0. montana vor. Was die 0. Balansae anbelangt, so sind ihre Unterschiede an den Originalexemplaren lange nicht so groß, wie sie nach den 9 Beschreibungen erseheinen ; außer den Originalen entsprechen überhaupt nur wenige Exemplare den ursprünglich charakterisierten Extremen, und die Trennung wäre sicher nicht aufrecht erhalten worden, wenn man nicht den Namen Ctulmca immer mehr auf die Ptianzen der Jieihe Microcarpde übertraseu hätte. Die extrem alpin-xerophilen Formen der 0. Qulniea, wie sie sich insbesondere in Griechenland finden, gleichen ganz außer- ordentlich analogen Exemplaren von 0. Lacunica, so daß es oft sehr schwer fällt, sie ohne Früchte auseinander zu kennen. 21. OnobrycJiis montaua Lam. et DC, FI. Franc. IV,, p. GH (180Ö). De Candoile, Prodr. II, p. 344 (1825). Beck. Icon. fl. Germ, et Helvet. XXII, p. 148. Iledijsarum mon- tanum Persoon, Synops. plant., II, p. 324 (1807). „Hedysamm confcrtnm'>* Marsch, a Bieberst., Fl. Taurico-Cauc, II, p. 180 (1808). III. p. 484 (1819). Onohrychis montaua Desv. Journ. bot. 1814, p. 83 (p. p.?). DC, Prodr. II, p. 344 (1825) p. p. 0. sa- tiva var. Scurdica Grisebach, Spicileg. fl. Rumel. et Bithyn., 1, p. 65 (1843). 0. sativa y niontana p.p. et d Scardica Boissier, Fl. Orient., II, p. 533 (1872). 0. Transsilvanica Simonkai, Enura. fl. Transsilvanicae, p. 191 (1886). 0. sativa subsp. 0. Scar- dica Wettstein, Beitr. z. P'l. Albaniens (Bibl. botan. H. 26), p. 39 (1892). 0. sativa var. montaua Haussknecht, Symbol, ad fl. Graecara, in Mitt. d. thüring. bot. Ver., N. F., H. V, p. 82 (1893), p. p. 0. alba y varia Haussknecht, 1. c, p. 83, p. p. minima. 0. iS'card/m Halde sy, Beitr. z. Fl. v. Epirus, in Denkschr. m.-n. Kl. Akad. d. Wissensch. Wien, LXI, p. 20 (1894) p. p.; Couspectus fl. Graecae, I, p. 454 (1901) p. p. et excl, var. 0. sa- tiva var. Dolopica Formanek, Dritt. Beitr. z. Fl. v. Thessalien, in Yerh. natf. Ver. Brunn, XXXV, S. A. p. 80 (1897). Exsikkaten aus dem Gebiet: Baldacci, Fl. exs. Crna- gorae, Nr. 123, als 0. Scardica; Iter Alban. (Epirot.) tertium, Nr. 135, als 0. Scardica; It. Alb. (Ep.) quartum, Nr. 167, als O. sativa var. Scardica; It. Alban. (Monteuegr.) sextum, Nr. 116, als 0. sat. var. Scard. Born mül 1er, PI. Anatol. Orient. 1890, Nr. 1844. Montbret, Nr. 2418. P ichler, PI. exs. fl. Rumel. et Bithyn., Nr. 63 p. p., als 0. Balansae. Sintenis, Iter Orientale 1889. Nr. 1647, als 0. Balansae var. microcarpa; It. or. 1894, Nr. 6032, als 0. Balansae. Verbreitung: Pontisehes Randgebirge, Bithynischer Olymp, Kaukasus, Gebirge der westlichen Balkanhalbinsel vom Pindus bis Miltelbosnien und SO.-Serbien. Transsilvanische Alpen; Südöstl. Karpathen. Ganze Westalpeu ; Ostalpen östlich in der Nord- und Zentralkette bis zum westl. Bregenzerwald, resp. Finstermünz, in der Südkette bis Ampezzo ; Brenner ; Pyrenäen. Gesehene Exemplare aus dem Gebiet: Kleinasien: Gümüschkhane, Istavros, in lierbidis (Sintenis: Bra,D,Hs. üWj. Güm.Stadodopi, in declivibus(Sintenis: Bra, Htm, Hs). Amasia: In monte Ak-Dagh, reg. alp. (Born- 10 müller: Bm, Hfm, Hs). Yallee de Djimil, vers 2100 m altitude (Lasistan) (Balansa: Hfm, Hs). Olympus Bithyn. (Clementi: Hfm). KechichDagh (Montbret: Hfmj. Iq summo monte Olyrapo, 2500 m (Born müller: Bm). Iq summis jugis Olympi Bith. (P ichler: Hfm). Griechenland: Ghavellu supra Sermenico (Heldreich: D, Hl). M. Ghavellu in mm. Agrapha Thess. (Por- manek: Herb. Form.). Agrapha: in reg. superiori Pindi summi montis Karäva, alt. 5500—6000', substrato schistoso (Hauss- knecht: Hs). Ghavellu (Haussknecht: Hfm). Epirus bor.-or. : In rupestribus calcareis regionis alpinae rat. Peristeri. Alt. 2000 m (Halacsy: Hl, UW). In herbosis m. Kakarditsa (Tsumerka) (Bal- dacci: D, Hl, ÜW). Albanien: In pratis alpiuis m. Gamila (Yradeton) distr. Zagorion (Baldacci: D, Hl, Sj. UVV). In reg. sup. mtis. Jablanitza (Dimonie: Hl). Scardus, in pratis montis Ljubitrn, ca. 2400 m (Dörfler: D, Hfm, Hl, ÜW). Ljubeten (Dieck: D). Ljubatrn, Gipfel (Bi erb ach: Sj). In monte Ljubitrn inter Mandra et Bela voda (Bierbach: D). Treska (Dieck: D). Montenegro: In pratis ra. Hum Orahovski distr. Kuia (Baldacci: D, Hfm. Sj, ÜW). In gramiuosis summi montis Hum ürahovski (Szyszylo vicz: Hfm). Aversus Konjska rupa (Szyszylovicz: Hfm). In pratis alpinis montis Kunj Kostic distr. KuCi (Baldacci: ÜW). In herbidis subalpinis m. Ivica sub m. Durraitor (Baldacci: Hl, Hfm, ÜW). Abhänge der Kobilja glava am Durmitor (Curcic: D, Sj). Durm.: Cirova pecina, 1800—2000 m (Jevnik: Sj). Serbien: In alpinis mtis. Suva plauina (Ädamovic: Sj). Bos- nien und Hercegowina: Auf Alpentriften der Maglic plauina, 2100m (Adamovic: ÜW). Lipefa bei Nevesiuje (Brandis: D, Sj). Yelika kapa in der Prenj plauina, ca. 1800 m (Fiala: Sj). In alpibus Prenj planina ad cacumen inter lapides, 2000m (Degen: D). In fissuris rupiura m. Kantar prope Konjica, ca. 1600 m (Van das: VI). Alpine Region der Treskavica planina, ca. 1800 m, am Mali jezero (Fiala: Hs, ÜW). Treskavica planina (Beck: Hfm, ÜW, Fiala: Sj, ÜW. Moellendorf: Hs). Vranica, 2000 ra (Curöie: Sj. Brandis: ÜW). An steinigen Stellen des Osthanges der Biela gromila und ihres Yerbindungsrückens mit dem Nad- krstac (Simony: ÜW). Onohr. montana wird vielfach als Alpenform der 0. viciae- folia angesprochen. Nach dem reichen Material, das ich von beiden Pflanzen, von ersterer insbesondere im Herbar PZ aus den Schweizer Alpen sah, muß ich hervorheben, daß ich niemals an einem halb- wegs vollständigen Exemplar auch nur eine wechselseitige An- näherung mit Sicherheit konstatieren konnte. Selbst die Merkmale des Habitus einer Gebirgspflanze bleiben, wie herabgeschwemmte Exemplare, z. B.: Bozen, Eisackinsel (Hausmann: F), Getreide um Innichen (Stapf: F) lehren, mit Ausnahme natürlich der Größe, unverändert. Auch die eigentümliche, von Südtirol bis Mittelbosnien unterbrochene Verbreitung spricht mehr dafür, daß es sich um eine alte Art handelt. Wenn sich zwei Pflanzen ahn- 11 Jich sehen, die eine im Gebirge, die andere in der Ebene wächst, darf man sich dadurch nicht verleiten lassen, ein zerknittertes Fragment in einem Herbar oder einen halb abgemähten Nach- zügler oder ähnliche unkenntliche Dinge triumphierend als Mittel- formen zu bezeichnen und zur Degradation einer Art zu miß- brauchen. Was die vielfach heute noch auseinander gehaltenen 0. Trans- silvanica und Scardica anbelangt, so lehren umfassende Vergleiche, daß beide Formen auch in den Alpen, in den „Typus" ganz all- mählich überfließend vorkommen; die Angabe Halacsys über dünnere Stengel der letzteren rührt von der Vermengung mit an- deren Arten ; durch länger bedornte Hülsen ist erst 0. Cadniea verschieden. Mit solchen Tatsachen müssen sich auch Lokalpatrioten abfinden, die für ihr Gebiet gerne eine nach dem ungenügenden, ihnen vorliegenden Vergleichsmaterial scheinbar wirklich verschie- dene Art beanspruchen möchten. Ob 0. montana auch in Griechen- land, wie in Kleinasien, in 0. Cadmea übergeht, ist mir noch nicht sicher. Was die 0. alba y varia Hausskn. anbelangt, in welcher der Autor einen Bastard alba X tnontana vermutet, so zeigten mir die Originale, daß es sich um ein Gemisch aus 0. La- conica teilweise im Übergehen in 0. alba und einem Exemplar von 0. montana mit auffallend heller Fahne handelt, wie man diese auch in den Alpen beobachten kann; von einem Bastarde ist hier ebensowenig die Rede, wie sonst in irgend einem der vor- liegenden Fälle in der Sektion. 22. Onohrychis megataphros Boiss., Diagn. pl. orient. nov.. Nr. 2, p. 97 (1843); Flora orient., II, p. 532 (1872). 0. pallida Boiss. et Kotschy, in Boissier, Fl. orient., II, p. 530 (1872). 0. Cadmea ß longeaculeata Boissier, Fl. orient., II p. 536 (1872) p. p. Exsikkaten: Gaillardot, Nr. 1783, als 0. sativa ? Haussknecht, Nr. 744. Kotschy, Iter Cilicico-Kurdic. 1859, Nr. 83, als 0. pallida; Nr. 54. Post, Nr. 176. Sintenis, Iter Orient. 1888, Nr. 821; It. orient. 1890. Nr. 3040, 3488, als 0. Eginensis Hausskn.; It. or. 1894, Nr. 5885, als 0. elata. Verbreitung: Syrien, Cilieien, nürdl. Mesopotamien, Türk. Armenien; in tieferen Lagen. Gesehene Exemplare: Syrien: Ouadi el Karn, Antiliban (Gaillardot: Hs). Colliues ä l'Est pres de Dimam (Gaillardot: Hs). Ouadi Beka (Gaillardot: Hs). Pres du Khan el Medaridge (Post:Hs). Cilieien: Bulghar Dagh (Kotschy: Himj. Kassan Oghlu, ad pagum Gorumse. in coUinis soll australi oppositis, alt. 4200' (Kotschy: Hfm, Hs, PZ). Meso- potamien: Inter Orfa et Suerek cum Scropliularia magna (Kotschy: Hfm). In graminosis basalt. inter Orfa et Tscharmelik (Haussknecht: Hfm. Hs). Orfa: Nimrud Dagh (Sintenis: Hs, ÜW). Armenien: Egiu, in montosis (Sintenis: Bm, D, Hfm, Hs, UW). Sipikor: Kainikdere, in declivibus (Sintenis: Hs). 12 Szandsch. Gümüsehkhane : Taltaban, in declivibus (Sintenis: Bm, D, Hfm, Hs, ÜW). Die vorliegende Art ist in der Länge der Kelchzähne und der Fruchtdorne einigermaßen veränderlich, was zu Täuschungen Anlaß gegeben hat. Bei dem größten Teile der als 0. pallida in einer anderen Gruppe beschriebenen Pflanzen ist die Folge der auffallend kurzen Kelchzähne ein anderes Läugenverhältnis der alae, dessen Wertlosigkeit im allgemeinen Teil hervorgehoben "wurde. Auffallend erscheint mir an pallida ■=. Eginensis an den Herbarexeraplaren nur die Blütenfarbe, deren genauer Vergleich in der Natur vielleicht doch noch im Zusammenhang mit anderen Merkmalen, die ich an dem spärlichen, oft nur mit Blüten oder nur mit Früchten vorliegenden Material nicht verfolgen kann, eine Abtrennung berechtigen wird. Die von Boissier besonders hervor- gehobeneu Eigentümlichkeiten kann ich nicht bestätigen. An den Früchten der Originalexemplare sehe ich keine von den verwandten Arten besonders abweichend ausgebildeten Gruben; drei Dorn- reihen finden sich auch bei stark bedornten Früchten der anderen Arten. Die stipulae aber sind ebenso häufig frei wie halb ver- wachsen, w'ie bei den anderen Arten. Über eventuelle Übergänge zu 0. Cadmea vergl. bei dieser. 23. OnobrycMs fallajc Frcyn et Sint., in Freyn, Plantae novae orieutalis, II, in Österr. botan. Zeitschr., XLII, p. 81 (1892). Exsikkaten: Bornmüller. Iter Persico-turcic, Nr. 1165, als 0. Kiirdica Bornm. Sintenis, Iter orieut. 1889, mit Nr. 346, Nr. 561; Iter Orient. 1890, Nr. 2539. Verbreitung: Kurdistan, südliches Türk.-Armenien. Ge- sehene Exemplare: Kurdistan: Riwandous, in m. Handarin, 1600 m (Bornmüller: Bm, Hs). Armenien: Kharput: Hamedi (Sintenis: Hs). Kh.: Buslutasch (Sintenis: D, Hfm, Hs, ÜW). Egin: Kola (Sintenis: Hs). 0. fallax ist sehr bemerkenswert durch das eigentümliche Mißverhältnis in der Größe der Blüten und Früchte. Die infolge- dessen schwer einleuchtende Identität der nur mit reifen Früchten gesammelten 0. Kurdka mit der meist eben erst aufgeblüht vor- liegenden originalen fallax, die bereits Bornmüller (in herb.) erkannte, wird völlig bewiesen durch ein instruktives Exemplar der letzteren im Herbare D, das bereits gut entwickelte Früchte be- sitzt. Über die Behaarung der Fahne vergl. das im allgemeinen Teil Gesagte. (S^^i^b .^.^^^ Vorarbeiten zu einer Flechtenflora Dalmatiens. Von Dr. A. Zahlbruckner (Wien). VI. (Mit einer Textabbildung.) (Fortsetzung. ^) 418. Lecanora Latzelii A. Zahlbr., nov. spec. Thallus pro maxima parte endolithiciis, crustaceus, uni- formis. late efi'iisus (iisque 7 cm latus), maculas rotundatas, plus minus coEfluentes formaos, optime determinatus, continuus, subleprosus, sordide 7el ochraceo-cinerascens, opacus, KHO magis lutescenti-sordidescens, CaCl., 0, — , in margine linea lactea pulcherrime cinctus, ecorticatus, hyphis thalli non aray- laceis; gonidiis pleurococcoideis, glomeratis, globosis, laete viri- dibus, 9 — 15 ^ latis. membrana tenui cinctis. Apothecia dispersa vel approximata. minuta, ad 0'2ö mm lata, primum subimmersa, demum adpresso-sessilia. rotunda vel rotundata, demum plana vel leviter convexa ; disco angusto, pallide testaceo, opaco, epruinoso. KHO magis lutescente, CaCl., 0., in rosaceum ver- gente; margine tballino albo, KHO vix lutescente, integro vel subintegro, primum obtuso et parum prominulo, demum angu- stato. gonidia pauca includente; excipulo non evoluto; hypo- thecio decolore, in sectione plus minus lentifbrmi, ex hyphis in- tricatis formato, tenui, J — , strato gonidiali superposito; epithecio angusto, pulverulento, sordido, KHO — ; hymenio pallido, im- pellucido, pulvere crebre insperso, 70 — 75 ^ alto, J e coeruleo obscurato; paraphysibus simplicibus, rarius increbre ramosis, eseptatis, ad apicem vix latioribus; ascis paraphysibus parum brevioribus. ovalibus. ovali- vel ellipsoideo-clavatis, ad apicem late rotundatis et ibidem membrana bene incrassata cinctis, Ssporis; sporis in ascis biserialibus, decoloribus. simplicibus, late ellipsoideis vel ovalibus, membrana tenui cinctis, 7 '5 — 8*5 ft longis et 5-5 — 6 ^ latis. Conceptacula pycnoconidiorum minima, parum visibilia. nigra, globosa; perithecio dimidiato; fulcris exo- basidialibus; basidiis fasciculatis, densis, subtililorraibus; pycno- conidiis hamatis. curvatis vel arcuatis, filiformibus, 17—20 ^ longis et ad 1 |u latis. Ragusa: Gorica auf Lapad, ca. 80 m ü. d. M., an Kalk- felsen (Latzel nr. 495). Die neue Art gehört in den Verwandtschaftskreis der Le- canora albesfexs und der Lecanora dispersa; die eigentümliche Ausbildung des Lagers und das pulverige Hymenium sind die wichtigsten Merkmale. 1) Vgl. Jahrg. 1909, Nr. 12, S. 488. 14 Lecanora Agardhiana Ach. Gravosa, an alten Mauern und zwischen Zarkovica und Dubacpaß bei Eagusa, ca. 290 m ü, d. M., an Kalkfelsen (Latzel). var. pacnodes Mass. Mirinovo in der Ombla, ca. 30 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel). 419. Lecanora tninutissima f. detrita Arn. apud Anzi Lieh, rarior. Venet. nr. 33 (1863) et in Flora, Band LXVII (1884), p. 333. — Zeora detrita Mass. in Lotos, Band VI (1856). p. 76; Arn. in Flora, Band XLI (1858), p. 324, et Band XLIII (1860), p. 71. — Lecanora minutissima * stillicidii Körb., Parerg. Lieh. (1859), p. 83. Exsicc: Anzi, Lieh, rarior. Venet. nr. 33; Körb., Lieh. Germ, nr, 159; Zwackh. Lieh, exsicc. nr. 262. Ragusa: Strandfelsen vor Lapad, ca. 30 m ü. d. M., und an Gartenmauern nächst Ilijina glavica, ca. 60 m ü. d. M., an Kalk (Latzel). Lecanora suhfusca var. gldbrata Ach. Lapad, an dürren Stämmchen vom Phlomis fruticosa (Latzel nr. 159 pr. p., 160). var. campestHs Nyl. An Urgestein auf dem Vermac-, ca. 500 m ü. d. M. (Vierhapper). Lecanora chlarona (Nyl.) Crbie. In der Umgebung Ragusas häufig; sie wurde daselbst von Latzel an Zweigen der Fhnis halepcnsis, der Myrte und der Eichen, ebenso an P/??«s-Zapfen gefunden; am Südabhang der Snjeznica wurde sie von ihm in einer Höhe von 900 m ü. d. M. an Eschenzweigen beobachtet; ferner fand er sie auf der Insel Giuppana an C'ü7r«s-Zweigen und bei Metkovic an Falninis. 420. Lecanora allophana (Ach.) Nyl. — Crombie, Monogr. Lieh. Britain, vol. I (1894). p. 410. Ragusa: an CKjjressus-Stkmmen in Gärten (Latzel nr. 666). Lecanora polytropa var. calciseda A. Zahlbr. Insel Cherso: auf Pernata gegenüber der Stadt Cherso, ca. 200 m Q. d. M., und S. Bartolomeo über Smergo, ca. 300 m ü. d. M., an Kalkfelsen, an beiden Standorten in Gesellschaft der Lecanora atra und teilweise das Lager derselben über- ziehend (Baumgartn er). Lecanora atra (Huds.) Ach. Insel Cherso: an Kalkfelsen (Baumgartner); Insel Giup- pana: an Olea beiLuka; Metkovic: 2iU Paliurus auf den Hügeln am Narentaufer (Latze ). Lecanora (sect. Placodium) circinata var. insculptula A. Zahlbr. nov. var. 15 Thallus KHO leviter olivascens, areolato-riraosus, areolia iteratim rimoso-areolatis, areolis ad marginem elevatis et albidis, in centro convexis vel impressis, cinereis; medulla crassa, alba, KHO — , sed medulla inlra hymeuium et in marginem apothe- ciorum sita KHO angiiste rubescit, J luteseente. Apothecia ma- jusciila. iisque 2 mm lata, adpresso-sessilia; margine thallino thallo concolore; disco nigricante, demum piano. Caeterum ut in typo. Gravosa: an Kalkblöcken in Gärten vor der Martinsbucht auf Lapad, ca. 50 m ü. d. M. (Latzel nr. 26, 77). Lecanora (sect. Placodium) suhcircinata Nyl. Insel Cherso: an Wegmauern bei der Stadt Cherso, zirka 100 m ü. d. M. (Baumgartner); in der Umgebung Ragusas von Latzel mehrfach gefunden; Westseite der Snjeznica bei PJagusa vecchia, ca. 500 m ü. d. M. (Latzel); Kalkfelsen auf dem Vermai- (Vi erb ap per). Lecanora (sect. Placodium) snlpkurella (Körb.) A. Zahlbr. Insel Cherso: an Wegmauern bei der Stadt Cherso, zirka 100 m ü. d. M. (Baumgartner); Insel Meleda: bei Babino- polje, ca. 50 m ii. d. M. ; Insel Giuppana,: an Kalkfelsen bei Luka; Siidabliänge der Snjeznica bei Ragusa vecchia, ca. 950 m iL d. M. (Latzel). var. ragusana A. Zahlbr. In der Umgebung Ragusas neuerlich von Latzel an vielen Standorten beobachtet, von ihm ferner auf der Insel Meleda bei Porto Sovra. ca. 120 ra ü. d. M., und auf der Insel Giuppana an Mauern bei Luka, ca. 60 m ü. d. M. gesammelt. Lecanora (sect. Placodium) saxicola (Poll.) Stenh. Insel Cherso: S. Bartolomeo über Smergo, ca. 300 m ü. d. M., an Kalk (Baumgartner); Insel Meleda: Babinopolje, an Kalkfelsen (Latzel). var. versicolor (Pers.) Th. Fr. Metkovic: Bagalovic, ca. 40 m ü. d. M. (Latzel). var. diffracta Ach. An Silikateinschlüssen auf dem Vermac, ca. 500 m ü. d. M. (Vierhapper). var. alhomarg inata (Nyl.) Th. Fr. Slano, vor der Eliaskapelle, ca. 60 m ü. d. M., an Kalk- felsen (Latzel nr, 767). Lecanora (sect. Placodium) crassa (Huds.) Ach. Insel Veglia: an der Straße von Veglia n;ich Maria di Capo, ca. 150m ü. d. M., auf Kalkboden (Baumgartner); Insel Cherso: S. Bartolomeo über Smergo, ca. 300 m ü. d. M. (Baumgartner); häulig um Ragusa und auf Lapad, auf der Snjeznica bei Ragusa vecchia, bis 1050 m ü d. M. hinaufsteigend (Latzel). 16 var. Dufouri (Fr.) Schaer. iDsel Cherso: Nordufer des Vrana-Sees, ca. 50 m ü. d. M., auf kalkhaltiger Erde (Baumgartn er). var. mediterranea A. Zahlbr. nov. var. Thallus substrato omnino adpressus, orbicularis, superne pallide viridescenti-glaucescens, rarius albido- vel stramineo- glancescens. nitiduliis, madefactus magis virescens, pro maxima parte epruinosiis. partim albido-pruinosus et ibidem opaciis, KHO liitescens, CaCl., 0., — . inlerne plus minus concolor. squamis centralibus contiguis, planis vel planiusculis, marginalibus plus minus concavis. in ipso margine utplurimum tenuiter limbatis; medulla alba, cretacea, KHO — , CaCl„0., — . Apothecial — l-2mm lata, carnea vel rufescenti-carnea, primum plana et tenuiter al- bido-marginata, demum convexa et emarginata, primum levis- sime pruinosa. demum nuda; sporae ellipsoideo - fusiformes, 10— 12 |ti loLgae et 3'5— -l-öjit latae. Die Flechte, welche ich früher als eine Form der Lecanora lentigera ansah, ist im Gebiet auf kalkhaltigem Erdboden, wie es scheint, häufig. Ich erwähne die folgenden Standorte: Insel Veglia: Punta Desiderio und südwestlich der Stadt Veglia, 300— 400 m ü. d. M. (Baumgartn er); Insel Arbe: Punta Ferkanjo gegenüber der Stadt Arbe, nahe dem Strande, und Cruna vrh bei Loparo. ca. 100 m fi. d. M. (Baumgartner); Eagusa: zwischen Zarkovica und Dubacpaß, ca. 290 m ü. d. M. (Latzel nr. 014). Außerdem sah ich die Flechte aus der Um- gebung von Corneilhac, Dep. Herault in Südfrankreich, wo sie von Parrique gesammelt wurde. Habituell gleicht die neue Varietät der Lecanora (sect. Placodium) Icntif/era. von welcher sie jedoch durch die Farbe des Lagers verschieden ist. In der Sporenform kommt sie der var. Dufoiirei zunächst. Lecanora (sect. Placoilinm) gypmcea (Sm.) Hepp. Ragusa: an Kalkfelsen auf dem Mt. Sergio, ca. 370 m ü. d. M. (Latzel nr. 34j. 421. Ochrolechia parella (L.) Mass. Auf dem Vermac, 400—500 m 0. d. M., an Urgestein (Vierhapper). Ochrolechia tartarea (L.) Körb. Insel Meleda: bei Babinopolje, an Ölbäumen, fruchtend (Latzel). Lecania ert/sihe (Ach.) Th. Fr. Insel Lacroma: beim Kleinen Molo, an Kalk; Ragusa: Strandfelsen am Wege nach Lapad (Latzel). Placolecania candicans (Fr.) A. Zahlbr. Cherso: an Wegmauern bei der Stadt Cherso, ca. 100 m ü. d. M., und Pernata gegenüber der Stadt Cherso, 100—200 m ü. d. M. (Baumgartner). 17 Flacolecania Cesaii (i\Iass.) A. Zahlbr. '). Metkovic: Pozär, ca. 60 m ü. d. M., und Mali prolog zwischen Vergorac und Metkcvic, ca. 50 m ü. d. M.; Insel Me- leda: bei Babinopolje, ca. 80 m ü. d. M.; Iq der Umgebung Ragusas nicht selten, an Kalkfelsen (Latzel). 422. Phlyctis agelaea (Ach.) Körb., Syst. Lieh. Germ. (1855), p. 391; Th. Fries, Lichgr. Scand., vol. I (1871), p. 323; Crombie, Monogr. Lieh. Britain. vol. I (1894), p. 514. Meleda: im Planjak bei Govedjari, ca. 290 ra ü. d. M., an Fraxinus Ornus (Latzel nr. 48 C). 423. Phlyctis argena (Ach.) Körb., Syst. Lieh. Germ. (1855), p. 391 ; Th. Fries, Lichgr. Scand., vol. I (1871), p. 324; Crombie, Monogr. Lieh. Britain, vol. I (1894), p. 513. Cherso: Waldungen südöstlich von Predoschizza, ca. 380 m ü. d. M.. an Juniperus Oxycedrus (Baumg artner); Meleda: im Planjak bei Govedjari, ca. 290 m ü. d. M., an Fraxinus Ornus (Latzel nr. 48 A). 424. Candelariella vitellina (Ehrh.) Müll. Arg. Ragusa: Crci dol, ca. 350 m ü. d. M., an Juniperus Oxy- cedrus (Latzel nr. 197). Parmeliaceae. Farmelia perlata (Ach.) Nyl. Insel Giuppana: an Ölbäumen bei Luka, steril; Ragusa, Crni dol, ca. 350 m ü. d. M., an Eichen, steril; Mt. Petka, an Juniperus Oxycedrus (Latzel). subspee. P. ciliata (DC.)^Nyl. Veglia: Vallone Cavlena im Nordwesten der Insel, 100 bis 150m ü. d.M., an Gestrüppe, steril (Baumgartner); Ragusa: Martinsberg, an Finus halepensis, steril, und Crni dol, zirka 350m ü. d. M., an Quercus lamujinosa, steril (Latzel). Farmdia tiliacea (Hoffm.) Ach. Insel Giuppana: an Ölbäumen bei Luka, fruchtend; Ra- gusa: an Ölbäumen auf Lapad, reichlich fruchtend, und Crni dol, ca. 350 m ü. d.M.. an Quercus lanuginusa, steril (Latzel); auf dem Vermag, an Urgestein, steril (Vierhapper). Farmelia scortea Ach. Cherso: Mt. Sis, 500— 600 m ü. d. M.. an Eichen, steril (Baumgartner); Gorica auf Lapad, steril (Latzel). Farmelia dubia (Wulf.) Schaer. Cherso: Waldungen südöstlich von Predoschizza, ca. 300 m ü. d. M., an Fhillyrea, steril (Baumgartner). Farmelia saxatilis f. furfuracea Schaer. Lapad bei Ragusa, an Finus halepensis, steril (Latzel). ') Infolge eines Schreibfehlers wurde in Vorarbeiten V unter Nr. Ml die Flechte als „Pseudolecania Cesati" angeführt. Österr. botan. ZeiUchrifl. 1. Heft. 1910. 2 18 Farmelia pliysodes (L.) Ach. Halbinsel Lapad, an Juniperus Oxycedrus, steril (Latzel). Parmelia conspersa (Ehrh.) Ach. Auf dem Vermac, an Silikateinschlüssen, fruchtend (Vi er- happer). Farmelia caperata (L.) A^ch. Veglia: Vallone Cavlena in Nordwesten der Insel, 100 bis 150 m ü. d. M., an Gestrüpp, steril (Baumgartner); Met- kovic: an Juniperus Oxycedrus bei Tuzibelj, ca. 40 m ü. d. M., fruchtend, und an Carpinus bei Bagalovic, ca. 40 m ü, d. M., steril; Lacroma, an Pinus halepensis^ fruchtend; Ragusa: Crni dol, ca. 350 m ü. d. M., 2in Quercuslanuginosa, steril (Latzel). Parmelia glahra (Schaer.) Nyl. Insel Giuppana: an Ölbäumen bei Luka, steril; Metkovic; Matijevic, ca. 30 m ü. d. M.. an Amygdalus, fruchtend; Ka- gusa: Crni dol, ca. 350 m ü. d. M., an Quercus lanuginosa, fruchtend, und Westseite der Snjeznica, ca. 500 m ü. d. M., an Pirus amygdaliformis, fruchtend (Latzel). Parmelia fuliginosa f. laetevirens (Fw.) Nyl. Cherso: Waldungen südöstlich von Predoschizza, zirka 300 m ü. d. M., an Juniperus Oxycedrus, steril (Baum- gartner); Halbinsel Lapad, slu Pinus halepensis und Ölbäumen (Latzel). Parmelia acetdbulum (Neck.) Duby. Ragusa: Crni dol bei Bosanka, ca. 300 m ü. d. M., an (Quercus lanuginosa (Latzel). Usneaceae. Evernia prunastri (L.) Ach. Veglia; Vallone Cevlena, 100 — 150 ra ü. d, M., an Ge- strüpp, steril (Baumgartner); Insel Lacroma: an Pinus hale- pensis; Insel S. Andrea, an Baumzweigen (Galvagni); Insel Meleda: an Pinus halepensis am Südufer des Lago grande, steril, in einer Form, welche sich durch die schmalen und nackten Lagerabschnitte der var. gracilis Ach. nähert, von dieser jedoch durch die gelbliche Farbe der Lageroberseite verschieden ist; auf Lapad, um Ragusa und Gravosa nicht selten (Latzel). f. sorediata Ach. Cherso: S. Bartolomeo über Smergo, ca. 300 m ü. d. M., an Dorngestrüpp, steril (Baumgartner); Halbinsel Lapad, an Pinus halepensis, steril (Latzel). 425. Hamalina Lat&elii A. Zahlbr. nov. spec. (Vgl. Abb. 1.) Thallus caespites formans erectos , 3 — 5 cm altos, sat densos, osseo-glaucus, nitidus, subtus plus minus albidus et ni- tidus, rigidulus, madefactus flaccidus, dichotome vel subdigitatim lobatus, lobis compressis, varie (1—8 mm) latis, planis vel sub- 19 Ablj. 1 JlamaUna Latzelii Zahlbr. 2* 20 planis, nunquam canaliculatis, leviter subreticulatim nervosis et inter rugos basin loborum versus foveolaribus, lobis ultirais acutis, cuspidatis, hiuc inde lobulis lateralibus tubulatis ornatis ; lobis in ipso margine vel proxime ad marginem perforatis. fora- minibiis parvis, ad 1 mm latis, rotundatis, oblonsis vel ellipsoi- deis. hiantibus; utrinque corticatus; cortice fuscesconte, continuo, undique aequilato, subcartilagineo, angusto, 18 — 22 (i crasso, KHO demum bene lutescente, ex byphis formato plus minus transversalibus, reticulato-ramosis, ramis brevibus, valde pachy- dermaticis, luminibus angustis; fasciculis medullaribus distanti- bus, cortice 2 — 3plo latioribus, ex hypbis dense conglutinatis, im- primis longitudinalibus, pachydermaticis, ramosis et convexis lormatis; meduUa non vere cava, alba, pulverulenta. KHO — , ex hypbis laxis, 2—3 (i crassis, parce ramosis, extus pulvere in- spersis formata, undique gonidia pleurococcoidea, globosa, laete viridia, 8 — 9'5/i lata, membrana tenui cincta, plus minus glo- merata includente. Apothecia versus apicem loborum insidentia, non pedicellata, utplurimum ramo thalli cuspidato appendicu- lata, rotunda, subpeltata vel peltata, 3— 6 mm lata; receptaculo thallo concolore, primum laevigato, demum parum inaequali et basin versus longitrorsum ruguloso; disco subrosaceo, lere opaco, haud pruinoso; margine thallino corticato et meduUam inclu- dente; hymenio decolore, 50 — 55 fx alto, J coeruleo; hypothecio decolore, ex byphis tenuibus, leptodermaticis, dense intricatis formato, strato medullari (gonidia includenti) superposito; para- physibus simplicibus, strictis. eseptatis, tenuibus, ad apicem vix latioribus, conglutinatis; ascis hymenio aequiiongis, oblongo-cla- vatis, ad apicem rotundatis et ibidem membrana modice in- crassata cinctis, 8sporis; sporis in ascis subuniserialibus vel biserialibus, decoloribus, uniseptatis, oblongis vel ovali-oblongis, ad apices rotundatis, utplurimum leviter curvatis, rarius rectis vel subrectis, membrana et septo tenui, ad septa non con- strictis, 9 — 12 "5 /x longis et 5 — 5*5 ^ latis. Pycnoconidia non Visa. Meleda: an Pinus halepensis auf der Grabova, ca. 200 m ü. d. M. (Latzel nr. 22). Im anatomischen Bau des Lagers zeigt unsere Flechte eine große Übereinstimmung mit liamalina canariensis Stnr.; die Lagerabschnitte sind zusammengepreßt, flach, die Einde ist schmal und wird nur durch zerstreut stehende, schmale, nicht weit vorspringende mechanische Stränge verstärkt. Habituell gleicht Ramalma Latzelii einigermaßen der Rdmalina fraxinea var. calicariformis Nyl., von welcher sie jedoch durch einen total verschiedenen Lagerbau leicht zu unterscheiden ist. Ramalina farinacea (L.) Ach. Insel S. Andrea: auf Zweigen, steril (E. Galvagni); Meleda: an Qiiercus Hex, Pinus halepensis, Phillyrea und Öl- bäumen, nicht selten, stets steril; Insel Giuppana: an Olea bei 21 Luka; Metkovic: Bagalovic, ca. 40 m ü. d. M., an Carpinus (Latzel). liamuiina popuUna (Hofl'm.) Wainio. Cherso: Wald südöstlich , von Predoschizza. 200— 300 m ü. d. M., an Flnllyrea, fruchtend, und aul dem Mt. Sis, 500 bis 600 m fl. d. M., an Querctis lanuginosa (Baumgartner); Me- leda: an l'itnis hnhpensis und an Ölbäumen, fruchtend; La- croma: an Olea, mit Früchten (Latzel). lUinialina dahnat'ica 8tnr. et A. Zahlbr. Veglia: Vallone Cavlena im Nordwesten der Insel, 100 bis 150 m ü. d. M., an Gestrüpp, fruchtend; Cherso: S. Bartolomeo über Smergo, ca. 300mü. d.M., an Gestrüpp (Baumgartner); Meleda: an Pinus halepeusis am Südufer des Lago grande iL atzel). 426. Vsnea ßoridaYixT.rMbigineaMichx., Flor. Bor. Americ, vol. II (1803), p. 332; Ach., Lichgr. Univ. (1810), p. 621. — Lsnea hnrhata var. hirta f. ruhiginea Tuckm., Synops. N. Americ. Lieh. Vol. I (1882). p. 41. — Usnea ruhiginea Herre in Proceed. Washington Acad. Scienc, vol. VII (1906), p. 343; Harm., Lieh, de France, vol. III (1907), p. 381. Meleda: an Juniperus-^i^ck^u im Planjak zwischen Vo- dice und Nereznido, ca. 290 m ü. d. M., steril (Latzel nr. 1). 427. Lsnea dosypoga (Fr.) Nyl. ; Hue, Lieh, extraeurop. in Nouv. Archiv. Museum, ser. 4a, vol. I (1899», p. 46 (ubi de- script. et synonym.). Meleda: an Quercns Hex und Juniperus Oxycedrus im Planjak zwischen Vodice und Nereznido, ca. 280 m ü. d. M., steril (Latzel). Caloplacaceae, Bhistenia (sect. Protoblnstenia) rupestris (Scop.) A. Zahlbr. in Engler u. Prantl. Nat. Pflanzenfam., Teil I, Abt. 1* (1907), p. 227. Halbinsel Lapad bei Gravosa, an Kalkfelsen (Latzel). var. caJva (Dicks.) A. Zahlbr. Lapad: beim Pulvermagazin, ca. 100m ü. d. M., Süd- abhange der Snjeznica bei Ragusa vecchia, ca. 1100 m ü. d. M.; an Kalk (Latzel). Montenegro: Gipfelregion des Stirovnik, ca. 1600 m ü. d. M. (Vierhapperj. var. mcrustans (DC.) A. Zahlbr. Metkovic-: Duljan, ca. 50 m ü. d. M.; Mirinovo in der Ombla, ca. 80 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel). Blasienia ochracea (Schaer. ) A. Zahlbr. Insel Cherso: an Wegmauern bei der Stadt Cherso, bis 100 m 0. d. M. (Baumgartner); Metkoviö: Bagalovi(^*, ca. 40m ü. d. M.; Halbinsel Lapad, häufig; Südabhang der Snjeznica bei Ragusa vecchia, ca. 1100 m ü. d. M.; überall an Kalk (Latzel). 22 f. ladea (Mass.) A. Zahlbr. Metkovic: Merusica gradina, ca. 100 m ü. d. M., und Me- tijovic, ca. 40 m ü. d. M.; Halbinsel Lapad, ca. 40 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel). Caloplaca (sect. Pyrenodesmia) Agardhiana (Mass.) Flag. Halbinsel Lapad bei Gravosa; Mt. Sergio, ca. 370 m ü. d. M.; Westseite der Snjeznica bei Ragusa vecchia, zirka 500 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel); Kalkfelsen auf dem Vermac, ca. 500 m ü. d. M. (Vierhapper). Montenegro: Gipfelregiou des Stirovnik, 1600 — 1800 m ü. d. M., auf Kalk (Vierhapper). var. alhomarginata Stnr. in Sitzungsber. k. Akad. d. Wissensch. Wien, math.-naturw. KL, Band CVIl, Abt. 1 (1898), p. 12H. Ragusa: Molini di Breno, auf Kalk (Latzel nr. 496 A). (Schluß folgt.) Literatur - Übersicht^). Oktober und November 1909-'). Abel 0. Konvergenz und Deszendenz. (Vortrag.) [Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. Wien, LIX. Bd., 1909, 7. u. 8. Heft, S. (221)— (230).] 8°. Was verstehen wir unter monophyletischer und polyphyle- tischer Abstammung? (Erster Diskussionsabend über einzelne phylogenetische Probleme, veranstaltet v. d. Sektion für Paläo- zoologie d. zool.-botan. Gesellsch. Wien.) [Verhandl. d. zool.- botan. Gesellsch., LIX. Bd., 1909, 7. u. 8. Heft, S. (243) bis (256).] 8". Ad am vi c L. Die Vegetationsverhältnisse der Balkan länder (Mösische Länder). (A. Engler und 0. Drude, Die Vegetation der Erde, XI.) Leipzig (W. Engelmann), 1909. 8". 56 7 S., 49 Vollbilder, 11 Textfig., 6 Karten. Ein sehr wichtiger Band des Unternehmens, der im Vereine mit den früher erschienenen Bänden von Pax (Karpaten) und Beck (Illyrische Länder) eine Aufklärung über die pflanzengeogrAphisch so bemerkenswerten Verhältnisse des Südostens von Europa gibt. Der Verf., der lange Zeit in Belgrad lebte, der auf zahlreichen Keisen die Balkanhalbinsel kennen lernte, war jedenfalls der berufenste Bearbeiter. Es ist natürlich im Rahmen einer kurzen Anzeige nicht möglich, den reichen Inhalt auch nur anzudeuten ; es sei nur hervorgehoben, daü das Buch zahlreiche neue Tatsachen mitteilt, daß es mit einer größeren Anzahl schöner Originalabbildangen uad Karten geziert ist und sich auf folgende politischen Gebiete bezieht: Serbiea, Alt- 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herreu Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 2) Mit einigen Nachträgen aus früheren Monaten. 23 Serbien, Bulgarien, Ostrumelien, Nordthrakien und Nordmazedonien. Pflanzen- geographisch zählt der Verf. diese Gebiete zum Teile zu dem „mediterranen", zum Teile zu dem „mitteleuropäischen Vegetationsgebiete". Der mediterrane Anteil gehört nach ihm der „ägäisch-euxinischen Zone" an und zerfällt in zwei Unterzonen, in die „südrumelische Zone" und in die „nordrumelische Zone". Der dem mitteleuropäischen Vegetationsgebiete angehörende Teil re- präsentiert vier Zonen, die „dazische", die „mösische", die „illyrische" und die „paunonische" Zone. Einen Wunsch macht die Durchsicht dieses von reichem Wissen und unermüdlichem Fleiße zeugende Arbeit rege: es möge dem Verf. gegönnt sein, bald einen seinen speziellen Kenntnissen entspre- chenden Wirkungskreis zu erlangen. Bern dl R. Laiibvertarbung und Laubfall im Herbste. (Unter- haltungsbeilage der Linzer Tages-Post. 3. u. 10. Oktober 1909.) 2 Abb. 4 S. (Sep. 8", 20 S.) Czapek Fr. Zum Gedächtnisse von Charles Darwin. (Lotos, Bd. 57, 1909. Nr. 9, S. 265—280.) 8^ Derganc L. Geographische Verbreitung der Viola ZoysüWuUeu. (Allg. botan. Zeitschr., XV. Jahrg., 1909, Nr. 10, S. 152—155, Nr. 11, S. 167-171.) S'. Eisler M. v. und Portheim L. v. Über die Beeinflussung der Giftwirkung des Chinins auf Elodea canadensis durch Salze. (Biochemische Zeitschrift, 21. Bd., 1909, 1. u. 2. Heft, S. 59 bis 75.) 8^ Fritsch K. Organographie und Systematik der Pflanzen. Siehe Wi esner. Fröschel P. Untersuchung über die heliotropische Präsentations- zeit (IL Mitteilung). (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVIII, Abt. I, Oktober 1909, S. 1247—1294.) 8°. 6 Textfig. Vgl. Jahrg. 1909, Nr. 11. S. 454. Fruwirth C. Die Entwicklung der Auslesevorgänge bei den landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. (Progressus rei botanicae, IIL Bd.. 2. Heft, S. 259—330.) 8^ — — Spaltungen bei Folgen von Bastardierung und von spontaner Variabilität. (Archiv f. Rassen- u. Gesellschaftsbiologie, 6. Jahrg., 1909, 4. Heft, S. 433-469.) 8". Gräfe V. Untersuchungen über die Aufnahme von stickstoff- haltigen organischen Substanzen durch die Wurzel von Phanero- gamen bei Ausschluß der Kohlensäure. (Sitzungsber. d. kaiserh Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. CXVIII, Abt. I, Juli 1909, S. 1135—1153.) 8^ Vgl. Jahrg. 1909, Nr. 11, S. 453. Blatttarbstoff und Blutfarbstoff. (Wissen für Alle, Natur- historische Beilage, Nr. 1 [Oktober 1909] und Nr. 2 [November 1909J.) 4°. 4 S. Haberlandt G. Physiologische Pflanzenanatomie. Vierte, neu- bearbeitete und vermehrte Auflage. Leipzig (W. Engelmann), 1909. 8°. 650 S., 291 Textabb. — Mk. 19. Daß ein Buch, wie das vorliegende, welches nicht für weitere Kreise, sondern für den engeren Kreis der Fachmänner bestimmt ist, vier Auflagen in relativ kurzer Zeit erlebt, beweist am besten seinen Eigenwert. Bekannt- 24 lieh hat das vorliegende Buch geradezu eine neue Auffassung der botanischen Histologie begründet und die Neuauflagen sind nichts anderes als Belege für das fortwährende Erstarken und den Ausbau dieser Richtung. Von neuen Abschnitten der vierten Auflage seien erwähnt: „Einrichtungen für besondere mechanische Leistungen", ..Speichprgewebe für Atmungsstoffe", „Speicher- gewebe für ökologische Zwecke". Daß der Abschnitt über Sinnesorgane, ent- sprechend der jüngsten Arbeitsrichtung des Verf., eine starke Umarbeitung und Erweiterung erfahren hat, ist naheliegend. Handel-Mazzetti H. Frh. v. Ergebnisse einer botanischen Eeise in das Pontische Randgebirge im Sandschak Trapezunt, unternommen im Jahre 1907 im Auftrage des Naturwissenschaft- lichen Orientvereines in Wien. (Annalen d. k. k. Naturhist. Hofmus. Wien, XXIII. Bd., 1909, S. 6—212, Taf. II— IX.) gr. 8°. Inhaltsübersicht: I. Die Vegetationsverhältnisse des Sandschaks Tra- pezunt: Allgemeine Verhältnisse, Das mediterrane Florengebiet, Das kolchi- sche Florengebiet. II. Die Bedeutung von Kolchis in der Florengeschichte Mitteleuropas. III. Systematische Bearbeitung des gesammelten Materiales: Algae (bearbeitet von S. Stockmnyer), i<^t*npt (bearbeitet von Fr. B ub4k), Lichenes (bearbeitet von J. Steiner), Musci (bearbeitet von H. Frh. v. Handel-Mazzetti), Hepaticae (bearbeitet von V. Schiffner), Pterido- phyta, Gymnospermae, Angiospermae. — Aufzählung der neu beschriebenen Pflanzen: Navicula El Kab f. rostrata Stockm. ; Exobasidium Vaccitiii f. Bhododetidri flavi Bubak ad int., Chaetasterina (nov. gen ) aiiomala (Cooke et Harkness) Bubäk, Asterina pontica Bubäk, Mycosphaerella are- nariicola Bubäk, Mycosphaerella grandispora Bubäk, PhyUosticta trape- zuntica Bubäk, Ascochyia Dipsaci Bubäk, Septoria Eiibi var. asiatica Bubäk, Septoria trapezuntica Bubäk, Hendersonia Dianthi Bubäk, Dis- cosia Blumencronii Bubäk, Hormiscium Handelii Bubäk, Cladosporium cornigenum Bubäk, Cercospora Handelii Bubäk, Corniothecium lihodo- dendri Bubäk ; Verrucaria rupestris var. hypophaea Zahlbr. et Stnr., Ver- rucaria trapezuntica Stnr., Lecidea contraponenda var. sorocarpa Stnr., Ehizocarpon variegatum Stnr , Cladonia trapezuntica Stnr., Physma intrica- tissitnumÜtriT., Pertusaria isidioides f. soralifera Stnr , Lecanora calcarea var. 2JCrcrenata Stnr., L. subdepressa var. gibberosa Stnr., L. coilocarpa var. albonigra Stnr., L. Gisleriana f. pulvinata Stnr. et f. papillaris Stnr., L. Handelii Stnr. et var. disjecta Stnr.; Nardia Handelii Schiffn et var. flaccida Schiffn., Kardia subtilissivia Schiffn., Nardia lignicola Schiffn.; Herniaria Zervudachii H.-M., Geranium jubatum H.-M., Epilobium pri- onophylloides H.-M. (= E. inonta)ium X ]>rionophyilum), Cumpanula la- mioides Witasek, Chrysanthemum trapezuntinum H -M., Hieracium cymo- soides Zahn, Hieracium silvaticum subsp. gentiliforme Zahn, Orchis pon- tica Fleischm. et H -M. Hausmann W. und Portheim L. v. Die photodynamische Wirkung der Auszüge etiolierter Pflanzenteile. (Biochemische Zeitschr., 21. Bd., 1909, 1. u. 2. Heft. S. 51—59.) S«». Hayek A. v. Flora von Steiermark. I. Bd., 11. Heft (S. 801 bis 880). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1909. 8". — Mk. 3. Die bisher in einem Zeitraum von eineinhalb Jahren erschienenen elf Lieferungen behandeln die Pteridophjten, Gymnospermen, Monochlamydeen \md den größten Teil der Dialypetaleen, nämUch (in der Eeihenfolge des von Wettstein in seinem „Handbuch" verwendeten Systems) bis zu den Rosa- ceen (Gattung Alchemilla). Die breite Anlage des Werkes wird vielen Be- nutzern willkommen sein, da sie das Buch, über den Rahmen einer Landes- flora weit hinausgehend, zur Orientierung über den neuesten Stand der Sy- stematik vieler mitteleuropäischer Gattungen und Arten geeignet macht. Am Beginne der höheren Gruppen, sowie der Familien und Gattungen finden sich 25 Bestimmungsschlussel und Anjjaben der wichtigsten einschlägigen systema- tischen Arbeiten. Die Arten sind in systematischer Reihenfolge angeordnet und es finden sich bei jeder eine ausführliche Beschreibung in deutscher Sprache, Aufziihlung etwaiger im Gebiet vorkommender Unterarten, Varie- täten etc. und Angabe der Verbreitung sowohl auf Grund eigener Beobach- tung, als auch auf Grund einer kritischen Benützung der Literatur. Be- sondere Sorgfalt ist auch auf die Nomenklatur verwendet, die durch zahl- reiche und nur in sehr seltenen Fällen nicht ganz verläßliche Zitate er- läutert wird. Die Behandlung der kleineren Formenkreise läßt allenthalben das selbständige kritische Urteil des Verf. erkennen; daß hiebei manches einen provisorischen Charakter trägt, kann angesichts der Gröüe des Stoffes und der relativ kurzen Zeit, in welcher der Verf. denselben verarbeitet hat, nicht wundernehmen. Einen Fortschritt bedeutet auch der hier vom Verf. zum erstenmal veröffentlichte Versuch einer neuen Systematik der Cruciferen, der allerdings von der definitiven Ausgestaltung, die der Verf. seinem Cruci- ferensysteme später gegeben hat, noch in manchen Punkten abweicht. Ab- bildungen (bisher 35 an der Zahl) finden sich nur an jenen Stellen, wo zum Verständnisse der in den Diagnosen verwendeten Merkmale ein wirkliches Bedürfnis nach solchen besteht; die Ausführung derselben ist einfach, aber hinlänglich charakteristisch. — Abgesehen von .sehr zahlreichen neuen Namenskombinationen, die zum großen Teile mit Änderungen der systema- tischen Stellung oder der Bewertung vieler Formen zusammenhängen, finden sich in dem Werke bisher von nachstehenden neuen oder unbeschriebenen Pflanzen lateinische Originaldiagnosen: Axpleniiun liuta muraria L. a. pseudoleiiidum Hayek, üquisetum maximum Lam. ^. JlageUiforme Hayek, Salix Kra.ianii Hayek (= S. angustifolia X uurita), Cerastium unißorum Murith b. Hegelmaieri Correns, Cerastium arvense b. adenoplioruin Hayek, Scleranthus alpestris Hayek, Dianthus Hoppei Portschlg., Diantlius Hell- u-igii Borb. {Ärmeria X deltoides) b. Preissmanni Hayek, Draba ficta Camus (=D. aizoidesy. Sauteri), Draba Sturii Strobl {= 1). fladnitzensis X tomentosa), Capsella Bursa pastoris (L ) Mnch. d. annua Hayek, Viola al2)estrift (DC.) Jord. subsp. B. Faulini Hayek, Geraniuvi phaeum L. subsp. A. anstriacuvi Wiesb., Semper vivum stiriacurn Wettst, Sempervivum Pern- hofferi Hayek (= S. stiriacum X Wulfemi), Sempervivum noricum Hayek {= S. aracinioideum X stiriacum), liubus substylosus Sabransky (= M. hifrons X thyrsi(lorus var. stylosus), Bubus Pseudo-Gremlii Hayek (= B. Gremlii X tomentosus), Bubus persericans Sabransky, Bubus suavifolius Gremli ß. subvelutinus Hayek, Bubics Kraianii Sabransky, Bubus macro- stachys P. J. Müll. ß. chlorifolius Sabransky et Sudre, Bubus scaber W. N. ß. porphyroggnes Sabransky, Bid)us dulicltacauthus Sabransky, Bubus Ca- fliscliii Focke ß. iracundus Sabransky, Bubus bellissimus Sabransky (= Bubus bifrons X inaequalis), Bubus persetosus Sabransky, Babus Freynii Hayek, Bubus apricus Wimm. ß. Carnegianus Sabransky, Bubus phyiluthyrstis Hayek ß. perneggensis Hayek, Bubus scotophilus Hai. {B. Gremlii X hirtus) b. Troyeri Hayek (= B. Gremlii subsp. stiriacus X hirtus), Bubus scabrohirtus Sabransky (= B. hirtus X scaber), Bubus latifrons (Progel) Hayek ß. subcalvescens Hayek, y. aciculari^ Hayek und d. latissimus Sabransky, Buhus Guentheri W. N. y. squarrosus Hayek, Bubus Bayeri Focke ^. rumorum (Sabransky) Hayek und »?. strictellus Sa- bransky, Bubus psexidapricus Hayek, Bubus praealpinus Hayek, Bubus subcaucasicus Sabransky, Bubus canifolius Hayek (= JB. candicans X cldurostachys), Bubus chlorostacliys P. J. Müll. ß. cannabifvlius Sabransky, Bubus semisuberectus Sabransky (= B. caesius X nessensis), Bubus in- furmis Sabransky {B. cuesius X Gremlii) b. scmistiriacus (= B. caesius X B- Gremlii subsp. stiriacus), Bubus pruinusicaulis Hayek (= B. caesius X Guentheri X tometitosus'^), Btibus Josejjhi Hayek. E. Janchen. Heinricher E. De la germination des graines des plantes para- sites en particulier de Celles des Rhinauthacees. (Revue g^uc- rale de Botanique, tom. XXI., 1909, Dr. 249, pag. 329—334.) 8°. 26 Herzfeld St. Zur Morphologie der Fruchtschiippe von Larix decidua Mill. (SitzuDgsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVIII, Abt. I, Oktober 1909, S. 1345—1375.) 8°. 24 Textfig., 1 Tafel. Vgl. Jahrg. 1909, Nr. 11, S. 453. Höhnel Fr. v. Fragmente zur Mykologie (VI. Mitteilung, Nr. 182—288), gleichzeitig Zweite Mitteilung über die Ergebnisse der mit Unterstützung der kaiserl. Akademie 1907 — 1908 von ihm ausgeführten Forschungsreise nach Java. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVIII, Abt. I, April 1909, S. 275—452.) 8^ 35 Textfig., 1 Tafel. Enthält neben Standortsangaben und zahlreichen kritischen Bemer- kungen die Beschreibungen von 10 neuen Gattungen und 58 neuen Arten. Janchen E. Die Edraianthus- Arten der Balkanländer. (Mitteil. d. Naturw. Ver. a. d. Univ. Wien, VIII. Jahrg., 1910, Nr. 1, S. 1—40, Taf. I— IV.) 8*^. 1 Textabb. Verf. unterscheidet in der Gattung Edraianthns acht voneinander scharf getrennte Arten, die er in drei Sektionen verteilt: Sect. Capitati Wettstein: E. dalmaticus DC, E. Serbiens (Kern.) Petr., E. tenuifolius (W. K.) DC, E. gr amini folius (L.) DC. ; Sect. Strigosi Janchen: E. Wett- steinii Hai. et Bald., E. dinaricus (Kern.) Wettst., E. Pumilio (Portschlg.) DC. ; Sect. Spatulati Janchen: E. serpyllifoUus {Y\s.) DC. Der Edraianthiis gr amini folius, zu welchem Verf. E. caricinus Seh. N. K., E. croaticus Kern., JE. Kitaibelii DC, E. montenegrinus Horuk, E. niveus Beck und E. siciilus Strobl mit einbezieht, wird gegliedert in subsp. coeruleus Janchen mit den Formen ulpinus (Wettst.) Janchen, subalpinus (Wettst.) Janchen, Baldaccii Janchen (nov. f.), Ginzbergeri Lindbg. und uustralis Wettst. und in subsp. niveus (Beck) Janchen. Aus der Gattung Edraianthus aus- geschieden werden E. Otverinianus Eupr. als Muehlbergella Oweriniana (ßupr.) Feer und E. parnassicus (Boiss. et Spr ) Hai. als Halacsyella (nov. gen.) parnassica (Boiss. et Spr.) Janchen. — Eine in Anbetracht der zahl- reichen Funde der letzten Jahre sehr erwünschte und gründlich durch- geführte Neubearbeitung. Keißler K. v. Über das Vorkommen eigentümlicher „Schleim- kugeln" in unseren Alpenseen. (Mitt. d. Sekt. f. Naturk. d Österr. Tour.-Klubs, XXI. Jahrg., 1909, Nr. 10, S. G5— 66.) 4" Knoll F. Studien zur Artabgrenzung in der Gattung Astilbe. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem. naturw. Kl, Bd. CXVIII, Abt. I, Jänner 1909, S. 45—88, Taf. I-IV.) 8". 11 Textfig. Vgl. 1909, Nr. 4, S. 164. — Übersicht der Arten: A. Thunbergii (Sieb, et Zucc.) Miq., A. japonica (Morr. et Decn.) A. Gray, X ^- inter- media EJioll nov. hybr. (= A. japonica X Thunbergii), A. microphylla Knoll, A. rubra Hook. f. et Thoms., A. leucantha Knoll, A. chinensis Maxim , A. philippinensis Henry; A. macrocarpa Knoll nov. spec, A. bi- ternata (Vent.) Britt. ; A. platypjhylla Boissieu, A. myriantha Diels, A. ri- vularis Harn., A. indica Blume. Köck G. Die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge unserer gebräuchlichsten Ziersträucher und Zierpflanzen und ihre Be- kämpfung. (Fortsetzung und Schluß.) (Zeitschrift für Gärtner und Gartenfreunde, 5. Jahrg., 1909, Nr. 11, S. 209—212, Nr. 12, S. 229—234.) 4°. 27 Köhler K. Zur Anatomie und Biologie der Palmenblätter. (Jahresb. d. Staatsoberrealschulo in Troppau f. 1908/09.) 8". 15 S. Kronfeld E. M., Dr. Friedricli Welwitsch und die Wel- nitsrhia mirahilis. (Zeitschr. f. Gärtner- u. Gartenfreunde, 5. Jahrg., 1909, Nr. lL\ S. 221—227.) 4". 4 Abb. Kubart 13. Heobachtungen über CJuDitraiisia c/udybaea. (Mitteil, d. Naturw. Vereines f. ^Steiermark, Jahrg. 1909, Bd. 46, S. 26 bis ;37.) 8^ 12 Textfig. Liebus A. Botanisch-phänologische Beobachtungen in Böhmen für das Jahr 1907. herausgegeben von der Gesellschaft für Phvsiokratie in Böhmen, bearbeitet von deren botanisch-phäno- logischer Sektion. Prag, 1909. 8». 22 S. Löwi E. Über den absteigenden Saftstrom und andere Formen der Wasserverschiebung in der Pflanze. (Verhandl. d. zool.- hotan. Gesellsch. Wien, LIX. Bd.. 1909, 7. u. 8. Heft, S. 397 bis 416.) 8°. Mitlacher W. Über eine Verfälschung von Radix Gentianae mit dem Wurzelstocke von linmex alpinus L. (Radix Rhei monachorum). (Zeitschr. d. allg. österr. Apotheker-Vereines, 47. Jahrg., 1909, Nr. 42. S. 457—458.) 4". — — Cber die Kultur von Arzneipflanzen in Österreich und Ungarn. (Vortrag.) (Zeitschr. d. allg. österr. Apotheker-Vereines, 47. Jahrg., 1909, Nr. 45, S. 497—498, 4^ Pharm. Post, 1909, 8^ 15 S., 1 Tabelle.) Über den die Drogen umfassenden Teil des Codex medica- mentarius gallicus. Pharmacopoee fran9aise 1909. (Pharmazeu- tische Post, 1909.) 4^ 8 S. Murr J. Rassenbildung durch Rückkreuzung. (Ungarische bota- nische Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 5-9, S. 211—215.) 8^ Nestler A. Ein Schutzmittel der Preiselbeere. (Die Umschau, XIII. Jahrg., 1909, Nr. 49. S. 1016—1018.) 4°. Nevole J. Studien über die Verbreitung von sechs südeuropäi- schen Pflanzenarten. (Mitteil. d. Naturw. Vereines f. Steiermark, Jahrg. 1909, Bd. 46.) 8°. 25 S., 6 Karten. Behandelt die geographische Verbreitung von Narcissus poeticus, Castanea satira, Dracocephalum austriacum, Erifthronium Dens canis, Ruscus H)jpoglossum \ind Cydamen europaeum. Pabisch H. Über Pfeilgiftpflanzen. (Ein Beitrag zur Kenntnis der Rohstoffe der Pfeilgiftbereitung.) (Vortrag.) (Zeitschr. d. allg. österr. Apotheker -Vereines, 47. Jahrg., 1909, Nr. 46, S. 509-511.) 4". Prowazek S. Bemerkungen zu einer Theorie der Cytomorphe. (Zoolog. Anzeiger, Bd. XXXIV, 1909, Nr. 24/25, S. 712—717.) 8°. 5 Teitabb. Raciborski M. Azalca pontica im Sandomierer Wald und ihre Parasiten. (Bull, de Tacad. des sciences do Cracovie. cl. sc. math. et natur., Juillet 1909, pag. 385—391.) 8°. 2 Textabb. 28 Rechinger K. u. L. Beiträge zur Flora von Steiermark. (Mitteil. d. Naturw. Vereines f. Steiermark, Jahrg. 1909, Bd. 46, S. 38—44.) 8'. Neu für Steiermark: Gymnadenia odoratissima X conopea, Quercus Eobur X lanuginosa, Sempervivum araclmoideum X viontanum, Genista tinctoria X germanica {G. Fritschii Rechinger, nov. hybr.), Epilohium montanum X alsinefoUum, Verbascum Thapsits X ausiriacum, Carduus Personata X nutans. Schifl'ner V. Über die Grenzen der Deszendenzlehre und Sy- stematik. (Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch., LIX. Jahrg., 1909, S. 345—364.) 8°. — — Lehrbuch für Aspiranten der Pharmazie. III. Bd. Botanik. Wien und Leipzig (C. Fromme), 1909. 8". 338 S., 400 Textabb. — K 9-60. Das Buch ist für Aspiranten der Pharmazie geschrieben, soll also jenen botanischen StoflF enthalten, welchen der Pharmazeut bei Beginn des Universitätsstudiums beherrschen soll; das muß beachtet werden bei Be- urteilung desselben. Die Folge davou ist natürlich, daß die Abschnitte über Morphologie und Physiologie nur kurz sind und das Wesentlichste mit Vermeidung wissenschaftlichen Eindringens bringen. Der ausführlichste Teil ist der systematische. Er kann als sehr gut gelungen bezeichnet werden; die Arzneipflanzen werden auf Grund genauer Kenntnis präzise dia- gnostiziert und gut. durch Abbildungen erläutert. Berücksichtigt sind die Pharmakopoen von Öst^'rreich, Deutschland und der Schweiz. Disponierung und Ausführung des Ganzen ist klar und übersichtlich. Auch während der Universitätsjahre wird der Pharmazeut das Buch mit Erfolg benützen können. Schindler H. Die Sortenfrage und die Anbaugebiete für die wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen in Deutschland. Berlin (P. Parey), 1909. 8". 75 S. — Mk. 3. Schrödinger R. Der Blütenbau der zygomorphen Ranunculaceen und seine Bedeutung für die Staramesgeschiciite der Helleboreen. (Abhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. Wien, Bd. IV, Heft 5.) Jena (G. Fischer), 1909, gr. 8«. 63 S., 24 Textabb. Die Abhandlung geht von der Darstellung des Baues der Honigblätter der Gattungen Aconitum, Delphinium und Consolida, besonders der beiden letzteren aus, bespricht dann den taktischen Aufbau der ganzen Blüten und die Beziehungen der ganzen Tribus der Delphinieen zu Ntgella. Ein zweiter Hauptabschnitt legt die verschiedenen Auffassungen der Ranunculaceenblüte in morpholoeischer und systematischer Hinsicht dar, ein dritter weist die Entwicklungswege hei den Helleboreen nach. Aus diesem letzterwähnten Ab- schnitte ergibt sich, daß sich entwicklungsgeschichtlich zwei Gruppen von Gattungen unterscheiden lassen, die der Isopijroideae mit den Cimicifuginae (Änemopsis, Civiicifuga, Actaea, Coptis, Xanthorrhiza), Isopyrinae (Lepto- pyrum, Isupyrum, Aii^dlegia), Uelleborinae {Helleborus, Eranthis) und die der Trollioideae mit den Trolliinae {Trollius, Caltha, Callianthemum), Ni- gellinae (Ntgella, Garidella), Delphiniinae {Aconitum, Delphinium, Conso- lida). Eine auf eingehender Beobachtung eines reichen Materiales beruhende Arbeit, die als Musterbeispiel induktiver Gewinnung phylogenetischer Schlüsse bezeichnet werden kann. Velenovsky J. Vergleichende Morphologie der Pflanzen. III. Teil. (Schluß, S. 733-1216, Fig. 456—643, Taf. VI — IX). Prag (Fr. Rivndc), 1910. 8°. — K 24. 29 Vouk V. ADatoinie und Entwicklungsgeschichte der Lentizellon an Wurzeln von 'lilia sp. (Sitzungsber. d. kiiiserl. Akad. d. Wisseusch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVIII, Abt. I, Juli liH)9, S. 1073—1090.) 8". 3 Textfig., 2 Tafeln. Vergl. Jahrg. 1909, Nr. 11, S. 452. Wagner A. Neo-Vitalisraus. (Zeitschr. f. Philosophie u. philo- sophische Kritik, II. Ergäuzungsheft 1909, S. 111 — 138.) 8°. Weber F. Untersuchungen über die Wandlungen des Stärke- und Fettgehaltes der Pflanzen, insbesondere der Bäume. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, niathem.- naturw. Klasse, Bd. CXVIII. Abt. I, Juli 1909, S. 967—1031.) S'^. Vergl. Jabrg 1909, Nr. 11, S. 451. Wibiral Elsa. Über die Mykorhiza. (Mitteil. d. k. k. Gartenbau- Gesellschaft in Steiermark, 35. Jahrg., 1909, Nr. 12, S. 175 bis 178.) 8°. Wibiral Erich. Landschaftsbilder aus Bosnien und der Herze- gowina. (Mitteil. d. k. k. Gartenbau- Gesellschaft in Steiermark, 35. Jahrg., 1909, Nr. 12, S. 171—174.) 8°. Wiesner J. v. Der Lichtgenuß der Pflanzen. (Verhandl. d. Gesellsch. deutsch. Naturforscher u. Ärzte, 1909.) 8". 23 S. — — Über die Veränderung des direkten Sonnenlichtes beim Eintritt in die Laubkrone der Bäume und in die Laubmassen anderer Gewächse. Photometrische Untersuchungen auf pflanzen- physiologischem Gebiete (VI. Abhandlung). (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVIII, Abt. L Juni 1909, S. 759—811.) 8°. 11 Textfig. Vergl. Jabrg. 1909, Nr. 7, S. 285. — — Elemente der wissenschaftlichen Botanik. II. Organographie und Systematik der Pflanzen. 3. Auflage. Bearbeitet von K. Fritsch. Wien und Leipzig (A. Holder), 1909. 8^ 448 S., 365 Textabb. — K 12. Das bekannte Lehrbuch liegt in vollständig umgearbeiteter Form vor. Es ist keine dankbare Aufgabe, die gesamte Organographie und Systematik in so engem Rahmen zu behandeln, besonders, wenn im systematischen Teile Vollständigkeit in bezug auf die Familien angestrebt wird. Die Folge davon ist, daß dem einen Beurteiler dieses, dem andern jenes zu kurz behaudelt erscheinen wird; so hätte der Ref. stärkere Rücksichtnahme auf das phylo- genetische Moment, ausführlichere Behandlung der Fortpflauzuiigsorgane, reichere Literaturnachwt-ise und Illustration gewüuscht. Daß der Inhalt sach- lich einwandfrei ist, dafür bürgt der Name des Bearbeiters; auch finden sich an vielen IStellen des Buches beachtenswerte subjektive Anschauungen. Im Ganzen ein sehr übersichtlich gegliedertes, klar geschriebenes und dem heutigen wissenschaftlichen Standpunkte gerecht werdendes kurzes Haudbuch der Urganographie und Systematik. Zahlbruckner A. Neue Flechten. V. (Annales Mycologici, vol. VII, 1909, Nr. 5, S. 472—478.) 8°. Originaldiagnosen von: Artltopyrenia jernnuntala, LupaJiopsis fluri- dana, Bacidia (sect. Weitotwebera) {iumensts, Ilcppia dcserticuhi v;ir. minor, Sticta (sect. Stictina) Elmtri, Usnea subchulybaca, Caluphica (l'y- retiudesmta) Spaldiugi, Buellia (J^ubtullia) Blumeri, Buellia {Euhuellia) tucsoneiisis. 30 Zahlbruckner A. Schedae ad ,Kryptogamas exsiccatas", editae a Museo Palatino Vindobonensi. Centuria XVII. (Ann. d. Natur- hist. Hofmus. Wien, XXIII. Bd., 1909, S. 213—236.) gr. 8». Neue Arten und Varietäten: Polyhlastiopsis meridionalis Zahlbr. (Fiume), Biatorella (sect. Sarcogyne) latericola Stnr. (Kärnten), Caloplaca citrina var. maritima B. de Lesd. (Frankreich), Physcia pulverulenta var. superflua Zahlbr. (Obersteiermark). Zederbauer E. Untersuchungen über die Aufastung der Wald- bäume. (Zentralbl. f. d. ges. Forstwesen, 1909, 10. Heft.) 8°. 17 S., 1 Tafel. Arnim - Schlagentbin Graf. Der Kampf ums Dasein und züchterische Erfahrung. Berlin (P. Parey), 1909. 8°. 108 S. — Mk. 4. Kritik der Bedeutung des Kampfes ums Dasein, ausgehend von Ne- gierung dieser Bedeutung für die sozialen Einrichtungen des Menschen. Die Kritik schießt weitaus über das Ziel, berücksichtigt in keiner Weise aus- reichend das wissenschaftlich festgestellte Tatsachenmaterial und gelangt da- durch zu einer Nichtanerkennung des Kampfes ums Dasein, wie der Des- zendenzlehre überhaupt. Arnoldi W. Beiträge zur Morphologie der Keimung ?on Salvi- nia natans. (Flora, 100. Bd., 1. Heft, S. 121—139.) 8^ 47 Textabb. Ascherson P. und Graebner P. Synopsis der mitteleuropäi- schen Flora, 64./65. Lieferung: VI. Bd.. 2. Abt., Bog. 54—58, und IV. Bd., Bog. 11—15. (Leipzig (W. Engelmann), 1909. 8". Inhalt von VI. 2., Bog. 54—58: Leguminosae : Hedysareae (Schluß: Coronilla, Hippocrepis, Hedysarum, Onobrychis, Ebenus, Alhagi, Des- modium, Lespedeza, Arachis, Cicer), Vicieae (Anfang von Viciä). — Inhalt von IV., Bog. 11 — 15: Salicaceae {Salix von 0. v. Seemen). Atkinson G. F. Some Problems in the Evolution of the Lower Fungi. (Annales Mycologici, vol. VII. 1909, Nr. 5, S. 441—472.) 8°. 20 fig. Beguinot A. Revisione monografica del genere Romulea Ma- ratti. (Contin.) (Malpighia, anno XXIII, 1909, fasc. III— IV, pag. 89—117.) 8°. Benson M. and Welsford E. J. The morphology of the ovule and female flower of Juglans regia and of a few allied genera. (Annais of Botany, vol. XXIII, 1909, nr. XCII, pag. 623—633.) 8". 8 fig. BolusH. andKensitS. Contributions to the African Flora. (Trans- actions of the Roy. Soc. of South Africa, vol. L, part 1, July 1909, pag. 147—163, tab. XXf.) 8^ Enthält die Diagnosen von 27 neuen südafrikanischen Pflanzen, darunter von 10 Arten Mesemhryanthemian und 8 Arten Erica. Böttner J. Wie züchte ich Neuheiten und edle Rassen von Gartenpflanzen? Frankfurt a. 0. (Trowitzsch u. Sohn), 1909. 8". 556 S., 342 Textabb. Das Buch ist nicht von einem Botaniker geschrieben, sondern von einem Praktiker und darum gerade für den Theoretiker von besonderem 31 Interesse ; er wird vieles darin finden, was sich wissenschaftlich verwerten läßt; natürlich darf er nicht an der botanisch vielfach nicht richtigen Aus- drucksweise und der Nichtberücksichtigung wissenschaftlicher Anschauungen Anstand nehmen. Brand Fr. Über die Süßwasserformen von Chantransia (DC.) Schmitz, einschließlich FseudocJunitransia Brand. (Hedwigia, Bd. XLIX, Heft 2/3, S. 107—118.) 8°. Brown W. H. The enibryo sac of Hahcnaria. (Botanical Gazette, vol. XLVIII, 1901), nr. 4, pag. 241—250.) 8«. 12 fig. Burgeff H. Die Wurzelpilze der Orchideen, ihre Kultur und ihr Leben in der Pflanze. Jena (G. Fischer); 1909. 8^ 220 S., 38 Textabb., 3 Tafeln. Eingehende Untersuchung der Pilze, welche in Symbiose mit Orchideen vorkommen und der Physiologie dieser Symbiose. Alle in Reinkulturen erzogenen Pilze erwiesen sich als demselben Typus angehörig, den Verf. Orclieomyces nennt und von dem er 15 Formen unterscheidet. (Bernard hat in einer nahezu gleichzeitig erschienenen Arbeit [Ann. sc. nat. S. A. T. IXJ die Identität des Pilzes mit Rhizoctonia behauptet und 3 Arten unterschieden.) Correns C. Zur Kenntnis der Rolle von Kern und Plasma bei der Vererbung. (Zeitschrift f. indukt. Abstammungs- u. Ver- erbungslehre, Bd. II, Heft 4. S. 331—340.) 8". Der Königliche Botanische Garten und das Königliche Botanische Museum zu Dahlem. Herausgegeben vom Ministerium der geist- lichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Berlin (Hörn u. Raasch), 1909. 4°. 78 Textabb., 1 Karte. Di eis L. Formationen und Florenelemente im nordwestlichen Kapland. (Englers Botan. Jahrbücher, XLIV. Bd., I. Heft, S. 91 — 124.) 8°. 1 Karte. Eist P. van der. Bijdrage tot de kennis van de Zaadknopont- wickeling der Saxifragaeeen. Utrecht (P. van den Boer), 1909. 8°. 59 S., 1 Tafel. Engler A. Die natürlichen Pflanzenfamilien, 238. bis 240. Liefg., Register zu Teil I. Leipzig (W. Engelmann), 1909. 8°. 242 S. — Mk. 4-50 [Mk. 9j. Fifty Years of Darwinism. Modern Aspects of Evolution. Centennial Adresses in Honor of Charles Darwin. Before the American Association lor the Advancement of Science, Baltimore. New York (H. Holt and comp.), 1909 (London, G. Bell and sons). 8". 274 pag., 5 tab. — K \\-b2. Inhalt: T. C. Chamberlin, Introduction; E. B. Poulton, Fifty years of Darwinism; J. M. Coulter, The theory of natural selection from the Standpoint of Botany; D. St. Jordan, Isolation as a factor in organic fvolution; E. B. Wilson, The cell in relation to heredity and evolution; D. T. Mac Dougal, The direct influence of environment; W. E. Castle The behavior of unit characters in heredity; Ch. B. Davenport, Mutation; C. H. Eigenmann, Adaptation; U. F. Osborn, Darwin and Palaeontology ; G. St. Hall, Evolution and Psychology. Fräser H. C. I. and Brooks W. E. St. J. Further studies on the cvtology of the Ascus. (Annais of Botany, vol. XXIlf, 1909, nr. XCII, pag. .537—549, tub. XXXIX, XL.) 8". 32 Fries Th. M. Bref och skrifvelser af och tili Carl von Linne. Första afdelningen, del III, Bref tili och frän svenska enskilda personer: A— B. Stockholm (Ljiis), 1909. 8°. 342 S. Gay er Gy. Vorarbeiten zu einer Monographie der europäischen Äconümn- Arten. (Ungarische botanische Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 5—9, Nr. 10—12.) 8^ 110 S., 1 Taf. Verfasser unterscheidet nachstehende Sektionen, Arten und Bastarde : Sect. Anthora: A. Anthora L., A. nemorosum MB., A. confertiflorum DC. — Sect. Euaconitum, subsect. Napellus: A. divergens Panö., A. Burnati Gay. n. sp., A. tauricum Wulf., A. latemarense Deg. et Gay., A. formo- sum Kchb., A. compactiim Kchb., A. occidentale Timb.-Lagr., A. Linnae- anum Gay. (= A. Napellus L. p. p.), A. neomontanum Wulf., A. strictum Bernh-, A. adriaticum Gay. n. sp., A. Sostaricianum Fritsch, A. romani- ciim Wol., A. firmtiin Rchb., A. bucovinense Zapal., A. pyramidale Mill., A. Lobelianum Rchb., A. Bauhini Rchb., A. delphinense Gay. n. sp., A. eapsiriense Jeaub. et Timb.-Lagr., A. lusitanicum Rouy, A. nevadense Üchtr, in sched., A. corsicum Gay. n. sp., A. angiostifolium Beruh., A. Zahlbruckneri Gay. n. sp. — Sect. Euaconitum, hybr. inter subs. Na- pellus et Cammarum: A. virgatum Rchb. (A. compactum f. microphyllum X A. roslratum), A. schneebergense Gay. n. hybr. {A. judenbergense X A. neomontanum), A. acutum Rchb. (A. judenbergense X -4. tauricum), A. Stoerckianum Rchb., A. exaltatum Bernh. {A. firmum f. callibotryon X -4. gracile), A. hamatum Rchb., A. malle Rchb., A. valesiacum Gay. n. sp. — Sect. Euaconitum, subsect. Cammarum: A. variegatum L., A. gracile Rchb., A. rostratum Bernh., A- judenbergense Rchb.; A. paniculatum Lara., A. Degeni Gay., A. toxicum Rchb., A. bosniacum Beck. — Sect. Lycoc- tonum: A. Lycoctonum L. (p. p. = A. septentrionale Koelle), A. excelsum Rchb., A. moldavicum Hacq., A. Hosteanum Schur, A. lasiostomum Rchb., A. pyrenaicum L., A. neapolitanum Ten , A. ranunculifolium Rchb., A. Wagneri Degen, A. fallax Gren. et Godr, A. Vulparia Rchb. (= A. Lycoctovum L. p. p., Koelle), A. croaticum Deg. et Gay, A. platani- folium Deg. et Gay., A. laxiflorum DC, A. gracilescens Gay. n. sp., A. paucifloriwi Host, A. Thalianum Wallr., A. lasianthum Rchb., A. pu- berulum Ser., A. penninum Ser., A. Pantocsekiannm Deg. et Bald., A triste Fisch., A. Baumgartenianum Simk. [A. lasianthum X ^tol- davicum). Gra ebner P. Pflanzengeographie. (Wissenschaft und Bildung, Nr. 7U.) Leipzig (Quelle u. Meyer), 1909. 16'. 165 S., 60 Fig. — Mk. 1-25. Eine sehr gute, kurze Zusammenfassung der Pflanzengeographie mit Berücksichtigung aller Richtungen derselben, mit Verwertung eigener An- schauungen, mit guten, vielfach nach Originalen hergestellten Abbildungen. Györffy J. Bryologische Beiträge zur Flora der Hohen Tatra. VIII. Mitteilung. (Ungarische botanische Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 5-9, S. 222—238.) 8^ Behandelt die Torfmoose der Hohen Tatra, unter welchen sich zahl- reiche für Ungarn neue befinden. Bryologische Seltenheiten. (Hedwigia, Bd. XLIX, Heft 2/3, S. 101—105, Taf. V.) 8". I. Über Endorhizoiden von Molendoa Eornschuchiana. — II. Bi- cranum Blyttii Schimp. sporogonio monströse praeditum in Tatra Magna lectum. 33 Hasel hoff E. Agriknlturchemische üntersuchungsmethoden. (Sammlung Göschen, Nr. 47U.) Leipzig (G. J. Göschen), 190!). 16°. 152 S. — Mk. 0-80. Hegi G. Illustrierte Flora von Mittel-Europa. 20. Lieferung (Schluß des II. Bandes, S. 233-405, Fig. 352—447, Taf. 74—76) und 21. Lieferung (Beginn des IIL Bandes, S. 1—36, Fig. 448 bis 457. Taf. 77—80). München (J. F. Lehmann) und Wien (A. Pichlers Witwe u. Sohn). 1909. gr. 8°. — 20. Liefg.: it:3-60, 21. Liefg.: Ä"l-80. Mit den beiden vorliegendon Lieferungen schließt der II. und beginnt der III. Band (Dicotyledones). Diesen Anlaß benützt der Verleger, um die Erhöhung des Liuferuiigspreises mit den Text- und Bildor-Überschreitungen des Verfassers zu motivieren. Alle Botaniker werden dem Verf. für die.' X nigra cf); Sect. Heteranthe Fritsch: S. aicstralis Cham, et Schlechtdl. ; Sect. Scyphidanthe Miq.: S. adnata Wall., S. ja- vanica Reinw.; Sect. Botryo-Sumbucus Spach: S. melanocarpa Gray, S. pubescens Michx., S. racemosa L., S. Sieboldiana Blume, S. niicro- botrys ßydb., S. callicarpa Greene; Sect. Tetrapetalus Fritsch: S. Gaudi- ehaudiana DC; Sect. Tripetalus (Lindl.) Fritsch: S. australasica (Lindl.) Fritsch. Senn G. Weitere Untersuchungen über die Gestalts- und Lage- veränderung der Chromatophoren. [Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXVII, 1909, 1. Generalversammlungsheft, S. (12)-(27).] 8^ Servettaz. Monographie des Eleagnacees. Deuxieme partie: Anatomie et Biologie. (Beihefte zum Botan. Zentralblatt, Bd. XXV, 2. Abt., Heft 2, S. 129-420.) 8". 140 Textabb. Das Ergebnis der sehr eingehenden, alle Verhältnisse in Betracht ziehenden Untersuchung in bezu? auf die bekanntlich strittige Stellung der Eleagnaeeae ist, daß sie den Proteaceae, Fenaeaceae und Thymelaeaceae am nächsten stehen. Seymann V. Ein neuer Achill ea-BsiStsir öl aus Südungarn. (unga- rische botanische Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 5—9, S. 238 bis 241.) 8°. Achillea Degtnii Seym. = A. coarctata Poir. X crithmifolia W. K., vom Verfasser bei Orsova entdeckt. Smalian K. Leitfaden der Pflanzenkunde für höhere Lehr- anstalten. V. Teil: Lehrstoif der Obertertia. Leipzig (G. Frey- tag) und Wien (F. Tempsky), 1910. 8". 100 S. (S. 227—326), 86 Textabb., 10 Farbentafein. — Mk. 2. Naturwissenschaftliches ünterrichtswerk für höhere Mädchen- schulen. Auf Grund der Bestimmungen vom 12. Dezember 1908 über die Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens in Preußen bearbeitet von K. Bernau. II. Teil: Lehrstoff der VI. Klasse (80 S., 72 Textabb., 11 Farbentafeln) und III. Teil: Lehrstoff der V. Klasse (127 S., 161 Textabb., 10 Farben- tafein). Leipzig (G. Freytag) und Wien (F. Tempsky), 1910 u. 1909. 8°. — Mk. 1-80 und Mk. 2-25. Die vorliegenden Bücher weisen die Vorzüge der Smalian sehen Lehrbücher überhaupt auf: Verbindung eines entsprechend ausführHchen und korrekten deskriptiven Teiles mit ökologischer Darstellung ohne Über- treibungen. Dazu tritt vorzügliche illustrative Ausstattung. Ein paar Mängel sollen hier nur zu dem Zwecke erwähnt werden, um zu Verbesserungen bei späteren Auflagen anzuregen. Die Farbentafeln zu dem Buche für die Ober- tertia sind vielfach zu dunkel gehalten (z. B. die Tafeln bei S. 266, 264, 268, 256), dadurch gehen die charakteristischen Farbenunterschiede oft ganz verloren. Bei aus anderen Büchern übernommenen Abbildungen sollte die Quelle zitiert und nicht durch den Zusatz „nach der Natur" der unrichtige 37 Eindruck von Originalen hervorgerufen werden. Die Deutung jedes Staub- blattes der CouilVri'n als Blüte ist unrichtig (S. 228); die Blätter von Turiihoa wachsi'U nicht an der Spitze, sondern am Grunde weiter; die Frons von Marchatitia ist kein Thallus etc. Strasburg er E. Meine Stelluügnahme zur Frage der Pfropi- bastarde. 13cr. d, deutsch, botan. Gesellsch.. Bd. XXVII, 1Ü09, Helt 8, S. 011—528.) 8". Verf. hat sich zunächst die Aufgabe gestellt, zu prüfen, ob bei der Bildung der Pfropfhjbriden zwischen lAjcopersicum und Solanum nigrum vegetative Kernverschmelzungen vorkommen. Die Untersuchung hat ergeben, dali dies nicht der Fall ist. Eine weitere Prüfung der Gewebe an der Verwachsungsstclle zwischen Reis und Unterlage führte den Verf. zu der Anschauung, daß die bisher erzielten Pfropf bastarde keine Hybriden, sondern Chimären sind, wie dies schon E. Baur vermutet hatte. Diese Auffassung steht mit dem Baue der Zellkerne der sog. Pfropf hybriden, mit dem anatomischen Baue derselbi'U, mit der Erscheinung des partiellen Rückschlages in voller Übereinstimmung. Nach dem Verf. sind nunmehr auch die bekannten Bizzarienfrüchte von Citrus Chimären. — — Jost L.. Schenck H., Karsten G. Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Zehnte, umgearbeitete Aullage. Jena (G. Fischer), 1910. 8°. 651 S., 782 Textabb. — Brosch. Mk. 8, geb. Mk. 9. Die 10. Auflage dieses vorzüglichen und mit Recht so verbreiteten Lehrbuches weist relativ starke Änderungen auf, welche auf Verwertung neuer Erkenntnisse beruhen. An Stelle Nolls ist Jost als Verfasser der Physiologie getreten und dieser hat den betreffenden Teil neu bearbeitet. Von den übrigen Teilen weist besonders die Systematik der Blütenpflanzen eine starke, neueren Anschauungen Rechnung tragende und daher sehr wert- volle Umgestaltung auf. Thaisz L. Syroiga Josikaea Jacq. fil. als pflanzengeographische Leitpflanze. (Ungarische botanische Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 5—9, S. 217—221.) 8^ Tuzson J. Zur phylogenetisch-paläontologischen Entwicklungs- geschichte des Pflanzenreiches. (Englers Botan. Jahrbücher, XLIII. Bd.. V. Helt, S. 4(51—473.) 8°. 1 Textfig. Voll mann Fr. Die beiden Arberseen, Ein Vegetationsbild. (Mitt. d. bayer. botan. Gesellsch., IL Bd., 1909, Nr. 13, S. 223—228.) gr. 8". 1 Abb. Wanger in W. Floristische Mitteilungen. (Zeitschr. f. Natur- wisseusch., Organ d. naturw. Ver. für Sachsen u. Thüringen zu Halle a. S., Bd. 81, 1909, Heft 4, S. 265-276.) 8°. Enthält unter anderem die Aufzählung einer Reihe von Standorten aus der Umgebung von Rovigno in Istrien. Warming E. The structure and biology of Arctic flowering plants. I. 4. Saxifraqaceae. (Meddelelser om Grönland, vol. XXXVI, 1909, pag. 171—236.) 8". 40 Abb. — — und Johanns en W. L. Lehrbuch der allgemeinen Botanik. Nach der vierten dänischen Ausgabe übersetzt und heraus- gegeben von E. P. Meiiiecke. Berlin (Gebr. Borntraeger), 1909. 8". Ein vorzügliches Lehrbuch der allgemeinen Botanik (Anatomie, Organo- graphie, Physiologie, Abstammungslehre), das hiemit auch dem deutschen Leserkreis zugänglich gemacht wird. Die 4. dänische Auflage erschien l'Jül. 38 Das Bucli ist für den bestimmt, der schon botanische Vorkenntnisse hat, es wendet sich daher an diejenigen, die botanisches Fachstudium betreiben. Gerade mit Eiicksicht auf diesen Zweck wären Literaturnachweise erwünscht gewasen. Wille N. Conjugatae und Chlorophyceae. Nachträge. (Engler u. Prantl, Die Datürl. Pflanzenfam., 236. u. 237. Liefg., Nachtr. z. I. Teil, 2. Abteilung, Bogen 1 — 6, Fig. 1 — 50.) Leipzig, (W. Engelmann), 1909. 8°. — Mk. 3 fMk. 6]. W immer E. Anbauversuche mit fremdländischen Holzarten in den Waldungen des Großherzogtums Baden. Berlin (P. Parey), 1909. 8°. 86 S.. 6 Abb. Wittmack L. Studien über die Stammpflanze der Kartoffel. [Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXVII, 1909, 1. Ge- neralversammlungsheft, S. (28)— (42).]. 8°. Wolpert J. Vergleichende Anatomie und Entwicklungsgeschichte von Alnus alnobetula und Betula. (Flora, 100 Bd., 1. Heft, S. 37—67, Taf. I.) 8°. 32 Textabb. Durch eingehenden Vergleich, der sich auch auf den Befruchtungs- vorgang und die Embryogenie erstreckte, wird nachgewiesen, daß Älnus alnobetula eine Betula sehr nahestehende Zwischenform zwischen den beiden Gattungen darstellt. York H. H. The anatomy and some of the biological aspects of the , American Mistletoe" Phoradeiulron flavescens (Pursh) Nutt. (Bull, of the Univ. of Texas, nr. 120, march 1909). 8°. 31 pag., XIII tab. Zielinski F. Beiträge zur Biologie des Archegoniuras und der Haube der Laubmoose. (Flora, 100. Bd., 1. Heft, S. 1—36.) 8°. 23 Textabb. Zornig H. Arzneidrogen. Als Nachschlagebuch für den Gebrauch der Apotheker. Ärzte, Veterinärärzte. Drogisten und Studierenden der Pharmacie. I. Teil: Die in Deutschland, Österreich und der Schweiz offizineilen Drogen. 3. Liefg. (Bog. 31 — 48.) 8^ Mk. 5-25. Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. KaiserL Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der m a t h e m a ti s c h - naturwissenschaftlichen Klasse vom 14. Oktober 1909. Das w. M. Prof. H. Molisch übersendet eine im pflanzen- physiologischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag von Herrn H. Zu der eil ausgeführte Arbeit, betitelt: „Über das Aufblühen der Gräser." 1. Wie bereits Ha ekel und andere Autoren festgestellt haben und hier genauer gezeigt wird, nehmen die Lodikeln bei allen jenen Grasblüten^ welche sich während der Anthese öffnen, 39 an diesem Blähvorgaage hervorragenden Anteil. Sie bilden nämlich dadurch, daß sio inlolge rascher und reichlicher Wasseraulnuhme aus den Nachbargeweben zu stark turgeszecten Körpern an- schwellen, die Hebeleinrichtung für das Abspreizen der Deckspelze von der Yorspelze, also lur das Öti'uen der Blüte zum Zwecke des Stäubens. 2. Die von E. Tscherraak aufgestellte Behauptung, daß die Lodikeln direkt mechanisch reizl)are Organe, gewissermaßen einen exzitomotorischen Apparat darstellen, konnte nicht bestätigt werden, denn es stellte sich heraus, daß das Aufblühen von Se- eale auch ohne jede mechanische Reizung vor sich gehen kann, und wenn auf mechanische Reizung der Blühvorgang rasch aus- gelöst wird, so ist dies nicht auf eine direkte Reizung der Lodikeln, sondern viehiiehr auf die Beseitigung einer bestehenden Spannung der festverbundenen Spelzen zurückzuführen, ähnlich wie dies auch Askenasy iur die rapide Streckung der Filamente bei dem Aus- einanderbiegen der Spelzen annimmt. 3. Die Transpiration begünstigt, wenn auch in geringem Grade, das Aufblühen der Gräser. 4. Auf Ähren, die sich bereits in einer zum Aufblühen gün- stigen Temperatur befanden, üben Temperaturschwankungen keinen Einfluß aus. 5. Das Licht wirkt in hervorragendem Maße auf das Auf- blühen der Gräser. Positive Lichtschwankungen vermögen den Blüh- vorgang mit geradezu überraschender Schnelligkeit auszulösen. Roggenähren, auf welche durch Aufziehen eines Vorhanges plötz- lich direktes Sonnenlicht einströmen kann, blühen binnen wenigen Minuten auf. Die blaue Hälfte des Spektrums wirkt anscheinend ebenso wie die rote, so daß die Annahme berechtigt erscheint, daß es in erster Linie auf die positive Lichtschwankung ankommt und nicht so sehr auf die Strahlengattung. Sehr schwache Be- leuchtung und totale Verdunkelung Avirken hemmend auf das Auf- blühen. 6. Eine eingehende anatomische Untersuchung der Lodikeln, die sich auf rund r)0 Arten bezog, hat gezeigt, daß an dem Auf- bau der Lodikeln Haut-, Grund- und Stranggewebe Anteil nehmen. Das Grundgewebe dominiert und besorgt die rasche Anschwellung. Haarbildungen kommen nicht selten vor. Spaltöfinungen fehlen stets. Auch blaßgrüne Chlorophyllkörner, Stärke und Sphaerite können vorkommen. Außerdem sind die Lodikeln stets von Strängen, die sich aus zarten trachealen Elementen zusammensetzen, durch- zogen, die merkwürdigerweise mitunter gar keine schraubige Ver- dickung und Verholzung erkennen lassen. Im Verhältnis zur Größe der Lodikeln sind diese Stränge recht zahlreich und können die Zahl ;>U und mehr erreichen. 7. Bei Zta Mai/s wurden gelegentlich als Abnormität anstatt zwei mehrere, nämlich drei bis fünf Lodikeln gefunden. 40 Ferner übersendet Prof. Molisch eine zweite im pflanzen- physiologischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag von Herrn E. Strecker ausgeführte Arbeit unter dem Titel: „Über das Vorkommen des Scutellarins bei den La- biaten und seine Beziehungen zum Lichte." Der von Molisch entdeckte, von ihm mikrochemisch und von Goldschmiedt genauer makrochemisch studierte Körper, das Scutellarin, wurde auf seine Verbreitung im Pflanzenreiche mikrochemisch untersucht. Es wurden 350 Arten geprüft; dabei stellte es sich heraus, daß bloß die Familie der Labiaten Scutel- larin enthält: nach Molisch d\e G2itiuugen Scutellaria^ Teucrium und Galeopsis, nach den Untersuchungen des Verfassers auch die Gattung Thymus. Auffallend ist. daß die Varietäten und Formen derselben Art dieser Gattung sich nicht gleich verhalten, denn die einen enthalten Scutellarin, die anderen nicht. Als Hauptträger des Scutellarins erscheinen Laubblatt und Kelch, weniger reichlich findet es sich in den anderen Teilen der Blüte, im Stengel und in der Wurzel. Im Samen konnte kein Scu- tellarin nachgewiesen werden. Das Licht ist bei den untersuchten Scutellaria- Arien not- wendig für die Bildung des Scutellarins in den Keimlingen, bei den älteren Pflanzen aber war ein Einfluß des Lichtes nicht zu beobachten. Grüne Blätter, welche teilweise belichtet, teilweise verdunkelt worden waren, zeigen ebensowenig einen Unterschied bezüglich des Scutellarins wie am Morgen und Abend geerntete Blätter. Beobachtungen an Dunkeltrieben ließen es wahrscheinlich erscheinen, daß eine Wanderung des Scutellarins stattfindet, und führten dazu, drei Arten des Vorkommens von Scutellarin zu unter- scheiden : das sogenannte primäre oder autochthone Scutellarin, das zum erstenmal in belichteten Keimlingen auftritt, zweitens das transitorische, das von den Stellen der Erzeugung und von den Reservebehältern nach den Stellen des augenblicklichen Be- darfes wandert, drittens das Pieservescutellarin in den Eeserve- stoffbehältern. Für die Wanderung des Scutellarins spricht der RingeluDgsversuch zu Beendigung der Blütezeit; denn es häuft sich dieser Stoß' oberhalb der Ringelungswunde an, unterhalb der- selben^ vermindert er sich. Über die Bedeutung des Scutellarins für die Pflanze kann nach den derzeitigen Untersuchungen kein abschließendes Urteil gefällt werden; in einzelnen Fällen scheint es möglicherweise wie das Salicin und die Glykoside der Kastaniensamen als Reservestoff zu dienen. Ferner übersendet Prof. Molisch eine im pflanzenphysio- logischen Institute der k. k. deutschen Universität Prag von Herrn Privatdozenten Dr. Oswald Richter ausgeführte Arbeit unter dem Titel: „Zur Physiologie der Diatomeen, III. Mitteilung. 41 Über die Notwendigkeit des Natriums für braune Meeresdiatomeen." Nachdem der Verfasser festgestellt hatte, daß eine farblose Meeresdiatomee. die yitzscJiia putrida Benecke, des Na als not- wendigen Nährelementes bedarf, erbringt er in der vorliegenden Arbeit den Beweis, daß auch für braune Meeresdiatomeen des JS'iU.-irhia- und Xavici(Ia-Ty\)\is das Gleiche gilt: auch für sie ist das Na notwendiges Nährelement. Zu diesem Nachweis benutzte er ein Mineralsalzagar, zu dem ClNa. CIK, Cl,Mg. Cl,Ca. MgSO,, NaN03, Na, SO, und KNO3 in 1 % oder 2% zugesetzt wurden. Eine gute Entwicklung war in Übereinstimmung mit den Befunden an yit;^schia putrida nur auf ClNa und NaNOj zu be- merken. Auf Na,, SO, kamen in wenigen Fällen die Diatomeen sehr spärlich auf. Der Parallelismus zum Verhalten der Nitzscliia putrida zeigte sich auch bei Versuchen mit verschiedenen Prozentsätzen von ClNa, von denen sich die zwischen 1 und 2^ als Optimum heraus- stellten; 0'b% kann vorläufig als die untere, 4^ als die obere Grenze für das Aufkommen der Diatomeen gelten. Eine Meercsprotococcale bot dem Verfasser Gelegenheit, auch mit ihr analoge Versuche über den ernährungsphysiologischen Wert der Na-Salze anzustellen mit völlig verschiedenem Ergeb- nisse, d. h. die Alge kommt auf Agarnährböden mit allen er- wähnten Salzen fort, auf ClNa freilich vielfach besser als auf den anderen Verbindungen; auch entwickelt sie sich auf ClNa-freiem Agar. Bezüglich der Anpassung an verschiedene ClNa-Prozentsätze ist gleichfalls ein fundamentaler Unterschied zwischen ihr und den Kieselalgen zu verzeichnen, indem sie ohne vorherige Gewöhnung bis auf 6% ClNa gedeiht. Es scheinen somit die Meeresdiatomeen, w^as das Na-Be- dOrfnis anlangt, eine exzeptionelle Stellung unter den Meeresalgen einzunehmen, die der Verfasser durch die von ihm auch früher schon vielfach gestützte Annahme erklärt, die^Membran der Meeres- diatomeen sei eine Na-Si-Verbindung. Sitzung der mathematisch -na^turwissenschaft liehen Klasse vom 21. Oktober 1909. Das w. M. Prof. Hans Molisch überreicht eine Abhandlung unter dem Titel: ,Cber lokale Membran färbung durch Manganverbindungen bei einigen Wasserpflanzen". Wenn man lebende Sprosse von Klodea canadensis in eine 0'l''''6ige Lösung von Manganchlorid bringt und ins Sonnenlicht stellt, so färben sich die Blätter nach und nach braun, weil sie in den Epidermismembranen Manganoxyd speichern. Bei mikroskopi- scher Untersuchung zeigt sich, daß die Einlagerung des Mangan- 42 oxyds gewöhnlich nur auf die von der Lösung direkt umgebene Membran der oberen Oberhautzellen beschränkt ist. Es wurden 16 verschiedene anorganische und organische Manganverbindungen in der angegebenen VVeise geprüft und es stellte sich heraus, daß Elodea in den verschiedensten Manganlösungen in mehr minderem Grade Manganoxyd einzulagern vermag. Diese Einlagerung kann, besonders im Maiiganchlorid, Mangankarbonat, wein-, essig-, oxal-, gerbsauren Mangan und in anderen Manganverbindungen einen solchen Grad erreichen, daß die Blätter eine tiefbraune bis schwärzlichbraune Farbe annehmen, wodurch die Pflanze ein fremdartiges Aussehen erhält. Auffallenderweise tritt die Einlagerung des Manganoxyds nur im Lichte auf, im Finstern unterbleibt sie vollständig. Je stärker das Licht (innerhalb gewisser Grenzen), desto rascher und inten- siver vollzieht sich der Abscheidungsprozeß des Mangans, es be- steht also in dieser Hinsicht eine analoge Beziehung, wie zwischen dem Lichte und der Kalkinkrustation bei Wasserpflanzen. Die Fähigkeit, Manganoxyd in der angegebenen Weise in gewissen Epidermismembranen zu speichern, ist nicht auf iVorfea beschränkt, sondern konnte auch bei Vallisneria spiralia, lianunculus aqua- tilis und Myriophyllum verticillatum beobachtet werden. Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse vom 11. November 1909. Das k. M. Prof. v. Höhnel legt die IX. Mitteilung seiner , Fragmente zur Mykologie" vor, welche zugleich die fünfte Mitteilung über die Ergebnisse der mit Unterstützung der kaiserl. Akademie 1907 — 1908 von ihm ausgeführten Forschungsreise nach Java ist. In derselben werden 11 neue Pilzgattungen und 17 neue Arten aufgestellt: ferner enthält dieselbe die üntersuchungsresultate zahlreicher Originalexemplare, insbesondere javanischer Pilze, welche zu vielen Richtigstellungen und synonymischen Feststellungen Anlaß gaben. Sitzung der mathematisch - naturwissenschaftlichen Klasse vom 18. November 1909. Prof. Dr. Friedrich Czapek in Prag Obersendet eine Ab- handlung mit dem Titel: „Beiträge zur Morphologie und Physiologie der epiphytischen Orchideen Indiens" (Botanische Ergebnisse der im Jahre 1907 mit Unterstützung der kaiserl. Akademie ausgeführten Reise nach Java und Britisch- indien, Nr. VI). Das w. M. Prof. R. v. Wettstein überreichte einen Bericht, welchen Herr J. Brunnthaler über seine mit Subvention der 43 kaiserl. Akademie nach Ostafrika und in das Kapland unter- nommene Reise eingesendet hatte. Herr Brunnthal er traf Mitte Juli 11KJ9 in Amani in Deiitsch-Ustat'rika ein und arbeitete bis Mitte August an der Station daselbst. i]r führte eine ganze Reihe morphologischer und biologischer Untersuchungen durch, insbesondere gelang es ihm, Material einer liurmniDiiacea in allen Entwicklungsstadien für die Untersuchung der Embryologie zu konservieren. Am 14. August trat er gemeinsam mit Dr. Braun in Begleitung von 2G Trägern eine Exkursion nach VVest-üsambara an. Nach Besteigung des Lutindi (1411 m) ging es über den Luengerofluß nach Magomba. Nach Besuch des Kilamale-Sees ging die Reise nach Kalanga, Masumbei und über Mzinga, Baga nach Kwai. Von Kwai aus wurde zuerst der Kingo (2248 m) bestiegen und sodann der 2000 m hoch liegende Schumewald besucht. 1450 m tiefer als das Schumeplateau liegt Mkumbaru mitten in der Steppe, von wo die Rückreise nach Amani angetreten wurde. Die Reise ergab ein reichhaltiges Material, das verpackt und nach Wien abgesendet wurde. Von Amani begab sich hierauf Brunnthaler über Segoma nach Tanga. Ende September reiste er mit Dampfer nach Beira ab, wo er am 2. Oktober eintraf. Von dort reiste er an die Viktoriafälle am Zambesi, wo er sich insbesondere dem Studium der reichen Podostemonaceenflora widmete und zwei Arten in allen Entwick- Inngsstadien konservieren konnte. Am 10. Oktober traf Brunn- thaler in Kapstadt ein, von wo aus zunächst kleinere Exkursionen auf den Tafelberg unternommen wurden. Von jenen Objekten, deren Studium speziell in das Programm aufgenommen worden war, konnte bisher Brachy^iplion (Pennaeaceae), Fennaca {Pen- naeaceae) und OUnia (OUniaceae) eingesammelt und entsprechend konserviert werden, außerdem wurde Material für embryologische Untersuchungen von Dovea, Grubbia und Of'tia gesichert. Außer der großen Sendung, welche von Amani abgeschickt wurde, sind bisher drei Sendungen mit lebenden Pflanzen an den botanischea Garten in Wien abgegangen. 111. intcrnatioualer botanischer Kongrell in Brüssel. Nach dem eben versendeten Zirkular wurde für den Kongreß folgendes vorläufiges Programm festgesetzt: Donnerstag, 12., bis Samstag, 14. Mai: Exkursion ins Bel- gische Litorale. Samstag, 14., und Sonntag, 15. Mai: Einschreibung der Kongreßteilnehmer. Sonntag, 15. Mai: Sitzung der Soci^'tc- Royale de Botanique de Belgique. Montag, 16. Mai: Allgemeine Eröft'nungssitzung, Sektions- sitzungen, f^xkursion nach Gembloux, Empfang im HOtel de Ville. 44 Dieostag, 17. Mai: Sektionssitzungen , Besuch der x\us- stellung. Mittwoch, 18. Mai: Sektionssitzungen, Sitzung der Asso- ciation internationale de Botanique, Besichtigung des botanischen Institutes in Lüttich. Donnerstag, 19. Mai: Allgemeine Exkursion nach Antwerpen. Freitag, 20. Mai: Sektionssitzungen, Sitzung der Association internationale de Botanique, Besichtigung des botanischen Institutes i n Löwen. Samstag, 21. Mai: Sektionssitzungen, Exkursion nach Groenen- dael und Hoyelaert, Besichtigung des botanischen Institutes in Gent. Sonntag, 22. Mai: Schlußsitzung, allgemeine Exkursion nach Tervueren. Außerdem finden in der Woche vom 16. bis 22. Mai fast täglich Besichtigungen der wissenschaftlichen Institute und der Sehenswürdigkeiten von Brüssel sowie kleinere Exkursionen statt. Montag, den 23. Mai, bis Donnerstag, den 26. Mai: All- gemeine Exkursion in die Ardennen und das Galmeigebiet der Provinz Lüttich. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an den General- sekretär: Dr. E. de Wilde man, Jardin Botanique, Bruxelles. Botanische Sammluiigeii, Museen, Institute etc. Kneucker A., (xramineae exsiccatac. Das letzte Eeferat über die ,,Gramineae exsiccatae" in dieser Zeitschrift erschien Bd. LVII (1907), Nr. 4. Seither wurden nun die Lieferungen 19 — 26 der „Graraineae exsiccatae", enthaltend die Nummern 541 — 780, ausgegeben. Die aus allen Erdteilen stammenden Pflanzen wurden von Herrn Prof. Ed. Hackel re- vidiert. Die gedruckten Etiketten enthalten Literaturdaten, kri- tische Bemerkungen, Angaben über Begleitpflanzen, Meereshöhe und sonstige Verhältnisse des Standortes etc. und sind außerdem in Broschürenform den einzelnen Lieferungen beigelegt. Der Preis der einzelnen Lieferungen beträgt 9 Mark. Weitere Mitarbeiter werden gesucht. Wer 110 Exemplare einer gewünschten Form ein- sendet, erhält als Äquivalent eine Lieferung. Das Exsikkatenwerk ist zu beziehen durch den Herausgeber: A. Kneucker, Karls- ruhe in B., Werderplatz 48. XIX. Lieferung, 1906 (Nr. 541—570). Agrostis hiemalis (Walt.) B. S. P. (Nordamerika), Älopecurus genicu- latus L. (Schlesien), A. geniculatus L. X pratensis L. (Wimmer) f. subpra- tensis (Schlesien), A. viyosuroides Huds. var. versicolor Biasoletto (Baden), Andropogon scoparius Michx. (Nordamerika), An. Virginicus L. (Nordamerika), Aristida dichotoma Michx. (Nordamerika), Ar. oligantha Michx. (Nordamerika), 4.') Calamagrostis Hluntcvidensis Nees ab Es. (Argentinien), Lygeum spartum L. (Spanien), Nasella trichotonid (Nees) Hackel (Arcjentinien), Panicum Ashei Pearson (Nordamerika), P. Ätlanticum Nash (Nordamerika), P. harbuluinm Michx. (Nordamerika), P. cumimddtum Srhultes (Nordamerika), P. debile Desf. var. aequi[ilume (Hack, et Arech.) Hack. (Argentinien), P. depauperntum Muehlbg (Nordamerika), P. imherhe Poir. var. aracilis (H. B. K) Kneucker forma II. (Argentinien), P. lainiginosum Ell. (Nordamerika), P. laxi(luruni, Lam. (Nordamerika), P. Lindheimeri Nash (Nordamerika), P. perlongum Nash (Nordamerika), P. pohianthes Schultes (Nordamerika), P. proliferum Lam. (Nordamerika), P. sphuerocarpon Ell. (Nordamerika), Paspalum HumhoJdtia- num Fluegge var Stuckertii Hack. ined. (Argentinien), Pennisetum villosum R. Br. (kiiltiv.), Stupa arenacea L. (Nordamerika), St. brachychaeta Gudr. (Ar- gentinien), Tripsacum daciyloides L. (Nordamerika), Zizunia aquatica L. (Nordamerika). XX. Lieferung, 1906 (Nr. 571—600). Anti)ioria agrostidea (Loisl.) Pari. var. natans Hackel (Portugal), Atropis Peisonis Beck (Westungarn), Aveua barbata Brot. (Überitalien), A. elatior L. (Schweiz), A. Uackelii Henriques (Portugal), Bromus inermis Leyss. var. pel- litus Beck (Ungarn), Catabrusa algida (Sol.) Fr. (Norwegen), Deschampsia atropurpurea Schule (Norwegen), D. flexuosa (L.) Trin. var. montana (L.) (Pari.) (Norwegen), Eatonia Pennsylvanica (DG.) A. Gray (Nordamerika), Fe- stuca hystrix Boiss. (Spanien), F. ovina L. var. duriusctda (L.) Koch (Por- tugal), F. uvina L. var. sulcata subvar. typica Hackel (Ungarn), F. ovina L. var. sulcata (Hackel) subv. Wagneri (v. Degen, Thaisz et Flatt) Hackel ined. (Ungarn), F. rubra L. (Portugal), F. spectabilis Jan. subsp. affmis Hackel var. courctata (Hackel) Aschers, u. Graebn. (Kroatien), F. varia Haenke var. pungens (Kit.) Hackel (Karst), Glyceria nervata (Willd.) Trin. (Nordamerika), Gymuopogon spicutus (Spr.) 0. Kuntze (Argentinien), Hordeum compres^um Griseb. f. teninspicatxim Stuckert nov. f. (Argentinien), U. Gussoneanum Pari. f. hirtelluin A. v. Degen (Ungarn), H. pusülum Nutt. (Nordamerika), Koeleria cristata Pers. subsp gracilis (Pers.) Aschers, u. Graebn. var. typica Domin (Norddeutschlandi, J.amarckia aurea (L ) Mnch. (Korsika), Lolium remotum Schrank (Ruüland), Melica mutica Walt. (Nordamerika), Periballia involucrata (Cav.) Jauka (Portugal), Poa laxa Hnke. (Schweiz), P. nemoralis L. f. agro- stioides Aschers, u. Graebn. subforma (Pommern), Trisetum flavescens (L.) P. B. ssp. pratense iPers.) (Schweiz), Tr. flavescens (L.) P. B. var. purpura- scens (DG.) Arcang. (Ungarn), Tr. inacrotrichuin E.a.ck. (Ungarn), Uniola laxa (L.) B. S. P. (Nordamerika). Neuere Exsikkatcn: Vaccari L.. Plantae italicae criticae. Fasz. I. Nr. 1 — 52. Die Scliedae dieses neuen Exsikkatenwerkes sind abgedruckt in Annali di Botanica. Vol. VII, fasc. 3. — Der vorliegende Fas- zikel enthält insbesondere eine größere Serie von AUhemiUa- Formen (Nr. 1 — 43), dann Cirsium dissimilc Porta hybr. nov. (= C. oleraceuni X P'ilnstre), Cirsium Gtlmianum Porta nom. nov. (= C. spi))osissiintim X nwntatiHni)^ Cirsium tribaduni Porta hybr. nov. {= C. montannm X helcnioides X pcilustre), Cirsium vouistu))! Porta hybr. nov. (:= C. Erisithales X helcnioides y^acdulc), Osyris alba L. var. scandens Goiran, Fistacia Saportne Burnat, Salix cat'sia Vill. var. auf/ustifolia Bus., Stachys .^anguinca Porta spec. nov. (ei affin. St. rcctae). 46 Toepffer A., Salicetum exsiccatum, fasc. IV, Nr. 151 — 200, und Nachtr. zu fasc. I u. IIL Die vSchedae sind getrennt im Selbstverlage des Heraus- gebers (München) erschienen. TranzschelV. und Serebrianikow J., Mycotheca rossica sive fungorum Kossiae et regionum confinium Asiae specimina exsiccata. Unter diesem Namen soll vom Jänner 1910 ab ein neues Exsikkatenwerk erscheinen. Preis pro Faszikel (50 Nummern) 17 Mark. Zuschriften an Herrn Vlad. Tranzschel, St. Petersburg, Akademie der Wissenschaften; bot. Museum. Professor Dr. August R. v, Reuß hat das Herbarium seines Vaters der Universität Wien geschenkt, Johann Br eidler hat sein Moosherbarium geschenkweise der botanischen Abteilung des Landesmuseums Joanneum in Graz überlassen. Personal-Nachrichten. Hofrat Prof. Dr. G. Haberlandt (Graz) erhielt einen Ruf an die Universität Berlin als Nachfolger von Geheimrat Prof. Dr. S. Seh wendener. Dr. C. E. Correns. bisher a. o. Professor a. d. Universität Leipzig, wurde zum ordentlichen Professor der Botanik und Di- rektor des botanischen Gartens der Universität Münster als Nach- folger von Prof. W. Zopf ernannt. Prof. Dr. H. Schenck (Darmstadt) wurde zum Geheimen Hofrat ernannt. (Hocbschulnachrichten.) Prof. Dr. F. Wohltmann wurde zum Direktor des land- wirtschaftlichen Institutes der Universität Halle als Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Prof. Dr. J. Kühn ernannt, (ßotan. Zentralblatt.) Dr. R. V. Mises hat sich an der technischen Hochschule in Berlin für Botanik habilitiert. (AUg. botan. Zeitschr.) Dr. S. Veit- Simon hat sich an der Universität Göttingen für Botanik habilitiert. (Ungar, botan. Blätter.) W. Becker (Hedersleben) wurde als Lehrer der Natur- wissenschaften an das Pädagogium in Gstrowo-Filehne in Posen berufen. Dr. G. Lengyel und Dr. 0. Bocskay wurden zu Assi- stenten an der kgl. ungar. Samenkontrollstation in Budapest er- nannt. Dr. Wolfgang Hiramelbaur wurde zum Demonstrator an der Lehrkanzel für Pflanzenzüchtung der k. k. Hochschule für Bodenkultur in Wien bestellt. 47 Emile Buruat wurde aoläßlich seines 80. Geburtstages von den Universitäten Lausanne und Zürich zum Doctor honoris causa ernannt. i^Ungar. botan. Blätter.) Dr. Baragiola, Privatdozent am Polytechnikum in Zürich, wurde zum Abteilungsvorstand an der schweizerischen Versuchs- anstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswyl bei Zürich ernannt, (Allg. botan. Zeitschr.) Dr. H. Br ockmann- Jerosch hat sich an der Universität Zürich für systematische Botanik und Pflanzengeographie habilitiert. W. Gugler, Realschullehrer in Neuburg a. D., ist am 3. September 1909 im Alter von 35 Jahren gestorben. Der Bryologe A. Geheeb ist am 13. September 1909 in Königsfelden »Schweiz) gestorben. Prof. Dr. L. Simonkai (Budapest) ist am 3. Jänner 1910 gestorben. M. H. Foslie, Direktor der botanischen Abteilung des Museums in Trondhjem, ist am 9. November 1909 im Alter von 54 Jahren gestorben. H. Lovink, bisher General-Direktor der Landwirtschaft in Holland, wurde als Nachfolger von Prof. Dr. M. Treub zum Di- rektor des botanischen Gartens in ßuitenzorg ernannt, (Botan. Zentralblatt.) Dr. J, E. Kirkwood wurde zum Professor der Forstbotanik an der Universität zu Missoula (Montana, ü, S. A.) ernannt. (Botan. Zentralblatt.) Dr. G. Th. Moore wurde zum Professor der Pflanzenphysio- logie und angewandten Botanik an der Washington University und zum Pflanzenphysiologen am Missouri Botanical Garden in St. Louis (Missouri, U. S. A.) ernannt. (Botan, Zentralblatt,) Irilmlt ticr Jünner-Nummer : Adolf l'ascher: Neue Cbrysomonaden aus den Gattnngen Chniso- eortits, Chrüiiiuliii't, Urogloiopsis. S. 1. — Dr. Heinr. Frh. v. Hand el-Mazzot ti : Revision der balkanisrhen und vorderasiatischen Oxoiry /i/s-Arten aus der Sektion Enbrychis. (Fort- setzung.) 8. 5. — Dr. A. Zahl br uckne r: Vorarbeiten zu einer Flechteiiflora Dalmatiens. (Kortsetzung.) S. 18. — Literatur-Übersicht. S 22. — Akademien, liotaniscbe Gesollschuften, Vereiue, Kongresse etc. S. 3B. — Botanische Sammlaugeo, Museen, Institute etc. S. 14. — Personal-Nachrichten. 8. 46. Kedakieur: Prof. Dr. IC, r. WettHtein, Wien, 3/3. Rennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Österrelohlache botanische ZoitsohrlR" eracheiut am Lrsteu eines jeden Monates and kostet ganzjaiiriK' lii Marl.. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgiinge der Zeitschrift zn haben : 1858/53 i M. f — , IsGO.t:;, Ifcei.üU, 1871, 1873/74, l»76/y2 i U. 4-—, 1893/97 s M. 10-—. Kxemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Postanweisung direkt bei der Aduiiiiistration in Wien, I., liarbaragasse 1 (tiriua Karl Uerolds äohn),zu pruuumerioreu. Kiuzeltie Nummern, soweit noch vorrätig, ä 2 Hark. Ankündigungen werden mit SO Pfennigen fbr die dnrcblanfende Potitzeile berechnet. 48 INSERATE. Österreichische botanische Zeitschrift. Alle Jahrgänge und Reihen kaufe ich zu gutem Preise und bitte um Angebot. Auch für alle anderen naturwissenschaftlichen Werke bin ich Käufer. Meine „Bibliographia Botanica" (vollständigstes botanisches Verzeichnis von 300 Seiten) gratis und franko. W. Junk Verlag und Antiquariat für Botanik Berlin W. 15, Kurfürstendamm 202. Ppeisherabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen Zeitschrift". Um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1893 (bisher a Mk. 10.— i auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-J „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1852, 1853 (ä Mark 3.—), 1860 bis 1862, 1864-1869, 1871, 1873—1874, 1876—1880 (ä Mark 4.-I bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1872 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilaoe zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts lierTOrragender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu liefern. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. ^ ^ 4% ^ ^ 4^ ^ ^ ^ß 4^ 4^ 4^ ^4-^ 4^ 4^ 4^ 4^ 4^ ^^ ^^ 4^ ^^ ^-^ NB. DiEser Numirer ist beigegeben Titel und Inhalt zu Jahrgang 1909, ferner Tafel I (Pascher). Bachdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE XEITSCiUIFT Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor »n der k. k. Üniversit4t in Wien. Verlag von Karl Geroida Sohn in Wien. LX. Jahrgang, N«- 2. Wien, Februar 1910. Studie über Phagocytose in den WurzelknöUchen der Cycadeen. Von Franz Zach (Wien). (Mit Tafel II.) Gelegentlich der Arbeiten über die endotrophe Mykorrhiza von Elacagnus'^) etc. und Scmpcrvivum wurden zur Orientierung auch die als „Luftwurzeln" aufgefaßten Knüllehen der Cycadeen durchgesehen. Das Auftreten von eigenartigen braunen Körpern, welche in den Zellen dieser Knöllchen gefunden wurden und die leb- haft an die bei Elaeagnus etc. beschriebenen Exkretkörper erinnerten, veraulaßten mich, auch die Cycadeen nach dieser Richtung hin genauer zu untersuchen. Da die hiebei gemachten Beobachtungen unsere Kenntnis von dem Verdauungsvorgange und der Bildung der Exkretkörper vervollständigen und ergänzen und die Sache auch pbytopathologisch von Interesse ist, besonders wenn man sie vom Standtpuukte der Immunität auffaßt, wie es Noel Bernard*) in einer kürzlich erschienenen anregenden Studie versucht hat, so mögen die Untersuchungen im folgenden mitgeteilt werden. Bekanntlich treten diese Knöllchen an den nahe der Erd- oberfläche gelegenen Wurzeln auf oder an solchen, die sich über die Erdoberfläche emporgehoben haben. Ihr Entstehen scheint an die Anwesenheit von reichlicher atmosphärischer Luft geknüpft zu sein, da sie auch an den untersten Wurzelenden aufgefunden werden können, wenn diese, die Erde verlassend, aus dem Boden des Gartentopfes heraustreten. Sie beherbergen, wenn auch nicht ') Franz Zach, Über den in den Wurzelknüllchen von Elaeagnus an- gustifolia und Alnus glutinosa lebenden Fadeupilz. (Sitzungsber. der kais. Akad. d. Wissensch., uiathem.-naturw. Klasse, Bd. CXVII, Abt. I.) — Derselbe, Untersuchungen über die Kurzwurzeln von Sempervivum und die d&selbst auf- tretende endotrophe Mykorrhiza (ebenda, Bd. OXVIII, Abt. I). 2) No?l Bernard, Kemarques sur rimmunitö chez les plantes. (Bulletin de rinstitut Pasteur, Tom. VII., 1909.) Österr. boian. Zeiucbnft. )i. lieft, lälü. 4 50 immer ^), in einer eigenen, auflfallend ausgebildeten Zone des Rinden- parenchyms eine Anahaena ^), {Anahaena Cycadearum Reinke = Nostoc commune Schneider). Die Zellen dieser Zone sind stark radial gestreckt, pallisadenartig und lassen auffallend große, mit- einander in Verbindung stehende Zwischenräume frei, welche von der Anahaena bewohnt werden. Diese Zone bildet in der Regel einen geschlossenen Mantel, ist aber an der Vege- tationsspitze immer unterbrochen, da sich dort nie eine Anahaena ansiedelt. Neben der Blaualge wurden hin und wieder, also nur gelegentlich, in den Knöllchen auch Bakterien und Pilze gesehen, ohne daß diese, ebensowenig wie die Anahaena, als Er- reger dieser Wurzelbildungen in Anspruch genommen werden könnten. Das zur Untersuchung benötigte Material wurde mir in liebenswürdiger Weise vom Herrn Direktor Dr. R. v. Wett stein aus dem botanischen Garten der k. k. Universität in Wien zur Verfügung gestellt, wofür ich hier meinen besten Dank sage. Der Studie wurden die Verhältnisse zugrunde gelegt, welche sich bei Cycas revoluta beobachten ließen; doch wurden auch die anderen zu Gebote stehenden Formen berücksichtigt, die, wie es sich zeigte, in ihrem Verhalten dem Eindringling gegenüber von der vorgenannten Cycas in nichts abwichen. Es war nach der Anwesenheit der braunen Körper schon von vorneherein wahrscheinlich, daß auch hier wieder in geeigneten Fällen ein llyphomycet nachgewiesen werden konnte. Derselbe lebt intracellular. Gelegentlich läßt er sich durch mehrere Zellen verfolgen, in denen er anscheinend planlos das Plasma durchzieht, da er durch keinen ersichtlichen Faktor, auch nicht durch den Kern, in seiner Richtung beeinflußt erscheint. Die Hyphen sind bis 5 [i dick, deutlich gegliedert, einzelne Glieder sind, wie es scheint, aufgebläht (Fig. 1). Während ein Teil des Hyphenstranges nach erfolgter Infektion die Zelle wieder verläßt, um in eine neue Zelle einzudringen und so die Infektion weiterzutragen, verbleibt der andere, der w^ohl in der Regel eine seitliche Abzweigung des Hauptstranges vorstellen mag, in der Zelle, wo sich die Hyphen baumförmig verästeln und sich in komplizierter Weise winden und zusammenknäuelu. Noel Beruard sieht darin, daß die Wirtszelle den Pilz beeinflußt, eine derartige Wachstumsform anzunehmen, ein wirksames Schutzmittel der Pflanze, um eine Infektion weiterer Gewebspartien zu verhindern, da, wie in gleichen Fällen festgestellt worden ist, diese verzweigten Pilzfäden nie eine neue Zelle in- fizieren können. 1) Die Anabae7ia fand ich nur in den KnöUchen von Cycas revoluta, nicht aber bei Ceratozamia mexicana, Ceratozamia robusta, Macrozamia Denisoni, Encephalartos Eildebrandtn und Dioon edule. 2) C. V. Tubeuf, Pflanzenkrankheiten durch kryptogame Parasiten ver- ursacht (1895), pag. 564—565. — K. Goebel, Organographie der Pflanzen (1898), pag. 482—483; daselbst weitere Literaturangaben. 51 Diese Pilzknüuel sind es nun vor allem, die verdaut werden und unter Bildung von Exkretkörpern verschwinden; der Vorgang der Verdauung, der ziemlich lückenlos festgestellt werden konnte, spielt sich in folgender Weise ab. Die stark gewundenen Fäden des Pilzknäuels beginnen in ihren Wandungen zu verquellen und streckenweise miteinander zu versciimelzen. Zu gleicher Zeit oder vielleicht schon vor Beginn dieses Quellprozesses ballt sich das vom Pilz durchzogene Plasma der Wirtszelle zusammen, das dann, wenn nur ein Teil des Plasmas daran beteiligt ist, mit den eingeschlossenen, in Auflösung be- griffenen Hyphen wie ein „Nahrungsballen" im übrigen anscheinend intakten Plasma der Wirtszelle eingebettet liegt. Daß hier das Zell- plasma an der Bildung dieser Ballen aktiv beteiligt ist und daß nicht etwa durch das Auftreten von seitenständigen Vakuolen an der Grenze von Plasma und Ballen letzterer zusammengeschoben wird, erhellt daraus, daß um diese Zeit überhaupt keine Vakuolen ge- bildet werden und die später erscheinenden Plüssigkeitsräume im Exkretkörper als Folge des Verdauungsvorganges auftreten. Die Vakuolen sind also an dem Entstehen dieser Ballen vollständig un- beteiligt und rein sekundärer Natur. Durch die aktive Betätigung des Plasmas erinnert der Vorgang besonders lebhaft an die tierische Phagocytose. Anfangs farblos oder schwach gelblich gefärbt ent- ziehen sich die Ballen leicht der direkten Beobachtung, doch geliiigt es durch geeignete Zusätze, sie sichtbar zn machen. Fig. 2 zeigt einen Teil eines solchen mit Jodtinktur behandelten Ballens von der Fläche aus gesehen. Übereinstimmende Bilder ergaben auch Schnitte von Elaeagmis-KuöWchen nach Behandlung mit Chloral- hydratlösung (Fig. 3). Selbstverständlich beginnt die Verquellung und Auflösung der Hyphen an der Peripherie des Ballens und schreitet von hier nach innen zu fort; dabei werden gleichzeitig die eingeschlossenen Hyphen immer mehr gegen die Ballenraitte zusammengepreßt, bis sie schließlich oft dicht aneinander zu liegen kommen. Ist auf diese Weise peripher die ganze Masse bereits homogen geworden, so kann man im Innern die Hyphen noch immer längere Zeit hindurch erkennen. Allmählich ver- schwinden aber auch sie, bis schließlich nur mehr riß- und sprung- ühnliche Zeichnungen darauf hinweisen, daß hier Hyphen vor- handen gewesen sind. Verschwinden auch diese letzten Spuren, dann ist der ganze Ballen zu einem mehr oder weniger kompakten Gebilde geworden, das als Fremdkörper in der Zelle liegen bleibt und eben als Exkretkörper angesprochen wird. Oft beobachtet man an den Ballen eine äußere helle, weil weniger dichte und meist schon liomogene Zone und einen inneren dichteren und daher dunkleren Kern, in dem die Hyphen noch längere Zeit nachzuweisen sind. Diese hellere Zone übertrifft meist um das Mehrlache des Volumens den dunkleren Kern und scheint sogar manchmal die ganze Zelle zu erfüllen. Die Bildung des Ballens kann aber in gewissen Fällen auch unterbleiben. Wenn i* 52 nämlich der ganze Zellinhalt mit Pilzknäuela durchsetzt ist, dann kann es vorkommen, daß das Plasma nicht mehr imstande ist, diese Pilzknäuel zusammenzudrängen. Es vorquellen dann die Hyphen an Ort und Steile, werden aber weiter nicht aufgelöst und man kann sie so später, wenn das Zellplasma geschwunden ist, oft noch in ihrer charakteristischen Verzweigung und Knäuelung studieren, nur sind sie natürlich gequollen, streckenweise mit- einander verschmolzen und lassen nur au manchen Punkten noch ein Lumen erkennen. An die Stelle der Hyphen ist eben ein gleichgestalteter ExkretkOrper getreten. Die Eigenschaften der Exkretkörper und die weiteren Ver- änderungen, welche diese erleiden, wurden schon an anderer Stelle^) ausführlich besprochen. Sie sind, wie ein leichter Druck auf das Deckgläschen lehrt, anfangs weich, zähflüssig, elastisch und lassen meist zahlreiche größere und kleinere Vakuolen auftreten, in denen sich zur Zeit ein leichter, beweglicher Elüssigkeitsinhalt findet. Derselbe stellt wohl die letzten verwertbaren Stoffe vor, die dem Exkretkörper entzogen werden können. Was ihre äußere Form anbelangt, so ist sie wegen der anfänglich zähflüssigen Konsistenz eine recht mannigfaltige. Die Grundform ist wohl der Tropfen und die Kugel, die sich auch am häufigsten finden. Die Figuren 4 bis 10 sollen davon eine Vorstellung geben. Die Körper liegen entweder einzeln herum oder sie verschmelzen mehr oder weniger mit ein- ander zu großvakuoligen Gitterkugeln oder zu kleinvakuoligen schwammartigen Körpern u. s. f. Auch in Form von Wandbelagen (Fig. 9), flockenartigen Gebilden oder kompakten, wenig vakuoli- sierten, gezackten und oft eine ganze Zelle ausfüllenden Klumpen finden sie sich u. dgl. Die Zacken, die an den Körpern sehr auf- fallend sind, entstehen teils durch Schrumpfen derselben, teils, und das ist die Hauptsache, dadurch, daß am Rande des nicht ver- festigten Exkretkörpers viele Vakuolen eng nebeneinander nach außen durchbrechen und sich nicht mehr schließen, so daß ihre Trennungswände stehen bleiben und in Form der Zacken vorspringen. Bemerkenswert ist ferner auch das Auftreten von Exkretkörpern, welche mittels gequollener Hyphen in der Zelle aufgehängt er- scheinen (Fig. 10) usf Wie schon früher erwähnt, sind die Exkretkörper anfangs .ganz ungefärbt und nur durch Behandlung mit Jodtinktur etc. sichtbar zu machen. Auch nehmen sie zu dieser Zeit keine Farb- stoffe an. Später verfestigen sie sich aber, wobei sie sich anfangs gelblich färben, später aber sich bräunen und jetzt die Fähigkeit erbalten, mit zunehmender Färbung in gesteigertem Maße Farb- stoffe aufzuspeichern, wie Auilin-Safranin, Säurefuchsin etc. Die Verfestigung geht natürlich je nach der Größe des Körpers ver- schieden rasch vor sich. So kommt es, daß der Körper noch vor Beendigung der Verdauung vollständig verhärten kann und dann 1) L, c. 53 in seinem lünerii uoch jint erkeuribar deutliche Ilypheu beherbergt. Die zahtiiissi;ien iStadieu siud auch wieder wie bei Klaeannu^ etc. in Alkohol und Chloroform löslich. Es emj)fiehlt sich iufolgedesseu, womöglich lebendes Material und dieses iu Wasser zu untersuchen oder wenigstens nicht Alkohol zur Konservierung zu verweudeu, da dieser die Exkretstoflfe, wenn sie nicht schon total verhärtet sind, last ganzlich aullöst, oder doch mindestens zum Quellen brmgt, was eventuell beirren kann. Diese Störung macht sich häutig auch unangenehm bemerbar bei Anwendung alkoholischer Keagentien. Zuletzt verlieren die Exkretkörper aber wieder, wenn sie vollständig fest geworden sind, ihre Löslichkeit und Quellbar- keit und damit auL-h die Färbbarkeit. Ihre V'akuoleu siutl zu dieser Zeit entleert. Sie sind dann gelbe bis dunkelbraune, hörn- oder berusteinähuliche amorphe Massen mit entsprechendem mattem Glanz und oft feiner konzentrischer Schichtung, die in alten Wurzel- teilen oft so zahlreich auftreten, daß sich ihre Anwesenheit schon dem freien Auge kundgibt. Macht man nämlich durch ein solches Organ einen Schnitt, so sieht man schon mit bloßem Auge zahl- reiche rotbraune Punkte, eben die Exkretkörper. und zwar inner- halb der Anabdcna-ZonQ. Der Verdauuugsprozeß vollzieht sich also hier genau so wie bei Elaeagnus u. dgl. und bei Sempervlvuni und zweifellos noch bei vielen anderen Pflanzen und führt auch überall zu gleichen sichtbaren Endprodukten, die so charakteristisch sind, daß man schon aus ihrem Auftreten allein immer auf eine überstandene Pilz- infektion wird schließen können. Während des geschilderten Vorganges zeigt der Kern der infizierten Zelle wieder Veränderungen, wie sie als Degenerations- erscheinnngen in ähnlichen Fällen schon vielfach beschrieben worden sind. Anfänglich rundlich, nimmt er unter Voluraenver- größerung eine schwach amöboide Gestalt an oder streckt sich stark in die Länge und zieht sich zu einer an beiden Enden zugespitzten Spindel aus Fig. 1 und 11 oder aber er zeigt eine weitgehende Lappung (Fig. 12). die bis zur Amitose führen kann (Fig. 13). Dieser Fall ist allerdings seltener zu beobachten. Das Plasma kann sich längere Zeit erhalten und den Exkretkörper in sich einge- schlossen beherbergen ; im allgemeinen ist aber seine Lebensdauer sowie die des Kernes im Vergleiche mit einer gesunden Zelle offenbar infolge einer vom Pilze ausgehenden Giftwirkung stark gekürzt und über lang oder kurz gehen sie l)eide zugrunde, wenn sie nicht schon von allem Anfang an zur Bildung des Ballens auf- gebraucht worden sind. iJie Zelle selbst zeigt keine nenuenwerte Größenzunahme. Die meist reichlich aufgespeicherte Stärke wird aufgelöst. Die Stärkekörner häufen sich in der Hegel um den Zellkern herum an und verquelleu etwas. Behandelt man sie jetzt mit Jud, so tritt Blaufärbung nur mehr in ihrem Innern ein, während sich ihr Rand 54 braun färbt, w/e H. Hartig^) es schon für die Stärkekörner der Eiche bei Infektion mit TelepJwra perdix beschrieben hat. Später versehwindet die Stärke gänzlich. Aufifallend ist der große Eeichtum des infizierten Gewebes an oxalsaurem Kalke, der in großen Drusen oft neben reichhch vorhandenen Exkretkörpern auftritt. Er wächst mit dem Grade der Infektion, indem die stärkst infizierten Gewebe auch die größten Mengen an Kalkoxalat aufweisen. Bekannt ist die für Hyphorayceten disponierende Wirkung der Oxalsäure. Sie mag auch hier, bevor sie in fester Form ausgeschieden wurde, mitgewirkt haben, die Widerstandskraft der Zelle zu schwächen und diese für das Ein- dringen des Pilzes zu disponieren, wie dies z. B. auch Stoklasa^) für den Wurzelbrand der Zuckerrübe annimmt. Es verdient noch hervorgehoben zu werden, daß die Zellen der Vegetationsspitze vom Pilze nie infiziert werden. Ebenso bleiben auch die Zellen der Anabaena-Zoue zumeist verschont, wenigstens findet man in ihnen nur selten Exkretkörper, während außer- und innerhalb dieser Zone die Parenchymzellen der Rinde reichlichst in- fiziert sein können. Hiezu kommt noch die mit der ersten gleich- lautende Tatsache, daß bei den übrigen neben Cycas revoluta untersuchten Formen, bei denen allen die Fähigkeit der Phagocjtose nachgewiesen werden konnte, nur ältere Wurzelteile und Knöllchen immer eine Infektion aufwiesen, während die jüügsten weder Pilze noch Exkretkörper zeigten und auch kein oder nur wenig Kalk- oxylat führten. Die jugendlichen Gewebe müssen also von Haus aus vermöge der ihnen eigenen Zusammensetzung ihrer Säfte immun sein gegen Pilzinvasion. Im Falle der Anahaena-7jone ist es aber schwer zu entscheiden, ob die Zellen derselben die Fähigkeit derPhago- cytose verloren oder ob sie durch den Einfluß der Blaualge wieder eine ziemlich weitgehende Widerstandskraft erlangt haben. Ich möchte mich für das letztere entscheiden, da ich freie Hyphen in den Zellen dieser Zone nicht finden konnte. Die große Ähnlichkeit der Cycas-Knöllchen, speziell der von Cycas revoluta mit den Wurzelknöllchen von Elaeagnu^, Alnus u. dgl. und die große Gleichförmigkeit der in beiden Fällen sich abspielenden phagocytischen Prozesse könnten im ersten Augen- blick den Gedanken erwecken, daß hier eine ähnliche Symbiose vorliege wie bei den genannten Pflanzen; doch das gänzliche Fehlen in den jugendlichen Organen bei der Mehrzahl der Cycadeen sowie das gelegentlich nur bezirksweise Auftreten der Infektion sagen deutlich, daß der Pilz nicht als Erreger der Knöllchen betrachtet werden darf und auch nicht als Symbiont, sondern als Parasit auf- gefaßt werden muß, der gelegentlich ältere, wie es scheint, durch 1) Zitiert nach C. v. Tubeuf. -) Stoklasa Jul., Wurzelbrand der Zuckerrübe (Zentralbl. f. Bakterio- logie, II. Abt., 1898), zitiert nach P. Sorauer, Handbuch der Pfianzenkrank- heiten, Bd. I (1909), pag. 223. Zach Fr Tafll. ueoien. üuiaa.^eiibcnr. ia i 'j THL LtB^Artr OF THt 55 Stoflfwechselprodukte geschwächte (lewebspartien angreift, worauf die Zelle durch Phagocytose reagiert. Es gibt aber hier nicht eigene, hiezu besonders bestinnntc Phagocyten, wie sie z. B. Nocl Beruard in seiner Studie bei den Orchideenembryonen hervor- hebt, sondern es erscheint jede Kindenzelle mit der Fähigkeit ausgerüstet, gegebenenfalls als Phagocyt in Aktion treten zu können. Nacht raii". Nachdem die Abhandlung schon in Druck gegangen war, wurde ich auf die Arbeit von Dr. Claudio Fermi und Dr. Bus- caglioni aufmerksam: „Die proteolytischen Enzyme im Pfianzen- reiche" (Znutralblatt für Bakteriologie, II. Abt., V. Bd.). Die Resultate derselben ergänzen in gewissem Sinne die von mir gewonnenen Ergebnisse. Die Verfasser ließen Organe verschiedenster Pflanzen auf Gelatine einwirken und schlössen auf die Anwesenheit von proteo- lytischen Enzymen in diesen Organen, wenn dieselben die darunter liegende Gelatine zu lösen vermochten. Bezüglich der Cycas-WüTze\ü sagen sie nun pag. 126: „Die Wurzelverdickungen von Cycas, die Anahaena enthalten, wirken stark verflüssigend, während.uragekehrt die im Wachstum begrififenen und normal gebauten Wurzelextremitäten derselben Pflanze keine Reaktion auf Gelatine ausüben." Sie dürften demnach wohl mit Cy<:«s-Knöllchen gearbeitet haben, in denen gerade phagocytische Prozesse abliefen. Erklärung der Tafel II. Vergrößerung: Reichert, Homog. Imm. 1/12, Apert. 1-35, Fig. 1, Ok. 2, Fig. 2 bis i:^, Ok. 4. Fig. 1. Cucas revuluta. Zelle mit Hyphen und Exkretkörpern, Zellkern spindelig gestreckt. Fig. 2. C'ifcas reioluta. Teil der Oberflächenansicht eines in Verdauung begriffenen Ballens ; Hyphen verästelt, gequollen und teilweise miteinander ver- schmolzen. Behandlung mit Jodtinktur. Fig. 3. Elaeagnus angustifolia. Hyphen gequollen und miteinander ver- schmolzen. Behandlung mit Chloralhydratiüsung. Fig. 4 bis 10. C'i/cas reioluta. Verschiedene Formen von Exkretkörpern. Fig. 11. Cycas reioluta. Spindeliger Kern aus einer infizierten Zelle. Fig. 12. Cycas rcvoluta. Gelappter Kern aus einer infizierten Zelle. Fig. 13. C'ifcas reioluta. Kern in Amitose aus einer infizierten Zelle. Einige bemerkenswerte Flechtenparasiten aus dem Pinzgau in Salzburg. Von Dr. Karl v. Kein.slfr (Wien). Im Verlaufe eines für wissenschaftliche Zwecke bestimmten Aufenthaltes im J'inzLMu in Salzburg während des Sommers 190'J 56 beschäftigte ich mich unter anderra mit dem Sammeln von Pilzen und wandte einen Teil meiner Aufmerksamkeit auch den Flechten- parasiten zu. Bei der nachträglichen Untersuchung der gesammelten Flechtenparasiten ergaben sich einige bemerkenswerte Arten, die zu einer kritischen Revision Anlaß boten. Die Besprechung dieser Arten soll den Gegenstand der vorliegenden Publikation bilden. Sit'othecium lichenicolum Eeissl. Syn. : Torula Uchenicola Linds.. Observ. new liehen. Micro-Fungi in Transact. R. Soc. Edinburgh, vol. 25/2 (1868/9), p. 515 et .530. tab. 23, fig. 1—18; Sacc, Syll. fung., vol. X (1892), p. 574; Zopf in Hedwigia. Bd. 35 (1896), p. 334; Lindau apud Rabenh.. KryptÜ. von Deutschi., 2 Aufl., Bd. I, Abt. 8 (1906), p. 577; Bouly de Lesdain, Lieh, envir. Yersaill. in Bull. soc. bot. France, t. 54 (1907). p. 696. Salzburg: Auf den Apothecien von Lecanora chlarona Ach, (an Fraxinus excdsior L.). bei Thumersbach am Zeller-See, ca. 750 m, Juli 1909 (herb. Mus. Palat. Vindob.). Bei Untersuchung des von mir gesammelten Parasiten auf den Apothecien von Lecanora chlarona Ach. konnte ich feststellen, daß derselbe aus kugeligen schwarzen Perithecieu besteht, welche in geringerer oder größerer Zahl in der Fruchtscheibe der genannten Flechte auftreten, anfiinglich mehr eingesenkt im Substrat sich entwickeln, später aber sich deutlieh über dieses emporheben und schließlich an der Spitze unregelmäßig aufreißen. Betrachtet man das Innere der Gehäuse, so gewahrt man kurze Sporeuträger, die an ihrer Spitze Sporen abschnüren, welche zu kurzen Ketten ver- bunden sind und sich erst später einzeln ablösen. Die Sporen sind graugrünlich oder olivenbräunlich, meist mit zwei kleinen Öltropfen versehen, länglich abgerundet und messen ca. 6 — 8 X 3—4 fi. Als ich in der Literatur genauer nachsah, um diesen Parasiten zu be- stimmen, konnte ich lange nichts Ähnliches finden, bis ich schließ- lich auf Torida Uchenicola Linds. 1. c. kam, deren Abbildung und Beschreibung, wie eine sorgfältige Überprüfung lehrte, genau auf den von mir gesammelten Parasiten paßte. Lindsay. der sich den Pilz von Mr. Currey') bestimmen ließ, hat denselben irr- tümlich in die Gattung Torula gestellt, mit welcher derselbe nichts zu tun hat; denn die Vertreter der Gattung Torula — aller- dings auch durch zu Ketten vereinte Sporen ausgezeichnet, woraus sich der Irrtum erklärt — sind vollkonomen gehäuselos und bilden auf dem von ihnen befallenen Substrat lockere, ober- flächlich hiukriech ende Filze. Die späteren Autoren haben, wie die vorne angeführten Literaturaugaben-) zeigen, den in Rede 1) Vgl. Lindsay, 1. c, p. 515, Fußnote §. 2j In der zitierten Abhandlung von Bouly de Lesdain, 1. c, p. 697, findet sich auüerdem noch ein von Vouaux neu beschriebener Flechtenparasit aus der Gattung Torula, nämlich T. verrucosa Vouaux nov. spec. auf den 57 steheudeu Pilz unter dem Li udsay sehen Xaiuen weitergeführt, was nach der nunmehrigen Feststclhing nicht mehr statthaft ist. Da ein Gehäuse vorhanden, Schläuche aber fehlen, ist der Parasit unter den Fuikji iiiijirrfccti zu den Sjiliaerioideai; zu stellen, u. zw. nach den dunklen einzeiligen Sporen zu der üruppe der Phacosporae, bei deuen die Ciattung ^irotliccium durch die Ausl)ildung von Sporen ketten ausgezeichnet ist. Aus dieser Gattung, von der anscheinend bis jetzt nur einige wenige, auf altem Holz vor- kommende Spezies bekannt geworden sind, wurde, so glaube ich annehmen zu können, bisher kein Flechtenparasit beschrieben. Ob das, was Lindsay für eine größere Zahl von Flechten als Tvrida lidivnicola beschrieben und auslührlich abgebildet hat, unter einer Art zu subsumieren ist oder ob wir es, wie Lindau 1. c. vermutet, mit einer Sammelspezies zu tun haben, wage ich im Augenblick nicht zu entscheiden. Dendrophoma jjodetiicola KeissL Svn.: Lichenostida podetiicola Zopf, Unters, paras. Pilze d. Flecht. iii Nova Acta Leop.-Carol. Akad. d. Naturf., Hd. 70 (1898), p. 263, lig. 22—25; Sacc, Syll. fung.. vol. XVI (1902), p. 851. — 31i- crothclia alcicorniaria Liuds., Mem. Spermog. Pycn. filam., frutic. fol. Lieh, in Transact. R. Soc. Edinburgh, vol. 22 (1859), p. 161. tab. VIII, fig. 3 (descript. sine nomine) et Enum. Mieroparas. in Journ. .Microse. Sc, New Ser., vol. IX (1869), p. 349 (nomeu sine descript.); Zopf in Hedwigia, Bd. 35 (1896), p. 323. — 1 Apo- sphaeria Cladoniae Allesch. et Sehnabi in Ber. Baver. bot. Ges. Bd. IV (1896), p. 32 et apud Rabenh., Krvptß. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 6 (1899), p. 385; Sacc, Syll. fung.. vol. XIV (1899), p. 895. Salzburg: Auf den Thalluslappen von Cladonia pyxidata Schaer., Leberbründl bei Bad Fusch, ca. 1250 m, Juli 1909 (herb. Mus. Palat. VinJob. I. Auf der Überseite der Thalluslappen (manchmal auch auf der Unterseite) fanden sich kleine, halbeingesenkte, später mehr her- vorbrechende schwarze (unter dem Mikroskop brauuschwarze) Ge- häuse von ca. 150 fi Durchmesser, die an der Spitze klaffend sich öffnen. In diesen Gehäusen finden sich helle, nierenförmig gestaltete Sporen mit einzelnen (meist zwei kleineu) öltropfen, ca. 6 — 8 X 3 /ix messend, nicht in Schläuchen entstehend. Die eingehendere Unter- Apothecien von Lecanora suhfusca, ausgezeichnet durch warzige Sporen. Nach der ganzen Beschreibung ist zu erkennen, dali aucli diese Art zu Sirutheciuin gehört, so daß dieselbe den Namen Sirotheriuni rerrucosnin (Vouaux) zu führen hat. — Bei diesem Anlasse möchte ich zugleich folgendes konsta- tieren: Bouly de Lesdain, 1. c, p. OUä, hat unter anderem auch uuoh einen neuen Flechtenparasiten aus der Gattung Vidijmella, nämlich 1). cuarctatae nov. si)ec., beschrieben. In der Diagnose heißt es ausdrücklich ..jiaraphysae nuUae", so daß es wohl keinem Zweifel unterliegt, daß diese Art zu Pharcxdia zu stellen ist und Jfharritlia coarctatae (Bouly de Lesd.) zu heißen hat. 58 suehung führte mich auf die von Zopf 1. c. beschriebene Licheno- sfida podetiicola nov. gen. et nov. spec. auf Podetien von Cladonia gracilis f. hybrida, welche Waghorne in Neufundland (Bay of Islands, Eiverhead) sammelte. Ich glaube nicht zweifeln zu müssen, daß der mir vorliegende Flechtenparasit mit der von Zopf aufge- stellten Art identisch sei. Über die Gestalt der Sporen schreibt Zopf 1. c, p. 264^): „Bezüglich der Form der Conidien herrscht eine gewisse Mannig- faltigkeit, insofern sie bald breit-, bald schmalnierenförmig, bald breit-, bald schmalellipsoidisch, bald ei- oder birnförmig, aber auch in letzteren Fällen meist ein wenig gekrümmt erscheinen." Auch ich habe gewisse Variationen in der Gestalt der Sporen beobachtet, die aber wenigstens zum Teil darauf zurückzuführen sein dürften, in welcher Lage man die zumeist nierenförmigen Sporen im Mi- kroskop vor sich liegen sieht. Betreffs der Art der Abschnürung der Sporen bemerkt Zopf 1. c. : „Sterigmenbildungen fehlen, die Conidien werden viel- mehr direkt von der Wandung abgeschnürt." Diese Angabe dürfte wohl auf einer irrtümlichen Beobachtung beruhen, da man sich eine „direkte Abschnürung von der Wandung" nicht gut vorstellen kann. An meinen in allen Punkten mit den Zopf sehen Angaben über- einstimmenden Exemplaren habe ich gefunden, daß die Sporen auf hellen, ziemlieh langen, ca. 1 ^ breiten Trägern abgeschnürt werden,diebäumchen förmig oder besser gesagt ein fach traubig verzweigt sind ; es findet sich ein gewisser Hauptstamm des Sporen- trägers, von dem alternierend links und rechts kurze Seiten- äste ausgehen, die endständig die Sporen abschnüren. Diese Art der Ausbildung des Sporenträgers ist bekanntlich unter den Fungi imperfecti^ Gruppe der Sphaerioideae-Hyalosporae für die Gattung Dcndrophoma charakteristisch, und ich glaube daher keinen Anstand nehmen zu dürfen, die von Zopf aufgestellte Gattung Lichenostida, von der Saccardo I.e. schreibt: „est quasi Fhoma lichenicola", einzuzieh en und unter Dendroplioma zu stellen, von der sie sich nur durch das Vorkommen auf Flechten unter- scheidet, so daß die von Zopf beschriebene Art nunmehr als Dendroplioma podetiicola (Zopf) zu bezeichnen ist. Es erübrigt sich nunmehr auf die eingangs zitierte Micro- tlielia alcicorniaria Linds. zurückzukommen, von der Zopf 1. c, p. 265, schreibt: „Die Beschreibung von Microthelia alcicorniaria Lindsay habe ich nicht erlangen können. Ich werde daher meinen Pilz vorläufig als Lichenostida podetiicola hezeichneu" . Nach einigen Bemühungen habe ich herausbekommen, daß Lindsay diesen Parasiten in seiner Abhandlung: „Memoir on the Spermogones and Pycnides of Filamentous, Fruticulose ^iand Foliaceous Lichens" in Transact. ß. Soc. of Edinburgh, vol. 22 (1859). p. 161 (tab. VIII, fig. 3) ohne einen Namen zu geben, folgendermaßen be- ^) Siehe auch 1. c, p. 265, fig. 25. 59 schreibt: „Oii the lower or paler siirface of the folioles of the horizontal tballus are scattered sparingly, in the right-hand spe- cimen in my copy, distinet black coiies or papillae, semi-immersed. These are pycuides, but unassociated with either apothecia ur sper- mogones ot any kind. I have great heöitatiou in regardiug theni as belongiug to this Cladonia, in as miich as I have not elsewhere t'oud thern in this geuus, I am theretbre rather incHned to look upou thera as accideutai parasites. The eontain stylospores, oval or oblong oval, generally more or less curved, but very irregulär in form". In der Abbildung, die Lindsay gibt, sehen wir einen Thalluslappen in natiirlieher Größe mit dem Parasiten ; mikroskopi- sche Details sind niclit dargestellt. Erst in einer späteren Publikation „Enumeration of Microparasites" in „Journal Microscop. Soc, New Ser., vol. IX (1869). p. 349, führt Lindsay den Namen Microthclia alcicorniaria an, gibt aber dort keine Beschrei- bung, sondern verweist nur mit der Bemerkung') „Pycnidia only" auf die zuerst angeführte Publikation. Nach der Beschreibung erscheint es wohl wahrscheinlich, daß Microthclia alcicorniaria Liuds. und Lichcnosticta podetiicola Zopf identisch sind. Wenn ich für die Benennung des Parasiten den viel später aufgestellten Namen von Zopf heranzog, so waren folgende Gründe maßgebend: Die Art und Weise, wie Lindsay seine Art publiziert hat, ist nicht vollkommen korrekt, da an der einen Stelle, wie erwähnt, eine (dazu du rftige, eine ganz sichere Deutung nicht zulassende) -.Beschreibung ohne Namen, an der anderen Stelle ein Namen ohne Beschreibung') gegeben ist, während die Beschreibung von Zopf, als eine korrekte, sehr genaue, mit mehreren Abbildungen versehene, vollkommen einwandfrei erscheint. Im Anschluß hieran möchte ich noch bemerken, daß neben dem erwähnten Parasiten auf Thalluslappen der von mir ge- sammelten Cladonia i'^yxidata Schaer. noch ein anderer auf dem Stiel eines Podetium vorhanden ist. Es sind kleine, etwas längliche (seltener mehr rundliehe) Gehäuse (Perithecien), die ca. 250x100 /u messen. Von dem Rande dieser ziemlich ober- flächhch sitzenden, pseudo-parenchymatisch gebauten Gehäuse strahlen manchmal dunkelbraune Hyphen aus, die, mit Querwänden versehen, bald in eine einfache Spitze auslaufen, bald sich etwas zwei- bis dreizackig teilen; sie messen ca. 45 — 60X5 ii. Unter- sucht man den Nuclens der (lehäuse, so findet man helle, gerade, gabelig verzweigte Paraphysen von 3 /x Breite und Schläuche von keuliger, nach unten verschmälerter Gestalt, die innen von zahlreichen hellen, spermatoiden Sporen dicht gefüllt zu sein ') Die von den Flechten auszuscheidenden Microthelia- Kri^n werden be- kanntlich (als Ascomyceten) zu iJidif mos phueria g>iZogen; vgl. Sacc, Syll. fuug., vol. I, p. 709. '^} Etwas Ahnliches ist auch hei Microthelia Collemaria Linds. der Fall ; vgl. darüber Keissler, Beitrag zur Kenntnis der Pilzflora Dalmatiens, in österr. bot. Zeitschr., Bd. 59 (1909;, p. 277, Fußnote 1. 60 scheinen. Die Schläuche messen ca. 80X9 ^ und geben mit J keine Eeaktion. Da das mir von diesem Parasiten zu Gebote stehende Material ein spärliches ist, und da ich nicht sieher ent- scheiden kann, ob es sich wirklich um Schläuche mit sperma- toiden Sporen oder vielleicht nur um junge Schläuche mit körnigem Inhalt handelt, so will ich vorläufig von einer Be- nennung dieses Parasiten Abstand nehmen, bis ich selber besseres Material desselben gesammelt habe oder bis jemand anderer, durch meine Bemerkungen aufmerksam gemacht, auf einen ähnlichen Parasiten bei Cladonia stößt. Von sonstigen, im Pinzgau in Salzburg gefundenen Fiechten- parasiten möchte ich zum Schlüsse noch erwähnen: Diäymella epipolytropa Berl. et Vogl. in Sacc, Syll. funir., Add. 1—4 (1886). p. 89 et vol. IX (1891), p. 671. — Syn. : The- häium epipolytroinim Mudd. Man. Brit. Lieh. (1861), p. 298. — Didymosphaeria epipolytrop Wurzel Wurzel I. II. III. IV. V. VI. VII. VIII. IX. X. XI. gesund gesund gesund gesund In der i Kontroll Verlauf gesund gesund gesund 'olge unterb versuche, c bereits zur bekannt ist. gesund gesund gesund gesund eiben die ia deren Genüge 5 4 6 5 4 6 5 1 10 7 7 6 8 6 5 10 5 11 7 7 7 7 5 8 6 6 8 7 11 9 9 7 Brunnenwasser destilliertes Wasser XII. xin. gesund gesund gesund CO 00 6 9 8 11 J) Portheim L. v., 1. c, 1901. 63 Im Laufe der Untersuchungen zeigte sich, daß bei parallel laufenden Versuchen mit intakten, haUnvurzeligen und wurzellosen Pfiauzen stets diejenigen mit ganzer Wurzel denen ohne W^irzel in der Entwicklung voran waren, während jene, deren Wurzel uin die Hälfte gekürzt worden waren, in den meisten Fällen ungefähr in der Mitte standen. Da diese Erscheinung sowohl in kalkfreier, als in normaler Nährlösung zutage tritt, kann sie wohl als eine direkte Wirkung der Wurzelverletzung angesprochen werden. — Zwischen kalkfreier und kalkhaltiger Nährlösung zeigte sich ander- seits ein Unterschied in dem Sinne, daß die in normaler Nähr- lösung gezogeneu Versuchsptianzen den jeweilig entsprechemien in der kalkfreien Lösung an Größe der oberirdischen Organe sichtlich überlet:;en waren. Die unterirdischen Organe in Knopscher Nährlösung waren weiß, gesund und langgestreckt. Seitenwurzeln waren in reicher Anzahl auch bei gänzlich oder zur Hälfte fehlender Hauptwurzel vorhanden. Regeneration der Wurzelspitze jedoch wurde in keinem Falle beobachtet. In kalkfreier Nährlösung entfiel der Nachwuchs von Seitenwurzeln, und die bereits vorhanden gewesenen zeigten, ebenso wie die Hauptwurzel, alsbald das bekannte Bild der Er- krankung durch Kalkmangel. — Wir gelangten demnach zu dem Resultate, daß sich der Ein- fluß der Verletzung nicht zu dem des Kalkraangels addiert. Viel- mehr erfährt die Erkrankung durch Kalkmangel bei gänzlicher oder teilweiser EntfernuuL^ der Wurzel einen zeitlichen Aufschub; d. h.: In kalkfreier Nährlösung erkranken die Keim- linge mit intakten Wurzeln um ca. 1 — 2 Tage früher als diejenigen ohne Wurzel, und früher oder zur gleichen Zeit wie diejenigen mit halber Wurzel. Versuche mit ca. O'Ol — 0*04% Eosinlösung, die zu dem Zwecke unternommen wurden, um approximative Vergleichswerte lür die Geschwindigkeiten des Aufstieges der Nährlösung in den Keimlingen mit intakten, zur Hälfte entfernten und gänzlich ab- geschnittenen Wurzeln zu ermitteln, ergaben, daß die wurzellose Pflanze den Eintritt der Nährlösung am leichtesten zu gestatten scheint: Trotzdem aus diesen Versuchen hervorgeht, daß die kalk- freie Nährlösung somit am raschesten in die wurzellosen Keimlinge gelangen muß, trat dennoch die Erkrankung, wie aus der Tabelle ersichtlich ist, bei ebendiesen am spätesten auf. Ich folgerte daraus, daß bei meinen Versuchen das frühere Auftreten der Er- krankung durch Kalkmangel bei den unverletzten Pflanzen daher zu erklären sei, daß sich dabei die Erkrankung der Stengelteile mit der der Wurzel summiert und daß infolgedessen bei fehlender Wurzel die Erkrankung der oberirdischen Orgaue verzögert werde. Um dem eventuellen P^inwand zu begegnen, (iaß es sich hiebei um ein bestimmtes Entwicklungsstadiuni handle, das eben von den normalen Keimlinjren trüher erreicht werde, nahm ich 64 mehrmals bei Auftritt der Eriirankung an den erkrankten Exem- plaren Längenraessungen der Hypokotyle und Epikotyle vor, und fand, daß zwar einerseits die intakten Pflanzen immer besser ent- wickelt waren, als die ihrer Wurzel beraubten, daß aber ander- seits die Erkrankung später auch bei den kürzeren, wurzel- losen Keimlingen auftrat obwohl dieselben das entsprechende Längenwachstum noch nicht erreicht hatten. Hierauf bezieht sich Versuch X und XI der Tabelle, bei denen ich am Tage der Er- krankung die erwähnten Messungen vorgenommen und folgende Werte erhalten hatte: Versuch X: Totallänge der normalen Pflanzen 4 — 5*5 cm, der halbwurzeligen 4 — 6*5 cm, der wurzel- losen 4 — 4 "5 cm. Versuch XI: Durchschnittliche Totallänge der unverletzten Pflanzen 5 cm, der halbwurzeligen 4 — 5 "5 cm, der wurzellosen 3 — 3*5 cm. Bei einigen Versuchen hatte ich auch den Keimlingen die Kotyledonen abgenommen, um festzustellen, inwieweit durch das Fehlen der Reservestoö'e die Versuchsergebnisse beeinflußt würden: Es ergaben sich keinerlei bemerkenswerte Unterschiede und diese Versuche sind deshalb in der Tabelle nicht näher bezeichnet. — Am Schlüsse meiner Arbeit angelangt, erfülle ich die an- genehme Pflicht, Herrn Leop. ß. v. Portheim für die mannig- fache und weitgehende Unterstützung, die mir derselbe dabei in liebenswürdigster Weise zuteil ^werden ließ, meinen ^ergebensten Dank auszusprechen. Revision der balkanischen und vorderasiatischen Ono- bi'ychis- Alten aus der Sektion Euhrychis, Von Dr. Heinr. Frh. v. Handel-Mazzetti (Wien). (Aus dem botanischen Institute der k. k. Universität Wien.) (Mit einer Tafel und zwei Textabbildungen.) (Schluß. 1) Subseetio: Albae Hand.-Mzt. (nov.). Fructus pilis ultra 0"5 mm longis, flaccidis dense et longiuscule albo-villosi. Flores albi vel ochroleuci vel roseo-suffusi. Vexillum earina aequilougum vel paulo brevius vel perpaulo longius. Alae carinam dimidiara aequantes vel breviores. Bacemi fructiferi pedunculis non ultra duplo longiores. 24. Onobrychis stilphurea liü\^^. ti ^2A.^ inBoissier, Diagn. pl. orient. nov., ser. 2, fasc. 6, p. 63 (1859). Boissier, Fl. Orient, II, p. 530 (1872). Exsikkaten: Balansa, PI. d'Orient 1856, Nr. 927. Siehe, Fl. Cappadocica, Nr. 1898. 1) Vgl. Nr. 1, S. 5. 65 Ver breiniii"-: üebiet des Erdschias Dagh. Gesehene Exemplare: Versaut septentrioiial de rAli-Dagh. ä 7 km au SE. de Ct'saree. vers 1430 m (Balansa: Htm, Hsj. Zwischen Steinen der mittleren Argaeusregiun (Siehe: Hs). •25. Onohri/chis Drf/rnii l)örl!., in Degen u. Dörfler, Beitr. z. Fl. Albaniens u. Maci^doniens, in Denkschr. m.-n. Kl. k. Akad. d. Wissensch. Wien, LXIV, p. 718 (1897). Velenovsky, Siebenter Naclitr. z. Fl. v. Bulgarien, in Sitzgsber. der kgl. bühm. Ges. d. Wiss.. m.-u. Kl., 1890. S. A., p. 3. Exsikkat: Dörfler, Iter Turcieum secund., Nr. 149. Verbreitung: Allchar in Zentral-Mazedonien. Rhodope? Gesehene Exemplare: Maeedonia centralis: In rupibus arse- nicis prope Allchar (Dörfler: D, Ilfm, Hs. UVV). In monte Rho- dope ad Dermendere (§korpil: VI, fraglich, weil nur ein unvoll- ständiges, schwächer als die mazedonische Pflanze behaartes Exemplar). i ^ ^ 5 1 Abb. 2. Früchte von Onohnjchis alba, 1. vorn Lliokovo („0. Visianü", Flora f'xs. Austro-Hungarica, Nr. 4, Exemplar im Wiener.bot. Institut), 2. vom Pod- velez bei Mostar, 'S. von der Treska-Schlucht bei Üslcüb, 4. von Epirus (Bal- dacci, It. III, Nr. 38). 5. von Moldova im lianat (lg. Sonklar: botan. In- stitut^VVien). Eine höchst auffallende Pflanze, von der ich ein direktes Cbergeheu in eine andere Art nicht konstatieren konnte. Sie scheint auf wenige Standorte beschränkt zu sein und ein der 0. snlphurea nahestehendes Relikt darzustellen. 26. Onohrychis alba (Waldst. et Kit.) JDesv. — Iledy- sarum alhum Wald st. et Kitaib., in Willdenow, Spee. plant. IIL, p. 1216 (1803); Descript. et Icon. plant, rarior. Hung., II, p. 115, tab. 111 (1805). Ünvhrydus alba Desvaux, Journ. bo- laui^arkovica, ca. 70 m ü. d. M.. Bosanka, ea. 300 m ü. d. M. zwischen S. Giacomo und Dubacpaß. ca. 200 m fl. d. M.; Westseite der Snjeznica bei Ragusa veccbia, ca. 800 m ü. d. M. (Latzel). var. coi'onata (Kr])b.) Jatta. Ragusa: Reitweg zur Zarkovica, an Kalk (Latzel). var. veUina (Mass.) Jatta. Ragusa: Crni dol, ca. 350 m ü. d. M., an Kalk (Latzel). Caloplaca citrina iHottm.) Th. Fr. Cherso : Wegmauern bei der Stadt Cherso. bis zu 100 m ü. d. M. (Baumgartn er): in der näheren und weiteren Um- gebung Ragusas. namentlich an Mauern, häufig (Latzel). Caloplaca cerina (Ehrh.) Th. Fr. Ragusa: an Cuj)ressKS auf dem Mt. Sergio, ca. 150m ü. d. M., an Pinienzapfen auf dem Mt. Petka, ca. 100 m ü. d. M., Siidabhang der Snjeznica bei Ragusa veccbia, ca. 90 m ü. d. M., an Mannaeschen (Latzel). var. vhlot'ina (Fw.) Th. Fr. Ragusa: an Qncrcus puhescens, Bosanka, ca. 2G0 m Q. d. M. (Latzel nr. 490). var. adriatica A. Zahlbr. in Österr. Rotan. Zeitschrift, Band LIII (1903), p. 289, et in Annal. naturhist. Hofmus. Wien, Band XIX (1904), p. 419; Kryptog. exsicc. cdit. Mus. Palat. Vindob. Nr. 1053. Ragusa: Mt. Petka auf Lapad, ca. 190 m ü. d. M.. und in Gärten hinter Zarkovica, ca. 290 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel). Caloplaca pijracea (Ach.) Th. Fr. In der Umgebung Ragusas sowohl an Kalkfelsen als auch an Rinden (von Fraxinus ürnus, Pirus amyydaliformis und Pyramidenpappelnj häufig. Caloplaca sarcopisioidcs (Körb.) A. Zahlbr., Vorarb. Nr. 174. Ragusa: Lapad, auf Phius liaUpoisiii (Latzel nr. 408). Caloplaca Follinii (Mass.) Jatta. Insel Giujipana: an Citrus vidyaris bei Luka: in der Um- gebung Ragusas an Ji(iii])erHs plioenicca^ Alyrtus, Fldomis fru- ticosa und Ölbäumen häutig (Latzel). 74 Caloplaca haematites (Chaab.) Th, Fr, Kagusa : Ostfuß des Mt. Petka, ca. 50 m ü. d. M., an Pistacia Lentiscus (Latzel nr. 492). Caloplaca ferruginea (Hiids.) Th. Fr. An Kalkfelsen auf dem Vermac, 400 — 500 m ü. d. M. (Vierhapper); Cherso: Waldungen südöstlich von Predoschizza, ca. 300 m ü. d. M., an Juniperus Oicycet^ms (Baumgar tn er); Insel Giuppana; an Ölbäumen bei Luka (Latzel). var. nigricans (Tuck.) Th. Fries, Lichgr. Scand., vol. I (1871), p. 184. Excipulum ex hyphis radiantibus. simplicibus vel ramosis, eseptatis, tenuibus conglutinatisque formato. intus decolore, in parte raarginali fuscescente, KHO violascente, in parte inferiore gonidia includente vel gonidiis destituto: hypothecium decolor, crassum, ex hyphis intricatis formatum, KHO — ; hymenium de- color, in parte superiore fuscescente et KHO violascente; para- physes densae, strictae. simplices. ad apicem clavatae et sep- tatae, nonnihil submoniliformes; asci ovales vel ovali-ellipsoidei, versus apicem interdum leviter acuminati, in ipso apice rotun- dati vel fere retusi et ibidem membrana bene incrassata cincti ; sporae in ascis plus minus biseriales, decolores, polari-diblestae, ovales, ellipsoideae vel oblougo-ellipsoideae. utrinque rotundatae vel hinc inde in altero apice plus minus acuminatae. Metkovic: an FhiUyrea auf der Marusica gradina, ca. 40 m ü. d. M. (Latzel nr. 114). 429. Caloplaca (sect. Eucaloplaca) calcicola A. Zahlbr., nov. spec. Thallus epilithicus. tenuissimus. dispersus, maculosus vel plus minus effusus, continuus vel minute et subindistincte rimu- losus, hinc inde etiam subleprosus, fuscescenti- vel nigricanti- cinerascens, rarius murinus, opacus, KHO violascens, isidiis et sorediis destitutus. in margine linea obscuriore non cinctus, ecorticatus, gonidiis palmellaceis, majusculis, 12 — 15 yi latis, globosis, laete viridibus. Apothecia sessilia, minuta, 0*2— 0' 3 mm lata, croceorufa vel croceofusca, subceracea, demum obscurata et opaca, primum concava. fere gyalectiformia, demum plana vel convexiuscula; margine integro, dein prominulo, demum de- presso; excipulo ex hyphis formato radiantibus septatisque, leptodermaticis, intus decolore, versus marginera fuscescente, in parte basali gonidia includente; epithecio crassiusculo, fulvo vel umbrino-fusco, granuloso, KHO kermesino; hymenio dilute roseo, 100 — 110(11 alto, J intense coeruleo; hypothecio decolore, mi- nute et parum distincte celluloso, strato gonidiali imposito; paraphysibus sat latis, simplicibus vel apicem versus furcatis, superne septatis, ad apicem clavatis; ascis hymenio parum brevioribus, oblongo-clavatis, ad apicem rotundatis vel cuspi- dato-rotundatis et ibidem membrana incrassata cinctis, 8 sporis : 75 sporis in ascis subuDiserialibus vel biserialibus, decoloribus, polari-diblastiä. cellulis apicalibus parvis, isthrao pariim visibili, late ellipsoideis vol ovalibus. 10 — 14 ^ longis et 5 — 8 (x latis. Pycnoconidia non visa. Lacroina: an Kalksteinen beim kleinen Molo (Latzel nr. 417), Die neue Art gehört in den Artenkreis der Calophica fer- ruginea und ist durch den äußerst dünnen Thallus. durch die Farbe der sehr kleinen Apothezien und durch die breiten, kurzen Sporen charakterisiert, var. oi'hracea A. Zahlbr. nov. var. Thallus ochraceus, apothecia parum laetius colorata. An Kalkfelsen auf dem Vermac, 400—500 m ü. d. M. (Vierhapper). Caloplaca arenaria var. Lallarei (Clem.) A. Zahlbr. Cherso: Pernata gegenüber der Stadt Cherso, ca. 200 m fl. d. M., an Kalktelsen (liaumgartner); Insel Giuppana: bei Luka; um Ragusa nicht selten (Latzel). Caloplaca (sect. Fulgoisia) fulgida (Nyl.) A. Zahlbr. Veglia: Punta Desiderio südwestlich von der Stadt Veglia, nahe dem Strande, auf kalkhaltiger Erde (Baumgartner); Meleda: Westabhang des Veliki grad, ca. 300 m ö. d. M. (Latzel nr. 52). Caloplaca (sect. Gasparrinia) tmirorum (Hoffm.) Th. Fr. Gravosa: unter dem Mt. Petka, ca. 30 m ü. d. M., und zwischen ^arkovica und Dubacpaß, ca. 300 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel). Caloplaca (sect. Gasparrinia) callopisma (Ach.) Th. Fr. Cherso: Wegmauern bei der Stadt Cherso (Baumgartner) ; Metkovic : Mali prolog, ca. 80 m ü. d. M.; in der Umgebung Ragusas eine sehr häutige Kalkflechte (Latzel). Caloplaca (sect. Gasparrinia) aurantia (Pers.) Stnr. Nach den Funden Latz eis in der Umgebung Ragusas sehr häufig; auf Cherso sammelte sie Baumgartner, auf Me- leda Latzel. var. (lalmatica A. Zahlbr. nov. var. Thallus late expansus. substrato arcte adpressus, aurantiacus, aurantiaco-vitellinus vel vitellinus, nitidiilus vel nitidus, cerinus, laevis. lobis marginalibus densis, approximatis et continuis, an- gustis, 0-28 — 0"35 mm latis, plus minus elongatis, bene con- vexis ad apicem parum dilatatis et minus convexis. Structura apotheciorum interna ut in planta typica. Das wachsartig glänzende, glatte Lager mit den schmalen Raiidlappen verleiht der Flechte einen autfallenden Habitus. Sie scheint auf den quarnerischen Inseln und in Dalmatien weit verbreitet zu sein; ich erhielt sie von den folgenden Stand- orten: Veglia: an Wegmauern bei der Stadt Veglia, ca. 50 m 76 ü. d. M. (Baumg artner) (früher von mir als „Caloplaca aurantia'^ aufgezählt); Metkovie, ca. 40 m ü. d. M. : Insel Giup- pana: bei Luka, ca. 30 m ü. d. M.: Lacroma: Kalkfelsen beim Hafen, ca. 6 m ü. d. M.; Kagusa: Nordabhang des Mt. Sergio, ca. 350 m ü. d.M.; Halbinsel Suscepan. ca. 10 m ü. d. M., und Südseite der Snjeznica, ca. 850 m 0. d. M. bei Ragusa vecchia (Latzel). Theloscliistaceae, Xanthoria parietina (L.) Th. Fr. var. isidoidea Beltr., Licheni Bassanesi (1858), p. 103. Thallus iraprimis in centro isidiis minutis granuliformibus vel subcuneato-granuliformibus, demum aggregatis plus minus obsitus. Diese nahezu verschollene Varietät sammelte Latzel auf der Insel Giuppana bei Luka, ferner um Gionchetto, ca. 150 m ü. d. M., und Osojnik, ca. 300 m ü. d. M., bei Ragusa, stets an Kalkfelsen. var. retinigosa Stnr. Cherso; St. Bartolomeo über Smergo, ca. 300 m ü. d. M., an Kalkfelsen und an Wegraauern bei der Stadt Cherso (Baum- gartner): Meleda: Südufer des Lago grande, ca. 2 m ü. d. M., bei Babinopolje, ca. 50 m ü. d. M., und am Westabhang des Veliki grad, ca. 350m ü. d.M., an Kalkfelsen (Latzel). var. contortuplicata Oliv., Lieh. d'Europ. (1907), p. [153]. — Farmelia contortuplicata Ach., Synops. Liehen. (1814), p. 210; Nyl., Lieh. Scandin. (1861), p. 107. — Fhyscia contortuplicata Jatta, Sylloge Lieh. Italic. (19U0), p. 150. — Xantlwria contor- tuplicata A. Zahlbr., Lieh, rarior. exsicc, Nr. 120. Meleda: Südufer des Lago grande und zwischen Dopolje und Sv. Mihal, ca. 300 m ü. d. M., an Kalkfelsen; die Exemplare zeigen Übergänge zur var. retirugosa Stnr.; um Ragusa, wie es scheint, nicht selten (Latzel, Senft). Es scheint mir bemerkenswert, daß die kalkbewohnenden Individuen der Xanthoria parietina im südlichen Dalmatien selten dem Typus oder der var. aureola, sondern zumeist den oben angeführten drei Varietäten angehören. Die Flechte zeigt hier, nahe der südlichen Grenze ihres Verbreitungsgebietes, einen Variationskreis, welcher gegen die gestaltliche Konstanz der Art in Mitteleuropa auffällt. JBuelliaceae. Buellia lactea (Mass.) Körb. An Silikateinschlüssen auf dem Vermac (Vierhapper). 430. Buellia spuria (Schaer.) Körb. Auf dem Vermac, 4U0— 500 m ü. d. M., an Urgestein (Vi erb ap per). BucUia »lyriorarpa var. jmnctiformis (Hoft'm.) Th. Fr. Metkovic": an Faiairns auf den Hügeln am Narontaufer; an P/»/<.s-ZaptVn auf dem Mt. Petka aufLapad; siidlicli der Zar- kovica bei Kagusa, an Kirschenbäumen (Latzel), Uutllia DubinoKt (llepp) Körb. Kacrusa: Crni dol, ca. 350m fl. d.M., an Kalk (Latzel). Bntllia (sect. iJiplotoiNmd) alboubti var. (■))ip<)li(i (Ach.) Tli. Fr. Insel Meleda: an Kalksteinen bei 13abinopol)e; Metkovir : Tuzibelj, ca. 40 m ü, d. M.; Slano: Weg zur Eliasquelle; Ra- gusa: Östabhang des Mt. Sergio, ca. 350 m ü. d. M. (Latzel). Biallia (sect. JJiplotomma) lididina (Hepp) Th. Fr. Martinsberg auf Lapad, ca. 80 m ü. d. M., an rhius ha- UfH'Hsis (Latzel nr. üOO C). ButUia (sect. Cdtolcchid) cniiescens (Dicks.) D. Notrs. Metkovic: Bagalovie, ca. 40 m ü. d. M., steril; Lapad, an Mauern, steril, und Bosanka bei Ragusa, ca. 300 m ü. d. M.. an Mauern, steril (Latzel). lu)wdiua dalniatica A. Zahlbr. Hypothecium in sectione plus minus lentiforme. crassius- culum. ex byphis irregularibus dense contextis formatum. Hy- menium superne cinammomeo-fuscum, KHO— , NO5 — , guttulis oleosis non impletum; asci bymenio subaequiiongi; sporao in ascis 2 — 3 seriales, obliquae vel subverticales, rectae vel cur- vulae, ad apices non vel parum constrictae, in apice altero non- nihil parum angustatae, 17— 25 a longae et 8*5 — lOo/tt latae. Insel Lacroma: an Finus halepensis unweit des Hafens, ca. 30 m ü. d. M.; Ragusa: Mt. Petka, an Finus ]ia(cpe)isis (Latzel). Die Flechte wurde vor kurzem auch in Südfrankreicb, Depart. Herault, Ribaute, an Erica arborea gefunden^). 431. Binodina confragosa (Ach.) Arn. in Flora, Band LXVII (1884). p. 318. Auf dem Vermac, 400 — 500 m ü. d. M., an Urgestein (Vier happer). 432. Jiiiiodina ctmstulata Arn. in Flora, Bd. LV (1872), p. 40, et in Verhandl. zool.-bot. Gesellscli. Wien. Band XXII (1872). Abb., p. 305 et 310; Jatta, Sylloge Lieh. Italic. (1900), p. 274 (excl. synon.). — Binodina coidrovcrsa f. crustidata Mass.. Sched. ciitic, vol. IX (1856), p. 161. Margo thallinus apotheciorum superne corticatus. cortice decolore, solum superne fuscescente, pseudoparenchyniatico, cel- lulis angulosis, 35 — 55 u latis. leptodenuaticis; bypotheciuin decolor vel subdecolor, ex hyphis dense intricatis formatum. Insel Meleda: zwischen Babinopolje und Porta Svora, ca. 80m ü. d. M. (Latzel nr. 50). ') Nach JJouly de Lesdaiii in Bullet. Soc. Bot. France, vol. LVI, 190y, p. 170. 78 433. Hinodina subcanella A. Zahlbr., dov. spec. Thallus tenuis, vix 0"1 mm crassus, subtartareus, effusus, protothallo Digricaati opacoque insidens, areolato-rimulosus vel areolatus, areolis minutis, Ü"3— 0'5mm latis, plus minus an- gulosis, planis, cinereo-canus, opacus, KHO lutescens, CaCl, 0., — , sorediis et isidiis destitutus, ecorticatus. hyphis meduUae non amylaceis. Apothecia minuta, 0*2 — 0'3 mm lata, dispersa vel approximata, thalium aequantia, rotunda; disco obscure fusco, opaco, piano, epruinoso, madefacto lusco; margine thallino di- stincto, thallo concolore, integro, persistente, haud prominulo; hypotbecio decolore, ex hyphis dense intricatis formato; hy- menio decolore, superne rufescenti-fusco vel fusco, 90 — 100 n alto, J e coeruleo fulvescenti-obscurato; paraphysibus ad 2 /* crassis, simplicibus, ad apicera septato-clavatis. caeterum esep- tatis; ascis oblongo-clavatis, Ssporis; sporis in parte inferiore asci uniserialibus, superne biserialibus, e fumoso fuscis. oblongis. ovali-oblongis vel ovalibus, utrinque rotundatis, rectis vel sub- rectis, uniseptatis, cellulis aequalibus vel inaequalibus, luminibus anguloso-rotundatis, ad septa nonnihil parum constrictis, 14 — 16 fx longis et 6—9 fi latis. Conceptacula pycnoconidiorum punctilormia. nigra; perithecio inferne pallido; fulcris indobasi- dialibus. parum constrictis: pycnoconidiis oblongo-cylindricis vel cylindricis, ad apices rotundatis, rectis vel subrectis, 3 '5 — 4-5 ^ longis ad 1 — l-b fi latis. An Silikateinschlassen auf dem Vermac, 400 — 500 m ü. d. M. (Vi erhapp er). Die neue li'niodina steht der Rinodina canella Arn. zu- nächst und gleicht ihr habituell sehr. Ihr Lager ist jedoch weit ausgebreitet und bildet nicht wie bei jener kleine inselartige Flecken; es ist ferner einem kräftigen, dunklen Vorlager auf- gelagert, was bei Hinodina canella nicht der Fall ist; die Lagerschollen unserer Pflanze sind breiter und färben sich mit Kalilauge gelb, die Fruchtscheiben sind braun, was namentlich im angefeuchteten Zustande deutlich zu sehen ist; die Be- randung der Apothezien ist deutlicher, das Hymenium ist be- deutend höher (bei Hinodina canella Arn. etwa 50 ^ hoch) und die Schläuche sind schmäler. 434. Rinodina Bischof fii (Hepp) Körb. Metkovic: Bagalovie, ca. 50 m ü. d. M., an Kalksteinen der Mauern (Latzel). Hinodina immersa (Körb.) Arn. Cherso: S. Bartolomeo über Smergo, ca. 300 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Baumgartner). 435. Hinodina Duhyanoides Arn. in Verhandl. zool.-botan. Gesellsch. Wien, Band XXII (1872), p. 305 et 310. — Lecidea Bubyanoides Hepp, Flecht. Europ., Nr. 323 (1857); Körb., Parerg. Lieh. (1860), p. 189. — Buellia Duhyanoides Jatta, Sylloge Liehen. Italic. (1900), p. 396. 79 var. evoluta A. Zahlbr. nov. var. Thallus opilithicus, tartareus. teimissimus, effusus, continuus. hievigatus, sordide cinerascens vel glaucescens, subopacus, bene determinatus. Apothecia irapressa. primura concava, margine teniii. iiitegro et prominiilo cincta. deraum leviter convexa, niaigine depresso. usque Oo mm lata, sicca fiisco-niiTricantia, madei'acta obscure nif'esceDti-rusca. demum elabentia et l'oveolas relinqueiitia; excipulo integre, in parte marginali ex byphis ra- diautibus septatisque formato, pseudoparenchyraatico, cellulis plus minus globosis vel subgloboso-angulosis, inferne gonidia pauca includente; epithecio distincto, pulverulento, rulescenti- lusco. KHO— : hypothecio tenui. subdecolore. J lutescente, ex hyphis dense intricatis formato. strato excipulari pseudoparenchy- matico superposito; hymenio decolore, solum superne anguste rufescenti-fusco. 70 — fuO ^u alto, guttulis oleosis non impleto, J e violaceo sordide obscurato: paraphysibus strictis, tenuissimis. ad l-5,a latis, simplicibus, tenuissime septatis (cellulis cylin- dricis), ad apicem haud latioribus; ascis hymenio brevioribus. oblongo- vel ellipsoideo-clavatis. ad apicem rotundatis et ibidem membrana Diodice incrassata cinctis, Hsporis; sporis in ascis bi- serialibus. obliquis. pallide fuscis. oblongis vel ellipsoideo-ob- longis, utrinque rotundatis, rectis vel rare subrectis. uoiseptatis. septo tenui, ad septa haud constrictis, membrana tenui cinctis. 12 — 14-5a longis et 4-5— 5*5 ^u latis. Conceptacula pycno- conidiorum crebra. immersa. globosa, vertice punctiformi. fusco- nigricante; fulcris endobasiliabus; pycnoconidiis aciculari-bacil- laribus, rectis. rarius subrectis, 6 — 7-5 /tt longis et ad O'ö ft latis. Kagusa: Mokosica, 180 — 250 m ü. d. M., an Kalkfelsen (Latzel nr. 878, 905). Weicht vom Typus durch das besser entwickelte, geglättete, fast ölige, nie mehlige Lager, durch etwas größere (gegenüber 0"3 mm), breite, leicht gewölbte und hellere Apothezien ab. 430. liinodina tnediterranea Flagey. Catalog. Lieh. Algörie (1896), p. 40. — Lccidca ßisdioffU var. mediterranen Stzbgr., Lichenaea Africana in Jahresber. St. Gallisch. Naturwiss. Ge- sellsch. (1888—1889), S. A. p. 107. — Einodxna Bischoffii var. mediterranea Flagey, Lieh. Algeriens, exsicc. Nr. 89. Jiinodina mediterrnned unterscheidet sich durch die Ge- stalt der Sporen gut von liinodiita Bisdiof'fii: dieselben sind bei der ersteren in der Mitte nicht durch ein breites, band- artiges Septum geteilt, sondern die Zellumina rücken bis an die Scheidewand heran; diese sind ferner in der Jugend eckig- rundlich, endlich fast kugelig. Metkovic: auf der Marusica gradina. ca. 100 m ü. d. M., an Kalkfelseu (Latzel nr. 82). Die Stücke besitzen etwas größere (bis 1 mm breitei Apothezien als die algerische Flechte, mit welcher sie sonst übereinstimmt. 80 437. Hlnoclina discolor f. Candida Arn. in Flora, Band LV (1872), p. 36. — Lecidea discolor ß. Candida Hepp, Flecht. Europ. Nr. 320 (1857). An Silikateinschlüssen auf dem Vermac, ca. 500 in ü. d. M. (Vierh apper). JPJiysciaceae. Physcia pidverulenta (Schreb.) Nyl. Eagusa: Crni dol. ca. 350 m ü. d. M., an Eichen, fruchtend (Latzel). var. subvenustn Nyl. Insel Cherso: Mt. Sis, 500— 600 m ü. d. M., an Eichen (Baumgartn er); bei der Station Perkovic-Slivno, ca. 200 m ü. d. M., an Eichen (Ginz berger); Ragusa: Crni dol, zirka 350 m ü. d. M., an Eichen (Latzel); auf dem Vermac, zirka 500 m ü. d. M.. an Eichen ( Vierhapper). Physcia steJlaris (L.) Nyl. An Eichen auf dem Vermac, 400 — 500 m ü. d. M. (Vier- happer). var. leptalea (Ach.) Nyl. Cherso: im Walde südöstlich von Predoschizza und S. Bar- tolomeo über Smergo. auf Dorngestrupp; Veglia: Vallone Oav- lena, an Gestrüpp (Baumgartn er); Meleda: an Ölbäumen bei Babinopolje. ca. 50 m ü. d. M.; Insel Giuppana: an Ölbäumen bei Luka; Lacroma: an Ölbäumen; Eagusa: Lapad und Crni dol, ca. 350m ü. d. M., an Eichen (Latzel), an allen Stand- orten fruchtend. Physcia ascemlens Bitt. In der Umgebung von Metkovic an Phillyrea, Punica, jluriis und Carpinus orientaJis häufig; Halbinsel Lapad an Pinus liak'pensis und an Ölbäumen; Snjeznica bei Eagusa vecchia. ca. 900m ü. d.M.. an Kalksteinen (Latzel); Cherso: an Wegmauern bei der Stadt Cherso (Baumgartnerj. Physcia aipolia (Ach.) Nyl. Cherso: Mt. Sis, 500— 600 m ü. d. M., an Quercus lanu- ginosa; Veglia: Vallone Cavlena, 100— 150 m ü. d. M.. an Eichen (Bau mg artner); Meleda: an Ölbäumen bei Babino- polje, ca. 50 m ü. d. M.; Metkovic: Mali prolog, ca. 50 m ü. d. M., an Eichen; Ragusa: Crni dol, ca. 350 m ü. d. M., an Eichen (Latzel). 438. Physcia astroidea Nyl., Prodr. Lieh. Galliae in Actes Soc. Linn. Bordeaux, vol. XXI (1856). p. 308; Crombie, Monogr. Lieh. Britain. vol. I (1894), p. 316; Oliv., Expos. Liehen. Ouest France, vol. I (1897), p. 186. — Parmelia astroidea Clem., Ens., Add. (1807), p. 302. Insel Meleda: an Ölbäumen bei Babinopolje, ca. 50 m ü. d. M. (Latzel nr. 29 B); Insel Giuppana: auf Ziegeln bei Luka, ca. 30 m ü. d. M. (Latzel nr. 41j. 81 PItyscia r(i(fus((na A. Zahlbr. Metkovie: an Amygdalus und Ccltis bei Metijevic; Ragusa: an Ölbäumen, Zypressen und Mannaescben; Lacroma: an Pi- stacia Lentiscus; Snjeznica bei Ragusa veccbia, ca. 500 m ü. d. M., an Pirua annjgdalifonnis (Latzel). var. grannligcra A. Zahlbr. Metkovi(i: Bagalovic, ca. 30 m ü. d. M.. an Mandelbäumen (Latzel nr. 24). 43i>. Physcia obscuva (Ebrb.) Nyl. Ragusa: Crni dol. ca. 350 m ü. d. M., an Eichen, fruchtend (Latzel nr. 191). var. gldKcina A. Zahlbr. nov. var. Tliallus albido-glaucescens vel glaucescens, madefactus vi- rens. KHO — . laciniis planis, sat angustis, 0*5 — 1 mm latis, plus minus contiguis, in margine ciliis brevibus albisque ornatis, so- ralibus ut in planta typica. Ragusa: Strandweg hinter der Villa Gondola auf Lapad (Latzel nr. 464 B). 440. JPhyscia ulothrix (Ach.) Nyl. Ragusa: Crni dol, ca. 350 m ü. d. M., an Eichen (Latzel). var. virella (Ach.) Crombie. Metkovii'-: an Eichen und Maulbeerbäumen, fruchtend; Ragusa: an Ölbäumen, steril (Latzel). Anaptycltia ciliaris (L.) Mass. Cherso: Mt. Sis, 500 — 600 m ü. d. M., an Quercus lanu- ginosa (Baumgartn er). Literatur - Übersicht'). Dezember 1909. Bauer E. Bemerkungen zur achten Serie der Musci europaei exsiccati. (Allg. botan. Zeitschr., Jahrg. 1909. Nr. 2.) 8". 2 S. — — Musci europaei exsiccati. Schedae zur neunten Serie, Schedae zur zehnten Serie, Schedae und kritische Bemer- kungen zur elften Serie, Schedae und kritische Bemerkungen zur {.zwölften Serie. Prag-Smichow (Selbstverlag), 1909. 8°. Je 8 Seiten. i)runnthaler J. Der Einfluß äußerer Faktoren auf Glocothece rupcstris (Lyngb.j Born. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. CXVIII, Abt. I. Mai 1909, S. 501-573.) 8^ 3 Tafeln. ^) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Djp R.'daktion Österr. botan. iCeitscbrift. U'. Heft. luIi). .• 82 Die vom Verf. durchgeführten Kulturversuche mit (r/oeofÄece rupestris haben ergeben, daü die beiden Varietäten dieser Art, var. cavernarum Hansg. und var. tepidariorum (A. Br.) Hansg., durch äuPjere Einflüsse hervorgerufen werden. Die var. cavernarum ist durch die Standortsverhältnisse (grotten- ähnliche, schwach erleuchtete Orte) in Verbindung mit saprophytischer Lebens- weise bedingt. Eine ganze Reihe von Versuchen mit organischer Nährflüssig- keit ergab ganz ähnliche Formen. Die var. tepidariorum, welche in Warm- häusern vorkommt, wurde durch Kultur bei höherer Temperatur erzielt. Auch ist sowohl bei der frei lebenden als bei der künstlich erhaltenen Form die Vergrößerungstendenz bei Kultur in höherer Temperatur deutlich aus- gesprochen. Brzezinski J. Les graines du railbrt et le3 resultats de leurs semis. (Bull. acad. sc. Cracovie, cl. math. et nat , juillet 1909. pag. 392—408. tab. XTI— XV.) 8^ Czapek Fr. Über einige physiologische Verhältnisse des Stammes der Zingiberaceeo. (Ber. d. deutsch, bot. Ges.. XXVII. Bd., 1909. Heft 10, S. 569—571.) 8^ Domin K. Über den systematischen Wert des Colchicicm pannonicum Griseb. und Schenk. (Ungar, botan. Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 10—12, S. 327—333, Taf. III.) 8". Verfasser teilt Colchicum autumnale L. in folgende Formen: 1. f. typicum, 2. f. pannonicum (Griseb. et Schenk), 3. f. transsilvanicum (Schur), 4. f. bulgaricum (Velen.); ferner, mit den bisher genannten off'en- bar nicht gleichwertig: 6. f. j)atens Aschers, et Graebn , 6. f. elatius Sirak., 7. f. giganteum Domin, 8. f. alhiflorutn Opiz, 9. f. vernuvi Rchb., 10. f. m. sjieciosissimiim Bubela. Ginzberger A. Die Pflanzenwelt der Küstengebiete Österreich- Ungarns. (Adria, 1. Jahrg., 12. Heft, Nov. 1909, Spalte 433—442, 2. Jahrg., 1. Heft, Dez. 1909. Spalte 3—10.) 4°. 6 Textabb. Haberia ndt G. Die Sinnesorgane der Pflanzen. (Sonderabdruck aus der vierten Auflage der physiologischen Pflanzenanatomie, S. 520—573. Leipzig (W. Engelmann), 1909. 8^ 33 Textabb. — Mk. 2. Hayek A. v. Botanische Exkursion durch die Alpen vom 15. Juli bis zum 23. Juli 1908 unter Führung von Prof. Dr. C. Schröter und mit Assistenz von Dr. E. Rubel (Zürich). Neuvieme Congres Internat, de Geographie. Geneve, 27. juillet — 6. aöut 1908. (Compte rendu des Travaux du Congres, 1909. p. 185.) — — Exkursion auf den Hochschwab vom 27. — 29. Juni 1909. [Verband!, d. zool.-botan. Ges. Wien, LTX. Bd.. 1909, 9. Heft. S. (321)— (324).] 8". Laus H. Beiträge zur Flora von Mähren. (Verhandl. d. uatur- forsch. Ver.in Brunn, XLVII. Bd.) 8^ 26 S. — — Der große Kessel im Hochgesenke. Ein Beitrag zur Kennt- nis der pflanzengeographischen Verhältnisse der Ostsudeten. (Beihefte z. Botan. Zentralbl., Bd. XXVI, 2. Abt.. Heft 1, S. 103—131.) 8^ Löwi E. Über den absteigenden Saftstrom und andere Formen der Wasserverschiebung in der Pflanze. (Schluß.) (Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. Wien, LIX. Bd.. 1909. 9. Heft. S. 417—420.) 8^ 83 Pascher A. l'vriunidochrysis, eine neue Gattung der Chrysomo- naden. (Ber. d. deutsch, botan. Ges.. XXVII. Bd., 1909, Heft 9, S. 555— ö()L\ Tai'. XX.) 8". Richter 0. Zur Physiologie der Diatomeen. 111. Mitteilung. Über die Notwendigkeit des Natriums |ür braune Meeresdiatomeen. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.- naturw. Kl.. Bd. CXVIII. Abt. 1. Okt. 1909, S. 1337—1344.) 8^ 2 Tabellen. '2 Talehi. V^'l. Jahr^'. UMO, Nr. 1, 8. 4U u. 41. Sabidussi H. Briete von Botanikern. (Schluß.) (Carinthia II., 99. Jahrg., 1909. Nr. 6. S. 178-193.) 8°. Strecker E. Das Vorkommen des Scutellarins bei den Labiaten und seine Beziehungen zum Lichte. (Sitzungsber, d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVIII, Abt. I, Nov. 1909, S. 1379—1402.) 8». 1 Talel. Wagner A. Neo-Vitalismus. II. (Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik. Bd. 136, 1909. S. 132—162.) 8«. Zahlbruckner A. Lkhenes (Flechten). (V. Schiffner, Ergeb- nisse der l)otanischen Expedition der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften nach Südbrasilien 1901. IL Bd.: Thallophyta und Bn/op]n)tir, Denkschr. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl. LXXXIII. Bd., S. 87—125.) 4°. 5 Tafeln. Vf,'l. .lahrg. l'.tOO, Nr. 5, S. 20b u. 206. Zikes H. Über eine Luftstickstofif assimilierende Hefe: Torida Wicsneri. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl. Bd. CXVIII, Abt. I, Juli 1909, S. 1091 bis 1133.) 8^ Vgrl. Jahr-:. 1901», Nr. 9, S. 364. Abderhalden E. Handbuch der biochemischen Arbeitsmethoden. II. Bd.. 1. Hälfte. Berlin u. W^ien (ürban u. Schwarzenberg), 1909. 8^ 496 S. AschersonP. und GraebnerP. Synopsis der mitteleuropäischen Flora. 66./67. Lieferung (IV. Bd., Bog. 16-20, VI. Bd., 2. Abt., Bog. 59—63). Leipzig (W. Engelmannj, 1909. 8". — Mk. 4. Inhalt: Salix (von 0. v. Seemen, Forts.); Vicia (Schluß), Lens, Lathi/ruf (Anfang). .\sher L. und Spiro K. Ergebnisse der Physiologie, VIII. Jahrg.. Wiesbaden. J. F. Bergmann, 1909. 8". 823 S., IV Tafeln. Bauer E. Pfropf bastarde, Periklinalchimären und Hyperchimären. (Ber. d. deutsch, botan. Ges., XXVIl. Bd.. 1909, Heft 10. S. 603— 60.Ö.) 8^ Becker W. Violenstudien I. (Beitr. z. Botan. Zentralblatt, Bd. XXVI. 2. Abt., Heft 1. S. 1—44.) H'. Der vorliegende erste Teil der „Violenstudien", welche eine systema- tische Bearbeitung der sämtlichen Veilchenarten und -Hybriden Euroj)as um- fassen sollen, enthält einen Conspectus Violarum europaearum und die Be- arbeitung von Sectio I. Nomivnuiii A. liostdlatae 1. ,Sccipigerae. Bergeret Jean (1751 — 1813). Flore des Basses-Pyr^nees, aug- mentne par Eugt.-ne Bergeret (1799 — 1868): nouvelle edition, 6* 84 complete, publiee avec une preface et des notes par Gaston Bergeret. Pau, 1909. 8°. 960 pag. — Frcs. 20. Bernard N. L'evolution dans la symbiose des orchidees et leurs Champignons commensaux. (Annales des sciences naturelles 9. ser.. Botanique, tom IX.. I909, ^^'■- 1- V^S- 1-65, tab. L— IV.) Brunn J. Untersuchungen über Stoßreizbarkeit. (Beiträge zur Biologie der Pflanzen, IX. Bd., 1909, 3. Heft, S. 307—358.) 8". Bull er A. H. R. Researches on Fnngi, au account of the pro- duction, liberation and dispersion of the spores oi Hymenomycetes treated botanically and physically, also some observations upon the discharge and dispersion of the spores of Ascomycetes and of Pilobohis. London (Longmans, Green and co.). 286 pag., 83 flg., 5 tab. — 12 8. 6 d. Chamberlain Ch. J. Dioon spinulosum. (Bot. Gazette, vol. XLYIII, 1909, nr. 6, pag. 401—413.) 8°. 7 fig. Clements F. E. The genera of Fft»«//. Minneapolis (H.W.Wilson Company), 1909. 8". — Dollarss 2. Dubard M. Recherches sur le genre PaJaquium. (Bull. soc. bot. France, tome LVI., 1909, mem. 16.) 8". 24 pag.' Duggar B. M. Fungous diseases of plants. Boston, New York etc. (Ginn and comp.) 8". 508 pag.. illustr. — Dollars 2. Düsen P. Beiträge zur Flora des Itatiaia. II. (Arkiv för Botanik. Bd. 9, 1909, Nr. 5.) 8°. 50 S.. 5 Textabb., 1 Doppeltafel. Euler H. Grundlagen und Ergebnisse der Pflanzenchemie. Nach der schwedischen Ausgabe bearbeitet. II. Teil. Die allgemeinen Gesetze des Pflanzenlebens. III. Teil. Die chemischen Vor- gänge im Pflanzenkörper. Braunschweig (Fr. Vieweg u. Sohn), 1909. Fedde F. Fapaveraceae-Hypecoideae et Fapavcraceae-Papa- veroideae. (A. Engler, Das Pflanzenreich, 40. Heft [IV. 104].) Leipzig (W. Engelmann), 1909. 8°. 430 S., 43 Textabb. — Mk. 21-60. Fiori A. et B^guinot A. Schedae ad Floram italicam ex- siccatam, series II. (Centuria XI.) (Nuovo giornale botanico italiano, n. s., vol. XVI., 1909, nr. 4, pag. 443-495.) 8^ Fischer Ed. Studien zur Biologie von Gymnosporangium juni- perimim. (Zeitschrift für Botanik, I. Jahrg., 1909, 11. Heft, S. 683-714.) 8". 8 Textfig. Guillermond A. Recherches cytologiques et taxonomiques sur les Endomycetees. (Revue generale de Botanique, tome XXI.. 1909, nr. 250, pag. 353-391, tab. 12—15, nr. 251. pag. 401 —419, tab. 16—19.) 8°. 23 fig. Hard M. E. Mushrooms. edible and otherwise. Kirkwood. 8". 624 pag. Hirc D. Iz bilinskoga svijetina Dalmacije. (Glasnik hrv. naro- slavn. drustva. 1909.) 8°. 25 pag. Jinum a Y. and Makino T. Sömoku-Dzusetsu; or an iconography of plants indigenous to, cultivated in, or introduced into Nippon (Japan). Part I. Herbaceous plants. Tokyo, 1907. 80 Ivlchs G. Ober die Xachküiimioti künstlich veränderter Blüten von Sewpenini7ii. (Sitzungsber. d. Heidclb. Akad. d. Wissensch., math.-naturw. Kl.. Jahrg. 1909, 5. Abhandlung.) 8°. 32 S.. 2 Textabb.. 1 Tafel. Kolkuitz 1\. und Jahn E. Pilze (Kryptogamenflora der Mark Bracdenburg, V. Band), 1. Helt (Bog. 1 — 12). Leipzig (Gebr. Bornträger), 1909. 8°. — Mk. 6. Das vorliegende Heft enthält die ScJiizomi/ceics von R. Kolkwitz und di.'U Heginu der 3Ii/xobucteriules von E. Jahn. Kr eh W. Über die Regeneration der Lebermoose. (Nova Acta Acad. C. Leop. Carol. G. Nat. Cur., vol. XC, 1909, pag. 21-5 — 302. tab. XX— XXIV\) 4^ Kommissionsverlag von W. Engel- mann in Leipzig. — Mk. 8-50. Laiiby A. Nouvelle methode technique pour Vetude paleophyto- logique des formations srdimentaires anciennes. (Bull. soc. bot. France, tome LVl., 1909, mt-m. 15.) 8°. 110 pag., 2 fig. Lt'veille H. Monographie du gerne ünothera. (Bull. acad. intern. geogr. bot., 17. ann., 1909. nr. 241-42, pag. 293—368.) 8». Lidt'orss B. üntersuchnngen über die Reizbewegungen der Pollen- schläuche. (Zeitschrift für Botanik, L Jahrg., 1909, 7. Heft. S. 443—496, Taf. 3.) 8". Lindman C. A. M. Poa remota Forselles, eine wiederherzu- stellende europäische Art. (Englers Botan. Jahrbücher, 44. Bd., 1909, 1. Heft, S. 36-45.) 8°. 2 Textabb. Medley Wood J. Natal plants. Vol. VL, Parti. Durban (Bennet et Davis), 1909. 4". North American Flora. Part L, vol. 16 u. 17. New York, Botanical Garden, 1909. gr. 8°. Inhalt: Ophiuglossales — Filicales; Pandanales — PoaJes. Nathorst A. G. Paläobotanische Mitteilungen. 8. Über William sunia, Wiela)idia, Cycadocephalus und Weltrichia. (Kungl. svenska Vetenskapsakad. HandL, Bd. 45. 1909, Nr. 4.) 38 S., 8 Taf.. 5 Textfig. Nova Guinea. Resultats de Fexpedition scientifique neerlandaise ;i la Nouvelle-Guinre en 1907 soiis les auspices du Dr. H. A. Lorents. Vol. Vlll.. Botanique, livr. L Leiden (E. J. Brill), 1909. 4°. 220 pag., 51 tab. Inhalt: J. J. Smith, Die Orchideen von Niederländisch Neu-Guinea (S. 1—148, Taf. I-XLVI); H. Christ, Filices ; F. A. F. C. Went, l'riuridaceae, Fulygalaceae;ii. H. Ko Orders, Sapindaceae, Elueocarpaceae, Gentianaceae, Taxaceae, Ericaceae; J. J. Smith, Burmanniuceae, Corsiaccae, Stemonaceae; W. P. Hiern, Ithettaceae, Lvganiaceae; <*. Beccari, Palmas. Okamura K. Icones of Japanese Algac Vol. 11., Nr. I. u. II. Tokyo (Selbstverlag). 1909. Palladin W. Über das Wesen der Pflanzenatmung.'(Biochemischo Zeitschrift, XVIII. Bd., 1909, 1. u. 2. Heft, 8. 151—206.) 8". Pokelharing C. J. Onderzoekingen uver de perceptie van der zwaartekrachtpnkkel door planten. Utrecht, 1909. 4°. 105 S., 4 Tafpli!. 86 Potoüie H. Die Tropen-Sumpfflachmoor-Natur der Moore des Produktiven Carbons. Nebst der Vegetationsschilderung eines rezenten tropischen Wald-Sumplflachmoores durch Dr. S. H. Koorders. (Jahrbuch d. kgl. preuß. geol. Landesanstalt für 1909, Bd. XXX. Teil I. Heft 3, S. 389—443.) 8°. 17 Textfig. Prain D. Hookers Icones plantarum, IV. series, Vol. X.. Part. r. 8^ Pringsheim E. Studien zur heliotropischen Stimmung und Präsentationszeit. Zweite Mitteilung. (Beiträge zur Biologie der Pflanzen. IX. Bd., 1909, 3. Heft, S. 415—479, Taf. VII.) 8°. Richter P. B. Beiträge zur Flora der unteren Kreide Quedlin- burgs. Teil II: Die Gattung Nathorstiana P. Richter und Cylindrites spongioides Goeppert. Leipzig (W. Engelmann). 1909. Folio. 12 S., 6 Tafeln. Ritter G. Die systematische Verwendbarkeit des anatomischen Baues von Früchten und Samen. (Beitr. z. Botan. Zentralblatt, Bd. XXVI. 2. Abt., Heft 1. S. 132— 15G.) 8". Rosenberg 0. Über die Chromosomenzahlen hex Taraxacum und Bosa. (Svensk. Bot. Tidskrift. Bd. 3, 1909, H. 2. S. 150 bis 162.) 8^ Roß H. Pflanzen und Ameisen im tropischen Mexiko. (Naturw. Wochenschrift, N. F.. VIIL Bd., 1909, Nr. 52.) S.-A. 8°. 23 S.. 9 Textfig. Schikor ra W. Über die Entwicklungsgeschichte von Monascus. (Zeitschrift für Botanik, I. .Tahrg.. 1909. 6. Heft. S. 379—410, Taf. 2.) 8". 3 Textfig. Treub M. Nouvelles recherches sur le röle de l'acide cyan- hydrique dans les plantes vertes. III. (Annales du Jardin Botanique de Buitenzorg, 2. ser.. vol. VIII, pag. 85 — US.) 8". Tuzson J. Morphologische und systematische Gliederung von Xifmi)]inea Lotus. (Mathem. u. naturw. Berichte aus Ungarn. XXV._ Bd., 1909, S. 275-311, Taf. XII-XVI.) 8". 1 Textabb! — — Über einige Pflanzen der ungarischen Flora und deren Ver- wandte. [Botanikai Közlemenyek, 1909, Heft 6, S. 257—285 und Beiblatt S. (65)— (74).] 8°. 5 Textabb. Urban I. Symbolae Antillanae seu Fundamenta florae Indiao occidentalis. Vol. VT., fasc. II. Lipsiae (Fratres Borntraeger), 1909. — K 22-50. Inhalt: V. 0. E. Schulz, Solanacearum genera nonnulla; VI. Ign. Urban, Zur Hochgebirgsflora von S. Domingo; VII. A. Cogniaux, Orchidaceae. Wagner J. Centaureae duo hybridae novae e Croatia. (Ungar. botan. Blätter, VIII. Bd., 1909, Nr. 10—12. S. 333—335, Taf. IV.) 8^ Centaurea Eossiana Wagn. et Deg. = C. Calcifrapa X deusta und Centaurca croatica Wagn. et Deg. = C. Fritschii Hayek f. spinigera X Jacea L. Warming E. Dansk Plantevaekst. 2. Klitterne. K«benhavn og Kristiania (Gyldendalske Boghandelj. 1909. 8°. 376 S., 195 Abb. 87 Wieluud G. K. The Williamsonias ol tbe Mixteca Alta. (Bot. Gazette, vol. XLVIII. IDOi». ur. f.. pac,^ 427—441.) 8^ 10 fig. Williams F. N. Prodroimis Florae Hritannicae, Part. G. Bront- ford, 1909 (pag. 259— :W2). H°. Win kl er H. Über die Nachkomraenscbat't der ^'o/r/n^m-Pfropl- bastarde und die Chromosomenzahlcn ihrer Keimzellen. (Zeit- schrift für Botanik. 2. Jahrgang. HeJt 1, S. 1—38.) 8". Zahn K. H. Beiträge zur Kenntnis der Hieracien Ungarns und der Balkanländer. IV. (Ungar, botan. Blätter, VIIT. Bd., 1909, Nr. 10—12, S. 276-309.) S'. Neu bescbriebeue Arten, bzw. Zwischenarteu : Jlieracium Bodewigi- unuin Zahn = Paiichii—ci/mosuni, H. Dimonici Zahn, H. melanoihyrsum Mal)- et Zahn = laiifulinm—prenanthoides, H. Bjeluschae Maly et Zahn = Tonunasiuii—silvaticum. AuÜerdem werden zahlreiche neue Subspezies und Formen beschrieben. Personal-Naclirichten. Konservator Josef Brunnthaler (Wien) ist von seiner Forschungsreise nach Ost- und Südafrika zurückgekehrt. Professor Dr. C. Kraus (München) wurde zum Geheimen Hofrat ernannt. (Hochschulnachriehten.) Dr. J. W. C. Goethart wurde zum Direktor des Kijks- Herbariums und zum Lektor der systematischen Botanik an der Universität Leiden ernannt. R. C. Punnet wurde zum Professor der Biologie an der Universität Cambridge als Nachfolger von Prof. Bateson ernannt. (Naturw. Rundschau.) Kustos Dr. P. Gra ebner (Berlin) wurde zum Professor ernannt. (Naturw. Rundschau.) Privatdozent Dr. M. Rikli (Zürich) erhielt den Professortitel. Gestorben: Dr. M. Greshoff. Direktor des Kolonialmuseums in Haarlem, am 8. Dezember 1909. (Bot. Zentralbl.) — Dr. N.W. P. Rauwenhoff. emeritierter Professor der Botanik in Utrecht. Ende Dezember 1909. (Bot. Zentralbl.) liiliAlt der Kfbruur-Xumnipr : Franz Zach: Studie über Ph.igocyiose in den WarzelVnöllchen der CyCttdeen. >. 49. — Karl Keissler: Einige beinerkenswei te l-lechtenparasiten ans dem l'inzgaa in Salibarg. S. .'5. — Dura Iloffmiinn: Über den I^infloQ des Kaikmaogels aaf Keimlinge tod I'haseolu.i vulgaris b?i Verletzung der Wurzel. 8. Gl. — Dr. Helnr. Frh. v. Hand el- Mazzet ti : Ucvision der balkanisrhen und vorderasiatischen Onobryhis-ATten aus der Sektion Eubrydiis. (Schluß.) .S. 64. Dr. A. Zah 1 br uck ne r: Vorarbeiten zu einer b'lechteiiflora DalroatieDs. (S';hluli.) S, 71. — Literatur-ÜbersicIU. S. 81. — Personal-Nach- richteo. .S. 87. Redakteur: Prof. Dr. U. r. Wettütbin, Wien, 3,3, Kennweg 14. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. Die „Ötterreiohliche botanliche Zeltsohrift" ersciinni am Kraten eineH jeden Monates aod kostet ((anzjannt; 1'' -Marl. Zu nerabgeietzten Preisen pind nuch foU'ende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben : 1858 53 k M. '.;• — , 1>>6Ü tl', laCl tJa, 1871, 1873/74, 1870,9« i M. 4-—, 18aS/97 k il. 10—. Kxcmplare, die frei dnrcü die Poat expediert worden sollen, sind mittels Postanweisung direkt bei der Ädminisiratiun in Wien, 1., burbaragusso "i (Firma Karl üurolds Sohn), zu präonmeriaren. Kinzelnn Nummern, soweit noch Torrätig, a t Mark. Aiikiiiii^ ^S ?]s Ei >ii ^ß )^ ^ E% >$ ^i^ ^i^ E^ E< NB. Dieser Nummer ist Tafel II (Zach) beigegeben. Bnchdrackerei Carl Gerold'» Sobn in Wien. ÖSTERREICHISCHE mmm mmmn. Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. \A^ettstein, Professor an dfir V. V. Universitit in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LX. Jahrgang, N"- 3. Wien, März 1910. Die systematische SteUung von Lesquerella vele- bitica Degen. Von Dr. August v. Hayek (Wien). Im Jahre 1907 entdeckte Dr. A. v. Degen auf dem Velebit- gebirge in Südkroatien eine eigenartige Crucifere, von welcher er uns eine trefifhche Beschreibung und Abbildung liefert. ^) Die Pflanze gehört nach allen ihren Merkmalen zweifellos in die Ver- wandtschaft der Gattung Alyssum, stimmt jedoch mit keiner der von Prantl") in die Gruppe der Hesperldeae-Alyssiiiae gestellten Gattungen vollkommen überein, wie dies ja bereits Degen') nach- gewiesen hat. Nun findet sich in Amerika, u. zw. sowohl in der Arktis als auch in den Hochgebirgen Nord- und Südamerikas, eine ganze Reihe von Arten, welche früher allgemein zu der nach Prantl zu den Abjss'mae gehörigen Gattung Vesicaria gestellt wurden, bis im Jahre 1888 diese Arten durch Watson*} von Vesicaria ab- getrennt und in eine neue Gattung Lesqucrella zusammengefaßt wurden. Mit einigen Vertretern dieser Gattung, besonders mit LcsqttireUa aJpma Wats.. stimmt nun die auf dem Velebit ent- deckte Pflanze im Habitus aufi'allend überein; nach der von Watson gegebenen Diagnose läßt^sie sich auch zwanglos in diese Gattung ein- leihen. Degen nimmt nun wirklich keinen Anstand, die von ihm entdeckte Pflanze für einen Vertreter der Gattung Lesquerella zu erklären und bezeichnet sie als Lesquerella velehilica. Das Vorkommen eines einzigen Vertreters eines sonst aus- .■^chließlich auf Amerika beschränkten Genus in Kroatien muß vom ') Magyar botanikai lapok, 1909, p. 3, Taf. 1. ') Eng 1er und Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamilien, III. 2., ]<. 194. ^j .\. a. 0., i>. 5 ff. und p. 12 ff. *) Proceedings of the American Academy of Arts and Science, New Series, XV., p. 249. ÖBtcrr. botiin. Zeiu-chrifl. ». iielt. lUlO. 7 90 pflanzengeographischen Gesichtspunkte aus als, wenn auch nicht ganz unmöglich, so doch als höchst merkwürdig bezeichnet werden und uns entschieden zu größter Vorsicht mahnen, so daß wir die Zugehörigkeit der Velebitpflanze zur Gattung nur dann aussprechen dürfen, wenn uns zwingende, jeden Zweifel ausschließende Gründe dafür vorliegen. Das ist aber nicht der Fall, im Gegenteil, die Ausführungen Degens schon machen einen entschieden ge- künstelten Eindruck, indem er auf ziemlich unwesentliche Merkmale sein Hauptgewicht bei der Beweisführung legt. Richtig ist, daß Lesqnerella velehitica mit L. alpina in Blütenbau, Fruchtform, Samenbau und Habitus eine große Über- t^instiminung zeigt: richtig ist auch, daß bei den amerikanischen Lesquerella- ATteu keineswegs die Narbe stets kopfförmig und nicht ausgerandei ist, wie PrantP) angibt, richtig ist auch, daß die Les- qnerella- Arien keineswegs immer nervenlose Fruchlklappen haben, wie Watson es in der Gattungdiagnose autührt; richtig ist endlich auch, daß Lesquerella alpina keineswegs immer ein perforiertes Septum aufweist, wie es in der Diagnose dieser Spezies bei NuttaP) heißt. Insoweit wäre also die Übereinstimmung von Lesquerella velehitica mit den übrigen Lesqnerella- Arten eine voll- ständige. Dennoch ergeben sich auch aus Degens Ausführungen zwei nicht unbedeutende Unterschiede zwischen beiden. Bei den amerikanischen Lcsquerella- Arten ist der Griffel bis zur Frucht- reife persistierend, bei L. velehitica abfallend; ferner weist Les- qnerella velehitica ein derberes, am Rande von einem dichten Netzwerk von Fasern durchzogenes Septura auf, während bei den echten Lesqnerella- Arten das Septum hyalin ist und nur einen Mittelnerv aufweist. Schon das ersterwähnte Merkmal ist nicht bedeutungslos, wenn es auch nicht allein zu einer generischen Trennung hin- reichen würde. Von viel größerer Bedeutung ist aber das zweite Merkmal. Für die ganze Gruppe nicht nur der Alyssiv.ae, sondern last für alle Hespericleae (im Sinne Prantls) ist nämlich ein mehr minder derbes Septum mit reichlicher Ausbildung von Fasern sehr charakteristisch. Bei der Untersuchung des anatomischen Baues des Septums fällt aber überdies ein weiterer Unterschied zwischen Lesquerella velehitica und L. alpina (sowie den übrigen Lesquerella- Arten) ins Auge, den Degen merkwürdigerweise ganz über- sehen hat, nämlich der Unterschied im Bau der Epidermiszellen. Prantl') stellt die Gattung Lesquerella auffalleuderweise gar nicht in die Gruppe der anscheinend so nahe verwandten Alyssinae, sondern zu den Schizopetaleae-Physariinae, in welche Gruppe er außerdem die Gattungen Synthlipsis, Lyrocarpa. Bithyrea, Physuria und PJwenicaulis stellt. Prantl nimmt diese 1) Engler und Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamilien, IV, 2., p. 187. 2) Torrey u. Gray, A Flora of North. America, I., p. 102. 3) Engler und Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamilien, IV. 2, p. 187. 91 TrennuDg auf Grund des Narbenbaues vor, LesquereUa soll wie alle Flnfsarinuic eine kugelige oder ko{)fige, die Alyssinac eine mehr minder zweilappige Narbe besitzen. Was nun das Merk- mal yon der Gestalt der Narbe betrifft, hat nicht nur bereits Robinson') und 8olms- Laubarli**) darauf hl nire wiesen, daß denisellteu eine Brauchbarkeit zum Unterscheiden größerer Gruppen nicht zukommt. sond<'rn gerade die Arten der (lattung LcsqnrreUa zeigen, daß dieses Merkmal innerhalb einer Gattung schwankt, wie Degen nachweist: auch meine eigenen_ Studien über die iSyste- raaiik der Cruciteren haben mich zur Überzeugung geführt, daü der Gestalt der Narbe zum mindesten nicht die hohe Bedeutung zu- kommt, wie PrantI annimmt. Dies war auch einer der Haupt- gründe, der mich veranlaßt hat, die Gattung LesquereUa früher wieder zu den Alyssiiuw zu stellen^), eine Ansicht, von der ich, wie sich gleich zeigen wird, abgekommen bin. Schon PrantI*) führt noch ein weiteres Unterscheidungs- merkmal zwischen LrsquereJla und den Alyssinae an. Bei Les- qutnUa zeigen die Epidermiszellen der Scheidewand „wellige Wände", bei den Aly^sinae sind sie „polygonal, reichlich dicht parallel geteilt". Diese Angabe ist auch richtig und alle echten Lesqtirrella-ATten zeigen tatsächlich unregelmäßig polygonale Epi- dermiszellen ohne weitere Teilungswände. Lesquerella velcbitica hingegen zeigt die für alle Alyssinac charakteristischen polygonalen Epidermiszellen mit zahlreichen parallelen Teilungswänden, wie sie Degen ^) auch ganz richtig abbildet, weshalb es mich wundert, daß ihm das ganz abweichende Verhalten bei den übrigen ies- quereUa- A.x[Qn ganz entgangen ist. Doch bestehen zwischen LesquereUa velcbitica und den übrigen Lesquerella- Arien noch andere Unterschiede, so in der Ausbildung der Honigdrüsen. Bei Lesquerella velebitica stellen diese je zwei dreieckig-pyramidale Höcker zu den Seiten der kurzen Staubblätter dar, genau wie bei Alyssum und allen verwandten Arten, bei den amerikanischen Lesquerella- Arten hingegen sind zwar ebenfalls nur laterale Drüsen vorhanden, doch sind dieselben oft paarweise entweder nur au der Innenseite der Staubblätter oder auch außen zu einem Ring verschmolzen. Ein weiteres sehr bedeutsames Unterscheidungsmerkmal von LesquereUa velebitica gegenüber den übrigen LesquereUa- AvUm ergibt aber noch das Verhalten der Myrosinschläuche. Nachdem zuerst Hein rieh er") die allgemeine Verbreitung von Myrosin- ') J. & Ä. Gray, Synoptical Flora of North America, I. 1, p. 137. -) Crucift-renstudien III in Botau. Zeitung, LXI. (1903), p. 7:1. ^) Verliandl. d. zool.-bot. Gesellscb. Wien, LIX. (1909), p. 320. *) Enpler u. PrantI, Die nat. Pflauzent'aiii., III. 2., p. 187 und 194. ') Magyar bot. lapok 19U'J. Taf. 1, fig. 10. '') Die EiwciUschläucbe der Cruciferen und verwandle Elemente iu der Bboeadinenreibe in Leitgeb, Mitteilungen aus dem botanischen Institute zu Graz, 18»b. 92 schlauchen bei den Cruciferen festgestellt hatte, hat SchweidlerM nachgewiesen, daß die Verteilung derselben in der Pflanze ein systematisch gut verwendbares Merkmal darstellt. Seh weidler unterscheidet drei verschiedene Typen: a) Exo-Idiohlastae mit ausschließlich im Mesophyll lokalisierten, ehlorophyllführenden Myrosinzellen; b) Endo- Idiohlastae mit an die Leitbündel gebun- denen chlorophyllfreien Myrosinzellen; c) Hetero- Idiohlastae mit beiderlei Myrosinzellen. Wenn Schweidler auch vielleicht die Bedeutung dieses Merkmals für die Systematik der Cruciferen über- schätzt hat, haben doch sowohl seine eigenen als auch meine zahlreichen diesbezüglichen Untersuchungen ergeben, daß wirklich nahe miteinander verwandte Cruciferengattungen in bezug auf die Verteilung der Myrosinzellen stets das gleiche Verhalten zeigen. Die Gattung Lesquerella gehört nun zu den Endo- Idiohlastae im Sinne Schweidlers, d. h. die Myrosinzellen sind chlorophyli- frei und an das Leptom der Leitbündel gebunden. LcsquereWi velehitica hingegen gehört zu den Exo-Idiohlastae mit im Mesophyll lokalisierten Myrosinzellen und stimmt diesbezüglich mit allen übrigen Alyssinue überein. Aus obigen Ausführungen ergibt sich demnach folgendes: Die Gattung Lesquerella ist aus der Gruppe der Alyssinae auszuschalten. Die als Lesquerella velehitica beschriebene Crucifere gehört nicht zur Gattung Lesquerella, sondern erweist sich als unzweifelhaft zu den Alyssinae im Sinne Prantls (und auch nach meiner eigenen Auffassung)-) gehörig. Es tritt nun an uns die Frage heran, welcher Gattung die in Rede stehende Velebitpflanze zuzuweisen ist. Von den bisher bekannten Genera aus der Gruppe der Alyssinae kommen über- haupt nur Alyssum und Vesicaria in Betracht, denn Physoptychis, welche Degen ebenfalls zum Vergleiche heranzieht, weicht nicht nur durch die dünnhäutigen blasig aufgetriebenen Früchte be- deutend ab, sondern es scheint mir selbst ihre Zugehörigkeit zu den Alyssinae fraglich. Obwohl nämlich Physoptychis den für die Alyssinae charakteristischen Bau des Septuras aufweist, erinnert die Gattung andererseits sowohl in der Gestalt der Honigdrüsen al.s auch im Fruchtbau lebhaft an Goluteocarpus und diese Gattunij gehört auf Grund der ganz anderen Verteilung der Myrosinzellen nicht zu den Alyssinae. Leider wollte es mir bisher nicht ge- lingen, die Myrosinschläuche bei Physoptychis überhaupt nach- zuweisen. Aber auch abgesehen von den Myrosinschläuchen ist der Fruchtbau von Physoptychis gegenüber „Lesquerella" velehitica 1) Die systematische Bedeutung der Eiweißzellen der Cruciferen im Ber. d. deutschen bot. Gesellschaft, XXIII. (1905), pag. 174. 2) Flora von Steiermarlc, I., pag. 506. 93 ein so abweichender, daß eine Vereinigung beider unstatthaft ist. Von }'esicaria weicht die Velebitptianze durch nur zweisamige Fruchtfächer, die an der Basis nicht stielfijrniig verschmälerten Früchte, die dichte Bekleidung mit ISternhaaren und den Habitus ganz bedeutend ab. von Ah/ssum. speziell der Sektion Aarinia, durch den geschlossenen Kelch, und die stark gewölbten Frucht- klappen. Nach allem dem bleibt uns nichts anderes ültrig, als in der ,,L€squcn'Ua"' vehbitica den Vertreter eines eigenen (ienus anzu- sehen, welches ich zu Ehren des Entdeckers dieser hochinteres- santen Pflanze als Degen ia bezeichnen möchte. Degen la Ilayek iiov. genus. Oalyx clausus, basi minute saccatus. Petala longv unguiculata. indivisa, lutea. Stamina sex, tetradynaraia, tiianieutis plauis edentulis. Nectaria lateralia bina, utrinque ad basim staminnm breviorum, breviter pyramidata, nectaria mediana deficientia. Gerraen sessile, Stylus longus, gracilis, deciduus; stigma breviter bilobum. Silicula magna, inflato-ovata, apice paulo anceps, acuta et apicnlata, latere ad suturam paulo contracta basin versus angustata, valvis valde convexis, dense reticulato-venosis, loculis dispermis. Septura pellucidura, hyaliuum, raargine reticulatira venosum, hiuc inde etiam fasciculo mediano praeditum, cellulis epidermatis polygonalibus septis parallelis nunierosis praeditis. Semina ovata, subcompressa, late marginata, erabryoue pleurorhizo cotyledonibus planis. Idioblasti rayrosiniferi dispersi in niesophyllo. Pili stellati. DifiFert ab Aly-iso calyce clauso, valvis magis convexis lila- mentisque endentulis, a Vcsicaria sicula basin versus nou valde angustata sessili valvisque niembranaceis, septis siliculae dispermis a Fihigia valvis valde convexis. Einzige bisher bekannte Art: Degenia vehbitica (Degen in Magyar bot. lap. VIII.. pag. 3 [1909]. sub Lesquerella), Hayek. Habitat in glareosis montis Velebit in Croatia meridionali. Dieses neue Genus ist von Alyssam und Vesicaria gewiß mit ebensoviel Recht abzutrennen, wie Ptilutrichum, Fibigia oder ßerteroa. Es ist ja zweifellos, daß die Gattungsabgrenzung inner- halb der Alyssinae heute noch keine nach allen Richtungen be- friedigende ist und vielleicht wird eine monographische Durch- arbeitung der ganzen Gruppe dereinst zu einer ganz anderen Begrenzung der (ienera führen und die Gattung Degenia dann wieder verschwinden; aber bei unseren heutigen Kenntnissen halte ich deren Aufstellung nicht nur für mindestens ebenso berechtigt wie die zahlreicher anderer Cruciferen-Genera, sondern sogar für dringend geboten, wenn man eine Vereinigung von gewiß nicht zusammengehörigen Arten vermeiden will, was der Fall wäre, wenn man Degenia velebifica mii Alyssttni oder Vesicaria ver- einijien wollte. 94 Blütenbiologie und Photographie'). I. Von Dr. Otto Forsch (Wien). (Mit Tafel III.) I. Allgemeiner Teil. Wer die Hochflut der blütenbiologiseheu Literatur in illustra- tiver Hinsicht kritisch überbUckt, wird finden, daß wir — von den auch hier selbstverständüch nnvermeidlichen schlechten Ab- bildungen abgesehen — zwar über eine große Auswahl sehr guter Abbildungen ökologischer Blütendelails verfügen, daß aber im Verhältnis zu diesen die Zahl jener Abbildungen geradezu ver- schwindet, welche die Tätigkeit der Blütenbesucher an oder in den Blüten, resp. Blumen darstellen. Ja selbst Hermann Müller, der unübertroffene Altmeister der deutschen Blütenbiologie, dessen beide klassische Hauptwerke eine wahre Fundgrube von mit Eecht z. T. bereits geradezu stereotyp gewordenen ausgezeichneten ökolo- gischen Blütenzeichnungen bilden, hat in diesen auch nicht in einer einzigen Abbildung die Tätigkeit der Insekten an den Blüten dar- gestellt. Die wenigen diesbezüglichen Abbildungen, die wir ihm verdanken, sind an anderer Stelle erschienen"). Daß die Blütenbiologeu der Abbildung des Bestäubungsvor- ganges durch das Insekt mit einer gewissen Konsequenz aus dem Wege gehen, ist auch für jeden, der es einmal selbst versucht hat, eine derartige Zeichnung naturgetreu anzufertigen, mehr als begreiflich. Dies resultiert aus folgender Überlegung. Welche Forderungen sind an eine den wissenschaftlichen Bedürfnissen vollkommen entsprechende Abbildung des Bestäubungsvorgauires unbedingt zu stellen? Dieselbe soll nicht nur eine naturgetreue Wiedergabe der hiebei wichtigen Blüteuorgane in Form, relativen Größenverhältnissen, gegenseitigen Lagebeziehungen etc. sein, sondern sie soll auch die natürliche Haltung des Körpers des be- suchenden Tieres und seiner Organe in ihren Beziehungen zu den einzelnen Blütenorganen perspektivisch richtig und morpholojiiseh genau wiedergeben. Daß dies selbst dem geschicktesten Schnell- zeichner bei einem Vorgange, der oft nur Bruchteile einer Sekunde, im Maximum wenige Sekunden dauert ^j, nicht möglich ist, leuchtet ') Im Auszuge vorgetragen in der botanischen Sektion der 81. Ver- sammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Salzburg, September 1909, unter dem Titel ..Die Photographie im Dienste der Blütenbiologie". 2) Vgl. die TabeUe p. 96 ff. 3) Denn Fälle, wie der von Lindmann für Phaseölus caracalla L. beschriebene, wo die Hummel bis 30 Sekunden ins Honigsaugen vertieft bleibt, gehören zu den Ausnahmen. Vgl. Lindmann, Die Blüteneinrichtungen einiger südamerikanischer Pflanzen. I. Leguviinosae. Bihang tili Svensk. Vetensk. Akad. Handling. XXVII, 1902, Afd. III, Nr. 14. 95 von selbst ein. Ii-li habe mich oft bemüht, derlei Zeichnungeü auznt'ertio:en und iiin injnier zu dem Erfjebnisde jjelaiiiil. daß, wenn man dabei gewissenhaft vorgeht, eine derartige Zeichnung im besten Falle nur die Kombination einer Reihe von Einzelbeobachtungen sein kann, wobei man am besten wohl in folgender Weise verlährt. Zunächst entwirft man sich eine Zeichnung der Blüte nach der Natur'), u. zw. in derjenigen Ansicht, in der man die Bestäubung derselben durch das Insekt abbilden will. In diese Zeichnung trägt man dann bei wiederholt beobachteten Besuchen desselben Bestäubertypus die Beziehungen der einzelnen Körperteile zu den verschiedenen ülütenorganen der Reihe nach möglichst genau ein. also z. B. Umriß des Thorax, den sichtbaren Teil des Kopfes, die einzelnen Beinpaare, Umriß des Hinterleibes etc. Schon die zeichnerische Kombination der so gewonnenen Skizzen liefert bei Zugrundelegung des Objektes eine natürliche Wiedergabe der ungezwungenen Körperhaltung des Tieres. Noch genauer werden dieselben, wenn man ein frisch getötetes Tier auf Grund der zusammenhängenden Skizzen und gelegentlicher Kon- trolle durch weitere Beobachtungen künstlich in die ent- sprechende Körperstellung in der Blüte bringt und genau abzeichnet. So lassen sich in Ruhe die einzelnen morphologischen Details genau in die Skizze eintraireu. Man bekommt auf diese Weise nicht nur die richtigen Umrisse, sondern auch genaue Details. Wie aus der gegebenen Darstellung hervorgeht, erfordert diese Methode der zeichnerischen Wiedergabe viel Zeit und Mühe und bedeutet trotzdem in vielen Fällen bloß eine weit- gehende Annäherung. Denn der Grad der Natürlichkeit der Zeichnung hängt immer wieder von der Zahl der bei den Einzel- beobachtungen gemachten Eintragungen ab. Für die Vornahme der Einzelbeobachtung sind aber wieder verschiedene Faktoren maßgebend, wie Tageszeit. Sonnenschein, Windverhältnisse etc. Ist diese Methodik vielfach nur unter erschwerenden Umständen anwendbar, so versagt sie in anderen Fällen dagegen vollständig. Man denke an die flüchtigen Besuche vieler Fliegen, Hymeno- pteren, Tagfalter, Tagschwärmer und vor allem an die der Sphin- giden. Noctuiden etc. in der Dämmerung und zur Nachtzeit, an Koliltris, Nectariniden etc. Bedenkt man alle die erwähnten Schwierigkeiten, dann ist es wahrhaftig nicht zu verwundern, daß die BIütenbiologL-n von der Abbildung der Tätigkeit der Insekten an den Blüten meist Abstund nehmen, und die wenigen in der Literatur vorliegenden diesbezüglicln^n Alibilduiiiren zum größten Teile gesteigerten Ansprüchen nicht standhalten können. Tatsache ist, daß in der Mehrzahl dieser Abbildungen die Insekten steif, in unnatürlicher Körperhaltung, in den Dimensionen der Form und ') Diese fertigt man am raschesten und genauesten mit Hilfe des Zeichen - apparates nach dem lebenden Objekte au. 96 namentlich der Haltung der einzelnen Organe, besonders von Kopf und Beinen, vielfach geradezu falsch dargestellt sind. Darin vrird mir jeder Beobachter beipflichten, der wiederholt Gelegenheit ge- habt hat, die Tätigkeit der Insekten an den Blüten in der freien Natur eingehender zu beobachten und nach dem Studium eines bestimmten Bestäubungsvorganges seine Skizzen mit den darauf bezüglichen Literaturabbildungen zu vergleichen. Nach diesen einleitenden Bemerkungen dürfte es sich em- pfehlen, zur Bestätigung des Gesagten einige der bekanntesten; aus der leichter zugänglichen blütenbiologischen Literatur aus- gevpählten Abbildungen auf ihre zeichnerische Qualität hin kurz zu charakterisieren. Ich glaube, daß meine bisherige Darstellung der Schwierigkeiten genügen dürfte, um mich gegen die Zumutung zu schützen, mit der folgenden Kritik den zitierten Autoren einen Vorwurf machen zu wollen. Im Gegenteil Jeder, der die großen Schwierigkeiten kennt, mit denen die Anfertigung derartiger Zeichnungen verbunden ist, weiß nur zu gut, daß selbst die minder gelungenen vielfach noch eine anerkennenswerte Leistung bedeuten. Gerade der Umstand, daß in der folgenden kritischen Tabelle auch unter den minder gelungenen Abbildungen die Namen einiger als künstlerisch geschulter Illustratoren rühmliehst bekannter Autoren, allen voran Kerner v. Marilaun, Dodel-Port, Hermann Müller etc. figurieren, möge ein weiteres Argument für die Größe der angedeuteten Schwierigkeiten und damit gleichzeitig für die Unzulänglichkeit sein, der Lösung dieser Auf- gabe in allen Fällen auf rein zeichnerischem Wege allein beizukommen. So viel zum Verständnis der folgenden Tabelle. Literaturzitat: Sprengel Das ent- deckte Geheimnis d. Natur etc., 1793. Taf. I, Fig. 24 Taf. II, Fig. 3. Geo:enstand: Kritik Bestäubung von Sal- Länge des Konnektivs un- via pratensis'^) richtig im Verhältnis durch eine Hum- zu den Körperdimen- mel. sionen des Tieres. Bestäubung von Iris Im wesentlichen richtig, Xiphiutn durch aber unscharf und per- eine Hummel. spektivisch verzeichnet. Im Verhältnis zur Tiefe des Perigonblattes ist vom Körper des Tieres zu viel sichtbar. ^) Die Speziesnamen der Tabelle entsprechen den bezüglichen Angaben der Originalarbeiten. 97 Literat n rz i tat: Taf. XXIII, Fig. 39. Gegenstand: Bhi- Kritik V. Körperhaltung im wesent- lichen ricllti^^ in den Details ungenau und unscharf, Blütendetails ungenau. Taf. XXIII, Fig. 9. Bestäubung von /S^a- Abdomen und Flügel des ■ zu Bestäubung )ian(}iHS ciista galli durch eine Hummel. Taf. XXIV, Fig. 6 und 9. Taf. XXV, Fig. In. 3. Titelkupfer. C r ü g e r, A few notes on Ihe fe- cundiition of or- chids etc. Journ. of the Linn. Soc. Lond. Bot.. Vm.. f/?//,s silvatica eine Hummel. Bestäubung von Ni- gella arvensis d. eine Biene. Tieres relativ vie groß und plump. Blütendetails gut, Körper d. Tieres etwas schema- tisiert. und Insekt Bestäubung von AI- Blütendetails thaea officinalis. schlecht. Von diesen sind XXV (Bestäubung von Scro- phularia durch eine Wespe) und XV (Salvia und Hummel) die natürlichsten, die übrigen mehr oder weniger plump. Bestäubung d. weibl. In Natürlichkeit der Kör- Blüte von Cata- perhaltung und Detail- sctumtrideniatiim Hook.') durch die Bienengaltung Euglossa. ausführnngeine der aus- gezeichneten Abbildun- gen der blütenbiologi- scben Literatur. 18ö5.Taf.9,Fig.2. Fig. 1. Das Tier Desgleichen, nach dem Besuche der männl. Blüte. Blüte von Salvia Halbschematische Dar- off'icinalis v. einer Stellung der Pollenüber- J. Lubhock, Blu- men und Insekten, Berlin, 1877,p.l76. H. Müller in Schenks Hand- buch der Botanik, I. 1881, p. 48, Fi.j. 17. 1—2. Hummel besucht. Schnepfenfliege (Empis lividit) an ürchis maculata. tragung, Antheren zu seitlich. Die Abbildung zeigt bloß die Pollen- übertragung auf den Körper des Insektes. Die Abbildung zeigt nicht den Bestäubungsvor- gaug. sondern höch- stens das Tier vor dem Verlassen der Blüte. Haltung der Mittel- und Hinterbeine unnatürlich. ') Der Autorname wurde zur Vermeidun;^ von Verwechslungen von mir eingefügt. 98 Literaturzitat: p. 62, Fig. 22. Gegenstand : Bestäubuno: v. Loni- cera Periclynie- nnm durch den Li- gusterschwärmer . p. 72, Fig. 24. Trelease W., The fertilisation oiSal- via splendens by birds, Americ. Natur., XV., 188L Dodel-Port, Illu- striertes Pflauzeu- leben, 1883 '), p. 191, Fig. 40, L Taf. VI, gegenüber p. 202. Schwebfliege {Äscia podagrica) an der Blüte von Vero- nica chamaedrys. Kolibri an der Blüte von Salvia spltn- dens, \. c. p. 267. Fig. 1. 4. Kritik: Größenverhältnis zwisch. Schmetterling und Blüte ungenau. Das Tier wäre besser im Profil zu zeichnen, um die Be- ziehung zwischen dessen Körper und den Ge- schlechtsorganen der Blüte zu zeigen. Flüchtig und unscharf. Die Ansicht von vorne zeigt nicht die gegen- seitige Lagebeziehung der Staubgefäße und des Griffels zur Körper- unterseite der Fliege. Reinsehematische Dar- stellung der Pollenauf- nahme durch die Stirne des Voffels. Xylocopa violacea Körperhaltung, besonders an der Blüte von Haltung der Beine un- Salvia sclarea. genau, sonst gut. Taubenschwanz {3Iacro(jlossa stel- latarum) an Li- lium Martagon. In den zoologischen und botanischen Details für sich gewissenhaft und geschickt ausgeführt, zeigt die Abbildui'g weder die Beziehung der Kürperunterseite zu den Antheren, noch die Übertragungdes Blüten- staubes, da dieselbe meist nicht wie in der Abbildung durch die Berührung der Narbe mit den Tarsen, sondern durch die behaarto Körperunterseite, resp. die behaarten Schenkel und Schienen des Schwärmers erfolgt. ') Da die blütenbiologischen Abbildungen des bekannten Tafelwerkes desselben Autors (Anatomisch-physiologischer Atlas der Botanik für Hoch- und 99 L i t e r a t u r z i t a t : p. 206, Fig. ÜB. p. 231. Fig. 56. p. 233. Fig. 57 A u. p. 235, Fig. bS. p. 241. Fig. 61, p. 248, Fig. 63. p. 258. Fig. 65. Taf. YIII. gegenüber p. 330. Gegenstand: Bestäubung von AriMulochia Clc- matitis. Bestäubung v. Lo)ii- cera Fericlyma- 7ium durch d. Li- gustt'rsehwärraer. Bestäubung v. OrcJiis macnliüa durch d. Sehnepfeutliege (Empis Uvida). Bestäubung von Cy- doiiia vulgaris durch die Honig- biene. Kornbkirae (Centati- rea Cyanns) und Gammaeule (Piii- sia gamma). Schiaramfliege {Eristalis tenax) auf Saxifraga ai- zoides. Honig- und bliiten- staubsuehende In- sekten a. Weiden- blüten. Fitzgerald, Au- stralian Orcliids, Sydney, 1875 bis 1884, Part. 7. Part. 1. Bestäubung v. Cala- dcnia alba durch eine Fliege. Säule und Labelium von Ptcrustylis lo)i(jifolia mit Käfer. Kritik: Insekt kaum .siditbar. Von der Abbildung gilt im wesentlichen das oben für Lilium Mar- iagon. Ge-^agte. Fliegenkörper in beiden Abbildungen namentlich in Fig. 58 roh und ungenau gezeichnet. Im wesentlichen gut. Hal- tung des Insektenkör- pers perspektivisch un- genau. Sowohl Tier, als Blume höchst flüchtig und un- genau '). In Form- und Größen- verhäitnissen höchst flüchtig, Eüssel in der Luft etc. Insekten meist steif und ungenau, ebenso Blüten- details. In .4 Bein- haltung höchst wahr- scheinlich nach einem gespießten Exemplar einfach kopiert, B streckt den Honigrüssel in die Luft etc. Gut. Zoologische u. botanische Details gut gezeichnet, die Abbildung zeigt jedoch nicht die Über- tragung der Pollinien. Mittelsclmk-n. Eßlingen, 1878—1883) in diesem Buche größtenteils reprodu- ziert sind, zitiere ich dieselben bloß nach diesem letzteren. ') Auf der Wandtafel des Bilderatlas desselben Atlas ist dieselbe Ab- bildung in den wesentlichen Details scharf. 100 Literaturzitat: Part. 6. Part. 6. Gegenstand: Käfer in der Blüte V. Caleana major, Fig. 4. Fliege in derselben Blüte, Fig. 2. Bestäubung von B. macranthiim (F\g. 5 — 6) u. B. stria- telhim (Fig. 7—8) durch eine Fliege. Ridley H. N.. On the method of fertilizationin-Bw?- hophyllum ma- cranthiim and allied orchids. Ann. of Bot. IV, 1890, Nr. 15, Taf. XXII. Kern er, Pflanzen- Dianthoecia alhima- leben, II. Aufl., cula an Silene 1898, IL, p. 139. niäans. p. 141. p. 148. p. 203, Fig. 9. Yuccamotte an Yucca ßlamentosa. Arum conocephaloi- des mit Gerato- pogon. Ceratopogon im Blütenkessel von Aristolochia Cle- matitis. Kritik: Gut, aber ohne Darstellung der gegenseitigen Be- ziehungen zwischen dem Körper des Tieres und der Art der Pollinieu- übertragung. Zeigt die tote Fliege, nach- dem sich das Labellum zurückgeschlagen und damit das Tier frei- gegeben hat. Ausfüh- rung plump, zeigt den- selben Mangel, wie die beiden übrigen. Gibt bei stark schema- tiseher, etwas plumper Ausführung des In- sektenkörpers eine gute Vorstellung des Be- stäubungsvorgauges im Sinne d. Textdarstellung des Autors^). Insekt undeutlich, zeigt keine Beziehung der Organe d. Schmetterlings zu den Geschlechtsor- ganen der Blüte. In Plastik und Körper- haltung ausgezeichnete Abbildung^). Gutes Übersichtsbild ohne Details. Größenverhältnisse der Tiere unrichtig, zeigt nicht die Übertragung des Blütenstaubes. 1) Deun nur soweit kann ich denselben beurteilen. -) Zur Berechtigung dieser Kritik sei hier erwähnt, daß sich dieselbe zwar nicht auf die Beobachtung des Bestäubungsvorganges am natürlichen Standorte stützt, wie in den übrigen-^Fällen, wohl aber auf einen Vergleich der Abbildungen mit konserviertem Material. Herrn Prof. Dr. Rebel, welcher so liebenswürdig war, mir die Besichtigung des wertvollen Materiales der unter seiner Leitung stehenden lepidopterologischen Sammlung des k. k. natur- historischen Hofmuseums zu gestatten, sei hiemit verbindliehst gedankt. 101 Literaturzitat: p. 206. p. 229. Fig. 1. Gegenstand: Bestäubung v. Pha- lacHopsis Schil- ler ia na durch eine Fliege. Bestäubung von Cy- pripcdilum. cal- cfolus durch An- drena. Kritik: [m Detail sehr Zeichnung. klare Gute Abbildung, die eine richtige Vorstellung des Vorganges gibt, wenn auch die Details nicht ersichtlich sind. 235. Bestäubung von Epi- pactis latifoUa d. Vesjya austriaca. Sehr gute Abbildung der Details d. Bestäubuugs- vorganges, welche von sorgfältigen Detailstu- dien zeugt'). p. 242. Fig. 1-2. Bestäubung von Sal- Sehr gut, in Abb. 2 Hinter- via Glutinosa d. leib ungenau. Hummeln. p. 247. Fig. 1—2. Bestäubung v. Cru- ciauella stylosa u. Spartiiun jiin- ceum. Im ganzen gut, in Fig. 2 Kürperhaltung derHolz- humrael {Xylocopa vi- olacea) etwas steif. p. 283. Hummel an Epi- Wäre besser im Profil zu lobium angusti- zeichnen gewesen, um folium. die Beziehung d. Bauch- seite des Tieres zu den Staubgefäßen und Grit- fein zu zeigen. Flügel- nervatur und Abdomen flüchtig. liiley kopiert in Kiiuth's Hand- buch der Blüten- biologie. HI., 1 (1904), p. 134. Fig. 24. Weibchen d. Yucca- Motte heim Pollen- sanimelu an der Spitze des Staub- gefäßes. Auf sorgfältige Beob- achtung gestützte, gute Kouturenzeichuung. ') Wie ich nachträglich von Herrn Prof. v. Wettstein erfuhr, stützt sich diese Abbildung auf zahlreiche Iskizzen Kerners, die sich in dessen Nachlaü vorfand' II. 102 Literatlirzitat: Boss und Morio. Botanisciie Wand- tafeln, Stuttgart, 1904ff. (Mir stand bloß Text zu Blatt 1, 7 und 8 zur Verfügung.) Text zu Blatt 1, Fig. 6 u. 7 (1904). Gegenstand: Kritik: Bestäubung v.ÄaZrm Fig. 6 sowohl in den zoo- pratensis durch loffiseheu wie in den bo- eine Hummel. tanisehen Details sonst gut. nur fehlt wenigstens in der Reproduktion der Tafel der den Hebel- raeehanisinus auslösende beim Houigsaugen vor- gestreckte Mund des Tieres. Fig. 7. Körperhaltung etwas gezwungen, Hinterleib und Hinter- beine in der Luft. Text zu Blatt 8 Fig. 4. Bestäubung Sehr gut. (1906). des Türkenbund (Lilium Marta- gon L.) durch den Taubenschwunz. Text zu Blatt 8, Nektar saugender Gut; Beziehungen des Textfig. 5 (1906). Tagfalter auf einer Schmetterlinirskörpers Skabiose. zu den Blüteuorganen nicht deutlich genug sichtbar. Text zu Blatt 8, Brasilianischer Textfig. 6. Schwärmer und Topaskolibri, Nek- tar sausend. Wie vorige. Obige Tabelle, bei deren Abfassung ich mich strengster Ob- jektivität befleißigte, dürfte die Behauptung wohl gerechtfertigt er- t^cheinen lassen, daß die bisherige Art der bildlichen Darstellung des Bestäubungsvorganges zum mindesten sehr reformbedürftig sei. Ich gebe gerne zu, daß sich im Bereiche der heimischen Flora die Art der Bestäubung auch ohne bildliche Einbeziehung der Tätigkeit des Tieres in vielen Fällen auf Grund der uns zur Ver- fügung stehenden ausgezeichneten Abbildungen der Blütendetails allein für den Leser von selbst ergibt. In diesen Fällen mag es wohl auch genügen, bloß auf die Blüteneinrichtung und die meist leicht mögliche Beobachtung des Be.stäubungsvorganges in der freien Natur zu verweisen. Es ist dies hier oft vielleicht besser, als eine unrichtige oder auch nur steife Abbildung des Vorganges zu liefern. Diese Erwägung dürfte auch den gewissenhaften H. Müller bewogen haben, in seinen späteren Schriften von einer bildlichen 108 Darstellung der Tätigkeit der Insekten lieber ganz abzusehen als unkorrekte Bilder zu liefern. Anders liegen jedoch die Verhilltuisse in komplizierteren, schwerer zugänglichen Fällen. Mau denke au die schier unerschöpf- liche Welt raffinierter Komplikationen im Blütenban und den Wechselbezieliungeu zwischen Hluineu und Tierwelt der Tropen, deren direkte Beobachtung nur wenigen vergönnt ist. die viele wertvolle Beobachtungen oft nur einem glücklichen Zufalle ver- danken. Hier liegt unendlich mehr Bedürfnis vor, die Einzelbeob- achtung niciit nur für sich selbst, sondern auch für die weitesten Fachkreise und sachlich Interessierten im Bilde fest zu erhalten. Handelt es sieh hier ja oft L^enug um Blüteueinrichtungen, deren ralfinierte Komplikation dinkr an das Phantastische grenzt und deren direkte Beobachtung mit dem ausschlaggebenden Bestäuber erst den Beobachter vor der Zumutung schützt, bei der Deutung des Baues seiner Phantasie zum Opfer gefallen zu sein. Man denke an die Wunderwerke vieler tropischer Orchideenblüten, wie Coryanthes, Ccüusctuni. iStanJiopea, BolbopltiiUnm. Fferostylis. an die rallinierten Yoffelblumen und viele andere. Der nüchternste Blütenbiologe würde unbarmherzig der Phantasterei beschuldigt werden, wenn er z. B. den Blütenbau der (Joryanfhcs-lMüte ohne Kenntnis der Tätigkeit der Insekten in dem Sinne erklärte, wie er gegenwärtig durch die klassischen Beobachtungen Crügers vollkommen sicher steht. Dasselbe gilt für Stanhopea ohne Kenntnis der Versuche von Willis, für Bolhophyllu))/- Arten ohne die Beobachtungen von Ridley. die Bestäubung der Yucca-B\üte ohne ßiley, Tre- lease etc. Von zahllosen Orchideengattungen, deren Blütenbau wir sogar im Detail ausgezeichnet kennen, haben wir heute noch keine Ahnung, wie die Bestäubung erfolgt. Eine einzige Beobachtung der Tätigkeit des ausschlaggebenden Bestäubers kann hier mit einem Schlage ein Rätsel lösen und die Lösung dieses Rätsels, die sich vielleicht die kühnste Phantasie nicht erträumt hätte, für alle Zeiten durch die bildliche Darstellung dokumentarisch sicherstellen. Doch wir brauchen nicht so weit zu gehen. Wie aus der folgenden Darstellung ersichtlich ist. gibt es auch noch in der heimischen Flora sehr viel zu tun, ganz abgesehen davon, daß uns gute Ab- bildunj^en immer für Demonstrutions- und ünterrichtszweeke un- entbehrlich sind. (Fortsetzung foltft.) über sekundäre Befestigung einiger Rotalgen. Voll Juhuniia Meiiz (Graz). (Mit 13 Textfiguren.) (Aus der k. k. zoologischen Station in Triest.) Die Art der Befestigung der Algen auf dem Substrat ist eine zwi'ifache. Eine primäre und eine sekundäre. Erstere geht be- I 104 kanntlich auf die keimende Spore zurück, wobei im Laufe der Entwicklung ein mehr oder weniger mächtiger Anheftungsapparat gebildet wird. Nur selten (bei den Krustenalgen) wird das in der jungen Keimpflanze angelegte primäre Rhizoid rückgebildet, weil der ganze Thallus die Funktion einer Haftscheibe übernimmt. Das primäre Anheftungsorgan ist oft Gegenstand von Unter- suchungen gewesen, weniger bekannt scheint dagegen die sekundäre Befestigung geblieben zu sein. Dieselbe geht im entwickelten Thallus in der Weise vor sieh, daß Teile desselben mit Partien des eigenen ;oder eines fremden Thallus derselben Art oder mit Thallusteilen einer fremden Gattung in Berührung kommen, wobei dann in verschiedener Weise eine ein- oder beiderseitige Verfestigung erfolgt. Durch diese sekundäre Befestigung wird die Alge noch mehr gegen das Losreißen geschützt. Dieses Verhalten ist bekannt. Diesbezügliche Angaben finden sich bei Nordhausen') vor, welcher auch nebenbei erwähnt, daß beim Zusammentreffen zweier Sprosse derselben Spezies eine beiderseitige Verwachsung erfolgt, wobei die Verwachsungsgrenze völlig verwischt wird. Näher läßt sich der genannte Autor auf diesen Gegeustand nicht ein. Tobler behandelt die Sache eingehender, u.zw. vom biologi- schen Gesichtspunkte -j. Er hebt die Wichtigkeit der epiphytischen Lebensweise, sei es durch primäre oder sekundäre Anheftung. für die Biologie der betreffenden Formen hervor, deren Lebensbedin- gungen dadurch verändert werden, und er bespricht die „Veränderunii der Lebensbedingungen", welche „die Ansiedlung in oder auf einem anderen Thallus für den Epiphyten bedeutet". An anderer Stelle*) befaßt sich dieser Autor mit der Verwachsung zweier gleichartiger Thalli und den dieselbe eventuell bedingenden Ursachen. Augeregt durch Herrn Dr. J. Schiller, Assistenten für Bo- tanik an der k. k. zool. Station in Triest, habe auch ich einige diesbezügliche Untersuchungen vorgenommen; ich beschränkte mich hiebei bloß auf einige wenige Fälle, die ich mit Rücksicht auf die geringe mir zur Verfügung stehende Zeit nur morphologisch, nicht aber experimentell untersuchen konnte. Dabei handelte es sich mir hauptsächlich um folgende Fragen : 1. Welche Elemente des Thallus finden bei der sekundären Befestigung Verwendung? 2. Unter welchen Umständen verhält sich das Substrat passiv? 3. Ist das Substrat von Einfluß auf die Art der sekundären Befestigung? 1) M. Nordhausen, „Zur Anatomie und Physiologie einiger ranken- tragender Meeresalgeu". Pringsheims Jahrb., Bd. 34, p. 247. ~) Fr. Tobler, ,.Zur Biologie der Epiphyten im Meere". Ber. d. deut- schen bot. Ges, Bd. XXIV, H. 10, p. 552 u. ff. 3) Fr. Tobler, „Zur Morphologie u. Entwicklung von Verwachsungen im Älgenthallus". Flora, XCVIL, H. 3, p. 299—307. 105 4. HäLgi das Zustandekoniiueii von sekuiuliiren Befestigungs- organen überhaupt von der Natur des Substrates ab? Die Beantwortung dieser Fragen dürfte sich aus der Dar- legung der folgenden Tafsachen ergeben. yitop/t yll u )n p unvtatuni. Die genannten Erscheinungen treten uns in besonders schöner Weise bei NiiopJiyHum entgegen. Es ist dies bekanntlich eine zarte, in der Regel einschichtige Alge, welche unter Umständen (z. B. bei der Bildung von Tetra- sporen oder Cystocarpien) an den entsprechenden Stellen des Thallus mehrschichtig wird. Diese äußerst zarten Thalluslappen zeigen vielfach die Tendenz, sowohl untereinander als auch mit anderen benachbarten Algen au beliebigen Berührungsstellen zu verwachsen. Es liegen hiebei folgende Möglichkeiten der Verwachsung vor: I. Zwei Thalluslappen derselben Spezies berühren sieh gegen- seitig und verwachsen miteinander, u. zw. können es: 1. Zwei gleichartige Thalluslappen sein, welche ihrerseits sich auf dreierlei Weise an einanderlegen können: a) mit ihren Flächen, b) mit den Rändern, c) ein Thalluslappen berührt mit seinem Rande die Fläche des anderen. 2. Zwei nicht ganz gleichartige Thalluslappen: Ein ein- schichtiger (steriler) berührt mit seinem Rande oder seiner Fläche die Fläche eines mehrschichtigen (fertilenj Lappens und verwächst damit. II. Ein Thalluslappen von Nitophyllum berührt mit seinem Rande oder seiner Fläche den Thallus einer fremden Alge {Dicty- opteris, Ulca, GeJulitmi) und verwächst mit derselben. I. Völlig die gleichen Verhältnisse für beide Teile herrschen nur in den unter 1 a) und b) genannten Fällen, wo sich nämlich die beiden Lappen entweder mit ihren Rändern oder mit ihren Flächen berühren. Es ist daher von vornherein zu erwarten, daß die beiden Teile in demselben Maße beeinflußt werden. Dies ist auch tatsächlich der Fall: a) Treten zwei Thallusflächen miteinander in Berührung, so wölben sich an der Berührungsstelle, sowie noch in einiger Ent- fernung davon die Zellen beiderseits papillös vor. Die Papillen, welche an der Berührungsstelle höher sind, erreichen daselbst eine Höhe, welche der der Thalluszellen gleichkommt, so daß letztere das doppelte ihrer ursprünglichen Höhe erreichen (Fig. 1). Der papillös vorgewölbte Teil ist l)edeutend schmäler als der basale Teil der Zelle ; es entstehen auf diese Weise Zwischenräume Osterr. roian. Zeitschrift, b. Heft. 1»10. g 106 zwischen den einzelnen Papillen, in welche die des anderen Thallus hineinragen, so daß eine Art Verzahnung hergestellt wird. Die einzelnen Papillen beider Lappen verwachsen miteinander fest zu einem scheinbar einheitlichen Gewebe. Falten in der Membram rufen den Eindruck hervor, als ob zwischen dem Basalteil und der Papille eine Wand abgegliedert worden wäre. b) Eine lebhafte Zellvermehrung findet jederseits statt, wenn die Ränder zweier Lappen miteinander in Berührung kommen; es wird offenbar auch ein Wachstumsreiz ausgelöst, demzufolge der Thallus beiderseits mehrschichtig wird. Es geschieht dies in der Weise, daß in einiger Entfernung vom Rande der einschichtige Thallus zweischichtig zu werden beginnt, dann wird er drei-, end- lich vielschichtig, indem sich die Zellen lebhaft verjnehren. Sie \ Fig. 1. nehmen eine mehr weniger unregelmäßige, im Querschnitte senk- recht zur Thallusfläche längliche Gestalt an. Die Verwachsungsgrenze der beiden Teile ist nicht mehr kenntlich ; wir sehen ein homogenes vielzelliges Gewebe. c) Berührt ein Thalluslappen mit seinem Rande oder den un- mittelbar darunter befindlichen Zellen die Fläche eines anderen, so treten die lebhafteren Wachstumserscheinungen an dem ersteren auf. Dieser Thallus wird erst zwei-, dann dreischichtig und bildet am Grunde eine mehrschichtige Haftscheibe aus, welche der Substrat- fläche aufsitzt und die Befestigung mit derselben herstellt. Während nun bei a) und b) von einem eigentlichen Substrat und einem Epiphyt nicht die Rede sein konnte, weil beide Teile sich völlig gleich verhielten, macht sich hier der Unterschied deutlich bemerkbar, indem der Rand, welcher mechanischen Schädigungen mehr ausgesetzt und daher schutzbedürfiiger ist, 107 zum Epipliyten. die Fläche dageo^eu zum Substrat wird. Dieses reagiert büchsteus dadurch, daß es regelmäßig: zweischichtig wird (Fig. 2) oder seine Zellen papillös vorwölbt. 2. Trifft ein einschichtiger (steriler) Thallusteil die Fläche eines mehrschichtigen (fertileu), so findet ebenfalls Verwachsung unter einseitiger Zellvermehruug statt. Diese gehört dem weniger- schiehtigen Teile an. mag letzterer sich mit dem Kande oder mit der Fläche dem anderen anlegen. An der Berührungsfläche ist jegliche Grenze verwischt; wir sehen im Querschnitt auch hier nur ein homogenes Gewebe. Fig. 2. II. Es erübrigt uns noch, den Fall näher ins Auge zu fassen, in welchem liitophyUum sich an eine fremde Gattung (sei es eine Grün-, Braun- oder vielschichtige Eotalge) befestigt (Fig. 3: Nitojjhyllum auf (Iva). I)as Ergebnis der Untersuchung einer Festheftung auf Uha und Dictijo})irn<; war das.selbe. Der S itojjhyllum-'i'haWüs wird an der betreffenden Berühruug.sstelle mehrschichtig, wie bei den oben er- wähnten Beispielen, das Substrat wird jedoch hiebei auf keinerlei Weise in Mitleidenschaft gezogen. Einem etwas abweichenden Verhalten begegnen wir bei der Festheftung von Nito})}iyllu)ii uii UydroclaOtrus sinnosuf^. in.'^ofern die Haare, die letztere an ihrem 8* 108 Thallus entwickelt, den darauf epiphytischen Algen als willkommenes Unterstützungsmittel entgegentreten, yitojjhyllum, welches sich sonst immer aktiv verhält, indem seine Zellen sich an der Be- rührungsstelle mit einem Substrate rhizinenartig verlängern, legt sich hier den Haaren fest an, ohne selbst besondere Haftorgane auszubilden. Nur an den Stellen, wo die Haare spärlicher oder gar nicht vorhanden sind, geht der Nitophyllum-ThsiWüs in die Bildung von Haftern ein. j^M^in: Fig. 3. Fiff. 4. Am besten wird die Sachlage durch die nebenstehende Fig. 4 erläutert. Der Schnitt ist in der Weise geführt, daß bei a eine Stelle getroffen ist, wo Hydroclathrus (C) reichlich Haare ent- wickelt, an welche sich 2sitophyllum (N) dicht anlegt, indem es mit ihnen verwächst. Bei h sind die Haare in geringer Anzahl vorhanden; hier bildet Nitophyllum die üblichen hypheuartigen Zellen aus, wie bei Berührung mit den anderen erwähnten Formen. Zwischen den Haaren der HydroclatJirus treten vereinzelt einige Nitophyllum ZeWen auf (0), welche von den mittleren Hyphenzellen seitlich abgegliedert werden. Der direkt mit den Haaren in Be- 109 rühriing tretende Teil wird nicht zu einer Gewebewucheruno: ver- anlaßt: höchstens wölben sich einzelne Zellen etwas vor (a). Welches hiebei die mechanischen Ursachen sind, die ein solches Verhalten bedingen, müßte experimentell nachgewiesen werden. JRh odym enia Hg ulata. Diese Rhodophycee hat ebenfalls einen flachen, aber stets mehrschichtigen Thallus. Im Inneren ist ein mehrschichtiges, groß- zelliges Markgewebe ausgebildet, außen ist eine jederseits 1 — 2, ja mitunter 3 Zellagen hohe Rinde. Obwohl diese Form bei weitem nicht so zart ist wie Nitophyllum, vermag sie, ebenso wie dieses, an beliebigen Berühruiigsstellen mit dem eigenen Thallus oder mit einem geeigneten Substrat Haftorgane auszubilden. Diese können verschieden sein, je nachdem die Alge: I. mit einem Thallusteil der eigenen Spezies, oder II. mit einer fremden Alge verwächst. I. Es kommt häufig vor, daß zwei i^/iOfZi/wiewm-Sprosse mit ihren Flächen miteinander in Berührung treten; hiebei findet wie bei vielen anderen Formen beiderseitiges Entgegenwachsen statt. Tobler^) beschreibt die Verwachsung der beiden Thalli, die mit Streckung der Epidermiszellen verbunden ist. Doch möchte ich einige diesbezügliche Beobachtungen hier folgen lassen, da sich oft Verschiedenheiten in der Art der Verwachsung feststellen ließen. Es können sich nämlich die Rindenzellen beider Teile fest aneinander legen, ohne ihre Form zu verändern (Fig. 5), so daß ein einheitliches parenchyraatisches Gewebe entsteht, wobei die Verwachsungsgrenze völlig verwischt wird; oder aber es wachsen die Rindenzellen (die äußeren, falls deren mehrere Reihen vor- handen sind) zu langen, engluraigen Rhizoiden, aus deren dicke Wandungen sich fest aneinander schmiegen (Fig. 6). II. Bei Berührung mit einer Iremden Alge können wir wieder zwei Fälle unterscheiden: ') Fr. Tobler, ,. Verwachsungen im Algenthallus", 1. c, p. 304 — 3u6 110 1. die andere Alge wird als Substrat benützt, verhält sich alsa passiv. 2. die andere Alge ist sehr zart, schmiegt sich an Rhody- menia an, verhält sich aktiv, während Rhodymenia zum Substrat wird, das sich passiv verhält. Fisr. 6. 1. Als Beispiel für den ersten der beiden Fälle seien die Verhältnisse angeführt, die sich bei der Berührung von Rhodymenia mit Vidalia voluhilis ergeben. Letztere hat einen Thallus, dessen Querschnittsbild mit dem des JJ//or/t/mema-Thallus große Ähnlichkeit besitzt: Rindenzellen und mehrschichtiges Markgewebe. Dennoch wurde Vidalia an allen von mir untersuchten Exemplaren^) von Rhody- menia nicht im geringsten beeinflußt, während diese an der Be- rührungsstelle lebhaftes Zellwachstum zeigt und mitunter ganz ab- sonderliche Formen annimmt. .^;r Fig. 7. Die windende Vidalia (F) legt sich mit ihrem Rande dem Rande des iJAodi/wienia-Flachsprosses an und trifft auf dessen Rindenzellen ; diese beginnen lebhaft zu wuchern und schließen die Vidalia von der Ober- und Unterseite zangenartig ein, wie das Querschnittsbild in Fig. 7 zeigt. 1) Diese rührten von verschiedenen Standorten her. lU Ebeoso treteu die Riudenzellen auch dann in lebhaftes Wachs- tum ohne besondere Rhiziiien zu treiben, wenn ein liliodymenia- Flachsproß sich mit seinem Kande dem r/r/a^m-Sproß anlegt (Fig. 8). Es wird eine Art Haftscheibe gebildet, welche aus zahlreichen fast isodiametrischeu kleinen Zellen (von der Grüße der ursprüng- lichen Kindenzellen) besteht. »•ä-JNi:=«ii2"'»v'_ Fig. 8. 2. Der zweite Fall verwirklicht sich beim Zusammentreffen der lihodymtitia mit Ceramiuvi (Fig. 9). An letzterem gehen bei der Berührung an den entsprechen- den Stellen einzelne fußförmige Rhizoiden aus den Riudenzellen FiL'. 0. hervor, die sehr lang und dickwandig sind. Die Berührungsfläche jedes Rhizoids mit dem Substrat wird dadurch, daß die Enden verbreitert sind, eine größere, die Verankerung an dasselbe somit eine festere. Nach Tobler^) ginge der Reiz zum Wachstum bei Berührung zweier Rhodymenia-Tha,\\i wenigstens ursprünglich nicht von einem ') Fr. Tobler, „Verwachsungen im Algenthallus", 1. c, p. 304. 112 Thallus auf den anderen aus; die Grundlage hiefür läge vielmehr in mechanischen Faktoren, die in der Bedeckung durch Fremd- körper (Kotraassen, ganz kleine Algenreste) enthalten sind, welche „die Verkittung der beiden Teile bewerkstelligen* und „vielleicht" ähnlich wie Verletzung wirken, jedenfalls ja eine Schädigung der betreffenden Partie der Thallusoberfläche bedeuten". Dergleichen Fremdkörper finden sich auch zwischen Rhodymenia und Ceramium vor, ebenso an der Berührungstelle von Rhodymenia mit Vidalia. Wie erklärt sich nun der Umstand, daß hier immer nur eines der beiden Teile, u. zw. im ersteren Falle das Ceramium zur Bildung von Rhizoiden veranlaßt wird, im letzteren Falle dagegen Vidalia sich passiv verhält, während Rhodymenia allein lebhaft zu wuchern beginnt, wenn man keine direkte Beeinflussung der Thalli auf- einander annimmt? Zum Schluß sei hier noch erwähnt, daß Rhodymenia häufig von Kieselsehwämmen {Suherites massa) rings umwachsen wird, wodurch die Alge allenfalls geschützt wird. Auch in diesem Falle verhält Rhodymenia sich passiv. Der Reiz, welchen die Berührung von Rhodijmenia mit Suherites zur Folge hat, ist offenbar nicht derart, daß er bei der Pflanze eine Gewebewucherung hervorzurufen imstande wäre. (Scuiuß folgt.) Über den Hausschwamm und seine nächsten Verwandten. Von Ingenieur Josef Schorstein (Wien). In der „Epicrisis" von Fries, pag. 502 und 503. finden wir u. a. folgende braunsporige Merulius-kxiQn beschrieben : I. Merulius lacrymans =^ M. vastator Tode = ]\l. destruens Pers., IL Merulius pulverulentus = Coniophora membranacea D. 0. = Auric. pidvendenta Sow., III. Merulius squalidus und IV. 3Ierulius umhrinus. Giacomo Bresadola lehrte uns, obige Arten erkennen, und zeigte, daß die Dimensionen der Sporen ihre richtige Unterscheidung auch dann ermöglichen, wenn das Hymenium von der typischen Gestalt abweicht, was erfahrungs- gemäß bei I und II oft vorkommt, und nicht mehr Merulius-^ sondern Ilydnum&riig oder aber ganz flach ausgeglättet erscheint. Nach Bresadola reduzieren sich obige 4 Spezies auf folgende 3: [ Meridius lacrymans (Wulf) Fr. | I = Jf . vastator Tode | mit 5—6 co 10—12 /x 1 = M. destruens Pers. ( Sporengröße, I = M. Guillernoti Boud. J j Merulius pulverulentus (Sow.) Fr. j ,^ ! = Coniophora membranacea D. C. ! mit3"5 — 4 co 5 — 1 ^i > = Merulius hydnoides P. Henn. { Sporengröße = Sistotrema cellare Pers. 118 »md III I Ji^''n(lius squalidti!^ Fr. ) mit 5—6 ^ 7—9 u I = Mcndius umbrinns Fe. j Sporeugröße. Es soll hier gleich eingeschaltet werden, daß ein junger P'ruchtkürper des Haiisschwammes. der die typisciien Mmdius- hlU'U zeigte, liei unvorsichtiger Niederpressung derselben sogleich dauernd die völlig ausgeglattete Hymenialliilche annahm, welche die „Coniophora menihranncea"' D. C. zeigt. Auch sei hervor- gehoben, daß Fries bei Beschreibung des 3Ierulius pulverulentus ha^t: „Preacedenti [dem laerymans] tam aftiuis, ut, nisi alii genere distinxissent. utrumque coiijuugerem". Im Oktober llt09 fand ich in Floridsdorf in einem mit dem Terrain in gleicher Höhe beliudlicheu Magazin an den Fußbodenpfosten Frucht- körper, die die typische Hausschwammgestalt zeigten, welche aber die Sporengröße 4 ~ 6 /tt hatten, und daher dem Mendius pulveru- lent US {Sow.) Fr. angehörten. Teile dieses Holzes wurden sodann, nach Abnahme des Pilzes, durch Entfernung der Oberfläche gereinigt, in mit feuchter Watte verschlossene Glas^etiiße gebracht, und au einen Ort gestellt, wo bezüglich Temperatur und Belichtung ähn- hche Verhältnisse bestanden, wie sie in dem Magazine geherrscht hatten. Nach wenigen Tagen war wolliges Luftmycel (ganz haus- schwammartiges) aus dem Holze getreten und nach zw-ii Monaten war ein neuer Fruchtkörper gebildet worden, der die bekannte J/er?.. 8-5, bzw. 9 fi, und wo der Merulius j-ulieruleutus (Sow.) P>. unter der Bezeichnung „n. sp." den Namen ^Merulit'.s minor'^ erhalten hat. Dort figuriert übrigens auch die Co- 114 und seiner Verwandten gibt, trotz der peinlichen Mühewaltung,, die er auf seine Messungen verwendete, samt und sonders un- richtig sind, und mit den Beobachtungen aller andern Botaniker im Widerspruche stehen. Aufzählung der von Dr. B. Tuntas auf der Insel Scyros der nördlichen Sporaden im Juni 1908 ge- sammelten Arten. Von E. V. Haläcsy (Wien). Die nördhchen Sporaden wurden floristisch bisher nur wenig untersucht. Die ersten Angaben rühren von J. Dumont d'ür- ville her, welcher im Jahre 1819 die Inseln Scyros und Scopelos besucht hat und seine Funde in „Enumeratio plantarum quas in insulis Archipelagi aut littoribus Ponti Euxini" in Meraoires de la societe Liuneenne de Paris, L, 1822, veröffentlicht hat. Die zweiten sind das Ergebnis einer von 0. Reiser geraachten Auf- sammlung auf den Inseln Psathura. Jura und Peristeri und sind unter anderweitigen Beiträgen zur Flora von Griechenland im XLV, Jahrgänge der Österr. botan. Zeitschr. vom Verfasser dieses veröffentlicht worden. Die dritten und letzten endlich sind im XLVII. Jahrgang derselben Zeitschrift, als Florula Sporadum, eine Aufzählung einer von Ch. Leonis im Jahre 1897 gesammelten Kollektion auf den Inseln Sciathos, Scopelos, Peristeri, Jura, Pela- gonisi und Melissi, gleichfalls vom Verfasser dieses, erschienen. Wie aus obigem ersichtlich, ist auf der Insel Scyros bisher nur von Urville botanisiert worden, welcher im ganzen in seiner - eingangs erwähnten Publikation 17 Arten ^) auf derselben ge- sammelt hat. Diese sind in Verfassers Consp. fl. graecae sämt- lich aufgenommen worden, jedoch durch eine unliebsame Ver- wechslung stets als auf der Cycladeninsel Syros oder Syra, welche von Urville nicht besucht wurde, vorkommend angeführt worden, was hiemit richtig gestellt werden soll. Im Juni 1908 hat der Athener Botaniker Dr. B. Tuntas die- Insel Scyros nun neuerlich besucht und seine Aufsammlung mir freundlichst zur Verfügung gestellt. Dieselbe beträgt 330 Arten, unter welchen eine neue Atihrietia- Art sich befindet und eine niophorella olivacea (Fr.) Eres, unter dem Namen „Coniophora cystidiophora nov. spec." usw. usw. ^) Scirpus holoschoenus L. — Stipa aristella L. — Cynanchum erec- tum L. — Pimpinella hispida Lois. — Fharnaceum Cerviana L. — Allium guttatum Stev. — Acer creticum L. — Capparis rupestris S. et S. — Phlo- mis fruticosa L. — Origanum creticum L. — Scrophularia ramosissima DC. — Sinapis arvensis L. — Melüotus messanensis L. — Trifolium purpureum^ Lois. — Carthainus dentatus Willd. — Carthamus leucocaulos Ü. et S. — Atractylis gummifera L. 115 zweite Art {Lepidium perfoliatum) ein neuer Bürger der Flora Griechenlands ist. Die übrigen Arten sind zumeist verbreitete Elemente der östlichen Mediterrantlora. Die ganze Ausbeute bildet immerhin eine wertvolle Bereicherung unserer Kenntnisse der griechischen Fhua. 1. Clematis cirrhosa L. — Prope Hagia Kimisis. 2. CUmatis flammuJa L. — Prope Kabos. '6. lianunculus muricatus L. — Prope Hagios Mamas. 4. J)eI]ihi)iiH»i stapliisagria L. 5. Dclpliinium halteratum S. et S. 6. Fapaver rhocas L. — a. aqrivagian (Jord.) Prope Antonin. y. multicaule Hausskn. — Prope Kabos. — d. ohlongatum Bois. Prope Hagios Mamas. 7. Papaicr hyhridum L. 8. Glaucium flamm Cr. 9. Fumaria anatvlica Bois. — Prope Hagios Mamas. 10. Nasturtinm fontanuni (Lam.). 11. Jlaitliiola tricuspidata (L.). 12. Cheiranthus Cheirl L. ß. Senoneri Heldr. et Sart. 13. Sisymhrinm officinale L. 14. Sisiimhrium Orientale a. — y. macroloma Pom. 15. Sisiimbrium polyccratium L. 16. Wilckia flexuosa S. et S. 17. Sinapis arvensis L. 18. Hirschftldia incana (L.). 19. Eruca sativa Lara. 20. Atibrietia sci/ria n. sp. — Caespitosa; caulibus fragilibus, al- bidis, pilis ramosis pubescentibus; tbliis obovato-cuueatis, in petiolum breviter attenuatis, obtusis vel acutiusculis, integris vel antice utrinque denticulo auctis, pilis stellato-ramosis ob- ductis, supra cano-viridibus, subtus praesertim junioribus dense albo-tomentosis; racemis brevibus, paucifloris; tloribus ignotis; siiiquis oblongis, subcompresso-turgidis, latitudine sua sub- duplo triplove longioribus, pedicello aequilongis, pilis stellatis dense velutinis, stylo earum latitudine aequilongo vel breviori superatis, valvis subenerviis. Caespites densiusculi, caules 5—10 cm longi, folia circa 15 mm longa, silicjuae 6 — 10 mm longae. In rupestribus mt. Kochylas. Die Pflanze wurde von Dr. Tuntas nur im Frucht- ^^tadium vorgefunden und es können daher die Charaktere in den Blüten zum Vergleich mit den nächstverwandton Arten nicht herangezogen werden. Die hervorgehobeneu .Merkmale an den Schoten sowie am Indumente der Blätter sind jed(tch allein genügend, um selbe mit keiner bekannten Art identili- zieren zu können. Ob diese Merkmale nun konstant und nicht 116 etwa durch Standortsverhältnisse bedingte seien, muß erst an einem reichliehen Material festgestellt werden. Da ich jedoch, trotz überaus zahlreicher Exemplare von A. deltoidea und Ä. intermedia aus den verschiedensten Gegenden Griechen- lands, keine an die Pflanze von Scyros sich nähernde Formen sah. zog ich es vor, dieselbe nicht als Varietät zu einer der genannten Arten zu stellen, sonders als eigene Art auf- zufassen. 21. Alyssum campestre L. 22. Alyssum micranthum F. et M. 23. Lepidiiim draha L. 24. Lepidium latifolium L. 25. Lepidium perfoliatum L. — Neu für die Flora Griechenlands, lu meinem Consp. fl. gr.. p. 114, habe ich übrigens schon der Vermutung Raum gegeben, daß die Art auf den Inseln des Ägäischen Meeres vorkommen dürfte. 26. Bapistrum Linnaeanum Bois. et Reut. 27. Baphamis raphanistmm L. 28. Capparis rupestris S. et S. 29. Reseda lutea L. — Prope Kabos. 30. Helianthemum salicifolium L. 31. Franicenia hirsuta L. a. typica. 32. Silene vcnosa (Gil.). — Prope Hagia Kimisis. 33. Silene gallica L. 34. Silene colorata Poir. 35. Silene cretica L. 36. Silene italica (L.). — In mt. Kochylas. 37. Tiinica velutina (Guss.). 38. Velezia rigida L. 39. Cerastium illyricum Ard. 40. Stellaria media (L.). 41. Alsine verna (L.) v. attica (Bois. et. Spr.). — In mt. Kochylas. 42. Spergularia rubra L. 43. Spergularia aiJieniensis Heldr. 44. Malva silvestris L. v. eriocarpa Bois. 45. Althaea hirsuta L. 46. Hypericum perfoliatum L. 47. Hypericum perforatum L. v. veronense (Schrank). 48. Acer creticum L. 49. Geranium rotundifolium L. 50. Geranium lucidum L. — Prope Hagios Artemios. 51. Geranium purpureum Vill. — Prope Hagios Artemios. 52. Erodium cicutarium (L.). 53. Erodium malacoides (L.). 54. Ruta graveolens L. v. divaricata (Ten.). — Prope Hagios Artemios. 55. Zisyphus sativa Gaertn. 117 5>). Anagyris facti da L. 57. Spart iiitn junceum L. 58. Genista acanthoclada DC. 59. Lupintis angHstifoUiis L. 60. Ononis antiquorum L. — Prope Kabos. 61. TrigoneUa Balaiisae Bois. et Reut. 62. 2Ie(Ucayo falcata L. — Prope Kabos. 63. Medicago marina L. 64. Medicago scutellata L. 65. Medicago litoralis Rhode v. hreviseta DO. 66. Medicago tuhercutata Willd. 67. Melilotus iiidica All. 68. Trifolium angustifoliuni L. v. intermedium (Guss.). 69. Trifolium purpureum Luis. — Prope Kabos. 70. Trifolium scahrum L. 71. Trifolium radiosum Wahlenb. 72. Trifolium fragiferum L. 73. Trifolium uniflorum L. — In mt. Kochylas. 74. Trifolium spumosum L. 75. Trifolium glomeratum L. — Prope Apacini. 76. Trifolium agrarium L. v. thionanthum (Hausskn.). — Prope Kamara. 77. Aiithyllis Hermanniae L. 7s. jlymenocarpus circinnatus (L.). 79. Dorycnium rectum L. — Prope Hagia Kimisis. 80. Lotus cytisoides L. — In arenosis maritimis pr. Mealos, pr. Bassalos et in saxosis pr. Kastro. 81. Lotus decumhens Poir. v. Freslii (Ten.). — Prope Hagia Ki- misis. 82. Lotus ornithopodioides L. 83. Fsoralea hetuminosa L. — Prope Kabos. 84. Astragalus Itamosus L. 85. Scor})iurus suhvillosa L. — Prope Kabos. 86. Latltyrus saxatilis (Vent.). 87. Vicia Sihthorpü Bois. — In mt. Kochylas. 88. Vicia hyhrida L. 89. Vicia sativa L. — Prope Antonin. 90. Buhus idmifolius Schott. 91. liosa sempercireus L. 92. Foterium sanguisorha L. — Prope Apacini. 93. JUyrtus communis L. 94. Ecbalium elateriuni (L.). 95. Bryonia dioica Jacq. 96. Lpilohium Jiirsutum L. v. tomentosum (Vent.). 97. Lythrum flexuosum La«:. 98. Folijcarpon tetrapliyllum L. 99. Faronychia macro^tnali Hüls. — Prope Kastro. 118 100. Herniaria cinerea DC. 101. Cotyledon horisontalis Guss. 102. Cotyledon tuherosa (L.). 103. Sediim liisjjanicum L. 104. Seduni litoreum Guss. 105. Mesenibrianthemum nodiflorum L. 106. Eryngiuni campestre L. 107. Eryngiuni maritinmm L. 108. Lagoecia cuminoides L. — Prope Hagios Mamas. 109. Orlaya pumila L. 110. Daums guttafus S. et S. 111. Daucus maximus Desf. — Prope Hagios Mamas. 112. Torilis nodosa L. 113. Foenicnhun capiUaceum Gil. 114. Critlinmm maritimum L. 115. Athamanta macedonica (L.). — Prope Hagios Artemios. 116. Scaligeria cretica (ürv.). — Tu mt. Kochylas. 117. Smyrniwn Orphanidis Bois. 118. Helosciadium nodiflorum (L.). 119 Apiuni graveolens L. 120. Finqnnella p)ere(jrina L. — Prope Kamara. 121. Ihipleurum triclwpoduni Bois. et Spr. — In mt. Kochylas. 122. Hedera helix L. — Prope Hagios Artemios. 123. Lonicera implexa Ait. 124. Lonicera etrusca Santi v. Roeseri Heldr. 125. Ruhia tinctornm L. 126. Galium Eeiseri Hai. — Prope Hagios Artemios. 127. Valantia hispida L. (Schiaß folgt.) Literatur - Übersicht^). Jänner 1909. Dzierzbicki A. Einige Beobachtungen über den Einfluß der Humusstoflo auf die Entwicklung der Hefe und auf Alkohol- gärung (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. raath. et natur.. 1909. Nr. 4. S. 651—660.) 8". Fröschel P. Die heliotropische Empfindlichkeit der Pflanze. (Das Wissen für Alle. Naturhistorische Beilage, Nr, 5, Februar 1910.) 4«. 2 S., 1 Textabb. 1) Die „Literatur-Übersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Österreich erscheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direkt oder indirekt beziehen, femer auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung tunlichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaktion. 119 Iruwirth C. Über die VielCörmigkeit der Landsorten. (Monats- helte für Landwirtscliair, liUO.) 4^ 14 S. Godlewski E. Das Vererbungsproblem im Lichte der J]nt- uickluDgsmeclianik betrachtet. (W. Roiix, Vorträge und Auf- sätze über Entwickluugsmechanik der Organismen. Heft IX.) Leipzig, 190\). S'. 301 8.. (17 Abb. Höhnel F. v. Fragmente zur Mykologie. VII. Mitteilung (Nr. 2('^t♦ bis 3öo). Gleichzeitig Dritte Mitteilung über die Ergebnisse der mit Unterstützung der kaiserl. Akademie 1907 — 1908 von ihm ausgeführten Forschungsreise nach Java. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem. - naturw. Kl., CXVIIT. Bd., Heft H. Juni 1909, S. 813—899.) 8". Knoll F. Cntersiichungen über Längenwachstum und Geotropis- mus der Fruchtkörperstiele von Co^rinus s^n-?«f'us. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem. -naturw. KL, CXVIII. Bd., Heft b. Mai 1909, S. 575-634.) 8^ 17 Textabb. Vgl. Jahrg. 1909, Nr. 6, S. 246. Kronfeld E. M. Eßbare und giftige Schwämme. Volkstümlicher Führer für Pilzfreunde. (Jahrbuch d. Volksbilduugsvereines in Wien. 1910. S. 56—92.) 8^ 1 Doppeltafel. — — Zur Geschichte der Wiener Hofgärten. 1. Eine österreichi- sche Südatrika- Expedition im Jahre 1786. (Zeitschrift für Gärtner und Gartenfreunde. 6. Jahrg., 1910, Nr. 2. S. 21 bis 24.) 4". Linsbauer K. Zur Frage der Chloroplastenbewegungen. (Zeit- schrift für Botanik, 2. Jahrg., 1910. 2. Heft, S. 129—136.) 8". Lubicz Niezabitowski E. Materialien zur Kiefern-Flora Ga- liziens. (Bull, intern, de l'acad. des sciences de Cracovie, cl. math. et natar., 1909, Nr. 7, S. 409-417. Taf. XVI— XX.) 8^ Molisch H. Über ein einfaches Verfahren. Pflanzen zu treiben (Warmbadmethode). Zweiter Teil. (Sitzungsber. d. kaiserl Akad. d. Wissensch. Wien, mathem. -naturw. KL, CXVIII. Bd., Heft 6, Juni 1909. S. 637-691.) 8°. 2 Tafeln. Murr J. Neues aus der Flora des Fürstentums Liechtenstein. III. (Allg. botan. Zeitschr.. XVI. Jahrg., 1910. Nr. 1, S. 2—4.) 8". amyslowski B. Über die Aktinomyceten aus der mensch- lichen Hornhaut. (Bull, intern, de l'acad. des sciences de Cra- covie. cl. math. et natur.. 1909, Nr. 7, S. 418—427, Taf. XXI.) 8°. Pascher A. Der Aufbau des Sprosses hei Preewalslcia iamiutina Maximovicz. (Flora, 100. Bd., 1910, 2. Heft, S. 295—304.) s". 4 Textabb. Petrak Fr. Beiträge zur Flora von Mähren. I. (Allg. botan. Zeitschr., XVI. Jahrg., 1910, Nr. 1, S. 4—6.) 8». Neu beschrieben : Bromus hordeaceus var. palustris Petrak. Raciborski M. Über einige javanische Uredineae. (Bull, intern, de l'acad. des sciences de Cracovie. cl. math. et natur., 1909. Nr. 2, S. 266—280.) 8°. 120 Raciborski M. Über eiüe fossile Pa«^/»7n-Art aus dem Miozän Javas, (Ebenda, Nr. 2, S. 280-284.) 8". 5 Textabb. Parasitische und epipbytische Pilze Javas. (Ebenda, Nr. 3, S. 346—394.) 8°. Reinitzer Fr. Über Atmung der Pflanzen. Antrittsrede bei Ein- setzung zum Rektor der k. k. techn. Hochschule in Graz im Studienjahre 1909/10. (Sonderabdruck aus dem Einsetzungs- berichte, 1909.) 8°. 17 S. — — Erwiderung betreffend die Enzyme des Akaziengummis. (Hoppe-Seylers Zeitschrift für physiologische Chemie, Bd. 64, 1910, Heft 2, S. 164—168.) S'. Rouppert C. Revision du gerne Spliaerosoma. (Bull, intern, de l'acad. des scieuces de Cracovie, cl. math. et natur,, 1909, Nr. 6, S. 7.Ö— 95, Taf. IT, III.) 8°. 6 Textabb. Schechner K. Zur Kenntnis des absteigenden Wasserstromes, (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.- naturw. Kl., CXVIII. Bd., Heft 7, Juli 1909, S. 917—942.) 8«. Vgl. Jahrg, 1909, Nr. 8, S. 325 u. 326, Schreiber H. Die Moore Vorarlbergs und des Fürstentums Liechtenstein in naturwissenschaltlicher und technischer Be- ziehung. Auf Grund der Erhebungen von L. Blechinger, R. Eber wein, W. v. Eschwege. Fr. Matouschek, P. u. H. Schreiber. Staab i'Deutschösterr. Moorverein), 1910. 4". 177 S., 1 Karte, 20 Tafeln, 88 Textabb. _ — — Beschreibung der Crmoor-Gruppen. (Österr. Moorzeitschrift, Jahrg. 11, 1910, Nr. 1/2, S. 10-13.) 4". Staniszkis W, Beiträge zur Kenntnis des Umsatzes von P., Og im Pflanzenorganismus. (Bull, intern, de Tacad. des sciences de Cracovie, cl. math. et natur., 1909, Nr. 6, S. 95—123, Taf. IV.) 8°. Steuer A. Planktonkunde. Leipzig und Berlin (B. G. Teubner)^ 1910. 8°. 723 S., 365 Textabb., 1 Tafel. Sylva-Tarouca E. Graf. Unsere Freiland-Stauden. Anzucht, Pflege und Verwendung aller bekannten, in Mitteleuropa im Freien kulturfähigen ausdauernden krautigen Gewächse. Unter Mitwirkung von G. Arends, Goos u. Koenemann, CK. Schneider, J. Veitch and sons und Fr. Zeman. Leipzig (G. Freytag) und Wien (F. Tempsky), 1910. 4". 345 Textabb., 6 Farbentafeln. — Mk. 10 [Mk. 15J. Tschermak E. v. Die Veredlung der Proskowetz-Origiual- Hanna-Pedigree-Gerste. (Wiener Landwirtschaft!. Zeitung, Nr. 11 vom 5. Febr. 1910.) 8°. 13 S. Wibiral Elsa. Herbsteindrücke aus dem Wienerwald. (Mitt. d. Gartenbau-Ges. in Steierm., 36, Jahrg., 1910, Nr. 1,-S. 7—10.) 8^ Aaronsohn A. Über die in Palästina und Syrien wildwachsend aufgefundenen Getreidearten. (Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch. Wien, LIX. Bd., 1909, 10. Heft, S. 485—509.) 8°. 121 Berg er A. Stapelieeu und Kleinien einschließlich einiger an- derer verwandter Sukkulenten. Stuttgart (E. ülmer), 1910. kl, 8". 433 S.. 79 Textabb. — Mk. 6-50. France R. H. Floristische Lebensbilder i Das Leben der Pflanze, IL Abt.), VIL Halbband. Stuttgart (Franckh). 8^ 240 S., zahlr. Textabb. u. Tafeln. — Mk. 6 -50. He gl G. Illustrierte Flora von Mittel-Europa, 22. Lieferung (flL Bd., S. 37—72, Tat". 81—84, Textfig. 458—473.) München (J. F. Lehmann). 4". — Mk. 13-50. Koeruer A. Die Bauten des königlichen botanischen Gartens in Dahlem. Berlin (W. Ernst u. Sohn), 1910. 4°. 37 S., 7 Taf., 79 Textabb. — Mk. ß. KurssanowL. Zur Sexualität der Eostpilze. (Zeitschrift für Botanik, 2. Jahrg.. 1910. 2. Heft, S. 81—93, Taf. L) 8^ Küster E. Über organoide Gallen. (Biologisches Zentralblatt, Bd. XXX, 1910. Nr. 3, S. 111—128.) 8°. Lindinger L. Bemerkungen zur Phylogenie der Monokotylen. (Naturw. Wochenschrift, N. F., IX. Bd., 1910, Nr. 5, S. 65 bis 71.) 4'*. Luetzelburg Ph. v. Beiträge zur Kenntnis der ütricularien. (Flora. 100. Bd.. 1910, 2. Heft, S. 145—212.) 8°. 48 Textabb. Plaut M. Untersuchungen zur Kenntnis der physiologischen Scheiden bei den Gymnospermen, Equiseten und Bryophyten. (Jahrbücher für wissenschaftl. Botanik, XLVIL Bd., 1910, 2. Heft. S. 121—185, Taf. lY-VL) 8'\ 1 Textfig. Bring sheim H. Die Variabilität niederer Organismen. Eine deszendenztheoretische Studie. Berlin (J. Springer). 1910. — Mk. 7. Ricca r. Movimenti d'irritazione delle piante. Milano (ü, Hoepli), 1910. 8°. 187 pag. Rikli M. Vegetationsbilder aus Dänisch - Westgrönland. (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder, VIL Reihe, Heft 8, Taf. 43—48.) Jena (G. Fischer), 1910. 4». — Mk. 2-50. Saxton W. T. The development of the embryo of Encepha- lartos. (Bot. Gaz., vol. XLIX., 1910, nr. 1, pag. 13—18, tab. IL) 8^ 1 fig. _ Schuster J. Über die Morphologie der Grasblüte. fFlora, 100. Bd., 1910, 2. Heft S. 213—266, Taf. II— V.) 8°. 35 Textabb. Schwertschlager J. Die Rosen des südlichen und mittleren Fraukenjura: ihr System und ihre phylogenetischen Beziehungen, erörtert mit Hinsicht auf die ganze Gattung liosa und das all- gemeine Deszendenzproblem. München (Isaria-Verlag), 1910. gr. 8". 248 S., 2 Taf. — Mk. 10. Seiner F. Trockensteppen der Kalahari. (G. Karsten und H. Schenck, Vegetationsbilder. VIII. Reihe, Heft 1, Taf. 1—6.) Jena (G. Fischer), 1910. 4«. — Mk. 2-50. Shattuk Ch. H. The origin of heterospory in MarsiUa. (Bot. Gaz., vol. XLIX., 1910, nr. 1, pag. 19-40, tab. III— VI.j 8^ Österr. botan. Zeitschrift. 3. Heft. ISilO. 9 122 Stutzer A. Diingerlehre. In kurzer gfmeinverständlicher Form für praktische Landwirte und für Schüler landwirtschaftlicher Lehranstalten bearbeitet. 17. verbesserte Auflage. Leipzig (H. Voigt). 1910. 8^ 189 S. — Mk. 2. Tubeuf C. V. Die Ausbreitung der Kiefernmistel in Tirol und ihre Bedeutung als besondere Rasse. (Naturw. Zeitschr. f. Forst- und Landwirtschaft, 8. Jahrg.. 1910, 1. Heft, S. 12-39.) 8°. 16 Textabb. Wolley-Dod A. H. The British Roses {excludmg Eu-caninae). (Journ. of Bot., vol. XLVIIL. 1910, nr. 565 et 566, Supple- ment, pag. 1—16 et 17-32.) 8<*. Worgitzky G. BlOtengeheimnisse. Eine Blütenbiologie in Einzel- bildern. Zweite Auflage. Leipzig und Berlin (B. G. Teubner). 1910. 8°. 138 S. 47 Textabb., 1 Farbentafel. — Mk. 3. Yamanouchi Sh. Chromosomes in Osnninda. (Bot. Gaz., vol. XLIX., 1910, nr. 1, pag. 1—12, tab. L) 8°. Botanische Sammlungen. Museen, Institute etc. KiieuckiT A., iframineae exsiecatae. (Fortsetzung.) XXI. Lielerung 1907 (Nr. 600—630). Agrostis setacea Curt. (Portugal), Alopecwus myosuroides Huds. (Baden), Anthoxantlnim aristatum Boiss. (Hannover), A. aristatum Boiss. subforma (Portugal), A. odoratuin L. var. rnnjus Hackel (Portugal), Apluda mutica L, var. major Hack. nov. nom. (Philippinen), Ariatida Mendocina Phil. (Argentinien), A. ramosa R Br. (Australien), Arundinella hispida (H. B. K ) 0. Kuntzi' ssp. }iumilior Hack. nov. subsp. (Philippinen), Calamagrostis artindinacea (L.) Roth X epigeios (L.) Roth (Heidenreich) f. perepigeios subf. Jtirta (Finnland). C. arundinacea (L.) Roth X pnrpurea Trin. (Almq.) f.per- artmdiucicea (Finnlandi, C. epigeios L.) Roth X neglecta (Ehrh.) P. B. (Almq.) f. perneglecta (Finnland, C. neglecta (Ehrh.) P. B. y^ purpurea Tria. (Almq.) f. perneglecta (Finnland), C. pnrpurea Trin. f. viridis (Finnland), Eriucldoa ramosa (Retz.) Hack. (Philippinen), Isachne miliacea Roth (Philip- pinen), Ischuemum arisiatumL. \nr. gibbum Hackel (Philippinen), Miscanthus Sinensis Anderss. (kult.), Panicum distacltyim L. (Philippinen), P. flavidum Retz. (Philippinen), 1'. Indicum L. (Australien), 1'. rejiens L. (Philippinen), l'aspalum conjugatum Berg. (Philippinen), Phularis brachystachys Lk (Por- tugal), Ph. bulbosa L. (Portugal), P/i. coerulescens Desf. (Spanien). Pli. minor Eetz. (Portugal), Pogunatherum paniceum Hack. nov. nom. (Philippinen), Poly- trins diversiflora Nash (Philippinen), Sporobolus argutus (Nees) Kuiith (Ar- gentinien). XXII. Lieferung 1907 (Nr. 631—660). Ampelodesmos tenax (Vahl) Link (Sizilien), Arundo phragmites L. a. legitima Aschers, u. Graebn. var. subunijlora DC. (Thüringen), Bromns Japo- nicus Thunb. v. velutinus (Nocc. u. Balb.) Aschers, u. Graebn. (Bayern), Br. ramosus Huds. A. en-ramosus Aschers, u. Graebn. (Schweiz), Br. secalitius L. var. vulgaris Koch subvar. typicus Aschers, u. Graebn. (Baden), Br. villosus Forsk. var. Gussonei (Pari.) Aschers, u. Graebn. (Oberitalien), Calamagrostis varia (Schrad.j Host (Schweiz), Chloris barbata (L.) Sw. (Philippinen), Des- chavijisia caespitosa (L.) P. B. forma inter f. altissimam (Moench.) et var. auream Wimm. u. Grab. (Schweiz), 1). flexuosa (L.) Trin. var. Buchenavii Aschers, u. Graebn. (Hannover), D. flexuosa (L.) Trin. forma (Baden), Dt- 123 plachne fusca (L ) P. B. (Philippinen), Festuca heterophylla Lam. subvar. typica Hack, forma eaulibos altissimis (Bayern), F. spadicea L. subvar. aurea Hack. (Oberitalien), F. violacea Gaud. var. typica Aschers u. Graebn. (Schweiz), Ghjceria aquatica (L.) Whlbg. (Thüringen), Gl. plicata Fries monstr. virescens (Thüringen), Holcus moUis L. (Pommern), Koeleria ciliata Kern. var. pyramidata (Lam.) Dom. ad var. rigidiusculam Dom. vergens (Rhöngebirge), K. glauca (Schk.) DC. var. intermedia (Ahlq.) Dem. (Nord- deutschland), K. gracilis Pers. var. elatior Velen. (Harzgebirge j, K. gracilis Pers. var. gypsacea Dom. (Harzgebirge), K. phleoides (Vill.) Pers. (Portugal), Lolium muitiflorum Lam. v. perennans Äschers, u. Graebn. f. longiaristatum Aschers, u. Graebn. (Baden), L. perenne L. (Baden), L. perenne L. monstr. compositum (Sm.) (Thüringen), L. temulentum L. var. leptochaeton (A. Br.) subvar. robustum (Echb.) Koch subf. muticum Boiss. (kult.), L. temulentum L. var. macrochaeton A. Br. (Baden), Poa trivialisL. f. vaginis coloratis (Rhön- gebirgej, P. tricialis L. vulgaris Rchb. (Thüringen), Trisetum aureum Ten. (Sizilien), Weingaertneria canescens (L.) Bemh. forma flavescens (C. J. v. Klinggr.) (Hannover). XXIII. Lieferung 1908 (Nr. 661—690). Agrostishumilis Vasey (Nordamerika), Ag. perennans (Walt.) Tuckerm. (Nordamerika I, Ag. tenuis Vasey (Nordamerika), Ag. vulgaris With. monstr. vivipara (Keichenb. l (Badenl, Andropogon provincialis Lam. subvar. furcatus (Muehlbg.) Hack. (Nordamerika), An. teuer Kth. (Argentinien!, Aristida coeru- lescens Desf. subvar. condensata (Hack j (Argentiniern, Ar. pallens Cav. (Bra- silien), Calamogrostis purpurea Trin. (Finnland), Imperata cylindrica (L.) P. B. var. Königii (Benth.) (Philippinen), Melinis minutiflora P. Beauv. (Phi- lippinen), Muehlenhergia Schreberi Gmel. (Nordamerika), Panicum anceps Michx. (Nordamerika), P. cyanescens Nees (Brasilien), P. ghitinosum Sw. (Bra- silien), P. laimginosum Ell. var. huachucae (Ashe) Hitche. et Chase (Nord- amerika), P. Leiber gii (Vasey) Scribn. (Nordamerika), P. lucidum Ashe. (Nord- amerika), P. meridionale Ashe. (Nordamerika), P. praecocius Hitche. et Chase (Nordamerika), P. scoparium Lam. (Nordamerika), P. viride L. (Schweiz), Paspalum malacophyllum Trin. var. longipilum Hack. (Argentinien), Penni- setum japo)iicum Trin. (kult.j, P. rigidum (Griseb.) Hackel (Argentinien), Pobfpogon elongatus Kth. (Argentinien), P. maritimus Willd. (Ägypten), Sporobolus compositus (Poir.j Merrill (Nordamerika), Stipa polyclada Hack, nov. sp. (Argentinien), Tricholaena rosea Nees (Brasilien). XXIV. Lieferung 1908 (Nr. 691—720). Bambusa pallescens (Doell) Hackel nov. nom. (Brasilien), Boutelona lophostachya Griseb. (Argentinien), Broinus purgans L. (Nordamerika), Br. tectorum L. var. nudus Klett et Richter (Böhmen), Chloris floridana (Chapm.) Vasey (Nordamerika), Ch. virgata Sw. (Argentinien), Cottea pappophoroides Kth. (Argentinien), Danthonia intermedia Vasey (Nordamerika), Diarrhena diandra (Michx.) Woods (Nordamerika), Eleusine indica (L.) Gaertn. (Argen- tinien), Elymus canadensis L. forma (Nordamerika), El. virginicus L. var. hirsutiglicmis Scribn.) Hitche. (Nordamerika), Eragrostis atrovirens (Desf.) Trin. (Argentinien), Er. pectinacea (Michx.) Steud. (Nordamerika). Er. puly- tricha Nees (Brasilien), t'r. reii/iens Hack, et Arech. (Argentinien), Er. viscosa Trin. (Philippinen), Festuca confusa Piper (Nordamerika), F. elegans Boiss. (Portugal), F. obtusata Spreng. (Nordamerika), F. pacifica Piper (Nord- amerika), Hordeum bulbosum L. (Sizilien), Koeleria panicea (Lam.) Domin (Portugal), Lolium multißurum Lam. var. perennans Aschers, et Graebn. f. muticum (DC ) (Baden), L. muitiflorum Lam. var. perennans Aschers, et Graebn. f. submuticum (Mutel) (Baden), L. temulentum L. var. leptochaeton (A. Br.) subvar. robustum (Rchb.) Koch (kult.), Pua Howelii Vasey et Scribn. var. microsperma Vasey (Nordamerika , Sphenupus divuricatus (Gouan) Rchb r&T. permicranthus Hausskn. (Ägypten), TrijAasis atnericana P. Beauv. (Nord- amerika), Triodia paraguayensis (0. K.) Hackel (Argentinien). 124 Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wieu. Sitzung der m a t h e m a t i s c h - naturwissenscliaftlichen Klasse vom 7. Jänner 1910. Das w, M. Hofrat v. Wiesner legt eine im pflanzeiipbysio- logischen Institute der Wiener Universität von Herrn Dr. H. Zikes, Privatdozent der Bakteriologie an der Wiener Universität, aus- geführte Arbeit vor, betitelt: „Über Bakterienzo ogloeon- bildung an den Wurzeln der Gerstenpflanze". An Keimlingen der Gerste wurden als Überzug der Wurzelspitze Zoo- gloeen beobachtet, welche bei massenhaftem Auftreten einen gelben oder roten Schleim bilden. Da diese Zoogloeen auch in keimfreien Medien an den Gerstenwurzeln auftreten, so ist anzunehmen, daß die diese Zoogloeen zusammensetzenden Bakterien schon in der Gerstenfrucht vorkommen, was die direkte Beobachtung auch bestätigt hat. Eeichlich auftretend, schädigen diese Zoogloeen die Keimpflanze, Sie ge- raten durch das Malz in die Bierwürze, welche durch diese Organismen Schaden litte, wenn die betreffenden Bakterien nicht daselbst im Konkurrenz- kampf mit gärender Bierhefe alsbald unterliegen würden. Der Verfasser hat ferner gefunden, daß aus den gelben Zoogloeen vor- züglich drei Bakterienarten isoliert werden können, u. zw. häutig Bacterium jluorescois Uquefaciens und Bacterium hcrbicola aureani (var.), seltener Bactertum lierbiculu ruhram. Er konnte weiter feststellen, daü die Gersten- wurzeln in ihrem Wachstum behindert, werden durch die Keinzuchten des Bacterium jluorcscens liquefaciena, eines schwachen Fäulniserregers, durch die des Bacterium herbicola rubrum und namentlich durch eine Symbiose von Bacterium fluorescens Uquefaciens und Bacterium herbicola rubrum. Sitzung der m athematisch - naturwissenschaftlichen Klasse vom 13. Jänner 1909. Die w. M. Franz Einer und Siegmund Einer legen eine Abhandlung mit dem Titel „Die physikalischen Grund- lagen der Blütenfärbungen" vor. In derselben wird auf die bei vielen Blütenblättern vorkommende, kreidig- weiß erseheinende Schichte des Mesophylls hingewiesen, die ihr Aussehen den lufthaltigen Interzellularräuuien verdankt. Die durch sie bedingte Reflexion des Lichtes trägt bei, die Lebhaftigkeit der durch Absorption in den pigmentierten Epithelzellen bedingten Farbe des Blütenblattes zu steigern. Sie wirkt nach Art der Folie, die einem Edelstein unterlegt wird. Die große Mannigfaltigkeit der an den Bluten auftretenden Farbentöne findet bei der geringen Zahl der tatsächlich vorkommenden Farbstofi"e ihre Er- klärung darin, daß, abgesehen von den Farbenvariationen der Anthokyane, die Pigmente einerseits nach dem Prinzip der Additionsfarben, anderseits nach dem der Substraktionsfarben zusammenwirken. Zu den letzteren ist das bei ge- wissen Blütenblättern vorkommende Schwarz zu rechnen, das durch zwei über- einander gelagerte Pigmente von komplementärer Farbe entsteht, indem das eine Pigment alle Strahlen des weißen Lichtes absorbiert, welche von dem anderen nicht absorbiert wurden. Nach demselben Prinzip entstehen auch graue Farbentöne, die, mit gelben bis purpurnen Pigmentfarben gemischt, die braunen Blütenfarben zu erzeugen pflegen. Häufig kommt das Prinzip der Additions- und der Subtraktionsfarbe bei Entstehung einer Blütenfarbe gleichzeitig zur Geltung. 125 Die kuppel- und keirelföraüge Gestaltung: der Epithelzellen bewirkt einer- seits durch Brechung und Reflexion der Lichtstrahlen einen längeren Weg der- selben durch die absorbierenden Pigmente, ;inderseits eine Verminderung des an der Grenze zwischen Luft und Pflanzengewebe reflektierten Lichtes, welche beide Umstände zur Erhöhung der Farbensättigung beitragen und den tiefen Samtglanz mancher Blüten veranlassen. Der Grad der Sättigung sowie der Helligkeit läßt sich messen, wobei die Farben gewisser Blüten als zu den gesättigsten gehörig erkannt wurden, die wir im gewöhnlichen Leben an gefärbten Objekten zu sehen bekommen. Nur die farbenprächtigsten Edelsteine (Rubin, Saphir) zeigen noch höhere Sätti- gungsgrade. Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse vom 3. Februar 1910. Das w. M. Hofrat G. Haberlandt in Graz übersendet zwei im botanischen Institute der Universität Graz ausgeführte Ar- beiten: 1. „Über den Funktionswechsel der Spaltöffnungen in der Gleitzone der iVe^^en^/jes-Kannen", von Dr. 0. ßo- bisut. Es wird gezeigt, daß die in der Gleitzone der Nepenthes-Kannen auf- tretenden „halbmondförmigen" Zellen, wie schon Haberlandt bemerkt hat, die emporgehobenen Schließzellen merkwürdig metamorphosierter Spaltöffnungs- apparate sind und wahrscheinlich Einrichtungen vorstellen, die zwar ein Hinab- kriecheu, nicht aber ein Hinauf kriechen und Entfliehen der zu fangenden In- sekten ermöglichen. 2. ,Cber die Spaltöffnungen der Assimilations- organe und Perianthblätter einiger Xerophyten", von Johanna M enz. Die Spaltöß"nungen der relativ kurzlebigen Perianthblätter (Perigon, Korolle) entbehren in der Regel jener mannigfachen Einrichtungen zur Herab- setzung der Transpiration, welche die Spaltöffnungen der Assimilationsorgane der Xerophyten auszeichnen. So können die Spaltöffnungen an den verschiedenen Organen ein und derselben Pflanze sehr verschieden gebaut sein. Bemerkens- wert ist auch, daß bei Melaleuca und Metrosideros die bisher für äußere Atemhöhlen gehalteneu Hohlräume nichts anderes als enorm große Vor- höfe sind. Die kaiserliche Akademie hat in ihrer Sitzung am 27. Jänner 1. J. folgende Subventionen aus dem Legate Scholz bewilligt: Prof. Dr. Ludwig Lämmermayr in Leoben für botanische Forschungen über die Beleuchtungsverhältnisse der höhlon- bewohnenden grünen Pflanzen K 200, Dr. Otto Forsch in Wien für Untersuchungen über den Be- fruchtungsvorgang der Gymnospermengattung Ephcdra . K 600, Dr. Viktor Gräfe in Wien für die Fortsetzung seiner Studien über das Anthokyan K 500. Sitzung der mat hematis ch - nutiir wi ssenschaftliehe n Klasse vom 10. Februar 1910. Das w. M. Prof. Dr. R. v. Wettstein überreicht eine Arbeit aus dem botanischen Laboratorium der k. k. Universität 126 Graz (Vorstand Prof. Dr. K. Fritsch) von Dr. Gudrun Simmler: „Monographie der Gattung Saponaria". Es wurde festgestellt, daß die Gattung zum größten Teil Arten von re- lativ weiter Verwandtschaft in sich faßt. Die bisher nur sehr wenig bekannte Anatomie der Gattung ergab manche Aufschlüsse über die Beziehungen der Arten zueinander und erwies sich somit als geeignet, die Anschauungen über die phylogenetische Verwandtschaft der Arten, wie sie auf Grund morphologi- scher Betrachtung gewonnen wurde, wesentlich zu fördern. Daher wurde auf die Festlegung der die Gattung als Ganzes charakterisierenden anatomischen Merkmale besonderes Gewicht gelegt und die anatomischen Eigenschaften der einzelnen Arten in den wichtigsten Punkten hervorgehoben. Die Morphologie von Wurzel, Stamm und Blatt wurde geprüft, Blüte, Frucht und Same zur Untersuchung und Vergleichung herangezogen. Hiebei ergab sich, daß nament- lich Kelchgestaltung und Samengestalt für die Stellung, welche die Gattung Saponaria in einem natürlichen System innerhalb der Unterfamilie der Sile- noideen einnehmen muß, zu berücksichtigen ist Zum System in der Gattung Saponaria selbst übergehend, wurden vorerst die bereits bestehenden systema- tischen Einteilungen auf ihren Wert geprüft. Es waren bisher lediglich morpho- logische Gesichtspunkte für die Gruppierungen in der Gattung maßgebend. In- folge der dadurch bedingten Einseitigkeit ist man aber dem Ziel, ein natür- liches System zu schaflFen, nicht nahe gekommen. Es ergab sich daher die Not- wendigkeit, ein neues System aufzustellen. Dabei fanden morphologische und anatomische Befunde, ferner auch die geographische Verbreitung der Arten in gleicher Weise Beachtung. Auf Grund der Untersuchungen wurde die Über- zeugung gewonnen, daß die Gattung zwei nebeneinander laufende Entwicklungs- reihen umfaßt; demnach wurde die Gattung in zwei Untergattungen zerlegt: Saponariella Simmler (mit drei Sektionen: Smegmathamnium Fenzl, Kubylia Simmler, Buotia Neck.) und Saporrhizaea Simmler (mit zwei Sektionen: Pro- teinia DC, Silenoides Boiss.). Zwei von den in diese Sektionen eingereihten Arten sind neu aufgestellt [S. Haussknechti, S. intermedia, beide Arten aus Griechenland). Anschließend an die Beschreibung der einzelnen Arten wurde- diejenige der Bastarde wiedergegeben. Ferienkurse Jena Tom l. bis 17. August 1910. (Für Damen und Herren.) Es werden im ganzen mehr als 50 verschiedene Kurse ge- halten, meist zwölfstQndige. Naturwissenschaftliche Abteilung; Naturphilosophie; Botanik; botanisch-mikroskopisches Praktikum; Zoologie; zoologi- sches Praktikum; Astronomie; Geologie; Chemie; Physiologie; physiologische Psychologie. Ferner sei auf die pädagogischen, schulhygienischen, literatur- geschichtlichen und religionswissenschaftlichen Kurse hingewiesen. Ausführliche Programme sind kostenfrei durch das Sekretariat der Ferienkurse (Jena, Gartenstraße 4) zu haben. Bauer E.. Musci europaei exsiccati. Das Erscheinen mehrerer Serien dieses ausgezeichneten Ex-, sikkatenwerkes in den letzten Menaten hat dieses große und wert- volle Unternehmen einen guten Schritt gefördert. Die , Musci europaei exsiccati" sind nicht für den Sammler und Liebhaber be- rechnet, sondern sind als „kritisches" Exsikkat von hoher Be- 'l27 deutuDg itir d\<' Laubmooskimde Europas; jedenfalls dürfte dieses Werk die Kenntnis dieser schwierigen Pflanzengruppe wirksamer fördern, als manche der neueren Florenwerke, woran wir keinen Mangel leiden. Die kritische Bearbeitung der ausgegebenen Mate- rialien hat der Herausgeber zum Teil durch die besten Kenner der betreffenden systematisch schwierigen Gattungen besorgen lassen und liegen die kritischen Bemerkungen jeder Serie bei. Die ausgegebenen Exemplare (darunter viele nova und Selten- heiten) sind tadellos, die Ausstattung vornehm und praktisch. Die 10. Serie (Nr. 451 — 500) führt das System bis inkl. Fontinalis, die 11. Serie enthält ^'^;/S« •-'t-» ^■■f~* »--t--» •--t>* •-'t--« •'t-* •-'N» *-f^ »^-^ »-^h^ *'-f~* •-'t-~« •-I-« Bnchdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE BOTMISCHE ZEIT Herausgegeben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. ünivorsit&t in WiiMi. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LX. Jahrgang, N"- 4, Wien, April 1910. Beobachtungen an BotrycMiiTn Lunaria (L.) Sw. und Genisfa sagittalis L. Vun Dr. Ludwig Lämniermayr (Leoben). (Mit 3 Textabbildungen.) Prantl bat bekanntlich bei der Gattung Botrychmm eine Gliederung in zwei Sektioneu vorgenommen, wobei nebst anderen Unterschieden auch die verschiedene Verteilung der Spaltöffnungen auf beiden Seiten des sterilen Wedelabschnittes in Betracht kommt. Bei der Sektion Euhotrychinm sind auf beiden Seiten der Lamina Spaltöffnungen vorhanden, bei der Sektion FhyUotrichium nur auf der Unterseite. Zweifellos hängt dies mit der Orientierung zum Lichte zusammen, worauf aber Prantl merkwürdigerweise nicht hingewiesen hat. Die Sektion Phyllotrichinm hat horizontal aus- gebreitete, demgemäß zur Dorsiventralität neigende Spreiten, wogegen bei der Sektion Euhotrychinm, zu der u. a. auch Bo- trychium Lunaria geliört, dieselben aufrecht und dementsprechend isolateral gebaut sind. (Eine diesbezügliche Abbildung habe ich in meinen „Studien über die Anpassung der Farne an verschiedene Lichtstärken". Jahresber. d. Gymnasiums in Leoben 1907. gebracht. — Gelegentlich meiner alljährlich mit Schülern unternommenen botanischen Exkursion auf den Polster (1911 m) bei Eisenerz war es mir schon einige Male aufgefallen, daß frei exponierte Exemplare von Jiotrychium Lu)taria ilire Wedel in die Nord- Südrich tuui: eingestellt zeigten, sich also wie ivom paßp flanzen verhielten. Ich prüfte die Beobachtung im Sommi'r 1909 mehrmals nach und fand tatsächlich eine gewisse Gesetzmäßigkeit in der Stellung der Wedel dieses Farnes, wie aus folgendem hervorgeht: Von 4:'6 Exemplaren, die oberhalb der Waldgrenze, bei ca. 1550 m in einem ziemlich weiten Umkreise, mehr oder wenijfer frei ex- poniert, erwachsen waren, zeigten 18 (:=41 80%) reine Nord -Süd- stellung, 17 (= ü9-53%) Nordos t-Süd Weststellung und österr. boun. /.eib- liefern. L'm maximale nelie'lituug zu haben, benützte ich die Maispllaüzen als Stütze und band an ihnen die im IJoden eingewurzelten Kürbis- pflanzen so zureeht, daß die Sonne den Grund der ausgewählten Blüte grell beleuchtete. Nun stellte ich je nach dem Zweck der Aufnahme in der männlichen Blüte entweder auf die Antheren- säule oder die Nektarlücher, in der weibliehen Blüte entweder auf das Nektarium oder die Obertläehe der Narbe ein und beobachtete auf der Mattscheibe die Tätigkeit der Honigbiene, welche bekannt- lich in unseren Gegenden der ausschlaggebende ßestäuber der Ptianze ist. Hatte ich nach längerem Beobachten der Tiere auf der jMattscheibe eine günstige Stellung ausgewählt, in der ich die Biene beim Honigsaugen aufnehmen wollte, so stellte ich auf diese Stelle u. zw. in niittlerer Einstellung auf Tier und Neklarium ein, um einerseits das Tier, anderseits die vom Insekt berührte Narbe resp. in der männlichen Blüte die Antherensäule auf die Platte zu bekommen. Nach Fixierung dieser Einstellung und Einschieben der Platte wartete ich so lange, bis eine zweite Honigbiene genau dieselbe Stelle passierte, auf die eingestellt war, und drückte dann los. Die durchschnittliche Expositionszeit betrug Yco Sekunde, um mehr als eine Biene gleichzeitig auf die Platte zu bringen, wurde ebenso nach vorheriger Beobachtung der Tätigkeit mehrerer gleich- zeitig anwesender Tiere auf der Mattscheibe eine mittlere Ein- stellung gewählt. In der Kegel wurden farbenempfindliehe Color- platten, u. zw. in der Mehrzahl 9X12, seltener 13X1B (Taf. III, Fig. 9) verwendet. Bei der Verwendung von 9X12 er Platten re- sultierte namentlich bei größeren Blüten eine deutliehe Ver- kleinerung, bei 13X18 konnte ich fast natürliche Größe erzielen. Wenn auch derartige Aufnahmen mit einer Stativkamera ohne Spiegel viel mühevoller sind und mehr Geduld beanspruchen als bei Anwendung einer Spiegelretlexkamera, so hat mau als Re- vanche für die aufgewendete Mühe doch wenigstens die Garantie beliebig scharfer Einstellung bei vollster Stabilität des Apparates. Inwieweit dies für unsere Zwecke auch mit einer Stativ-Spiegel- retiexkamera möglieh ist, kann ich aus eigener Erfahrung nicht beurteilen, da mir keine derartige Kamera zur Verlui;ung stand. Ich erwarte mir von dieser namentlich für Tagfalteraufnahmen eine wesentliche Erleichterung, da bei der Unbeständigkeit und Flüchtig- keit dieser Tiere Aufnahmen mit einem gewöhnlichen Stativapparat selbst eine starke Dosis von Geduld und Selbstverleugnung zur Verzweiflung bringen können. So viel über die Methodik. Zum Verständnis des blüten- biologischen Wertes meiner Aufnahmen gebe ich im folgenden eine gedrängte Darstellung des Blütenbaues und Bestäubuugsvorganges des Kürbis. Auf die Blütenbiologie dieser interessanten Blüte hoffe ich noch später an anderer Stelle ausführlicher zurückzukommen. 156 Soweit kein Autor erwähnt wird, stützen sich die folgenden An- gaben ausschließlich auf meine eigenen Beobachtungen in der Um- gebung von Pörtschach und verschiedenen anderen Orten Kärntens während der Sommermonate 1907 — 1909. Ich gebe damit gleichzeitig die erste eingehende, auf sorg- fältige eigene Beobachtungen gegründete Darstellung des gesamten Bestäubungsvorganges dieser blütenbiologisch sehr interessanten Pflanze. Die Blüten des gemeinen Kürbis sind bekanntlieh diklin und monözisch. Die fünf-, seltener vierspaltige trichterig - glockige Blumenkrone ist bei beiden Geschlechtern stark behaart (Fig. 1, 2, 3, 5) und lebhaft dottergelb. In der männlichen Blüte sind in der Eegel fünf extrorse Antheren zu einer Anthereusäule ver- einigt, deren mehr oder weniger verwachsene Filamente an der Basis 2 — 4, gewöhnlich 3 Löcher freilassen, welche den Zutritt zum Nektarium gestalten (Fig. 1. Die beiden vorderen Nektar- lücher sind sichtbar, das rückwärtige durch die Antherensäule ver- deckt). Diese Öffnungen seien in der Folge kurz als „Nektarlöcher" bezeichnet. Das Nektarium ist als hellgelber, fleischiger, lappiger, flacher Napf mit wulstigen Rändern entwickelt, welcher in zahl- reichen kleinen Tröpfchen auf seiner ganzen Oberfläche den süßen Nektar ausscheidet. Von dem großen Zuckerreichtiim desselben kann man sich sehr leicht überzeugen, wenn man das freipräpa- rierte Nektarium mit der Zungenspitze berührt. Die oberständige weibliche Blüte besitzt ein in Form eines fleischigen, hellgelben Ringwulstes entwickeltes Nektarium, welches die aufgeworfenen Ränder des weißlichen Blütenbodens kragen- artig umgeben (Fig. 4—5). Oberhalb desselben erheben sich auf einem kurzen, dicken Grifi"el die 3 — 5 plump dickwulstigen, zwei- lappigen Narben (Fig. 3 — 5, 11). Die vielzelligen, großen Narben- Iiapillen ^) sind schon mit freiem Auge als rauhe Erhebungen sichtbar und glänzen im Höhepunkt der Sekretion im Sonnenschein wie von einer dünnen Fettschicht bedeckt, Sie sind in den Figuren 3, 4. 11 als Unebenheiten sichtbar und heben sich in Fig. 5, welche den Höhepunkt der Narbensekretion darstellt, als zahlreiche Lichtpunkte ab. Ein Vergleich der zitierten Abbildungen zeigt deutlich die Vor- und Nachteile der photographischen Aufnahme. In der naturgetreuen Wiedergabe des Gesamteindruckes der Narbe bei Beginn der Sekretion ist die Photographie von keiner Hand- zeichnung zu übertrefifen. Besonders deutlich zeigen dies die Ori- ginalkopien der Figuren 3, 4 und 11. Während bei Beobachtung derselben mit freiem Auge die Narbe bloß einen rauhen Gesamt- eindruck macht, treten bei Betrachtung mit einer zehnfach ver- größernden Lupe die zahlreichen Papillen deutlich hervor^). Im Höhe- 1) Vgl. Sachs, Lehrbuch der Botanik, IV. Aufl., 1874, p. 33, fig. 35. 2j Bei der Reproduktion gehen diese Details leider zum großen Teile verloren. 157 {juiikt der Sekretion dagegen wird dnrcli die zahlreichen, gleich großen Lichtpunkte bloß ein allgemeiner Ciesamteindruck wieder- gegeben. Die vielfach sehlänüelig hin und her gewundenen Antheren sind exirors, entleeren also die zahlreichen, großen Pollenkürner nach außen gleichmäßig rings um die Siinle. Zu Beginn der Pollen- entleerung sind die einzelnen Antheren noch eine Zeitlang sicht- bar, wie Fig. 1 zeigt; wenn jedoch die Pollenentleerung ihren HOheimnkt erreicht hat. dann erscheint die ganze Antherensäule von gelben Pollenmassen ringsum wie eingepulvert. Dieses Stadium ist in Fig. 2 wiedergegeben. Auch hier zeigt die Origiualkopie zu Fig. 1 bei I.upenbetrachtung deutlich die aus den Antherenspalteu austretenden Pollenkörner resp. bei Fig. 2 Details der pulverigen Polleumassen. Bei einer Wiedergabe des Gesamteindruckes auf rein zeichnerischem Wege ist man unbedingt genötigt, aus Gründen der Deutlichkeit in den Größenverhältnissen dieser Details zu über- treiben, wodurch die Abbildung roher wird und den Gesamteindruck unnatürlich verändert. Die großen kugeligen, stacheligen, durch die bekannten Deckel der Exiue als Laboratoriumsobjekt beliebten Polleukörner ') sind, wie bereits Warnstorf fand"), mit einer dünnen Ölschicht überzogen. Wie Halsted zeigte_'), stammt dieses öl aus zwischen den Anthereufächern hegenden Öldrüsen. welche durch die zurück- geschlagenen Antherenwände oder die Krallen der über die Au- iherensäule hinkriechenden Insekten abgebrochen und dadurch ent- leert werden. Auf diese Weise werden die schweren Polleukörner eingefettet und klebrig gemacht und so ihr Transport durch die Insekten erleichtert. Die Blüten öffnen sich im Gebiete des Wörthersees schon in den frühen Morgenstunden und schließen sich bereits gegen Mittag. Zwischen 11 und 12 Uhr vormittags fand ich viele Blüten bereits geschlossen, nachmittags dieselben fast stets vollkommen geschlossen. Der ausschlaggebende Bestäuber ist in unseren Gegenden die Honig- biene (^-ipis mcllifica L.). Als gelegentliche Besucher beobachtete ich überdies: Apidac: 1. Bunibns terrcstris L. <$, houigsaugend ; 2. Fsithyrus cantpestr'is, honigsaugend; 3. llalictus cylindricus $, honigsaugend; 4. IL maculatu^ Sm., honigsaugend ^); die erstere der beiden Arten auf der Unterseite des Abdumens reich an Pollen. Vcs- pidat. 5. Vespa germanica F. $, honigsaugeud; die Untersuchung des 1) Vgl. Strasburger, Botan. Praktikum. Große Ausg., IV. Aufl., 1902, p. 537, und Sachs, 1. c. -) Warnstorf C., Blütenbiologische Beobachtungen aus der Ruppiner Flora etc. Verhandl. d. botan. Ver. d. Provinz Brandenburg, XXXVIII., 1896, pag. 27. 2j Halsted B. D., Bull, from tlie bot. departm. of the State agricult. coli. Arnes Jowa 18h8. *) Für die freundliche Bestimmung der Ifa/iciws- Arten bin ich Herrn Kustüs F. Kohl Verbunden. 158 Körpers ergab trotz der relativ spärlichen Behaarung eine große Zahl von Pollenkörnern. Syrphidae: 6. Volucdla inanisL., pollen- fressend. 5 und 6 in cf Blüten, die übrigen in $ Blüten. Auf die Honigbiene scheint der Nektar unserer Pflanze ge- radezu faszinierend zu wirken. Mit unersättlicher Gier fliegt das Tier von Blüte zu Blüte und kann des süßen Saftes nicht genug bekommen. Knuth fand bei Kiel im Maxiraum drei Bienen in einer Blüte ^). Zwei oder drei waren in meinem Beobachtungs- gebiete namentlich in den Morgenstunden geradezu Normalzustand. Als Maximum zählte ich einmal in einer weiblichen Blüte nicht weniger als sieben gleichzeitig anwesende Honigbienen, welche in dem Gedränge um den Nektar kaum mehr Platz im Blütengrunde fanden und einander fortwährend störten. Der Bestäubungsvorgang wickelt sich im wesentlichen fol- gendermaßen ab: Die Tiere fliegen — um mit der männlichen Blüte zu beginnen — durch die lebhaft dottergelbe Blumenkrone angelockt, auf die Blüte zu. Hier lassen sie sich meist an der Innenseite der Krone nieder, um sofort gegen den Blütengrund zu laufen, wo ihre ganze Gier den Nektarlöchern gilt. In diese wird der Eeihe nach der lang ausgestreckte Rüssel so tief eingeführt, als es dem Tier nur irgend möglich ist. Unter lebhaften Bewegungen der Maxillen und Lippen- taster wischen oder tunken sie mit der Zunge die zahllosen kleinen Ncktartröpfchen auf. Die Tiere sind in diese Tätigkeit derart ver- tieft, daß ich bei zehnfacher Lupenvergrößerung die Manipulation ihrer Mundteile vollkommen ungestört beobachten konnte^). Dabei erfolgen die fortwährenden Bewegungen der Zunge mit einer ge- radezu nervösen Hast. Bei dieser Tätigkeit nehmen die Tiere die verschiedensten, bisweilen drolligsten Stellungen ein. Meist sitzen sie an der Basis der Filamente im Blütengrunde in das Saug- geschäft vertieft. Ich schnitt wiederholt, während die Tiere mit dem Nektarsaugen beschäftigt waren, männliche Blüten vorsichtig ab, und sie ließen sich in ihrer Arbeit nicht im geringsten stören ; ich konnte sie, die Blüte in der Hand haltend, ruhig beobachten. Wenn sie beim Saugen an der Basis der Filamente sitzen, erfolgt die Berührung der Antherensäule entweder mit den Seiten oder mit einem Teil der Dorsalseite des Thorax. Ersteres zeigen Fig. 7 bis 8, letzteres die vordere Biene in Fig. 6. Häufig bleiben sie an der Wand der Kronenbasis stehen und saugen kopfüber, wobei sie sich den Thoraxrücken bestäuben. In anderen Fällen wieder setzen sie sich auf die Antherensäule und saugen mit dem Kopfe nach abwärts, wobei die Bauchseite den Pollen empfängt (vgl. Fig. 6 die rückwärtige Biene). Ist ein Nektarloch ausgeleckt, so kommt das nächste daran, wobei der Übergang von einem zum anderen 1) Handbuch, IL, 1., p. 423. 2) Ich suchte mir zu diesem Zwecke besonders Blüten mit möglichst großen Nektarlöchern aus, die einen genauen Einblick in die Tätigkeit der Mundteile durch ein freies Nektarloch gestatteten. 159 namentlich in jenen F'alleii, wenn eines der beiden bereits von einer anderen Biene besetzt ist, das Tier zu den verschieden- artigsten Stelhingen veranhißt. Wenn (he Tiere mit dem Saug- geschäl'te in einer Blüte fertig sind, dann verlassen sie dieselbe möglichst rasch, um dieselbe Tätigkeit in der nächsten Blüte zu wiederholen. Hiebei laufen sie entweder bloß an der Innenseite der Krone ungefähr bis zur Umbiegnngsstelle derselben, um von hier abzufliegen, oder sie laufen die Aniherensäule hinauf und fliegen von der Spitze derselben ab. In beiden Fällen sind sie sehr schwer auf die Platte zu bekommen, da ihr Abzug ebenso rasch und hastig erfolgt wie ihr Antlug. Trotzdem gelang es mir einmal, eine Biene unmittelbar vor dem Abfluge von der Spitze der An- iherensäule auf die Platte' zu bringen. Nachdem wir uns über die Einzelheiten der Pollenaufnahme im klaren sind, dürfte es sich empfehlen, die darauf bezüglichen Bilder kritisch zu betrachten. Wie die Aufnahmen zeigen, gelang es, zwei (Fig. 6, 7), ja selbst drei Bienen (Fig. 8) gleichzeitig auf die Platte zu bringen. In erster Linie kam es hier darauf au, die Bienen in ihren Beziehungen zur Autherensäule möglichst scharf zu erhalten. Bei Berücksichtigung der Höhe der Antherensäule er- scheint es begreiflich, daß es kaum möglieh ist, die ganze An- therensäule samt der Basis und dem Insekt gleich scharf zu er- halten. Wie bereits eingangs erwähnt, mußte ich mich auf Grund der Beobachtung der Tätigkeit der Tiere auf der Mattscheibe da- mit begnügen, eine mittlere Einstellung herauszubekommen, welche wenigstens die natürliche Körperhaltung des Tieres und die Be- ziehung des Körpers zur Antherensäule möglichst scharf zeigt. Ich glaube, daß dies namentlich in Fig. 6 und 7 gelungen ist. Beide Aufnahmen zeigen die Berührung der Antherensäule durch die Seite und Dor.salfläche des Bruststückes und die Bauchseite der Biene. Sie zeigen, da die Aufnahme schräg von oben erfolgte. selbstverständlich die Antherensäule perspektivisch verkürzt. In beiden Aufnahmen fehlt jedoch die Diflferenzieruug der Antheren- säule in ihre Antherenfäciier. Die optische Ebene, auf welche ein- gestellt war, lag ja merklich tiefer als die obere Region der An- therensäule. Fig. 8 zeigt bloß bei der zum Teil durch die An- therensäule verdeckten rechten Biene die Berührung der ßücken- seile des Tieres mit derselben. Die Aufnahmen zeigen auch aus demselben Grunde die Blumenkrone größtenteils unscharf. Sie geben also zwar ein vollkommen naturgetreues Bild der natürlichen Körperhaltung der Tiere und damit eine klare Vorstellung darüber, wie das Tier den Pollen empfängt, wären aber für eine, gesteigerten An- sprüchen entsprechende Textabbildung noch diu-ch Detailausführung der Krone, Antherensäule etc. an der Hand des Objektes, u. zw. wenig- stens annähernd natürlicher Größe zu ergänzen. Denn die starke Ver- kleinerung schien hier bloß aus Gründen der Raumersparnis geboten. Wie aus der bisher geschilderten Tätigkeit der Bienen in der männlichen Blüte ersichtlich ist, werden dem Tiere während des 160 Honigsaugens die Pollenkörner in den erwähnten Stellungen aut die Haare der Seiten und des Rückens des Bruststückes sowie auf die Bauchseite übertragen, wo sie mittels der Ölschicht ausgezeichnet kleben. Da durch die über die Antherensäule kriechenden Bienen Blütenstaub in den Blütengrund hinabfällt, so bekommen viele Tiere selbst dann, wenn ihre Bauchseite gar nicht mit der An- therensäule in Berührung gekommen ist, bloß beim Nektarsaugen an der Basis der Filamente vielfach Blütenstaub auf ihre Bauch- seite appliziert. Bei der großen Menge von Blütenstaub, die oft im Blütengrund angehäuft ist, erscheinen die Tiere daher häufig am ganzen Körper wie mit gelbem Pulver eingepulvert. (Schinß folgt.) Literatur - Übersicht'). Februar 1910. Czapek F. Beiträge zur Morphologie und Physiologie der epi- phytischen Orchideen Indiens. (Sitzungsber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. CXVHI, Abt. T, Dezember 1909, S. 1555—1580.) 8°. 7 Fig. Frank L. Heimatschutz. Schaffet Schutzgebiete für unsere Pflanzen- und Tierwelt! (H. Bericht der Naturwissenschaftlichen Sektion des Vereines , Botanischer Garten" in Olmütz, Vereins- jahr 1905—1909, Olmütz 1910, S. 58-66.) 8". Ginzberger A. Wie bestimmt man mitteleuropäische Pflanzen? (Das Wissen für Alle, Naturhistorische Beilage, Nr. 6, März 1910, S. 15—18.) 4"^. Glaab L. Seltene Blütenerscheinungen an einem Waldbirnbaume. (Allg. botan. Z., Xyi. Jahrg.. 1910, Nr. 2, S. 17—19.) 8". 1 Abb. Hanausek T. F. Über die Perikarphöcker von Daldia variahüis (W.) Desf. (Ber. d. deutsch, botan. Gesellsch., Bd. XXVIII, 1910, Heft 2, S. 35—37, Taf. I.) 8°. Hayek A. v. Flora von Steiermark. I. Bd., Heft 12 (S. 881 bis 960). Berlin (Gebr. Borntraeger), 1909. 8°. — Mk. 3. Enthält die Fortsetzung der ßosaceen: AlchemiUa bis Pyrus. Neu be- schrieben mit lateinischer Diagnose: Bosa consanguinea [gallica X rubi- ginosa) b. Preissvianiii Hayek, Rosa micrantha Sm. sthang des (Jebirges von Alexandrette bis Kyryk bedeckt, schon iu voller Blüte steht. Ziemlich reich ist die Ausbeute an Flechten und Moosen. In zirka acht Tagen reisen wir längs des Euphrat nach Baglidad, um die dortige Gegend zu erlorschen. Im Mai und Juni sollen die Umgebungen von Mossul, der Djebel Sindjar und Dj. Abd el Aziz erforscht werden, im Hochsommer die Hoch- gebirge in Kurdistan und im Herbst nach Baghdad zurückgekehrt werden, um am Beginne der Herbstregen in der Umgebung von Baora zu arbeiten. Nächst systematisch-floristischen Arbeiten sollen die Pflanzenlormationen und ihre Biologie, die hier zu erwartenden Stammpllanzen von Getreide und anderen Kulturpflanzen, alle Gruppen von Kryptogamen studiert und photographische Vegetatious- auinahmen gemacht werden. Personal-Nachrichten. Privatdozent Dr. Bcngt Lidforss wurde zum Professor der Botanik an der Universität Uppsala (.Schweden) ernannt. Gestorben: Professor Dr. E. P. Wright (Dublin) im Alter von 76 Jahren. (Naturw. Rundschau.) — Professor Dr. Ch. R. Barnes (Chicago) im Alter von .öl Jahren. (Naturw. Rundschau.) — Prof. Dr. P. Mac Owan in Uitenhage, Capkolonie. (Botan. Zentralblatt.) Die gegenwärtige Adresse des Dr. E. M. East lautet: Har- vard University. Bussey Institution of Applied Biology, Jamaica Piain, Mass. Inhalt der April-Nummer: Dr. Ladwig Lämmermayr: BeobachtmgcD an üotrychmm Lu- u'iria (L.) Sw. und Genista sagittatis L S. 129. — Dr. T. F. Hanansek: Boiiräge znr Kenntnis der Trichombildangen am Perikarp der Kompositen. S. 132. — Jobanna Mouz: Über sekundäre ÜefcäVigang fioiger l{otttlf,en. (Schlull.) S. 130. — E. v. llalacsy: Aufzählung der TOD Dr. B. Tnntas auf der Insel Scyros der nördlichen Sporaden im Jnni 1908 go- .••ammclten Arten. (.Schluß.) S. 141._ — Dr. Utto Forsch; Blötonbiolngio und Photographie. (Fortsetzung.) S. 1!5- — Litoratur-Übprsicht. S. ICO. — Akademien, Hota/iische Gesellschaften, Vereine, Kongresse etc. S. 163. — Botanische Sauminngen, Museen. Institute etc. S. 195. — Botanische Forschung»- und .Sammelreisen. S. Iü7. — Personal-Nachrichten. .S. liJ7. Uedskieur: Prof. Dr. U. t. Wettütein. Wien, 3/3, Konnweg U. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2. l>if ,, Österreichische botanische Zeltsohrlft" erscheint am Ersten eines joden Monates and Vodtct t;iiii/j.ii.rii; i<"' -Man. Zu herabgesetzten Preisen sind mich folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: 1852/53 ä M. 'J- — , Ib«i0/b2, 1864, ÜD, 1871, 1873 74, 1876/y8 ä M. 4-—, 18'JS/97 k M. 10-—. Exemplare, die frei durch die Post expediert werden sollen, sind mittels Posianweisnug direkt bei der Admiuisiralion in Wien, 1., UarbarugaBso 'i (Firma Karl Gerolds Sohn), zu pränumerieres. Einzelne JSummern, soweit uocu vorrätig, a i MurL. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen fbr die aarcblanfendo Petitzeile berechnet. 168 INSERATE. Im Verlage von Karl Gerolds Sohn in Wien, I., Barbaragasse 2 (Postgasse), ist erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden : Professor Dr. Karl Fritsch Scllora für i österreiclisclifiii Sißteii- lilDBillißr (mit Ausschluß des Küstenlandes). — Schulausgabe der „Exkursionsflora". Preis broschiert Jlark 3'60, in elegantem Leinwandband Mark 4* — . Preishepabsetzung älterer Jahrgänge der ,,Österr. botanischen Zeitschrift". um Bibliotheken und Botanikern die Anschaffung älterer Jahrgänge der „Österr. botanischen Zeitschrift" zu erleichtern, setzen wir die Ladenpreise der Jahrgänge 1881—1893 (bisher ä Mk. 10.—) auf ä Mk. 4.— 1893-1897 ( „ „ „ 16.-) „ „ „ 10.- herab. Die Preise der Jahrgänge 1853, 1853 (k Mark 3.—), 1860 bis 1863, 1861-1869, 1871, 1873—1871, 1876—1880 (a Mark 4.-) bleiben unverändert. Die Jahrgänge 1851, 1854 — 1859, 1863, 1870, 1873 und 1875 sind vergriffen. Die früher als Beilage zur „Österr. botanischen Zeitschrift" erschienenen 37 Porträts lierYorrag^ender Botaniker kosten, so lange der Vorrat reicht, zusammen Mark 35. — netto. Jede Buchhandlung ist in der Lage, zu diesen Nettopreisen zu heferu. Wo eine solche nicht vorhanden, beliebe man sich direkt Verlagsbuchhandlung Karl Gerolds Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. ♦-4~^ »-T~« •^-« »-t-« 9-^-* »-1-* »-t-« »^t-* •-^-« »-t-« •-+-• »-t^« •-^-« •-4-« •"'K» •~^-% •--]-« •!-• •'t-« •-1-» »-J-« •-^-» •-!-• ^ ^ 4^ ^ ^^ fj^ ^ *d^ 4^ ^is ^ S^ E^ 4^ m 4^ ^^45, 4^ ^^ ^-^ 4^ ^4-^ 4^ NB. Dieser Nummer ist Tafel III (.Porschi beigegeben. Buchdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCEßlFT. Heraasgeereben und redigiert von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. Universität in Wien. Verlag von Karl Gerolds Sohn in Wien. LX. Jalirirang, N"- 5. Wien. Mai 1910. Ü"ber die Gattungen Chiloscf/plnis und Hetero- scyphus n. gen. Von Viktor Schiffner (Wien). Die Gattung Chiloscyplitis ist in ihrer gegenwärtig üblichen Umgrenzung eine heterogene, aus mehreren Verwandtschaftsgruppen zusammengesetzte, die aber alle in der Beschaffenheit des Frucht- astes und des Perianths untereinander ziemlich ähnlich sind. Sehr verschieden sind sie aber in ihrem Gesamtaussehen und besonders in der Beschaffenheit der Andröcien. In letzterer Beziehung lassen sich zwei grundverschiedene Verhältnisse beobachten: bei einer Gruppe, zu der auch alle europäischen Formen gehören, sind die Andröcien iutercalar am Hauptstamme oder den diesem gleichwertig ausgebildeten iSeitenästen; die Perigonial- blätter sind in Größe und Form den sterilen Blättern ähn- lich, unterscheiden sich aber durch die säckchenartige Basis mit gezähntem Dorsalläppchen. Die zweite Gruppe besitzt kleine, kätzchenlörmige An- dröcien, welche scheinbar') ventral sind, indem sie seitlich aus dem Winkel eines Amphigastriums entspringen und von den Stengelblättern ganz verdeckt werden. Die Perigonialblätter sind klein und den Stengelblättern ganz unähnlich. Diese Unterschiede sind so wesentlich, daß sie geradezu als Gattungsunterschied gelten müssen, wie das ja auch in anderen Gattungen der Acrogynaceen allgemein üblich ist. Die bisherige Gattung Chiloscyphus ist also auf diese Ver- hältnisse hin sorgfältig nachzuprüfen, und aus diesen Unter- suchungen wird sich dann die genaue Umgrenzung der neu zu gründenden Gattungen ergeben. Vielleicht wird sich auch zeigen. 1) Stephiini hat mit Recht darauf aufmerksam gemacht (Spec. Hep. IlL, p. 196), daß die Sexualäste eigentlich lateral sind. österr. botan. Zeitschrift. 5. Heft. l!»I0. 13 170 daß noch eine oder die andere Gruppe wird als eigene Gattung abgetrennt werden müssen. Bei der großen Anzahl der hier in Betracht kommenden Formen, die fast alle exotisch sind, und der schweren Zugäng- lichkeit vollständigen Materiales wird die Aufklärung dieser Pflanzengruppe nur sehr allmählich und durch Mithilfe aller Hepaticoiogen möglich sein. Ich möchte durch diese Schrift nur die Aufmerksamkeit der Hepaticologen auf diese Punkte lenken, um zu veranlassen, daß bei künftigen Untersuchungen von Arten aus diesen Gruppen immer gebührend auf die sonst ziemlich ver- nachlässigten Andröcien KOcksicht genommen werde. Es wird sich dann auch sicher herausstellen, daß die neuen Gruppen (Gattungen) außer den Verschiedenheiten des Andröceums auch noch andere charakteristische Merkmale haben, durch die sie ausgezeichnet sind. Ich will hier nur eine Übersicht darüber geben, was ich bisher über die vorgeschlagene und meiner Meinung nach not- wendige Spaltung der alten Gattung Clülosciiplno! eruieren konnte. Der Gattungsname Chiloscyphus muß der Gruppe (leider der kleineren!) verbleiben, in deren Mittelpunkte unsere europäischen Formen {Ch. pohianthus und verwandte' stehen^). Die Diagnose von CJnJosci/pJnts Corda (em, Schffn. 1910) müßte in folgenden Punisten geändert werden: ^Folia alternantia, basi dorsali haud connata. amph. libera vel anguste cum folio adjacente conjuncta. Ramificatio lateralis, rami 9 brevissimi, foliis paucijugis a caulinis diversis. sub folio occulti. Androecea intercalaria in caule primario et ramis aequalibus, foliis peri- gonialibus basi sacculatis et lobulo dorsali auctis, caeterum foliis caulinis omnino aequalibus. Soweit mir bekannt gehören dieser Gattung an: Ch. polyanthns (L.) Corda, Ch. mororanus St., C/i.2^ö//e.scens(Schrad.)Dum., Ch. GoUanii St., Ch. fragilis (Roth) Schffn., (^h. himalayensis St., Ch. rivuJaris (Schrad.) Ch. expansus (Lehm.) Nees, Loeske, Ch. W cbherianus St., Ch. Nordstedtii Schffn., Ch. adscendens (Hook, et Ch. japonicus St., W.) Süll.*). Als zweifelhaft hieher gehörig sind folgende Arten, obwohl die Andröcien als intercalar am Stengel beschrieben werden: Ch. echinellus (L. et G.) Mitt. *), 1) Art. 45 der Regles iuternat. 1905. 2) Über diese Pflanze habe ich mich ausführlich geäußert in meiner Schrift: Kritik d. eur. Formen der Gatt. Chil. 3) „Andr. in basi ramorum mediana" Steph. — Diese Pflanze weicht von den anderen hieher gehörigen Arten durch die langgezähnten Blätter bedeutend ab. An dem Ex. meines Herbars fand ich keine Andr. 171 Ch. lohatus St.'), Cli. Beckettiimus St.'). Die zweite der oben erwähnten Gruppen fasse ich auch als eigene (lattunii auf und nenne sie Jlefet'O.scyphus. Ramiticatio lateralis (raro etiani ventralis), folia alterna et libera vel opposita et saope dorso per paria connata; amph. saepe cum foliis concreta. Rami 9 et periauthia, ut in Chilo- srypho, audroecia ramos parvos spicaeformes form ans latera- liter ex angulis amphigastriorum ortos; foliis perigonialibus semi- globoso-saccatis parvis, caulinis omnino dissimilibus. Ich gebe im folgenden eine Liste der früher zu Chiloacyphus gerechneten Arten, von denen mir ihre Zugehörigkeit zur Gattung lletcroi^cyphns sicher erscheint. Ich rechne hieher solche Arten, von denen ich die Beschaffenheit der Andröcien aus eigener An- schauung kenne oder von denen sie gut beschrieben sind; ferner solche Arten, von denen zwar die Andröcien bisher nicht bekannt sind, die aber mit sicher hieher gehörigen zweifellos so nahe ver- wandt sind, daß auch sie hieher gehören müssen. Die Reihen- folge der Arten ist die in Stephani, Species Hep. III. Zu Heitroscyphus gehören: H. integerrinius Schffn., H. conflucns (Mitt.), H. parvnhis Schffn., H. bifidus Schffn., H. concinnus (De Not.), H. communis (St.), E. dccurrens (Nees), H. Lauterhachii (St.), H. succulentus (Gott.), H. haduiniis Nees), Jf. perfoliatns (Mont.), //. porrigen^i (Schön.), H. densifoUm (De Not.), H. plaims (Mitt.), H. iurgidns Schffn., H. Zollhujeri (Gott.), ') „Andr. in caule mediana . . . . " Steph. — Diese Pflanze gehört nach der Beschreibung kaum zu Chil.: „Per. in ramulo longiusculo .... sub- fvlindrica, ore purum ampliato 8 — 10 lobulato. Folia flor. quadrijuga etc." Das widerspricht der Gattungsdiagnose (Steph., 1. c, p. 196); ist vielleicht ein Leioscyphu^. — Vh. retroversus Schlfn. ist den Arten unserer Gruppe auch sehr ähnlich; die Pflanze ist aber ganz steril und daher unsicher (nach Steph. vielleicht ein Leiuscyphus). '■^) „Andr. in medio caulis " Steph. — Ich habe diese Pflanze in €inem Originalexemplar untersucht, aber leider keine Andr. gefunden. Sie ge- hört aber nach meiner Meinung zu Luphocolea [also L. Beckettiana (St.) Schffn. I'JIO], denn die Per. stehen hier z. T. endständig am Hauptsteugel (an einem solchen sah ich zwei Seitenäste, von denen einer wieder 9 ^^'^r) oder an sonst ganz normal beblätterten mehr weniger verlängerten Seitenästen, die bisweilen bis 13 iJlattpaare aufwiesen. Bisweilen findet sich eine kräftige sub- florale Innovation. Alles dieses .ist mit der Gattungsdiagnose von Chilusc. un- vereinbar. Die Pflanze hat viel Ähnlichkeit mit C<»iosci/i)liiis iitjlexifülius und ist vielle» nt diesem nahe verwandt. Das Periauth ist aber nicht so tief drei- lappig^ die Caly])tra ist nicht mit dem Pcrianth verwachsen und nicht thala- Dio^\ (die sterilen Aroheg. etehen an ihrer Basis). — Nahe stehend dieser S»ozies und ebenfalls gegen die Basis normal beblätterte, wenn auch niclit so vt-^iängerte 9 Äste aufweisend ist Cli. iJitstumus Sande Lac, von dem ich ■Ungiualeiemplare untersucht habe. 13» 172 H. argidus (Nees), H. aniboinensis Schffn., H. cuhanus (Taylor), H. caledonicus (St.), H. fragilicilius Schffn., H. aselliformis (Nees), H. Sandei (St.), H. Wettsteinii Schffn., H, acutangidiis Schffn., H. diihius (Gott.), H. lucidus (L. et L.), H. loangensis (St.), H. hamatistipulus (St.), H. amphiholius (Nees) '), H. Liehmannii (St.), H. Fiitieri (St.), H. yolyUepliaris (Spruce), H. miradorensis (St.), H. combinatus (Nees), H. limosus (Carr. et Pears.), H. glancescens (St.), H. Colensoi (Mitt.), H. coalitus (Hook.), H. oUongifolius (Tayl.), U. cuneistipidus (St.), H. odoratus (Mitt.), H. longifoliiis (Carr. et Pears.), H. fissistijyns (Tayl.), H. triacanthns (Tayl,), H. Levieri (St.), H. chlorophyllus (Tayl.), H. valdiviensis (Moni). Ich lasse nun noch eine Liste derjenigen Arten folgen, deren Zugehörigkeit zu lleteroscypims sehr wahrscheinlich ist, wofür sich aber nach unserer momentanen Kenntnis keine zwingenden Be- weise anführen lassen: //. Deplanchei (St.), H. Modiglianii (St.), H. caesius Schffn., H. teuer (St.)., H. falcifolius (St.), H. propagidiferus Schffn., H. hehridensis (St.), H. Jackii (St.), H. moroJcensis (St.), H. Nadeaudii (St.), H. granditextus (St.), H. thomeensis (St.), Tl. spectabilis (St.), H. fascicidatus (Nees)^), H. Habenhorstii (St.) *) , H. grandistipus (St.), H. orisdbensis (Gott.), H. sinuosus (Hook.), //. renistipidus (St.), H. Weymouthianus (St.), H. cüiatiis (St.), H. BUlardieri (Schwgr.). Es verbleibt noch ein Eest von bisher zu Chdoscyphiis ge- rechneten Arten (vgl. Stephan i, 1. c), über die sich wegen ^) Bei Stephani, Spec. Hep. III., p. 229, heißt es: .,Andr. in caule ra- misque mediana longe spicata", von dem ganz nahe verwandten Ch. Liebmannii aber: ,,Andr. parva lateralia bracteis eiiguis ad 6-jugis ....". 2) Ein Ex. aus dem Herb. Jack: Tafelberg, Igt. Spielhaus 1875, habe ich untersucht. Die Pflanze ist zum Teil sicher ventral verzweigt. Die bis dahin unbekannten Andröcien sind ebenfalls ventrale Aste, die aber ziemlich groß und den sterilen ähnlich sind ; sie wachsen an der Spitze vegetativ weiter. Die dicht gedrängten Perigonialblätter sind im Umriß schief elliptisch an der Spitze abgerundet, an der Basis sackartig mit einem scharf abgesetzten, un- regelmäüig mehrzähnigen Dorsalläppchen. Antheridien einzeln (ob immer?). Die Pflanze steht gewissen antarktischen Formen nahe, die vielleicht eine eigene Gattung darstellen, da sie von den anderen Heterosci/phus-Formen weit abweichen. 8) Steht nach Stephani dem Ch. fasciculatus nahe. 173 ihrer Zucrehörigkeit gegenwärtig nichts aussagen läßt; es sind darunter Formen, die möglicherweise zu Lcptoscyphu^i und anderen Gattungen gehören. Es wird vielleicht manchen unbequem und daher unpraktisch erscheinen, daß ich die bisherige, so bequeme Gattung Ch'do- scyphus aufzulösen unternehme, jedoch muß dagegen bemerkt werden, daß die Wissenschaft solche Rücksichten nicht nehmen kann und darf. Es ist uns darum zu tun, endlich einen Einblick in die natürlichen Verwandtschaften der Formen zu gewinnen, und das wird gründlichst hintangehalten durch Anerkennung solcher großer heterogener Gattungen, wie es Cliiloscijjiltiis bislang war, die zwar dem Laien und Sammler recht bequem sind, in denen sich aber Formen augenscheinlich sehr verschiedenartiger Ver- wandtschaftskreise wirr durcheinanderdrängen. Eine Spaltung in kleinere natürliche Gattungen ist nur der erste und wichtigste Schritt zur phylogenetischen Aufklärung einer Gruppe; es muß dann eine mühsame Kleinarbeit weiterhelfen (Ordnen der Spezies in Verwandtschaftskreise, genauere und vielseitigere Untersuchung der einzelnen Arten, Feststellung der Variabilität der einzelnen Arten durch Unterscheidung von Varietäten. Formen etc.). Von diesen Zielen sind wir in der schwierigen Gruppe : CJiiloscyplius sensu lat. noch weit entfernt. Ich selbst will in einer gleichzeitig erscheinenden Schrift M diese Aufklärung wenigstens für die europäischen Formen von Chiloscyphus zu geben versuchen. Bliitenbiologie und Photographie. I. Von Dr. Otto Porsch (Wienj. (Mit Tafel III.) (Schluß. 2) Die Bestäubung der weiblichen Blüte ist nach dem Vorhergegangenen klar. Beim AnÜug wählen die Tiere entweder den- selben Weg über die Krone wie in der männlichen Blüte oder sie fliegen sehr häufig direkt auf die Narbe, um sich von hier mit größter Hast zum Nektarium zu begeben. Im letzteren Falle ist die Pollenübertragung auf die Narbenlappen durch die Bauchseite des Tieres unvermeidlich. Wiederholte Untersuchung der Narbe nach dem Anlliig der Tiere zeigten mir dieselbe auch bei frisch aufgeblühten Blüten reichlich mit Polleu bedeckt. Bei der geradezu nervösen Hast, mit der das Auffliegen auf die Narbe und das Ver- lassen derselben erfolgt, ist es äußerst schwer, das Tier gerade in ') Kritik der europäischen Formen der Gattung Chilosct/pfiKS. -) Vgl. Nr. 4, S. 145. 174 diesem Augenblicke auf die Platte zu bekommen. Da aber gerade diese Aufnahme in blüienbiologiseher Beziehung von besonderem Werte ist, konnte ich mich nicht entschließen, die Aufnahmsserie ohne dieselbe abzuschließen. Nach langem erfolglosen Bemühen gelang es mir doch, wenn auch nur ein einzigesmal. diesen Augen- bHck im Bilde festzuhalten. (Fig. 10.) Obwohl die Aufnahme nicht kontrastreich ist, zeigt sie doch das, worauf es hier ankommt. Der hier notwendigen hohen Einstellung entsprechend erscheint der Blütengrund undeutlich. Im Gegensatz zum Nektarium der männ- lichen Blüte ist jenes der weiblichen Blüte ringsum gleichmäßig zugänglich, da es, wie bereits erwähnt, als Riagwulst entwickelt ist. Beim Nektarium angelangt, tunken die Bienen mit derselben Gründlichkeit und Hast die dünne Nektarschicht mit lange vor- gestreckter Zunge auf. Ich habe auch hier wiederholt die Tätig- keit der Tiere bei zehnfacher Lupenvergrößerung beobachtet. Da der Nektar nicht nur von der ganzen Oberfläche des ßingwulstes. sondern auch au dessen Kanten und in der Eingfurche zwischen diesem und dem kragenförmigen Blütenboden ausgeschieden wird. bleibt kein Winkel von der beweglichen Zunge verschont. Dabei stemmt die Biene beim Vorwärtskriechen häufig den ganzen Rüssel bogig nach rückwärts, um den Nektar mit möglichster Gründlich- keit wegzuwischen. Die Sekretion erfolgt in der ersten Hälfte des Vormittags namentlich an vor direkter Besonnung geschützten Stellen ununterbrochen fort. Ich konnte wiederholt mit der Lupe beobachten, daß, nachdem die Biene beim Saugen einmal im Kreise um das ganze Nektarium herumgekommen war, am Ausgangspunkt die Sekretion schon wieder in vollem Gange war. Daß die Sekretion mit der Insolation in einem bestimmten Zusammenhange steht, dafür scheint mir folgende Tatsache zu sprechen. Wie bereits oben erwähnt, band ich die Blüten im Zusammenhange mit der Pflanze, um den Blütengrund von der Sonne grell beleuchtet zu haben und mit dem Apparate besser heranzukönnen, auf am Rande des Ackers stehende Maispflanzen. Nach längerer Besounung waren diese Blüten immer schlechter besucht als die am Boden befindlichen, teilweise beschatteten. Die Untersuchung des Nektariums mit der Lupe ergab auch eine trägere Nektarsekretion. Möglicherweise wirkt außer dem bei geringerer Sekretion weniger starken Nektar- geruch auch die durch die Sonne beleuchtete gelbe Krone auf das Bienenauge nicht so kontrastreich wie bei teilweiser Beschattung, wo sie sich von dem dunkler grün erscheinenden Laube besonders deutlich abhebt. Denn daß die Farbe bei dem hochentwickelten Gesichtssinn der Bienen das Hauptanlockungsmittel auf die Ent- fernung darstellt, ist trotz der Versuche Plateaus von Forel und Andreae so überzeugend nachgewiesen worden, daß gegen- wärtig darüber kein Zweifel mehr bestehen kann '). Daß bei ^) Ich kann nicht umhin, hier auf die lichtvolle Darstellung der ganzen Frage in Foreis jüngst erschienenem Buche: „Das Sinnesleben der Insekten", München 1910 (p. 6-44, 196—218 etc.), zu verweisen. 175 schwächerer Sekretion die Verrinireruiifj der Wirkung auf den Geruchssinn nicht zu vernachlässiireii ist, wird dadurch nicht in Abrede gestellt. Außer durch den geringen Hesucli wird die Auf- nahme auch dadurch erschwert, daß die <]er Sonne ausgesetzten Bhlten rasch welken, obwohl sie mit dem Hauptstamiue in orga- nisclier Verbindung bleiben. Bei der eben geschilderten Tätigkeit l)erühren die Bienen die Seitenkanten und Unterseite der Narbenlappen mit der Kücken- seite des Thorax und vermitteln so die Bestäubunir. Diesen Vor- gang illustrieren die beiden Figuren 9 und 11. Erstere zeigt gleich- zeitig drei Bienen beim Honigsangen und die Berührung der Narbe durch den Bücken der Tiere. Die beiden vorne saugenden Bienen .■^ind deutlieh sichtbar, von der dritten ist bloß die Spitze des Hinterleibes als schwarzer Fleck augedeutet. Fig. 11 zeigt eine Biene mit der Rückenseite der Narbe eng angeschmiegt. Auch diese beiden Aufnahmen zeigen wieder die Vorzüge und Nachteile der Photographie. Fig. 11 wurde nach einer kleinen Blüte auf- genommen. Die geringere Tiefenwirkung: gestattete noch sowohl Insekt als Narbenoberfläche scharf zu bekommen. Fig. 9 wurde in annähernd natürlicher Größe im Format 13X18 nach einer großen Blüte aufgenommen. In diesem Falle kam nicht nur die Tiefe der großen trichterförmigen Blumenkrone, sondern weiters der um- stand in Betracht, daß hier der die Narbenlappen tragende Griflfel- teil höher als sonst war. Es fehlt daher sowohl die Schärfe der Krone als jene der Narbenlappen. Wenn auch die Details der Krone und Narbe für die Darstellung der Übertragung des Pollens in diesem Falle unwesentlich sind, so ist doch auch hier wieder gesteigerten Ansprüchen nur durch Detailausführung der Aufnahme als Grundlage an der Hand der Objekte vollkommen entsprochen. Zum Schlüsse noch einige Worte über die Bedeutung der Honigbiene als Bestäubungsvermittler. In unserem Gebiete ist, wie wohl in Europa überhaupt, die Honigbiene der ausschlag- gebende Bestäuber ^). Daß außer ihr auch andere Insekten die Blüten gelegentlich des Honigs oder bloß des Pollens wegen be- suchen, habe ich bereits oben erwähnt. Für die Bestäubung spielen dieselben jedoch entweder gar keine oder bloß eine so unter- geordnete Rolle, daß sie der Honigbiene gegenüber als Bestäubungs- vermittler praktisch verschwinden. Von den Hummeln abgesehen, sind auch ihre Körperdimensionen vielfach derart, daß eine Über- tragung des Pollens entweder unmöglich oder äußerst unwahr- scheinlich ist. Obwohl in unseren Gebieten der Honigbiene als aus- schlaggebendem Bestäuber gegenwärtig der Löwenanteil zufällt, ist zur Beurteilung der historischen Entstehung der Blüten- M Auch für Philadi'liihia pibtGentry auf.er verschiedenen Humruelartca die Honigbiene als Haupt bestiiuber von Cucurbita Fc/ju und C. unfern an. Vgl. Gentry, 'J'he fertilization of c*;rtaiii llowers thruugh insect ageney. Americ. Naturalist, IX., 1875, p. 203. 176 anpassungen unbedingt die Frage zu entscheiden, ob dies auch für die Heimat der Pflanze galt resp. gilt. Die Entscheidung dieser Frage ist deshalb schwierig, weil die Pflanze gegenwärtig im wilden Zustande unbekannt ist. Während Müller und Pax in ihrer Bearbeitung der Familie (in Engler-Prantls Natürl. Pflanzenfam., IV., 5, p. 9, 33) den amerikanischen Ursprung der Art für sicher halten, hält Cogniaux Südasien für ihre Heimat^). Ist letztere Annahme richtig, dann könnte die Bienen gattung A2ns, die, wie wir gegenwärtig sicher wissen, asiatischen Ursprungs ist, in einem ihrer Vertreter oder ihren Vertretern überhaupt, auch historisch ihr Bestäuber sein -). Die gesamte Blüteneinrichtung läßt als natürlich angepaßten Bestäuber auf eine langrüsselige Apide schließen. Robertson teilt mit, daß in Illinois Cucurbita Pepo von den beiden oligotropen Bienenarten Xenoglossa pruinosa 8ay und X. cucurhltamm Ckll. regelmäßig besucht wird^). In dem systematischen Besucherverzeichnis, welches Appel und Loew am Schlüsse des dritten Bandes des Knuth sehen Hand- ])uches bringen, sind noch Anihophora spec. und der Kolibri Trochilus coliilris L. als Besucher angegeben*). Von den zehn Cucurhitrr- Arten, welche Cogniaux in seiner monographischen FamilienbearbeituDg beschreibt, sind sechs sicher amerikanisch und vier ihrer Heimat nach fraglich. Wenn man bedenkt, daß die Pflanze nach den obigen Angaben in Amerika von zwei oligo- tropen Bienenarten regelmäßig besucht wird, wenn man sich weiter ihre gegenwärtige geographische Verbreitung sowie die Tatsache vor Augen hält, daß Wittmack Samen ven (Äicurbita moschata in altperuanischen Gräbern von Ancon nachwies, so neigt sich schon auf Grund dieser Befunde die Entscheidung der Frage zugunsten des neuweltlichen Indigenates. Die nach Ro- bertson in Illionis den Kürbis besuchende oligotrope Biene Xenoglossa pndtiosa stimmt übrigens, wovon ich mich durch eigene Anschauung überzeugen konnte, in ihren Körperdimensionen mit unserer Honigbiene im wesentlichen überein ^), so daß also ^) Cogniaux, Cucurbitaceae in Decandolles Monograpliiae Phane- rogam., IH., p. 546. 2) Über die Geschichte und geographische Verbreitung der Honigbiene vgl die verdienstvolle Arbeit von Gerstäcker: Über die geographische Ver- breitung und die Abänderungen der Honigbiene nebst Bemerkungen über die ausländischen Honigbienen der alten W'"elt. Potsdam 1862. XI. Wanderversamml. deutsch. Bienenwirte zu Potsdam. Herrn Kustos Kohl, welcher so freundlich war, mich auf diese Arbeit aufmerksam zu machen, sei hiemit ergebenst gedankt, desgleichen Herrn Regierungsrat Dr. Ganglbauer für die freund- liche Erlaubnis zur Benützung der Bibliothek der zoologischen Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 3) Robertson, Flowers and insects XIX. Bot. Gazette, XXVIII., 1899, p. 36. *) Daß es sich im letzteren Falle nur um einen gelegentlichen Besucher handelt, kann wohl keinem Zweifel unterliegen. ^) Für die freundliche Erlaubnis zur Einsichtnahme in das Material der hymenopterologischeu Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums bin ich Herrn Kustos Dr. F. Kohl verbunden. 177 das Verhalton der Honigbiene während der Bestäubung den richtigen Maßstab tur die Beurteilung des amerikanischen Be- stäubers abgibt. Betraciiten wir die Frage vom paläozoologischen Standpunkte, so kommen uir zu folgendem P^rgebnisse. Die Gattung A}iis ist nach den grundlegenden Untersuchungen von Handlirsch tertiär derzeit in mehreren Arten aus dem baltischen Bernstein, Hott im Siebengebirge und Üningeu in l^aden bekannt^). Aus Amerika fehlen jedoch fossile Funde. Es dürfte auch wenig Hoflnung bestehen, dieselbe später für Amerika fossil nach- zuweisen. Ist also der Kürbis, wie Cogniaux meint, asiatischen Ursprungs, dann könnte die Honigbiene auch sein historisch an- gepaßter Bestäuber sein; liegt seine Heimat dagegen in der neuen Welt, dann kommt die Gattung Apis auch auf Grund des fossilen Befundes in dieser Eigenschaft nicht in Betracht. Die als ausschlagirebeude Bestäuber des Kürbis in Amerika beobachteten oligotropen Bienen stimmen jedoch in ihren Körperverhältnissen mit unserer Honigbiene so weit überein. daß wir das Verhalten der letzteren an der Blüte ohneweiters als Maßstab für die Tätig- keit der ersteren nehmen können, ganz abgesehen davon, daß die Honigbiene in der alten Welt derzeit wohl den ausschlaggebenden Bestäuber unserer Pflanze darstellt. Es wäre eine sehr dankenswerte Aufgabe, die Besucher der wilden amerikanischen ('HrH)hita-ATten an Ort und Stelle fest- zustellen. Der Fall zeigt übrigens, wie wertvoll unter Umständen cresicberte Ergebnisse der Blütenbiologie bei vielseitiger kritischer Methodik selbst für die Entscheidung pflanzengeograpliischer Fragen sein können. Ich schließe damit die Darstellung meiner die Bestäubung des Kürbis betreffenden Beobachtungen in der Hoffnung, diiß es mir gelungen ist. an diesem instruktiven Einzelfall trotz der daran geübten Kritik die Leistungsfähigkeit der photographischen Me- thode im Dienste der Blütenbiologie anschaulich zu demonstrieren. 'J. Die Bestäubung von Leoniodon chimihiaJis Jacq. durch Fanurgas calcaratiis (Scop.). (Tuf. III, Fig. 12.) Der Blütenbau dieser von Insekten verschiedenster Ordnungen reich besuchten Pflanze ist von H. Müller so meisterhaft be- schrieben worden, daß dessen Beschreibung kaum etwas Wesent- liches mehr hinzugefügt werden kanu-> Den besten Überblick ') Vgl. Handlirsch, Die fossilen Insekten und die Phylogenie der re- zenten Formen. Leipzig l'JUG — 1908, p. 892, sowie Cock ereil, Description of Hymenoptera from baltic araber. Mitteil. a. d. geologisch-paläoiitologiscben Institut u. d. Bersteinsamuilung d Universität Königsberg i. Pr. 1909. Laut freundlicher Mitteilung des Herrn Kustos A. Handlirsch. -) H. Müller, Befruchtung der Blumen, 1873, p. 4U9. 178 über die Reichhaltigkeit des Insekteobesuches, welche in dem Pollen- und Honigreichtum der im Sonnenschein leuchtend gelben Blütenköpfchen ihre Erklärung findet, gibt die Zusammenstellung der 13esucherlisten in Knuths Handbuch (Tl., 1., p. 670—672). Ich könnte diese Gesamtliste auf Grund meiner eigenen Beob- achtungen in Kärnten noch bedeutend vermehren. Für die Be- urteilung des relativen Anteiles der einzelnen Besucher an der Bestäubung wäre jedoch damit wenig gewonnen. Denn die Zahl derjenigen Insektenarten, deren Besuche allein genügen würden, um dem Herbstlöwenzahn vollen Fruchtansatz zu sichern, ist im Verhältnis zur großen Artenzahl von Besuchern überhaupt relativ gering. Das Hauptkontingent stellen die Apiden und Syrphiden. Wenn wir unter den ersteren von der Honigbiene und einigen Hummelarten absehen, so sind wenigstens im Gebiete des Wörther- sees als die stereotypischesten Bestäuber Paniirgus calcaratu^^ (Scop.), Dasypoda pLumipes (Panz.), Dufonrea vKlr/aris Schenck und Halictus calceatus Scop. zu bezeichnen M« Cnter diesen war in dem genannten Gebiete wenigstens in den letzten drei Sommern Pcmurgus an Individuenzahl Avohl der reichste. Nach diesen kommen sofort Dufonrea und HdJictus. und erst an letzter Stelle Dasijpoda. Wenn auch die letztere an Individuenzahl den anderen gegenüber zurücktritt, so übertrifit doch bei ihrem kolossalen Pollenbedarf ihre individuell e Leistung für die Fremdbestäubung bei weitem jene der übrigen. Denn in dem genannten Gebiete scheint sie wenigstens nach meinen Beobachtungen ihren Pollen - bedarf fast ausschließlich an Leontodon ddunhialis Jacq. zu decken, dagegen fand ich sie auf ihrem geliebten Cicliorium in- tyhus L. wieder fast stets honigsaugend. Ich behalte mir vor, später an anderer Stelle auf den speziellen Anteil der einzelnen Bestäuber unserer Pflanze näher einzugehen und beschränke mich hier bloß auf Fanurgus calcaratns, da ich bloß diese Art im Bilde vorführe. Daß die Gattung Pamirgus bei uns ausschließlich Kompo- siten besucht, ist den Hymenopterologen schon seit lange bekannt*). Unter diesen besucht unsere Art in dem erwähnten Gebiete wieder ausschließlich nur gelbe Kompositen. In dem bezeichneten Gebiete ist der Herbstlöwenzahn unstreitig ihre Lieblingsblume. Außer dieser besucht sie gerne Ilieracinm-Aiteü, Crcpis biennis L. etc. Wenn sie sich gelegentlich auf Blumen anderer Familien finden, so sind dies fast immer nur gelbblütige Arten, wie Pi,a7iuncidus, Enjsh7t um -Arten etc. Ich komme in einer späteren Arbeit an der Hand ausführlicher Besucherlisten auf diese Frage noch zurück. Vorläufig mag ein Hinweis auf die Zusammenstellung der von 1) Nomenklatur nach Schmiedeknecht, Hjraenopteren Mitteleuropas. Jena 1907. ^) So sehreibt Schmiedeknecht (1. c, p. 71) bei der Charakteristik der Gattung: „Ausschließlich an Kompositen, namentlich Hieraciiim" . 179 dieser Art besuchten Pflanze genügen, welche Knuth in seinem Handbuch (IL, 2.. p. (')38) gibt. Die Auziehungskrait des Herbstlöwenzahns auf unser Insekt ist so groli, daß das Tier häufig in den Köiiffhen desselben über- nachtet. Auch die Paarung wird häutig liier vollzogen. Die erstere Gewohnheit des Tieres ermöglichte es mir auch, dasselbe während des Pollensammelns auf die Platte zu bringen. Das Tier besucht die Blüte sowohl des Honigs als auch des Pollens wegen. Beim Pollensammeln liegt es häutig in Protilstellung im BlOtenköpl'cheti und streift unter sehr raschem, lebhaftem Einwärtskrümmen und Ausstrecken des Abdomens den Pollen ab. Bei der aut.^ergewöhn- liciien Hast und Geschwindigkeit, niit der sich dieser Vorgang bei hellem Sonnenschein vollzieht, wo die Tiere am lebhaftesten sind, ist es äußerst schwer, sie auf die Platte zu bekommen. Da sie bei bewölktem Wetter träger sind, wählte ich einen Tag mit teilweise bewölktem Himmel für die Aufnahme. Ich benützte die Zeit längerer Bewölkung in den frühen Morgenstunden, um auf ein Weibchen dieser Art scharf einzustellen, welches in dem Köpfchen übernachtet hatte. Es war dabei in derselben Stellung verblieben die es beim Pollensammeln einnimmt. Nachdem Platte und Verschlußapparat in Bereitschaft waren, wartete ich so lange, bis die Wolke den Rand der Sonne erreichte. Auf diesen Augen- blick kam es mir an. Denn wie der erste Sonnenstrahl das Tier triüt, ist dasselbe wie elektrisiert und beginnt sofort in aller Hast mit dem Pollensammeln, resp. Honigsaugen. In diesem Augen- blicke, den mir mein Begleiter durch ein verabredetes Zeichen andeutete'), denn meine ganze Aufmerksamkeit galt selbstverständ- lich bloß der Beobachtung des Tieres, drückte ich ab. So gelang es mir nicht nur. das Tier in seinem charakteristischen Gesamt- habitus, sondern selbst das Höschen des rechten Hinterbeines scharf auf die Platte zu bringen. (Vgl. Fig. 12.) Die Aufnahme zeigt weiter die Berüliruiig der GriÖel durch die Pollenmasse des Höschens. Die Grill'el und Antheren erscheinen im Bilde im Zentrum des Köpfchens als Lichtpunkte, resp. Strichelchen. Ich helle, im Laufe dieses Sommers auch einen Teil der übrigen Bestäuber der Pflanze, vor allem die obengenannten an der Bestäubung besonders hervorragend beteiligten Besucher auf die Platte zu bringen und gelegentlich später im Bilde vorführen zu können. 3. SyriJtus halteatns Deg. auf Verhascum pldomoides L. Ich habe bereits an anderer Stelle auf die Bedeutung der Staubfadenhaare der Verhascum- kxieu kurz hingewiesen'). Daß ihre ausschließliche Funktion nicht darin bestehen kann, die ') Für freundliche Assistenz biu ich Herrn phil. A. Albrecht ver- bunden. -) Vgl. Forsch, Beitriiire zur histologischen Blütenbiolo<,'ie. II. Weitere Untersuchungen über Futterhaare. Usterr. Botan. Zeitschr., 1900, p. 171). 180 Augenfälligkeit der Blüte zu erhöhen, geht daraus hervor, daß sie bei einer ganzen Reihe von Arten farblos sind und mit der Grund- farbe der Krone überhaupt keinen Farbenkontrast bilden. Bei jenen Arten, wo sie durch ihre violette Färbung zur hellgelben Grundfarbe der Krone und der orangeroten Farbe des Pollens einen Farbenkontrast bedeuten, tragen sie sicher zur Augen- fälligkeit der Krone bei. Aber ebenso sicher ist ihre Funktion trotzdem damit noch nicht erschöpft. Sowohl Kern er als H. Müller geben an, daß diese Haare von den Insekten ausgesogen oder mit ihren Rüsselklappen be- arbeitet werden. Ja Kern er spricht sogar direkt von einem Ab- weiden derselben durch die Insekten^). Von Verbasciim nignon L. sagt H. Müller, daß diese Art den Insekten außer einer ganz unbedeutenden Menge Honig eine größere Menge orangeroten Blütenstaubes und überdies in den keulig verdickten violetten Haaren noch ein drittes Anlockungsmittel darbietet. In seiner auf diese Art bezüglichen Besucherliste gibt er an, daß die Schwebe- fliege Si/rp]ius baUeatu^ Deg. an den Staubfadenhaaren leckt, die- selben mit den Rüsselklappen bearbeitet und nach dieser Prozedur an einem anderen Staubgefäße derselben Blüte ebenso verfuhr. Dasselbe gilt nach ihm für Eristalis arhustorum L. und Syritta jnpiens L. Bei V. phocniceum L. konnte er dasselbe für Bhing'ui rostrata L. nachweisen (1. c, p. 278). Der Bau der einzelligen, keulenförmigen, dünnwandigen Haare, sovvie ihr Zuckerreichtum, der neuerdings wieder durch Senft überzeugend nachgewiesen wurde-), stehen mit ihrer Funktion als Insektenlockspeise in vollem Einklänge. Erweisen sie sich ja diesen Untersuchungen zu- folge als ausgezeichnete Schulobjekte für den mikrochemischen Zuckernachweis mit essigsaurem Phenylhydrazin. Für mich war es nach diesen Befunden vollkommen klar, daß diese Haare, die demgemäß am besten als „Zucker haare'' zu bezeichnen sind, nach dem Pollen eine wichtige Insektenlock- speise darstellen. Denn Honig wird bei einigen Arten gar nicht, bei anderen nur in so geringer Menge produziert, daß er als Nahrungsmittel nur eine ganz untergeordnete Rolle spielt, und der Pollenreichtum ist nicht groß. Infolgedessen wandte ich meine ganze Aufmerksamkeit der Tätigkeit der Mundteile derjenigen Besucher zu, welche nach ihrem Körperbau und der Blütenein- richtung als Bestäuber in erster Linie in Betracht kamen. Nach meiner Ansicht sind die ausschlaggebenden und den Blüten- einrichtungeu adäquaten Besucher unstreitig Syrphiden. Sowohl die Stellung der Staubgeläße und des Griffels als die mechani- schen Einrichtungen und Form und Farbe der Blumenkrone 1) Kern er, Pflanzenleben, I Aufl., IL, p. 1G6. — H. Müller, 1. c, p. 277. 2) Senft E., Über den mikrochemischen Zuckernachweis durch essig- saures Phenylhydrazin. Sitzungsber. d. Wiener Akad., niathem.-naturw. Kl , CXIIl., Abt. 1 (1904). Vgl. dessen Abbildung 6 auf Taf. I. 181 sprechen für diese uüter den Fliegen mit relativ hoch entwickeltem Farbensinn ausgestatteten Tiere. Das geringe Körpergewicht der- selben steht auch in vollem Einklänge mit der keineswegs größere Körperbelastung vertragenden Bel'estigungsart der Krone. Ich bescliränke mich in der folgenden Darstellung bloß auf das Wesentliche und behalte mir eine kritische Analyse der Blütenbiologie dieser Art an der Hand auslührlicher Besucher- listen für eine spätere Mitteilung vor. Meine Beobachtungen er- strecken sich bezüglich der Syrphiden hauptsächlich auf Arten der Gattungen SijrpJius, 3Liithriptus, FUitycheints, Syritta und J^ristulis. Unter diesen stellt im genannten Gebiete ISyrjihuf; hal- teatiis Deg. wohl den häutigsten Bestäuber dar. In der Tätigkeit der Mundteile stimmen alle Gattungen wesentlich überein. Be- züglich des Baues der einzelnen Mundteile und ihrer Verwendung beim Honigsaugen und Pollenfressen sei der in dieser P^age we- niger Orientierte auf die klassische einschlägige Darstellung H. Müllers verwiesen (1. c. p. 34—39). Den Tieren kommt es zunächst auf den Pollen an, den sie auf die von H. Müller aus- führlich beschriebene Weise unter lebhafter Bewegung der End- klappen in die Rinne der Unterlippe schieben, von wo er der Munduönung zugeführt wird. Bei entsprechender Vorsicht, resp. Deckung läßt sich dieser Vorgang unter schwacher Lupen- vergrößerung ganz gut beobachten. Die Fliege begnügt sich jedoch in der Regel nicht bloß mit dem Zermahlen des Pollens, sondern sie drückt die Zuckerhaare mit den Eüsselklappen und saugt den zuckerhaltigen Saft derselben aus. Es liegt hier also der Fall vor. daß eine Pollen blume, w^ eiche keineswegs über große Pollenmengen verfügt, zu weitgehenden Pollen- verlusten dadurch vorbeugt, daß sie den Tieren außer dem Pollen noch im Safte eigenerZuckerhaare -weitere Kost darbietet. Die sichere Feststellung dieser Tatsache war für mich deshalb besonders wichtig, weil ich ursprünglich in den Staubfadenhaaren von Verhuscum normale Futterhaare vermutete und glaubte, dieselben würden wie die Futterhaare und Futter- gewebe der von mir früher daraufhin untersuchten brasilianischen Orchideen von den Insekten in toto abgefressen werden. Die ge- naue Beobachtung der Tätigkeit der Tiere belehrte mich jedoch, daß dem nicht so ist, sondern daß es den Tieren bloß auf den süßen Saft ankommt. Im Einklänge hiemit findet man auch nach dem Besuche der Tiere an bereits bestäubten Blüten die Zucker- haare zwar verwelkt oder vertrocknet, aber keineswegs in merk- barer Menge abgerissen. Nicht nur der Zellinhalt, sondern auch das Gebuhren der Bestäuber rechtfertigen demnach, diesen Haar- typus auch terminologisch als „Zuckerhaarc* den eigentlichen Futterhaaren gegenüberzustellen. Die Bestäubung erfolgt, wie bekannt, durch die Bauchseite der Tiere, wobei dieselben den der Bauchseite applizierten Blüten- staub der beiden längeren kahlen Antheren auf die vorgestreckte 182 Narbe übertragen. Da es blütenbiologisch wertvoll war, gewisser- maßen als objektiven Beweis der beobachteten Tätigkeit des Aus- saugens der Zuckerhaare durch die Schwebefliegen diesen Vor- gang photographisch festzuhalten, gab ich mir wiederholt viele Mühe, dies durchzuführen. Leider gelang es mir bis jetzt bloß ein einzigesmal, das scheue Tier in diesem Augenblicke auf die Platte zu bringen. (Fig. 13.) Die Aufnahme zeigt bloß, daß die Fliege (Syrphus balteatus Deg.) mit den Mundteilen sich an den weißen Zuckerhaaren der drei kürzeren Staubgefäße zu schaffen macht und mit der Bauchseite des Hinterleibsendes die eine der beiden längeren kahlen Antheren berührt, wodurch sie sich den Blütenstaub derselben unvermeidlich auf die Bauchseite überträgt. Mehr zeigt dieselbe leider nicht. Sie ist demgemäß bloß ein Be- weis für den tatsächlichen Besuch dieser Fliegenart, die Art der Übertragung des Blütenstaubes auf die Bauchseite des Hinterleibs- endes und die Tatsache, daß das Tier seine Nahrung an den be- haarten Autheren findet. Ob es mir möglich sein wird, auf Grund schärferer Aufnahmen in Seitenansicht bei Vergrößerung diesen Vorgang unzweideutig photographisch festzuhalten, müssen weitere, daraufbin unternommene Versuche zeigen. Ich möchte zum Schlüsse nur darauf hinweisen, daß mir noch folgende Aufnahmen gut gelungen sind, auf deren Reproduktion ich der hohen Herstellungskosten wegen verzichtete^). Schwebefliege {Eristalis tenax L.), auf Scseli annuum L. Honig saugend. Schwebefliege {E. arhustoriim L.), auf 5eseZi annuum L. Honig saugend. Rosenkäfer (Cetonia anrata L.), auf Seseli annuum L. Honig saugend. Ändrena cetii Schrk. (Apide), auf Scahiosa agrestis W. K. Honig saugend, als Typus einer oligotropen Biene der heimischen Fauna. Sicus ferrugineus L., auf Cirsium arvense Scop. Honig saugend. Schmetterlingsaufnahmen : Weißfleck (Si/iitomis phegca L.), auf Cirsium arvense Scop. Honig saugend. Blutfleck (Zygaena filipendulae L.), auf Centaurea Scahiosa L. Honig saugend. Ich schließe damit die Darstellung meiner Versuche, die, wie bereits oben erwähnt, nicht mehr und nicht weniger als ein ^) Für etwaige Interessenten aus dem Lehrfache möchte ich bei diesem Anlasse erwähnen, daß die Firma K. Kafka, Wien, III/4, Rennweg 42, nach meinen Originalplatten unter meiner Kontrolle angefertigte Diapositive für ünterrichtszwecke käuflich abgibt. THE mnni OFTH£ O. Forsch : Blütenbiologie und Photographie I Forsch phot. Österr. bot. Zeitschr. 1910. Taf. III. ÖMHE 183 zielbewußter Anfang sein wollen. Sollte diese Anregung sachlich berufenen Blütonbiologeu — denn nur an diese ist sie ge- richtet — als Ansporn dienen, die in diesen Zeilen gekennzeich- nete Methodik zu Nutz und Frommen unserer schönen Disziplin weiter auszubauen, so haben meine Bemühungen ihren Zweck erfüllt. Krklüniii;; der Tafel 111. Originale zu Fig. 8 u. 9 in Plattengröße 1.SX18, zu allen übrigen Figuren 9X12. Sämtliche Figuren daher stark verkleinert. Fig. 1 — 11: Die Biologie der Kürbisblüte (Cucurbita pepo L.). Fig. 1. Männliche Blüte: Antherenfächer zu Beginn der Pollenentleerung ; zwei Nektarlöcher sichtbar, das dritte durch die Antherensäule verdeckt. Fig. 2. Männliche Blüte: Höhepunkt der PoUenentleerung; die Antheren- .<äule erscheint ringsum von Blütenstaub eingepudert. Fig. 3. Weibliche Blüte : Gesamtansicht bei Einstfllung auf die Narbe. Fig. 4. "Weibliche Blüte: Einstellung auf den Blütengrund. Die Auf- nahme zeigt die Narbe uiit ihren kräftig entwickelten Narbenpapillen und das rintrwulstförmige Nektarium (dunkel), vom kragenförmigen Bande des Blüten- bi'dens (weiG) umgeben. Fig. 5. Wt-ibliche Blüte : Narbe im Höhepunkt der Sekretion. Die se- zernierenden Narbenpapillen sind als zahlreiche Lichtpunkte sichtbar. Fig. 6-8: Die Pollenaufnahme durch die Arbeiterinnen der Honigbiene {Apis melUfica L.). Fig. 6. Zwei Honigbienen beim Nektarsaugeh.- Ein Tier saugt am vorderen Nektarloch und bestäubt sich dabei den Rücken, das zweite saugt am rück- wärtigen Nektarloch, kopfüber auf der Autherensäule sitzend, und bestäubt sich dabei die Bauchseite. Fig. 7. Zwei Bienen beim Honigsaugen die Berührung der Antherensäule mit der Seite des Thorax zeigend. Fig. 8. Sämtliche drei Nektarlöcher sind mit Honigbienen besetzt. Fig. 9 — 11: Die Pollenabgabe durch die Honigbiene in der weib- lichen Blüte. Fig. 9. Übertragung des Blütenstaubes auf den Narbenrand durch den Bücken der Bienen. Die Blüte ist gleichzeitig von drei Bienen besucht; zwei saugen vorne, von der dritten, welche rückwärts, durch die Narbe verdeckt, kopfüber saugt, \< bloü die Hinterleibsspitze als schwarzer Fleck sichtbar. Fig. 10. Übertragung des Blütenstaubes auf die oberen Partien der Narbenlappen durch die Bauchseite der Biene bei Ankunft derselben in der Blüte oder unmittelbar vor dem Verlassen derselben. Fig. 11. Übertragung des Blütenstaubes auf den Narbenrand durch den Rücken der Biene. Fig. 12. Weibchen von Panurgus calcaratus (Scop.), im Blütenköpfchen von Leu)itudo)t danubialis Jacq. pollensammelud. Die Aufnahme zeigt das Höschen des rechten Hinterbeines. Fig. 13. Schwebtliegt.' {Si/r])hus balteatus Deg.) beim Aussaugen der Zuckerhaare von Verbascum j^fiiomoides L. 184 Beiträge zur Kenntnis der Trichombildnngen am Peri- karp der Kompositen. Von Dr. T. F. Hanausek (Krems). (Mit Tafel IV.) (Schluß.) 1) Wie die Größe der Haarzellen und die Zahl der Trichom- zellen einer Variation unterliegen können, so ist dies auch mit einer anderen Eigenschaft des Typus der Fall, Es wurde oben an- gegeben, daß die Wände der spitz endigenden Haarzellen schwach verholzt sind. Eine geradezu exzessive Steigerung der Wand- verdiekung und Verholzung wandelt den Typus in einen Komplex von Skiereiden um, der nicht mehr eine Vorrichtung zur Be- wegung um eine Achse besitzt, sondern starr und unbeweglich bleibt, mithin auch die ursprüngliche Aufgabe des Festhaltens verloren hat. Dies ist der Fall bei der Gattung Heliopsis. Heliopsis filifolia Watson. Das Trichom präsentiert sich als ein drei- bis sechszelliger Komplex von stark verdickten, stark verholzten porösen Zellen, mithin von echten Skiereiden (Stein- zellen; Fig. 6, A). An einzelnen Trichomen von kleinerem Umfange kann man noch die ursprüngliche Dreizahl des Typus beobachten (Fig. 6, A, ti\), die Basiszelle zeigt aber hiebei keine Abweichung in der Wandstärke von den beiden anderen Trichomzellen ; zumeist ist auch eine Zellvermehrung eingetreten; es kommen z. B. an der Spitze des Trichoras drei Zellen vor (Fig. 6, A bei x), es treten Verschiebungen ein, wie bei tr„ in Fig. 6, A, und der Komplex kann recht eigentümliche, geradezu groteske Gestalten darstellen. Mit dieser Veränderung der Trichome ist auch eine sehr bemerkenswerte Entwicklung der Epidermis verbunden, die vermutlich die Aufgabe der zur Festhaltung nicht mehr tauglichen Trichome zu übernehmen hat. Jede Epidermiszelle erhebt sich zu einer gewissermaßen gestielten, am Scheitel köpfchen- artig erweiterten Papille (Fig. 6, pa), deren kleines rundes Lumen durch einen feinen Kanal mit dem Lumen der Epidermis- zelle verbunden ist; ein brauner Farbstoff füllt das ganze Lumen aus und bewirkt, daß letzteres sich scharf von der verdickten farb- losen Wand abhebt; eine faltigstreifige Kutikula begrenzt die Ober- haut nebst den Papillen. Die Wand quillt im Wasser stark auf (Fig. 6, I>), wobei sich das Stielchen streckt und das Köpfchen in größere Entfernung von der Oberfläche rückt. Ein Austreten von Schleim, wie zu erwarten wäre, konnte jedoch nicht beobachtet werden. Durch Chlorzinkjod wird die Papillenwand nicht gebläut. (Ich sehalte hier ein, daß das Innengewebe des Perikarps, das von dem Bastfasermantel und der Epidermis der Innenseite begrenzt wird, sich schon im Wasser zu Schleim auflöst, der von Chlor- zinkjod gebläut wird.) 1) Vgl. Nr. 4, S. 132. Sieht man also ab von einer KlebewirkuDo; — diu ich al)er nicht für gänzlich ausgeschlossen halten will — so kann immerhin durch das Strecken der Papillen nach Einwirkung des Wassers ein Festhalten der Frucht veranlaßt werden. Da mir nur sehr wenig Untersuchungsmaterial zur Verfügung stand, so konnte ich mich mit dieser Frage nicht eingehender beschäftigen. Ein Beispiel lür die gänzliche Ausschaltung des Typus und lür eine besondere Art der Schleimbildung liefert die Frucht von Anacyclus I^seudopyrefJiruni Ascherson'); sie zeigt auch die interessante Tatsache, daß drei verschiedene Organe eine Ausbildung erfahren können, die sie befähigt, demselben Zwecke zu dienen. Die Randfrucht von Anacycliis ist von der Scheibenfrucht wesentlich verschieden, eine bei Kompositen mit heteromorphen Blüten bekauntlicli häufig auftretende Erscheinung. Die nachfolgende Darstellung betrifft zunächst nur die Randfrucht. Die Epidermis des Perikarps liegt unmittelbar auf dem Bast- fasermantel. ein Hjpoderm. das in der Mehrzahl der Kompositen- früchte nachzuweisen ist, fehlt in der reifen Ä)iacyclns-Frncht. Die in der Fläche quadratischen oder rektangulären (Fig. 7, Ä, ep), im Quer- und Längsschnitte fiacheu und etwas gerundeten (Fig. 7, C, D, ep) Oberhautzel len sind dicht mit Kristallsand von C aleiumoxalat gefüllt; die Außen- und Radialwände sind ziem- lich mächtig entwickelt, die Innenwände kaum w^ahrzunehmen. Die ersteren beginnen im Wasser zu verquellen, in verdünnter Lauge lösen sie sich gänzlich auf; der freiwerdeude Kristallsand erscheint im Gesichtsfelde in Gestalt von Nadelprisraen und Wetzsteinen; nach Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure treten die bekannten Gipsnadeln und Rosetten auf. Aus dem Gesagten ergibt sich, daß schon die Oberhaut als ein sehleim bildendes Organ zu bezeichnen ist. Zwischen den Oberhautzellen sind nun verschieden lange Zellkomplexe eingeschaltet, die aus einer Reihe farbloser, dick- wandiger, senkrecht zur Fruchtläugsachse gestreckter und mit ebenen Wänden aneinanderliegender Zellen bestehen und einen schmal-eiförmigen oder wurmähnlichen Umriß haben. Ein isolierter Komplex erinnert sehr au eine fußlose Insektenlarve (Fig. 7, tr). Die Zahl der einen Komplt.-x zusammensetzenden Zellen ist ver- schieden; ich zählte 8 — 15 Zellen. Sie sitzen unmittelbar dem Bast- fasermantel auf, der gewöhnlich daselbst eine kleine Einsenkung 1) Die der Untersuchung vorgologeiipu Fruchte wureu ursprünglich als zu ^4. ;)M/c/ier Bess. gehörig bestimmt worden. Ein Vergleich mit authentischem Materiale zeigte die ünriclitigkeit dieser Bestimmung; Herr Geli. Kegierungsnit Prof. Dr. P. Ascherson, dem die Frucht vorgelegt wurde, hält sie (mit größter Wahrscheinlichkeit) für die Frucht des von ihm aufgestellten A. Pseudo- l>yrtthruin. Ottorr. boUn. ZciUehrift. 5. Heft. 1910. I4 186 zeigt (Fig. 7, C, JD). Die mächtige Yerdickuug jeder Zelle läßt nur ein schmales, spaltenförmiges Lumen frei. Im Wasser quellen diese Zellen stark auf und isolieren sich etwas an den Schmai- wänden (Fig. 7, B); einzelne runden sich dabei vollständig ab und quetschen die anstoßenden Zellen zusammen. In Flächenpräparaten ist es vermutlich wegen der großen Menge Kristallsand der Ober- haut kaum möglich, einen Schleimaustritt wahrnehmen zu können, nur an Längsschnitten konnte ein solcher beobachtet werden, der auch in Fig. 7, D, tr, dargestellt ist. Insoferne, als diese Zell- komplexe über die Epiderraiszellen hervorragen und Verdickungen besitzen, die denen der schleimführenden Haarzellen ähnlich sind, kann man sie als Trichome bezeichnen. Beim Aufquellen reißen sie nicht selten die anstoßenden Epiderraiszellen mit sich nach aufwärts und nach Sprengung der Kutikula und nach Lösung der Epidermiszellenwand lagern sich die Kristallsandkörner mitunter mehr oder weniger reichlich über die Schleimtrichome, was zu der Täuschung Anlaß geben könnte, als ob die Komplexe unter der Epidermis lägen. Das ist aber, wie die obige Darlegung zeigt, keineswegs der Fall. Wie schon bemerkt, ist an dem Flächen- präparat von A. PseudopyretJirum die Schleimentwickluug nicht zu beobachten. Hingegen ist dies an einer sehr jugendlichen Frucht von A. Fyrethnim DC. deren Oberhaut das Calciumoxalat nur in Ge- stalt winziger ßosetten enthält, sehr leicht möglich. Nach Ein- wirkung von verdünnter Kalilauge umgibt sich jeder Trichomkomplex mit einer farblosen, mitunter auch schwachgelblichen Gallerte von bedeutendem Umfange und eiförmigem, ziemlich scharf abgegrenztem Umriß (Fig. 7, £■). Nicht selten sind auch zwei benachbarte Kom- plexe von einer Gallerthülle eingeschlossen. An der Randfrucht ist die Zahl dieser Trichome eine sehr beträchtliche. Man kann sie schon bei starker Lupenvergrößerung als hellglänzende Fleckchen aus der Epidermis herausleuchten sehen. An der nicht flach- gedrückten, gerippten Scheibenfrucht treten sie ebenfalls, aber viel seltener auf. Das dritte schleimliefernde Organ ist der Flügelrand der Frucht. Die flachen Eandfrüchte besitzen an der Längskante einen schmalen Flügel (Leiste)'), der in trockener Umgebung zum Luft- transport, auf feuchter Unterlage aber zum Ankleben der Frucht bei- tragen kann. Dieser P'lügel ist von einer ununterbrochenen Reihe radialgestreckter, flacher Zellen (Fig. 7, A, r) begrenzt, die gleich den Trichomzellen eine starke Schleimverdickung und ein schmales, spaltenförmiges, nur am freien Zellende etwas erweitertes Lumen besitzen. Die Verdickung wird wie bei den Trichomzellen durch Chlorzinkjod schwach violett gefärbt. Nach längerem Liegen in Wasser tritt längs des freien Randes des Flügels eine einer Wolke gleichende, sehr feinkörnige Gallertschicht auf, die einige Tage er- ^) Bei A. Pyrethrutn sind die Flügel viel breiter und tragen ebenfalls reichlich Schleimtrichome. '■lanausekT f., Tnchonii .;sterr br nausek T. F., Trichomo bei Kompositen. -j^C |y Fin.-i. fm l: ^%.. ^^ * trth Kunstanstalt ir.aiir SpfrIWia 187 halten bleibt ; eiu wurmähnliches Herausdringen wurde nur nach Anwendung von Kalilauge beobachtet. Solche Flügelrandzellen be- sitzen auch die Scheibenfrüehte, die Zellenreihe ist aber mehrfach unterbrochen. Wegen des Vorkommens von Kristallsand in allen Epidermis- zelleu und von drei verschiedenen schleimgebenden Organen kann der A 7 iact/cJus-¥ Tucht wohl zu den in anatomischer und biologischer Hinsicht interessantesten Früchten der Kompositen gezählt werden. Erkläruiiff der Tafel IV. Fig. 1. Crassoccphalum flavtim Decaisne. A Haar (Haarzellenabsehnitt) in Alkohol, B ganzes Haar in verdünntem Kali, C dasselbe nach längerer n Wirkung. Fig. 2. Erigerun alpinns L. Haarabschnitte der unteren Hälfte auf der Oberhaut. Fig. 3. A, B Aster alpinus L.; ü Aster Tripoliiim L. Haarabschnitte der unteren Hälfte. Fig. 4. Ceruana pratensis Forsk., unreif; Ankerhaare auf Blasenzellen. Fig. 5. Helichrr/sicm plicatuvi DC. A Haare in Alkohol; B in ver- .iiutem Kali; Haare im Wasser in der Aufsicht (auf der überhaut). Fig. G. Heliopsis fdifolia Watson. A Epidermis des Perikarps in der Fläche, B Querschnitt, ep Oberhautzellen mit Papillen pa, tr, tr^, tr^ Skle- reideutrichorae, bei x eine dritte, hinter den beiden Vorderzellen liegende End- zelle. Die reichliche Kutikularfaltenbildung auf A ist nicht gezeichnet. Fig. 7. A — D. Aiiacydus Pseudopyrethrum Aschers. A Flächenansicht • ;iuT Gewebepartie am Frachtrande ; B Trichomkomplexe in Wasser; CQuerschnitt, 1) Längsschnitt durch die oberflächlichen Schichten des Perikarps. — E Ana- cyclus Pyrtthrum DC. Trichomkomplex in Kalilauge. — h Basiszelle, i>i zweite Basiszelle, h innere, h^ äuüere Haarzelle. L Lumen, i Insertionsstelle des Haares, d Drüsenhaar, ep Epidermis, r Flügelraudzellen, sk Bastfasern, tr Trichomkomplex. Beiträge zur Kenntnis der Ombroplnlie und Ombrophobie der Pflanzen. Von Dr. phU. 3Iartina Habück, geb. von Kink (Wien). Es ist eine bekannte Tatsache, daß verschiedene Pflanzen dem Einflüsse des Wassers einen verschieden großen Widerstand ent- gegenzusetzen vermögen und je nach ihrer Befähigung hiezu trockene oder feuchte Standorte bevorzugen. Diese Tatsache, welche mit dem Klima enL^ zusammenhängt, beschäftigt schon lange die Pflanzengeo- graphie. undWarming hat, sich auf sie beziehend, die Pflanzen in Xero- und Hydrophyten eingeteilt, wobei er hauptsächlich das im Hoden liquid und in der Luft ga>:förmig enthaltene Wasser berücksichtigt. In seiner „(ökologischen Pflanzengeographie" beschäftigt er sich eingehend mit den Anpassungserscheinungen, die das Klima und alle äußeren Lebensbedingungen zur Folge hal)en und gibt eine ausführliche Beschreibung des Habitus und der Eigentümlich- keiten der Xero- und Hydrophyten ; als schärfsten Typus der letz- 14* 188 teren beschreibt er die Wasserpflanzen und die amphibisciien Ge- wächse. Den wesentlichsten Grund für die Verschiedenheit des Blattbaues sucht er in der Regulierung der Transpiration und be- spricht die Schutzvorrichtungen gegen zu starke Transpiration einer- seits und die Mittel zur Förderung der Transpiration anderseits. Schimper stellt neben Xero- und Hydrophyten den dritten Typus der Tropophyten auf, worunter er jene Gewächse versteht, deren Existenzbedingungen je nach der Jahreszeit die von Xero-, resp. Hydrophyten sind. Es beschäftigt sich besonders mit den oft sehr rasch zutage tretenden Anpassungen an ungewohnte Feuchtig- keitsverhältnisse im Laufe der Ontogenie. Manches Einschlägige findet sich auch in den Werken Haberlandts, der ausführlich über Schutzvorrichtungen gearbeitet und den Begrifi" der Hydathoden geschafi"en hat, Lotheliers, der u. a. die Stachelbildung als Folgeerscheinung starker Trockenheit auffaßt, Burgersteins, der hauptsächlich den direkten Zusammen- hang zwischen Luftfeuchtigkeit und Transpirationsgröße studiert u. a. m. Alle diese Arbeiten beziehen sich auf die Unterscheidung zwischen Hydro- und Xerophj'ten. welche hauptsächlich auf der Vorliebe oder Abneigung der Pflanzen für Feuchtigkeit oder Trockenheit des Bodens und der Luft beruht, womit ihr Ver- hältnis zu Regen, Tau und Wasser als umgebendem Medium kaum berücksichtigt erscheint. Alle diese Faktoren mit einbeziehend, hat Wiesner die Pflanzen in ombrophile und ombrophobe eingeteilt; er nennt diejenigen, die den atmosphärischen Niederschlägen, beson- ders dem Regen, lange widerstehen können, ombrophil, die anderen ombrophob. Mit Ausnahme der Werke Wiesners, der den Begriff der Orabrophilie überhaupt erst geprägt und ihr eingehende Unter- suchungen gewidmet hat, fehlt über dieses Thema die Literatur fast ganz, da hierüber noch kaum gearbeitet worden ist. In erster Linie berufe ich mich hier auf Wiesners Abhandlung: „Über ombro- phile und ombrophobe Pflanzenorgane." (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wiss. Wien, 1893.) Nach obigen Definitionen decken sich die Begriffe ombrophil und hygrophil. ombrophob und xerophil wohl meistens, aber nicht durchwegs. Es gibt z. B. Gewächse, die in feuchtem Boden wur- zeln, deren Laub aber im Regen rasch verfällt, die also ombro- phobe Hygrophyten sind; solche sind ausschließlich Schatten- und Waldesptianzen und sind als solche durch die sie bedeckenden und umgebenden Gewächse gegen starken Regen geschützt, wo- durch sich Ombrophobie ausbilden konnte. Xerophyten scheinen durchwegs ombrophob zu sein, und zwar sind es die wasserarmen Blätter weit mehr als die Succulenten. Bodenwurzeln sind, selbst bei Pflanzen mit ombrophobem Laub, immer ombrophil, was ihrem Platz im Boden, der immer Wasser enthält, und ihrer Funktion, Wasser aufzunehmen, entspricht; so lassen sich Wurzeln von Land- 1S9 pflanzen siibmers erziehen, was bei oberirdischen Organen selten jrelingt. Im allireraeinen sind bei Beginn eines Regens die onihro- pbuben Gewachse besser geschützt als die ombrophileu. indem erstere meist schwer, letztere leicht benetzbar sind und indem die Zellen der ersteren wenig gequollen sind \md erst nach einiger Kegendauer in jenen wasserreichen Znstand iihergehen, in welchem sich die letzteren bereits belinden; erst bei längerem Regen treten alle Vorteile, welche die Natur den ombrophilen gegeben hat, hervor. Die Grenze zwischen ombrophilen und ombrophoben Pflanzen ist, wie in der Natur überhaupt die Extreme stets durch Über- gänge miteinander verbunden sind, nicht streng gezogen ; so gibt es manche, die je nach ihrem Standort relativ ombrophil und ombro])hiib sind. Der ombrophile und ombrophobe Charakter der verschiedenen Pflanzen und Pflanzenorgane wird zweifellos durch Erblichkeit festgehalten und ist erst im Laufe phylogenetischer Entwicklung durch Anpassung an die gebotenen Wassermengen entstanden. In einer anderen Abhandlung : „Über den vorherrschend ombrophilen Charakter des Laubes der Tropengewächse" (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wiss. Wien. 1894) geht Wiesner auf die Be- sprechung pflanzengeographischer Beobachtungen über. Lu feucht- warmen Tropenklima von Buitenzorg kommen vorherrschend om- brophile Gewächse vor, doch neben ihnen auch solche mit aus- gesprochen ombrophobera Laube. Diese finden sich aber nur in sehr frei der Sonne exponierten Stellen, wo trotz der hohen Luft- feuchtigkeit eine beträchtliche Transpiration herrscht. Ombrophob sind z. B. die Schopfbäume, deren typische Schopfform auf dem raschen Absterben der Blätter im Regen beruht, ferner Mimosa j'udica und Fisonia alba, bei denen Ombrophobie mit Benetzbar- keit, sonst ein Kennzeichen der Ombrophilie, verbunden ist. Erstere Pflanze schützt sich durch Schließen ihrer Blätter vor allzu starker oder zu lange währender Bewässerung, letztererer steht kein besonderes Schutzmittel zu Gebote, weshalb sie in Buitenzorg schlecht fort- kommt. Die Blätter von Gewächsen aus feuchtwarmem Tropen- gebiete zeichnen sich gewöhnlich durch vollständige Benetzbarkeit aus ; Ausnahmen hievon sind nur manche Blätter im ersten Juijend- znstand, wie denn überhaupt der ombrophile Charakter der Blätter sich erst im Laufe der Entwicklung einstellt ,und meist knapp vor dem Lebensende erlischt. Mir diese Beobachtungen vor Auge haltend, habe ich mir die Aufgabe gestellt, auf experimentellem Wege die Umstände zu prüfen, unter denen die Pflanzen der Einwirkung des Wassers einen größeren oder geringeren Widerstand entgegenzusetzen vermögen, verschie- dene Entwicklungsstadien, verschiedene Organe in die ünter- .'^uchung einzubeziehen, diese Versuche auf Pflanzen der verschie- densten systematischen Gruppen auszudehnen und auf diese Weise 190 womöglich auf die Ursache der Erscheinung der Ombrophilie zu kommen. Meine ersten Versuche gingen darauf aus, Pflanzen in Licht und in Dunkel zu ziehen, sie dann in Wasser zu bringen und die Verschiedenheit ihres Verhaltens in demselben zu beobachten. Diese Versuche erstreckten sich auf: Lycopodinae {Selaginella), Coniferae {Picea excelsa), Gramineae (Zea Mays, Hordeum vul- gare), Cyperaceae {Cyperus), Leguminosae {Pisum sativum, Vicia varia), Äraliaceae (Eedera Helix), Lauraceae (Laurus nobilis), Labiatac (Mentha longifolia, Hosmarlniis officinalis, Lamium mactdatum), Caryophyllaceae {Diantlmschinensis), Balsaminuceae (Impatiens Balsatnina), Compositae (Helichrysum arenariwn), Polemoniaceae {Phlox), Conimelinaceae {Tradescantia), Geraniaceae {Pelargonium), Onagraceae {Godetia). Zum Teil zog ich diese Pflanzen vom Samen aus, d. h. die ersten Tage zusammen in bedeckten Keimschalen, dann, sobald ich sie in Erde setzte, mit Trennung in solche, die im Licht, und solche, die im Dunkeln standen : zum Teil nahm ich Setzlinge, die alle im Licht aufgewachsen waren, und hielt die Hälfte von ihnen eine gewisse Zeit im Dunkeln, während ich die andere Hälfte im Licht beließ. Sobald ich sie der Wirkung des Wassers aussetzte, brachte ich alle unter Lichtabschluß, hauptsächlich um das Er- grüneu der etiolierten zu verhindern; und zwar brachte ich sie alle in mit Wasser gefüllte Gefäße, in denen ich sie untergetaucht hielt und Heß das Wasser stagnieren. Ich nahm zu den Ver- suchen entweder ganze Exemplare oder einzelne Sprosse oder ein- zelne Blätter. Auch achtete ich sorgfältig daraut, immer gleich große und gleich alte, auch sonst gleiche Pflanzen miteinander zu vergleichen, sie derselben Temperatur und denselben anderen Be- dingungen auszusetzen. Dabei machte ich durchgehends die Beobachtung, daß bei sonst gleichen Faktoren die im Licht gezogenen Pflanzen im Wasser viel länger ausdauerten als die im Dunkel gezogenen. Als Beispiele führe ich an : Es hielten sich von Balsamina die einen Prüflinge, die einige Tage unter Lichtabschluß gehalten waren, 4 Tage, die anderen, die im Licht gezogen waren, 14 Tage im Wasser; von Godetia die ersteren 3, die letzteren 10 Tage, von Helichrysum die ersteren 5, die letzteren 8; von Pelargonium die ersteren 6, die letzteren 9; von Mentha die ersteren 5, die letz- teren 7; von Tradescantia die ersteren 7, die letzteren 10; von Uedera die ersteren 10, die letzteren 21 Tage etc. Einen beson- deren Unterschied im Verhalten der einzelnen zusammengehörigen, in derselben Wasserprobe befindlichen Blätter oder Sprosse konnte ich hiebei nicht wahrnehmen, wenngleich selbstverständlich bei Wiederholungen die Eesultate kleine Variationen ergaben. Auch habe ich versucht, die einzelneu Pflanzen verschieden lange im Dunkeln zu halten und habe hiebei beobachtet, daß die Widerstandskraft der Pflanzen gegen das Wasser umso mehr ab- 191 niiiinit. je länger der Liehtabschluß gedauert luit. Z. B. hatte ich ein Exemplar von lldicln-y^um 2 Tage unter Liehtabschluß ge- halten, dieses hielt sich im Wasser ungefähr ebenso ^ut als ein entsprechendes ganz im Licht gezogenes, d. h. ungefähr H Tage; hatte der Liehtabschluß aber 8 Tage gedauert, so war die Dauer des Widerstands gegen das Wasser um 2 Tage verkürzt. Bei Phlox verkürzte sich dieser Widerstand nach zweitägigem Wider- stand um einen Tag, d. i. also auf ungefähr 10 Tage, nach fünf- tägigem um zwei; bei Godctia nach dreitägigem Liehtabschluß um einen, nach achttägigem um 4 Tage etc. Ein etwas abweichendes Verhalten zeigen ganze, unverletzte Pflanzen gegenüber denjenigen, denen die Wurzeln abgeschnitten worden waren. Ich führe Beispiele an: Eine unverletzte jimge Wicke dauerte unter Wasser 16 Tage aus, eine ohne Wurzeln nur 13; eine unverletzte junge Erbse ertrug die Einwirkung des Wassers 8 Tage bis zur P'äulnis, eine ohne Wurzeln nur 7. Doch verliefen diese Versuche, so lange ich sie in stagnierendem Wasser ausführte, nicht widerspruchslos, sondern ein deutliches, einwand- freies Resultat ergab sich erst bei solchen Versuchen, bei denen ich die Pflanzen nicht ganz unter Wasser brachte, sondern sie einem kontinuierlichem Regen aussetzte. Auf die weitere Bedeutung (lieser Versuchsvariation komme ich gleich zu sprechen und er- wähne jetzt nur so viel, daß ich unter Re?en bei allen Pflanzen ausnahmslos die Beobachtung machte, daß Exmplare mit ab- geschnittenen Wurzeln dem Wasser leichter verfallen als unver- letzte. Eine unverletzte Maispflanze ging im Regen nach 27 Tagen zugrunde, eine ohne Wurzeln nach 22; eine unverletzte Gerste nach 28, eine ohne Wurzeln nach 25; eine unverletzte Wicke nach 18, eine ohne Wurzeln nach 15; eine unverlezte Erbse nach 37, eine ohne Wurzeln nach 33 Tagen. Ein ganz analoges Resultat ergaben diese Versuche mit etiolierten Exemplaren. Es liegt auf der Hand, daß die Einwirkung des Wassers eine verschiedene sein wird, wenn man die Versuchspflanzen ganz unter Wasser getaucht hält, oder wenn man sie in ihrem natür- lichen Medium, der Luft, läßt und nur ununterbrochen auf sie herabrejrneii läßt. Diesbezügliche Versuche führte ich in der Weise aus, daß ich die Pflanzen auf ein durchlöchertes Brett über einen Bottich legte, so daß das Wasser immer ablaufen konnte ; mittels eines an der Wasserleitung angebrachten Schlauches, der mit einer Sprühvorrichtung versehen war, ließ ich kontinuierlichen Regen auf die Versuchspflanzen herabfließen. Leider war es mir nicht mög- lich, die Regennien-je zu messen, da der Druck in der Wasserleitung, mithin der Sprühregen bestündiLi variierte. Auch hier bestätigte sich die Beoliachtung, daß im Dunkeln gezogene Pflanzen im Wasser rascher verfallen als die grünen. Diese Versuche laufen denen in stagnierendem Wasser durchaus parallel, nur dauern die Pflanzen in ersterem Falle weit länger aus al.s in letzterem, und zwar ist dieser Unterschied ziemlich bedeutend. Z, B. dauert Wicke unter- 192 getaucht 11, beregnet 17 Tage aus; Mais untergetaucht 8, be- regnet 27; Erbse untergetaucht 6. beregnet 30; Pelargonie unter- getaucht 8, beregnet 12, Mentha untergetaucht 5, beregnet 20 Tage. Ferner konnte ich an denselben Versuchen feststellen, daß nicht alle Blätter derselben Pflanze gleich lang im Wasser oder im Begen ausdauern; vielmehr beobachtete ich bei den meisten, daß die älteren Blätter rascher verfielen als die jüngeren. Ein besonders schönes Beispiel dafür bot mir ein Exemplar von Pelargonie; ich brachte Blätter von verschiedenem Alter und einen Blütenstand unter Regen und konnte konstatieren, daß alle Vorstufen der Fäulnis, vom Verfärben, Injiziertwerden, Verlieren des Turgors bis zum Tode, graduell zuerst an den älteren, dann an den jüngeren auf- treten, und zwar so, daß die Fäulnis beim ältesten Blatt am 9., beim jüngsten am 13. Tage eintrat, während der Blütenstand sich noch zwei Tage länger hielt. Daß die Blätter in verschiedenem Alter verschiedene Tur- geszenz, verschiedene Wachstums- und Lebenskraft haben, folglich schädigenden Einflüssen verschieden großen Widerstand zu bieten vermögen, ist leicht einzusehen; desgleichen, daß stagnierendes Wasser, in dem die Atmung der Pflanzen gehindert wird, rascher seine schädigende Wirkung ausübt als Regen. Viel schwerer kann mau sich jene Erscheinung deuten, daß Pflanzen, die im Dunkeln gezogen worden sind, orabrophober sind als solche, die im Lichte gezogen worden sind. Es läge nahe, anzunehmen, daß das Chloro- phyll eine konservierende Wirkung ausübt, die die Pflanze nach Zerstörung desselben entbehrt. Diese Vermutung wird aber durch zweierlei Tatsachen widerlegt; erstens ist nicht zu bemerken, daß solche Pflanzen, die im Dunkeln sehr stark etiolieren, w^eniger widerstandsfähig sind als solche, in denen das Chlorophyll nur teilweise zerstört wurde. Ferner ist dieselbe Erscheinung von dem raschen Verfallen der im Dunkeln gehaltenen Exemplare auch bei Koniferenkeimlingen zu beobachten, die bekanntlich auch im Dun- keln ergrüneu und Chlorophyll entwickeln. So muß die Ursache dieser Erscheinung irgendwo anders gesucht werden, und zwar scheint mir die nächstliegende Erklärung die bakterizide Wirkung des Lichts zu sein. Bei Gegenwart von Wasser und bei reichlichem Vorhandensein von Nährstoffen, wie es bei meinen Versuchen der Fall war, sind die Bedingungen für die Entwicklung der Bakterien sehr günstig und die hemmende Wirkung der Lichtdesinfektion, die in der freien Natur eine so große Rolle spielt, ist für die Pflanze in solchen Fällen von besonderem Werte'). 1) Dr. Eich. Wiesner: „Wirkung des Sonnenlichts auf pathogene Bak- terien'' (Archiv für Hygiene, Band LXI.). Bei Mangel an Nährstoffen und bei Exsikkation sterben die Bakterien rascher. Alle Absclinitte des Sonnenspektruuis haben bakterizide Kraft. Die jenseits des sichtbaren Spektrums liegenden An- teile (ultrarot und ultraviolett) wirken stärker als die sichtbaren Anteile. Die kräftigste Wirkung kommt dem gesamten Tageslicht zu. Die Lichtstrahlen scheinen direkt auf das Protoplasma der Bakterienzellen schädlich zu wirken. U'3 Der Grad der Ombrophilie und Ombrophobie stellte sich bei diesen Experimenten als ein sehr verschiedener heraus. So hielt sich Lavtium nur o, JlottJia 7, Phlox 8 — lo, Halsamiue 7 — 9, Dianthüs 10 — 13 Tatje unter Wasser. Verschiedene unserer Nutz- ptlanzen zeigen keinen hohen Grad der Ombrophilie; Mais hielt sich G, Erbse G— 7, Gerste gegen 14, Wicke 12 — 16. Tradescantia hielt sich 11. Fichte 14 Tage. Cyperus war am IG. Tage noch vollkommen frisch; ScUujindla hielt sich über 2 Monate und Lauras zeigte eine ganz besonders hohe Ombrophilie, indem ein Zweig, den ich Mitte Oktober unter Wasser brachte, Ende März noch ziemlich trisch war. Für diese große Verschiedenheit eine Erklärung zu finden, ist sehr schwer: doch gibt einem hier eine Tatsache einen Finger- zeig. Es sind nämlich alle Bodenwurzeln, wie schon erwähnt, om- brophil. und an Pllanzen, die ich in ganzen p]xemplaren unter liegen brachte, konnte ich bemerken, daß immer die Wurzeln sieh länger hielten als die oberirdischen Organe. Halten wir dies zu- sammen mit der Tat.sache, daß Pflanzen, denen die Wurzeln abge- schnitten wurden, eine verringerte Widerstandskraft gegen das Wasser zeigen und daß dies, wie aus späteren Versuchen hervor- geht, kaum auf die mechanische Verletzung zurückzuführen ist, so können wir vermuten, daß die konservierende Wirkung in vielen Fällen von der Wurzel ausgeht. Nun haben manche Wurzeln eine antiseptische Wirkung; so ist z. B., wie Hofrat Wiesner nach einer ihm von Billroth mitgeteilten Beobachtung erzählt, als Hausmittel bekannt, die gelbe Eübe. die sehr stark ombrophil ist, auf Wunden aufzulegen, wobei eine wundreinigende Wirkung wahrzunehmen ist. Antiseptische Substanzen sind meist sehr stark riechend; bei meinen Versuchen ergab sich nun auch, daß stark aromatische Pflanzen verhältnismäßig ombrophil sind. Z. B. zeigen Kosmarin und 3Ie)iiha, stark aromatische Labiaten, eine weit größere Ombrophilie als das nahe verwandte Lumium, und Lmtrus, jene Pflanze von höchster Ombrophilie, ist ebenfalls reich an solchen Substanzen. Alles dieses bestätigt die von Hofrat Wiesner aus- gesjtrochene Ansicht, daß die Ombrophilie in antiseptischen, die Fäulnis hintanhaltenden Substanzen ihren Hauptgrund haben dürfte; ebenso die Vermutung, daß diese Substanzen in den Wurzeln oder in aromatischen Blättern gelegen seien. Ich habe zu besserem AVrständnis des Folgenden diese Deutungen, die durch spätere Ver- suche an Wahrscheinlichkeit gewinnen, vorweggenommen, und gehe jetzt zur Beschreibung anderer Versuchsreihen über. Die folgenden Versuche begann ich zu Anfang des Winter- semesters 1907/08, also zur Herbstzeit, wo mir keine große Aus- wahl an frischem Material mehr zur Verfügung stand. Die erste Versuchsreihe betraf das Verhalten der sdiwim- nienden Blätter von Wasserpflanzen. Es ist selbstverständlich, daß Wasserpflanzen stark ombrojthil sind; auch diese starke Omltrojjhilie wird bei Lichtabschluß beeinträchtifft. Meine Versuche erstreckten 194 sich &uf Lemnaceae (Lcmna minor), Hydrocharitaceae {Hydrocharis morsus ranae), Isymphaeaceae {Nymphnea alba), 3Ieityanthaceae {Limnanthemicni nymplioides) , Alismataceae {Älisma), Hydro- pterideae {Azolln, Salvinia). Bei allen diesen Pflanzen ergab sich, daß die Zeit der Ausdauer ihrer Blätter auf der Wasser- oberfläche abnimmt, wenn man sie im Finstern hält. Ltmna hielt sich auf stagnierendem Wasser im Licht 4 Monate, im Dunkeln nur ungefähr 2V2; Asolla im Licht 32, im Dunkel 20 Tage; Salvinia im Lieht 65,' im Dunkel 36 Tage; Älisma im Licht 15, im Dunkel 10 Tage. Desgleichen zeigt sich eine Abnahme der Ausdauer von Blät- tern von Wasserpflanzen, wenn man die normalen Daseinsbedin- gungen ändert, z. B. wenn man sie im Wasser untergetaucht statt schwimmend hält. Dies bewirkte ich durch Bedecken der einzelnen Ptiäiizchen oder Blätter mit umgekehrten Uhrschälchen, die sie durch ihr eigenes Gewicht am Grunde der mit Wasser gefüllten Gefäße hielten. Dies Verfahren verkürzte bei Lemna die Lebens- dauer von 4 auf 3 Monate, bei Hydrocharis von 11 auf 9 Tage, bei Nymphaea von 12 auf 11, bei Limnanthemiim von 27 auf 18, bei Azolla von 66 auf 58, bei Salvinia von 66 auf 52 Tage. Diese Erscheinung zu erklären versuchend, verweise ich auf eine Arbeit von Karsten: „Über die Entwicklung der Schwimm- blätter bei einigen Wasserpflanzen." Karsten wendet sich gegen Franks Behauptung, daß bei den am Wassergrund wurzelnden Pflanzen die Ursache der Tendenz aller Schvvimmblätter, die Wasser- oberfläche zu erreichen, und der Tendenz der Stiele, dies durch starkes Längenwachstum zu ermöglichen, auf der Empfindlichkeit der Schwimmblätter für Druckdifferenzen und auf ihrer ünter- scheidungsgabe hinsichtlich des Aggregatzustandes des ihre Blatt- obertläche umgebenden Mediums beruhe. Karsten behauptet viel- mehr, daß die Ursache des allen Schwimmblättern innewohnenden Triebs, die Wasseroberfläche zu erreichen, in der hohen Turgor- dehnung zu suchen sei, die infolge des in unbeschränkter Menge zu Verfügung- stehenden Wassers vorhanden ist. Es erscheint also erlaubt anzunehmen, daß, wenn diese hohe Turgordehnung sich nicht in einer Steigerung der Lebenstätigkeit und besonders der Transpiration äußern kann, dies auf die Pflanze schädlich ein- wirkt. Ebenso übt es einen schädigenden Einfluß auf die Schwimm- blätter aus, wenn man sie umgekehrt, also mit der Oberseite auf das Wasser legt. Bei Hydrocharis verkürzte dies Verfahren die Lebensdauer von 11 auf 8 Tage, bei 2\ympliaea von 12 auf 7, bei Limnanthemum von 27 auf 21 etc. Diese Schädigung ist leicht zu begreifen, wenn man bedenkt, daß die Spaltöff'nungen bei den meisten Schwimmblättern aus- schließlich auf der Oberseite liegen, und daß, wenn die Oberseite auf das Wasser zu liegen kommt, statt mit Luft in Berührung zu 195 >ielien, die ganze intercellulare Trauspiratioii y;eliinJert erscheint. Wie wichtig für das Gedeihen der Gewächse die günstige Ver- leiluni:- der Stoniata ist. geht aus Versuchen hervor, die Hilde- brandt mit einigen aniphibisciien Pflanzen, niunlich mit il/a/.s/7/a, Sufjittdria Siigittifolia, FolyqoMim antphihiniti, unternahm und die er in seiner Abhandking: „Über die Schwimmbliltter von MarsiUa und einigen anderen amphibischen Pflanzen" beschreibt. Amphi- bische Pflanzen sind solche, die für gewühnhch Landptlanzen sind ; wenn aber ein Sproß von ihnen in ein Gewässer kommt, so wur- zelt er sich am Grund desselben ein, entwickelt sich kräftig, wächst sogar rascher und üppiger als ein Landexemplar und bildet Schwinimblätter aus, während die Entwicklung von Fortpflanzungs- organeu meist ganz unterbleibt. Bei den Lultblättern liegen nun die Stomata auf beiden Blattseiten, bei den Schwimmblättern ent- wickeln sich auf der Überseite ungefähr doppelt so viele, als auf einer Seite eines Luftblatts, auf der Unterseite gar keine. Diese veränderte Lagerung der Stomata rührt von der für das Gedeihen der Pflanze notwendigen Anpassung an das Wasserleben her, und es ist anzunehmen, daß durch diese Veränderungen des Mediums angeerbte latente Eigenschaften wieder zum Vorschein gebracht Werden. Ich komme nun aul' eine ganz andere Erscheinung zu .sprechen, nämlich auf den Laubfall, der in enger Beziehung zur Ombrophilie zu stehen scheint. Die Beobachtung, daß bei manchen Wasserpflanzen kein Laubfall, d. h. kein organisches Ablösen der Blätter vom Stamme stattfindet, sondern die Blätter am Stamm» selbst abfaulen, und daß Landgewächse ohne Laubfall, d. i. die immergrünen, sehr stark ombrophil sind, legt die Vermutung nahe, daß der Laubfall mit einem gewissen Grad von Ombrophobie ver- bunden und durch ihn bedingt ist. Hofrat Wiesner hat ein- gehende, vielfältige Beobachtungen über die Erscheinung des Laub- falls gemacht, zu deren Besprechung ich nun übergehe. Der Laubfall beruht auf einer organischen Loslösung der Blätter vom Stamme und kommt hauptsächlich bei Holzgewächsen vor. Die Lo.>l0sung geschieht, indem von einem Meristem oder Folgemeristem am Gnmde der Blätter oder der Blattstiele aus sich eine Trennungsschichte ausbildet, und hängt eng mit der Transpiration zusammen. Die Bildung von Treunungsschichten wird durch eine bestimmte Verminderung der Wassermenge der Blätter oder durch beginnende Zersetzung in den Geweben bewirkt und die Hemmung der Transpiration, die meist durch das Sinken der Temperatur im Herbste erfolgt, bedingt dann die Loslüsung der Zellen innerhalb dieser Gewebsschichten, indem diese Hem- mung eine Stagnation des flüssigen Zellinhalts und damit das Ent- stehen von reichlichen Mengen organischer Säuren hervorruft. Diese Säuren lösen die Mittellamelle der Zellen der Trennung.sschichten auf, wodurch die Zellen sich mit unverletzten Membranen vonein- 196 ander abheben^). Hier verweise ich auch noch auf Kubarts Arbeit „Über die organische Loslösung der Korollen," deren Experimente das Eesultat ergeben, daß bei der Loslösung der Korollen ein Zu- samnaenwirken von Turgor und Säuren stattfindet. Der enge Zusammenhang der Transpiration, also indirekt auch der Ombrophilie geht aus verschiedenen Tatsachen hervor. Z. B. erleiden die Pflanzen mit raschem Laubfall eine verhältnis- mäßig weit stärkere Verminderung der Verdampfung als die Ge- wächse mit trägem Laubfall, welche letztere auch durch künstliche Druckkräfte nur eine geringe Steigerung der Transpiration er- fahren. In den herbstlich abfallenden Blättern bleiben ferner die- jenigen Parenchymzellen, die den wasserzuführenden Geweben, also den Gefäßbündeln, am nächsten liegen, am längsten grün und frisch, während die an den Rändern und an der Spitze gelegenen Teile, die der Transpiration am stärksten unterworfen sind, am frühesten verfallen. Die Herabsetzung der Transpiration begünstigt den Laubfall umso mehr, je stärker die gewohnheitsmäßige Tran- spiration ist. Der Laubfall tritt ein, wenn die Blätter absterben, oder wenn ihre normalen Funktionen durch kürzere oder längere Zeit sistiert werden, oder wenn der Bestand der betreffenden Gewächse, in erster Linie das Liehtbedürfnis, die Beseitigung des Laubes fordert. In der ßegel haben krautige Gewächse keinen Laubfall, wohl aber Holzgewäehse,doch kommen beiderseits Ausnahmen vor'-). Wiesner hat außer dem herbstlichen Laubfall verschiedene andere Formen des Laubfalls unterschieden: Den Sommerlaubfall infolge Sinkens des absoluten Lichtgenusses, der umso stärker ist, je empfind- licher die Blätter gegen Verdunklung sind und der zumeist die innersten, am schlechtesten beleuchteten Blätter betrifft; den Hitze- laubfiiU. bei dem nur das direkt von der Sonne getroffene Laub „verbrennt", und zwar das tiefer in der Krone gelegene, meist häufiger als das peripher gelegene, weil ersteres einer weniger starken Wärmeausstrahlung unterliegt; den Frostlaubfall, bei dem das Protoplasma durch Erfrieren getötet wird, wobei es einen großen Teil des Zellsafts ausscheidet, der beim Er- starren eine Eislamelle bildet; und den Treiblaubfall, der be- sonders deutlich seine Beziehungen zur Ombrophilie aufweist '^j. Dieser ist eine partielle Entblätterung immergrüner, d. i. stark- ombrophiler Holzgewächse und dient dazu, den Laubknospen genü- gend Licht zu ihrer Entfaltung zukommen zu lassen. Er tritt am stärksten zur Zeit des stärksten Treibens der jungen Sprosse auf und ist neben dem Ablösen altersschwacher Blätter das einzige. ^) Wiesner: „Über die herbstliche Entlaubung der Holzgewächse." (Sitzungsbericht der Wiener Akademie 1871.) ^) Wiesner: nZur Laubfallfrage." (Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft 1905.) 3) Wiesner: „Über den Treiblaubfall und über Ombrophilie immer- grüner Holzgewächse." (Berichte der deutschen botanischen Geseilschaft 1903.) 107 u. zw. ererbte Hilfsmittel, ivelches den immergrünen Gewächsen, die wegen ihrer Ombrophilie keinen eigenthchen Laubfall haben, zur Beseitigung ihres übertlüssigen Laubes zu Gebote steht. Meine ersten Versuche ergaben, daß tatsächlich alle unsere L:iubbäiiine, die dein herbstlichen Laubfall unterliegen, einen ge- wissen Grad von Ombrophobie aufweisen. Ich steckte längere Zweige von Conius, Corylus, Fh'dadclphus, Weiyelia, Deutzla in einen großen mit Wasser gefüllten Zylinder; anfangs mußte ich sie mit angehängten Porzel lauscherben beschweren, um sie am Empor- tauchen zu verhindern; am 5. Tage waren sie schon so stark mit \\'asser injiziert und hatte ihre eigene Schwere hiedurch so zuge- nommen, daß ich die Scherben entfernen konnte. An allen Zweigen starben die ältesten Blätter zuerst, u. zw. starben die meisten am Stamme selbst, ohue sich vorher abzulösen. Die Blätter von Deutzia waren nach 13 Tagen sämtlich abgestorben, die von Cornus nach 14, von Cori/ltis nach 19, von PhUadelphus mit Ausnahme der zwei jüngsten Blättchen, die sich zwei Monate hielten, nach 20, von Weujt'lia nach 22 Tagen. Hiemit wäre wohl dargetan, daß unsere dem Laubfall unter- liegenden Bäume nicht ausgesprochen onibrophil sind, aber nicht die Beziehung zwischen Laubfall und Ümbrophilie erklärt, da wie erwähnt bei dieser Art der Versuchsanstellung nur wenige Blätter abfielen, sondern die meisten ohne organische Ablösung am Stamme abfaulten. Einen Anhaltspunkt zur Erklärung dieser auffälligen Tatsache findet man in der Arbeit Furlanis: „Über den Einfluß der Kohlensäure auf den Laubfall." (Österr. bot. Zeitschr., 1906.) Furlani zeigt, daß Kohlensäure den Laubfall verzögert und daß das Optimum der Existenzbedingungen für das Blatt nicht im normalen Kohlensäuregehalt der Luft, sondern in einem 15pro- zeutigen Gehalt hegt. Bei einem etwas höheren oder geringeren Gehalt tritt ein erhöhter Laubfall ein; doch wenn er größer wird als 390, verringert sich der Laubfall, weil die ganze Lebenstätigkeit des Blattes durch den schädigenden Einfluß der Kohlensäure ver- ringert wird. Bei einem 40 — lOOprozentigen Gehalt tritt über- haupt kein Laubfall mehr ein, sondern es erscheint die ganze Lebens- tätigkeit „gelähmt", und ein Absterben tritt erst einige Tage später mit Degeneration des Chlorophylls ein. Da bei den oben beschriebenen Versuchen in stagnierendem Wasser der Kohlensäuregehalt ofleubar ein hoher sein muß. modi- fizierte ich sie in der Weise, daß ich die VersuchspÜauzen teils unter Wasser hielt, dieses aber täglich mit frischem wechselte, teils unter Regen bra